Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 3. Mai 2010 15:34 
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techAdmin
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Raphi hat geschrieben:
Wie stark sind eigentlich die Konservativen in der Church of England? Etwa so wie der wegbrechende Flügel in der US-Episkopalkirche?

Das kann Dir JHNewman eher sagen als ich, aber von meinem Eindruck her sind konservative Evangelikale durchaus stärker, z.T. durch Einwanderung aus Afrika gestärkt. (Die afrikanischen Anglikaner sind größtenteils sehr low church-evangelikal und konservativ, mit einigen Ausnahmen, etwa die Kirche in Südafrika.) Insgesamt ist die Episcopal Church m.E. liberaler, aber auch hochkirchlicher in der Theologie und Liturgie, als die Church of England. Auch die Kirchen in Wales und Schottland sind liberal-anglo-katholisch geprägt.

Die Konservativen haben in der Church of England m.W. etwas mehr Stärke nicht wegen größerer Zahlen, sondern weil die C of E einen anderen Aufbau hat als die Episcopal Church. Die C of E hat eine Verfassung, die Konsens fördert und bloße Mehrheiten reichen nicht für eine Entscheidung aus; das heißt, Konservative haben es leichter, eine Sperrminderheit zu sein, als in der Episcopal Church.

Cheers,

John

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Meine Website /// My blog (in English) – theology and other things
Der Beweis, dass Gott einen Sinn für Humor hat: Er hat die Menschheit geschaffen.


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BeitragVerfasst: 3. Mai 2010 20:06 
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JohnGrantham hat geschrieben:
Ein sehr, äh, interessante Zitat eines konservativen anglokatholischen Bischofs zum Thema Frauenordination -- es handelt sich um einen der "flying bishops", der mit Rom liebäugelt:

+Andrew Burnham, Bishop of Ebbsfleet hat geschrieben:
You can develop women’s ministry in a normal way, but you can’t change ministry or the episcopate any more than you can bread and wine.


Ahja. Und ich dachte, genau das tut man in der Eucharistie... :shock:


Ich verstehe das Zitat so, dass es seiner Meinung nach Frauen nicht können... denn er sagte das zu Jane Kramer.


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BeitragVerfasst: 4. Mai 2010 09:35 
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John Der Echte

Registriert: 6. Oktober 2005 15:33
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JohnGrantham hat geschrieben:
Raphi hat geschrieben:
Wie stark sind eigentlich die Konservativen in der Church of England? Etwa so wie der wegbrechende Flügel in der US-Episkopalkirche?

Das kann Dir JHNewman eher sagen als ich, aber von meinem Eindruck her sind konservative Evangelikale durchaus stärker, z.T. durch Einwanderung aus Afrika gestärkt. (Die afrikanischen Anglikaner sind größtenteils sehr low church-evangelikal und konservativ, mit einigen Ausnahmen, etwa die Kirche in Südafrika.) Insgesamt ist die Episcopal Church m.E. liberaler, aber auch hochkirchlicher in der Theologie und Liturgie, als die Church of England. Auch die Kirchen in Wales und Schottland sind liberal-anglo-katholisch geprägt.


Dem würde ich im wesentlichen so zustimmen. Es gibt konservative Evangelikale, die sind imho derzeit stärker als die konservativen Anglokatholiken. Allerdings machen imho die Evangelikalen insgesamt noch nicht die Mehrheit aus. Anglokatholiken (konservativ und liberal) und anglikanischer Mainstream zusammen stellen immer noch die Mehrheit, weshalb ja auch die Entwicklung zur Frauenordination so eindeutig möglich war.


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BeitragVerfasst: 29. März 2011 13:32 
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John Der Echte

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Um dieses Thema einmal wieder aus der Versenkung zu holen:

Mittlerweile sind ja die Zahlen für das neue Ordinariat bekanntgegeben worden. Zu Beginn der Fastenzeit haben eine Reihe von Priestern und Laien ihren Entschluß zum Übertritt in das Ordinariat bekanntgebeben. Zu Ostern werden sie in die volle Gemeinschaft der röm-kath. Kirche aufgenommen.

Es handelt sich um insgesamt etwas mehr als 60 Priester und etwa 750 Laien.

Diese Zahl ist weitaus niedriger als erwartet. Als die Einrichtung des Ordinariates bekanntgegeben wurde, war in der Presse von Tausenden die Rede.

Die geringe Zahl offenbart auch ein grundsätzliches Problem des Ordinariates: Wird es überhaupt lebensfähig sein? Die geringe Zahl der Laien weist darauf hin, daß wohl nirgendwo gelungen ist, ganze Gemeinden vom Übertritt zu überzeugen. Wenn der Priester sich zum Übertritt entschloß waren es bestenfalls ein paar Dutzend Laien, die zu diesem Schritt ebenfalls bereit waren.

Das Ergebnis sind kleine Gruppen von Laien mit ihren Priestern - im Schnitt wohl zehn bis zwanzig. Bereits zu Beginn wurde deutlich, daß das Ordinariat Finanzprobleme hat. Die kleinen Gruppen von Laien werden nicht in der Lage sein, ihre Priester zu bezahlen. Die Priester des Ordinariates sind aber auch nicht Teil der Diözesen. Wer soll also in Zukunft für sie aufkommen? Hier wird es große Probleme geben.

Angesichts der geringen Zahl ist allerdings auch die gelassene Haltung der Kirche von England nachzuvollziehen. Wenn bei 16000 Gemeinden und ebensovielen Priestern weniger als 1000 Menschen die Kirche Richtung Ordinariat verlassen, wird das wohl kaum zu unüberwindlichen Schwierigkeiten führen.


