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Anglikaner und Methodisten
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Autor:  gode [ 12. Dezember 2005 20:10 ]
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Puh, woher wisst Ihr das alles? Ich bin schon seit Wochen verblüfft über soviel profunde Kenntnis von Religionsgeschichte. So langsam wird mir der teil-anonyme Austausch hier aber unheimlich - ich wüsste jetzt mal gerne, wer von Euch mit welcher theologischen Grundlage hier postet. Unser Forum ist nämlich zusehends falsch aufgestellt, wenn wir hier solch interessante religionshistorische Beiträge einfach nur so als "Meinungsaustausch" untergehen lassen, so quasi als "Wortgeplänkel unter Laien". Denn als solches wird unser Forum zunehmend von denjenigen abgetan, die hier eigentlich mitschreiben müssten.

Autor:  Eilike [ 13. Dezember 2005 01:06 ]
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Tja, da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich!

Autor:  JHNewman [ 13. Dezember 2005 12:18 ]
Betreff des Beitrags: 

@Flo

Ich habe zu diesem Thema noch etwas gefunden, und zwar im Bischofsbrief "Von Amts-Wegen" von +Joachim Vobbe. Diese Bischofsbriefe, die es zu vielen Themen gibt, empfehle ich Dir sehr herzlich zur Lektüre, wenn Du wissen und verstehen willst, wofür die Altkatholiken stehen. Mir jedenfalls haben sie sehr geholfen. Du kannst sie auf der HP der AKK finden.

+Joachim setzt sich mit der Frage auseinander, inwieweit die Ämter unterschiedlicher Kirchen gegenseitig anerkannt werden. Er stellt fest, daß sich der Streit um die Anerkennung der Sakramentsfeiern in der Regel nicht an der Frage orientiert, ob ein Gottesdienst würdig oder unwürdig zelebriert wird, oder ob er nur noch aus Wortmüll und Ringelpietz besteht und sich darin keine konventionelle Glaubensaussage mehr findet oder ob er in Anlehnung an die Konvergenzerklärungen von Lima zur Eucharistie gestaltet wird.

Er fährt fort:
Zitat:
Aber darum geht es merkwürdigerweise nicht, wenn im ökumenischen Disput von "gültiger" oder "ungültiger" Ordination und somit von "gültiger" oder "ungültiger" Sakramentenspendung, speziell Abendmahlsfeier, die Rede ist. Der Hauptstreit- und Angelpunkt bleibt die Frage der historischen Sukzession, das heißt der lückenlosen Kette bischöflicher Handauflegungen, die einer aktuellen Ordination vorangegangen sind.
Kann ein Christ, ein (Alt-)Katholik etwa, im dritten Jahrtausend sich denn wirklich vorstellen, dass eine Eucharistiefeier, die - von einem kirchlich Ordinierten geleitet - allgemein anerkannten Regeln folgt, wie sie etwa bei den Konvergenzerklärungen der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des ÖRK in Lima 1982 festgelegt wurden, "ungültig" ist, nur weil dieser Ordinierte einer anderen Kirche angehört? Dietrich Bonhoeffer, Dietrich von Bodelschwingh, Albert Schweitzer - alles "ungültig" ordinierte, weil sie evangelisch waren? Ihre Abendmahlsfeiern ungültig, nicht beseelt von Geist und Gegenwart Jesu Christi? Ich kann mir so etwas nicht mehr vorstellen und will es mir auch von niemandem mehr einreden lassen.
Ich meine, das Denken, welches das Handeln des Auferstandenen ausschließlich in die juridischen Kategorien "gültig/ungültig" pressen will, gehört ein für allemal aus unseren Köpfen verbannt. (Joachim Vobbe, Von Amts-Wegen. Betrachtungen über geistlichen Dienst und geistliches Amt, Bonn 2002)

LG
JHN

Autor:  Flo77 [ 13. Dezember 2005 12:25 ]
Betreff des Beitrags: 

Hi JHN,

mir fällt dieses Denken extremst schwer - und zwar weniger, weil ich nicht akzeptieren könnte, daß in verschiedenen Riten nicht dasselbe passieren könnte, sondern weil derart fundamentale Unterschiede wie z.B. das Fehlen der Notwendigkeit der AS mMn ein Widerspruch zum Anspruch der Einheit der Christenheit ist (oder Pizza statt Brot).

(wobei die Frage ob ein Schiffbrüchiger auf einer einsamen Insel für sich eine gültige Eucharistie feiern könnte durchaus mal spannend wäre)


Viele Grüße

Flo

Autor:  Werner [ 13. Dezember 2005 12:39 ]
Betreff des Beitrags: 

Ich finde die Begriffe "gültig" oder "ungültig" in diesem Zusammenhang unangebracht.

Ich glaube daß zu einer wirklichen "Wandlung" im wahren Sinn des Wortes eine Priesterweihe in aopstolischer Sukzession gehört, wenn das nicht der Fall wäre, könten wir das Weihesakrament ja abschaffen.

Unberührt davon glaube ich aber natürlich, daß auch bei einem protestantischen Abendmahl Christus zugegen ist, Er war es schliesslich, der zugesagt hat "wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...."

Ich glaube also an das Mysterium der Wandlung bei einem geweihten Priester, aber ebenso an die reale Präsenz Christi in einem anderen Gottesdienst.

Bei einer Eucharistie esse ich den Leib Christi, bei einer protestantischen Abendmahlsfeier esse ich ein Stück Brot und nehme aber dabei Christus in mich auf, wenn ich mit dem richtigem Geist dabei bin.

Und "mit dem richtigen Geist dabeisein" bedeutet auch, nicht zu denken "ich esse ja nur ein Stück Brot".

Es ist schwierig zu beschreiben, aber ich hoffe es kommt rüber was ich meine.

Werner

Autor:  JHNewman [ 13. Dezember 2005 12:40 ]
Betreff des Beitrags: 

Flo77 hat geschrieben:
sondern weil derart fundamentale Unterschiede wie z.B. das Fehlen der Notwendigkeit der AS mMn ein Widerspruch zum Anspruch der Einheit der Christenheit ist (oder Pizza statt Brot).


Hallo Flo,

wir sehen klar eine Notwendigkeit der AS (sowohl als successio verbi wie als successio ministrorum). Daher darf bei uns auch niemand zelebrieren, der diese Sukzession nicht hat. Eine Einheit der Kirche ist nur zu erlangen, wenn die Sukzession wieder allgemein erreicht wird. Daher ist die Rückgewinnung der Sukzession ja auch eine der Bedingungen der Vereinigung zwischen Methodisten und Anglikanern in England. Die Basis für diesen Prozess ist allerdings die Erkenntnis, daß die Methodisten die Lehre der Apostel in Verkündigung und Praxis erhalten haben (die successio verbi wird also als gegeben betrachtet). Daher können die Anglikaner auch die Episkopalsukzession (successio ministrorum) mit ihnen teilen.

LG
JHN

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