Mensch und Kirche

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R.I.P.
 Betreff des Beitrags: Re: Ladendiebstahl in Not erlaubt
BeitragVerfasst: 11. August 2011 09:30 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4616
Man hätte längst sich stärker um die Jugend kümmern müssen.
Zahlen aus der heutigen Ausgabe "Neue Westfälische":

Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen: GB 19,6 D 9,9 EU 21,1
von Armut beddroht unter 18-Jährige 20,8 15,0 19,9
ohne Ausbildung 18- bis 24-Jährige 14,9 11,9 14,1

Es ist zu befürchten, dass auc hin anderen EU-Staaten eine Zeitbombe tickt.

Eilike

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Entwicklung gehört zum Wesen der Kirche. (Bischof Georg Bätzing, Limburg)

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil leben wandern heißt. (Klaus Peter Hertzsch)


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 Betreff des Beitrags: Re: Ladendiebstahl in Not erlaubt
BeitragVerfasst: 11. August 2011 14:21 
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Registriert: 5. Februar 2011 09:14
Beiträge: 1332
weil die soziale Marktwirtschaft vorbei ist, man hat es geschehen lassen. Die Politik war treibende Kraft, neben dem Kapital. Angeblich ist das Alles ja "Alternativlos".
und weil die Kirchen zusammen mit den Gewerkschaften leider die Zeichen der Zeit falsch gedeutet hatten.

Sprich, die Gewerkschaften, der DGB haben dies erkannt. Den Kirchen war und ist dies ziemlich egal.

Bisher findet leider immer noch nicht ein gemeinsames Nachdenken und Überlegen statt, noch finden gemeinsame Aktionen statt, die bitter notwendig wären.

Den Bischöfen ist der Stand der werktätigen fremd, daran haben sie kein Interesse. (höchstens am Sonntag in ihren Reden)


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 Betreff des Beitrags: Re: Ladendiebstahl in Not erlaubt
BeitragVerfasst: 15. August 2011 12:48 
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Registriert: 5. Februar 2011 09:14
Beiträge: 1332
die Synoden könnten sich natürlich dazu äußern. auch die einzelnen Kirchengemeinden hätten diese Möglichkeiten.

Insofern hätte auch die alt-katholische Kirche ihre Möglichkeiten. Es gibt ja sogar eine Kompetenzkommission, die bei der letzten Synode gegründet wurde. Sie soll sich politischen und ethischen Fragen widmen. Mit viel Pomp und sehr stolz hat man diese dann der Öffentlichkeit präsentiert.

Schade, dass diese Kompetenzkommission bisher keinerlei Auftrag vom Bischof oder vom Synodalrat erhalten hat. Offenbar ist in Deutschland dann "DOCH ALLES IN BESTER ORDNUNG" - zu aller Zufriedenheit.
Soweit ich weiß wurde ein Antrag einer Kirchengemeinde vom Bischof zurückgestellt, man müsse erst sinngemäß: bei allen Gemeinden nachfragen, ob diese auch der Meinung seien, dass politische Themen von kompetenten Personen beurteilt werden sollen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ladendiebstahl in Not erlaubt
BeitragVerfasst: 15. August 2011 13:34 
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Registriert: 19. April 2011 01:48
Beiträge: 568
Aldo hat geschrieben:
Das, was zur Zeit dort geschieht, wird von gewissen Gutmenschen-Medien ja als eine Art "Mundraub" gewertet.....

Mundraub sieht anders aus.

Mir fällt bei den Medien etwas ganz anderes auf:

Während in "unseren" Medien die Schwerpunkte der Berichterstattung und der Erklärungsversuche von "Wut wegen eines von der Polizei unschuldig Erschossenen" über "sozial motivierte Unruhen" bis "blinde Zerstörungswut" usw. reichten, sprechen zum Beispiel russische Medien eine ganz andere Sprache: Die Rede ist dort in erster Linie von im Kern "rassistisch motivierten Unruhen" und von "gesteuerten Pogromen", auf deren Trittbrett erst nachträglich noch die Plünderer und sonstigen Radaubrüder als "nützliche Idioten" aufsprangen, die sozusagen das Chaos perfekt machten. Die leitenden Akteure wurden in mehreren Artikeln mit Terroristen verglichen.

Die Behauptung einer im Kern rassistischen Motivation deckt sich beispielsweise mit einem Artikel des "Independent", nach dem sich Initiatoren der Krawalle in ihren Aufrufen beispielsweise selbst wiederholt als "niggas" titulieren. Dieser Artikel ist bezeichnenderweise inzwischen aus dem Netz verschwunden.

Es wird weiterhin die Frage gestellt, ob dadurch, dass verhältnismäßig viele der gezielt Geschädigten Moslems sind, die kleine Geschäfte betrieben -- auch bei drei der fünf Mordopfer handelt es sich um Moslems --, weitere Gewalt (Vergeltungsaktionen usw.) mit Absicht provoziert werden soll. Und es auch wird vereinzelt die Frage gestellt, wer ein spezielles Interesse daran haben könnte.

Immerhin eine interessante Beobachtung und eine originelle Frage, finde ich.

P.S. Im übrigen messen unsere Medien tatsächlich mit unterschiedlichen Maßstäben: Der twittergesteuerte, zerstörungswütige und plündernde Mob in England hatte ja geradezu Pech, dass er in einem europäischen Land wütete. Denn in einem anderen (rohstoffreichen oder geostrategisch interessanten) Land wäre der Terror vielleicht längst von unseren Medien zum Volksaufstand für Demokratie und Menschenrechte erklärt worden, den es zu unterstützen gilt, und die Banditen könnten in naher Zukunft noch mit NATO-Luftunterstützung rechnen, damit sie die Häuser anderer Leute nicht mehr selbst anzünden müssen.