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BeitragVerfasst: 1. April 2011 11:13 
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John Der Echte

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Noch eine Ergänzung zum obigen Beitrag: Von den 60 ins Ordinariat gewechselten Priestern waren nur 25 im vollzeitlichen Pfarrdienst.


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BeitragVerfasst: 23. Juni 2011 20:13 
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"Anglo-Lutherische Kirche kehrt zur vollen Einheit mit Rom zurück":

http://www.katholisches.info/2011/02/23 ... om-zuruck/

Zitat:
Im Oktober 2010 informierte Kurienerzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, der Sekretär der Glaubenskongregation, die ALCC, daß für die USA Kardinal Donald William Wuerl zum Verantwortlichen für die Umsetzung von Anglicanorum coetibus ernannt wurde. Die folgenden Gespräche führten zur Einladung Roms an die ALCC, in das nordamerikanische Ordinariat einzutreten. Die Antwort erfolgte postwendend mit einem klaren Ja zur vollen Einheit mit Rom durch die Anglo-Lutheraner.


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BeitragVerfasst: 23. Juni 2011 20:27 
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Reisende soll man nicht aufhalten....

Im übrigen sieht eine KIrchengemeinschaft von innen betrachtet immer anders aus als von außen.

Warten wir ab, ob diese Anglikaner in der RKK glücklicher werden.

Ein englisches Sprichwort lautet: "Hoffungsvoll unterwegs ist man glücklicher als angekommen".


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BeitragVerfasst: 23. Juni 2011 21:11 
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Wo die lutherisch sind, weiß ich allerdings nicht ....

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BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 00:57 
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John Der Echte

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Es handelt sich um eine Kirche, die 1997 entstanden ist, wohl weitgehend eine Abspaltung von der Lutheran Church Missouri Synod. Ist eine kleine Gruppe.

Seit dem Brimborium um die Weihe der Bischöfe und den Übertritt der ca. 1000 Leute hört und sieht man in England vom Ordinariat nichts mehr. Die paar Leute, die gegangen sind, hinterlassen wohl keine großen Lücken - lediglich in einzelnen Gemeinden sind ja größere Gruppen gegangen. Auf die gesamte C of E gerechnet ist bloß aus jeder sechzehnten Gemeinde eine Person ins Ordinariat übergewechselt. Nicht grade ein Aderlaß...

Meine beiden regelmäßigen Sonntagsgemeinden verstehen sich beide als Teil des katholischen Flügels der C of E, aber mir ist kein Fall eines Übertritts von Gemeindegliedern ins Ordinariat bekannt.


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BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 08:21 
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Trotzdem macht die o.g. Kirche eher eien konservativ-katholischen Eindruck (Novus Ordus) mit anglikanischen Einsprengseln. Die sind doch nur "anglikanisch" und sind unter dem angl. Ordinariat, weil sie nicht zölibatär sind und sein wollen. Andere lösen das Problemchen anders (PNCC).

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BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 08:55 
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John Der Echte

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Offenbar handelte es sich um katholisierende Lutheraner, die nicht gleich den Schritt nach Rom gehen wollten oder konnten. Um katholisch zu werden, haben sie daher erst einmal anglikanische Elemente übernommen (wahrscheinlich auch, um Bischöfe in ap. Sukzession zu bekommen). Und warum eine Gemeinschaft mit 29 Gemeinden in mehrere Erzdiözesen aufgeteilt werden muß, verstehe ich auch nicht. Das hat doch auch schon wieder klar vagantische Züge.


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BeitragVerfasst: 8. Juli 2011 14:15 
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John Der Echte

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Nur wenige Monate nach dem Übertritt einer Zahl von Laien und Priester in das Personalordinariat ist man bereits in finanziellen Schwierigkeiten:

http://ordinariateportal.wordpress.com/ ... dinariate/

Ab nun müssen die Mitglieder des Ordinariates für ihre Priester aufkommen. Zudem hat man versucht, sich auf zweifelhaften Wegen Geld von der 'Confraternity of the Blessed Sacrament' zu besorgen - ein Vorgang, der jetzt von der britischen Charity Commission untersucht wird.

Not cool.


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BeitragVerfasst: 8. Juli 2011 16:14 
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Wie das?

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BeitragVerfasst: 8. Juli 2011 16:24 
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John Der Echte

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Die Confraternity of the Blessed Sacrament ist eine Stiftung, die zur Förderung der Anglokatholiken in der C of E gegründet wurde. Sie hat ein Stiftungsvermögen von ca. 1,8 mio brit. Pfund.

Der Vorsitzende und fünf Stiftungsratsmitglieder sind ins Personalordinariat übergetreten, haben aber zuvor noch für eine Satzungsänderung gesorgt und dann beschlossen, 1 Mio. Pfund als Spende ans Ordinariat überwiesen.

Jetzt überprüft die Charity Commission, ob das zulässig ist. Schließlich ist ja zweifelhaft, ob das Geld noch stiftungsgemäß angewendet wurde, wenn die Mitglieder des Ordinariates gar nicht mehr in der C of E sind.

M. E. ein Fall von Untreue.


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BeitragVerfasst: 8. Juli 2011 20:01 
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Wie gut ich das nur kenne, gerade jetzt in einem meiner Verantwortungsbereiche, Gelder rauspressen, ausschließlich für die eigenen Intentionen.

Gibt es eigentlich noch weitere solcher anglocatholic Institutionen?

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