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Die Brunnen, die man zur Zeit seines Vaters Abraham gegraben hatte und die die Philister nach dem Tod Abrahams zugeschüttet hatten, ließ Isaak wieder aufgraben und gab ihnen dieselben Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte. (Gen 26, 18)


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 Betreff des Beitrags: Re: Ladendiebstahl in Not erlaubt
BeitragVerfasst: 15. August 2011 13:45 
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Registriert: 29. November 2007 12:44
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Ja aber: Wie ensteht solches Banditentum. Mit den Hochzeitsgästen aus England (die ihren Flug aus London wegen der ganzen Chose verpassten) waren wir uns einig: soziale!

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Mariae vitam imitantes


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 Betreff des Beitrags: Re: Ladendiebstahl in Not erlaubt
BeitragVerfasst: 15. August 2011 15:03 
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Registriert: 19. April 2011 01:48
Beiträge: 568
Silesia hat geschrieben:
Ja aber: Wie ensteht solches Banditentum. Mit den Hochzeitsgästen aus England (die ihren Flug aus London wegen der ganzen Chose verpassten) waren wir uns einig: soziale!

Stimmt, die "Fußtruppen" bestehen zweifellos vorwiegend aus Jugendlichen aus sozial schwachen Verhältnissen, die wenig Hoffnung haben und eine prima Gelegenheit sehen, mal ihren Frust rauszulassen. Wer sie zu welchem Zweck benutzt, ist für mich aber noch eine ganz andere Frage.

Wenn ich mal versuche, mich in deren soziale Lage hineinzuversetzen, und weiterhin annehme, dass ich im Mob auch vor Gewalttaten nicht zurückschrecken würde, dann würden mir zum Beispiel in London spontan weit geeignetere Ziele einfallen (Börse, Banken, Downing Street ...), bei denen es sich lohnen würde, einen kleinen gemeinsamen und extrem unfreundlichen Überraschungsbesuch abzustatten, als ausgerechnet bei der Dönerbude, dem Asia-Shop oder der chemischen Reinigung nebenan. Ich gehe noch weiter: Speziell solche Aktionen (Überfälle auf Leute, die sich mit ihren kleinen Läden gerade so durchwurschteln) sind doch besonders dazu geeignet, mein "soziales" Anliegen komplett zu diskreditieren.

Für den Teil meiner Verwandtschaft, der die rassistisch bzw. "national" motivierten Pogrome der 90er Jahre in den zentralasiatischen Staaten (Usbekistan, Tadschikistan ...) zwischen "iranischen" und "türkischen" Bevölkerungsteilen sowie russischen, deutschen, jüdischen und sonstigen Minderheiten hautnah mitbekommen und aufgrund dessen die Flucht ergriffen hat, stellte sich beim Anblick der Fernsehbilder aus London ein beängstigendes Dejavu-Erlebnis ein. Auch dort wurde ihrer Meinung nach ein wesentlicher Teil der Tätermotivation mit einer sozialen Maske kaschiert, sozusagen "veredelt". In Deutschland haben wir in vergangenen Zeiten ebenfalls die gezielte propagandistische Transformation rassistischer Motive in pseudosoziale erlebt, dabei fällt mir das Wort "Finanzjude" ein.

(Ich streite absolut nicht ab, dass eine schwergewichtige soziale Komponente tatsächlich existiert, die es zu heilen gilt. Nur glaube ich, dass die Ursachen für die Krawalle weitaus komplexer sind.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Ladendiebstahl in Not erlaubt
BeitragVerfasst: 15. August 2011 15:16 
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John Der Echte

Registriert: 6. Oktober 2005 15:33
Beiträge: 3003
Wohnort: Mitten in Deutschland
Pirx hat geschrieben:
P.S. Im übrigen messen unsere Medien tatsächlich mit unterschiedlichen Maßstäben: Der twittergesteuerte, zerstörungswütige und plündernde Mob in England hatte ja geradezu Pech, dass er in einem europäischen Land wütete. Denn in einem anderen (rohstoffreichen oder geostrategisch interessanten) Land wäre der Terror vielleicht längst von unseren Medien zum Volksaufstand für Demokratie und Menschenrechte erklärt worden, den es zu unterstützen gilt, und die Banditen könnten in naher Zukunft noch mit NATO-Luftunterstützung rechnen, damit sie die Häuser anderer Leute nicht mehr selbst anzünden müssen.


Für derartige Seitenhiebe sehe ich keine Grundlage.

In den Medien hier wurde zwar der Hintergrund der ursprünglichen Protestes in Tottenham benannt, abe dann wurde sehr schnell deutlich, daß die weiterreichenden Krawalle damit nichts zu tun hatten. Ein wie auch immer geartetes politisches Programm war nicht zu erkennen, es gab keinerlei Forderungen oder Meinungsäußerungen. Es ging um Gewalt, Aggression und Gier. Nichts sonst. Diese Menschen haben nichts erreicht und wollten nichts erreichen außer Zerstörung und ein paar Flachbildschirmen oder neuen Turnschuhen.

Und das kann man wirklich überhaupt nicht mit Bewegungen vergleichen, die zum Sturz eines pol. Regimes aufrufen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ladendiebstahl in Not erlaubt
BeitragVerfasst: 15. August 2011 23:09 
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Registriert: 5. Februar 2011 09:14
Beiträge: 1332
Ladendiebstahl ist doch etwas weit gegriffen. Man muss doch redlicher-weise sagen Mundraub, der ist hier wohl auch gemeint, Mundraub ist in Notsituationen erlaubt.


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