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Methodisten kennenlernen
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Seite 4 von 4

Autor:  JHNewman [ 17. März 2017 09:45 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Vanni145 hat geschrieben:
JHNewman hat geschrieben:
Ja, die EmK ist sehr ökumenisch orientiert. Mit der Ev. Kirche besteht seit 1987 volle Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. In Potsdam gibt es sogar eine gemeinsame Gemeinde, in Flensburg hat eine Ev. Pfarrerin die Betreuung der EmK-Gemeinde mit halber Stelle übernommen. Es gibt also neben der theoretischen auch eine praktisch gelebte Kirchengemeinschaft.


Da fragt man sich, warum da nicht "mehr" daraus wird.

Wegen gewisser Liturgieprobleme (betrifft eigentlich viele sogenannten Freikirchen) ?
http://www.bibelpraxis.de/index.php?article.2117


Das Liturgieproblem ist bei den Methodisten nicht so ausgeprägt.

Auch Holger Eschmann sagt in dem von Dir zitierten Text:
Zitat:
Holger Eschmann von der Theologischen Hochschule Reutlingen beobachtet, dass bei den Methodisten der Trend zum hochkirchlichen, sakramentalen Gottesdienst zunimmt. Collarhemd und Talar seien wieder im Kommen.


Die Methodisten nutzen durchaus Liturgien. Normalerweise folgt der Gottesdienst einer Grundform, die seinerzeit aus der württembergischen Form des Predigtgottesdienstes der Ev. Kirche entwickelt wurde. Sie enthält liturgische Elemente, u.a. steht die Gemeinde zum Votum, es wird immer das Vaterunser gebetet usw. Abendmahlsgottesdienste werden grundsätzlich nach liturgischen Formularen gefeiert, unter denen man sehr viele Elemente der kirchlichen Tradition findet, ua. trinitarisch aufgebaute Hochgebete usw. Es gab sogar mal eine Form des Abendmahlsgottesdienstes in wesleyanischer Form, der praktisch direkt auf eine Liturgie des anglikanischen Gebetbuches zurückging. Ich weiß aber nicht, ob diese Form noch in Gebrauch ist.

Die Methodisten sind in dieser Frage eine Brückenkirche zwischen den Freikirchen und den Landeskirchen.

Autor:  Rheinmaus [ 4. April 2017 17:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Naja, wenn ich mir den Aufnahmeritus anschaue ,http://www.emk-bruchsal-kraichtal.de/index.php/bekenntnisse/aufnahme dort besonder Punkt 6

Willst du dich am Leben der Gemeinde beteiligen und sie durch Gebet, Mitarbeit und regelmäßige Gaben fördern? So antworte: Ja.

Das schränkt schon sehr inn der Freiheit ein. "Passives Mitglied" kann ich gar nicht werden ohne Wortbruch zu begehen. Das wäre für mich ein Nichteintrittsgrund gewesen, hätte man vor 2 Jahren das von mir gefordert.

Autor:  Eilike [ 4. April 2017 17:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Rheinmaus hat geschrieben:
Willst du dich am Leben der Gemeinde beteiligen und sie durch Gebet, Mitarbeit und regelmäßige Gaben fördern? So antworte: Ja.

Maßstab sind aber sicher die Möglichkeiten innerhalb der eigenen Lebensumstände, vor allem was "Mitarbeit" angeht: Alter, Gesundheit, berufliche und familiäre Verpflichtungen...
Und bezüglich der "regelmäßigen Gaben" hat man ja das als Richtschnur, was man in den meisten anderen Kirche in D als Kirchensteuer zahlen würde.

Autor:  Rheinmaus [ 4. April 2017 18:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Naja, als ich damals eringetreten bin hatte ich weder vor großartig mitzuarbeiten (Dass ich die Verteilung des Gemeindebriefs in einem kleinen Bezirk übernommen habe war das höggschde der Gefühle) noch regelmäßig in den GoDi zu kommen.

Dass es dann komplett anders kam war nicht vorauszuahnen. Und wenn mich jemand dazu hätte verpflicten wollen im Rahmen eines Bekentnisses wie des zitieren. hätte ich ebenjenes garantiert nicht abgegeben.

Autor:  Vanni145 [ 4. April 2017 18:36 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Ich kenne seit der Schulzeit eine Familie, die nur Metho-Pfarrer und Höhergestellte innerhalb dieser Kirche hervorbringt persönlich und weiss, wie die "methodisch" Leben und was da in den kleinen Gemeinden abgeht bzw. erwartet/gefordert wird.
Der oben zitierte Teil der Erklärung ist so gemeint, wie Rheinmaus das sieht. Entweder bist du voll dabei oder gar nicht.
Nicht ohne Grunde gibt es viele Freunde der Methos, denen das genug ist.

Autor:  JHNewman [ 4. April 2017 21:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Es gibt bei den Methodisten ja quasi zwei Stufen der Kirchenzugehörigkeit. Kinder, die getauft werden, werden 'Kirchenangehörige'. Sie können alle Angebote der Kirche wahrnehmen und werden auch nach außen hin von der EmK vertreten. Wenn sie alt genug sind und ein persönliches Bekenntnis ablegen, werden sie 'Kirchenglieder' und damit in die verbindliche Mitgliedschaft der Kirche aufgenommen. Anläßlich dieser Gliederaufnahme werden dann die Fragen gestellt, die Rheinmaus oben zitiert hat. Ich persönlich kann das nicht so schlimm finden. Ein bisschen mehr Verbindlichkeit täte uns in der Ev. Kirche manchmal ganz gut. Wem das zu viel ist, der kann eben Kirchenangehöriger werden oder bleiben. Die Methodisten kämpfen nicht wenig damit, dass viele der getauften Kinder später gar nicht mehr die Notwendigkeit sehen, Kirchenglieder zu werden.

Abgesehen davon, dass die Verbindlichkeit schon recht hoch ist, versteht sich die methodistische Kirche ausdrücklich als Gemeinschaft von Glaubenden und Suchenden. Niemand soll also überfordert werden.

Autor:  Vanni145 [ 4. April 2017 21:31 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

JHNewman hat geschrieben:
Ein bisschen mehr Verbindlichkeit täte uns in der Ev. Kirche manchmal ganz gut. Wem das zu viel ist, der kann eben Kirchenangehöriger werden oder bleiben.


Damit würdest du bei den Oberen der EKD-Kirchen kaum offene Türen einrennen.
Gleich noch ein gesplittter Kirchensteuersatz dazu (wie Aktive und Passive bei Vereinen..) und die Austritte würden gegen Null tendieren.

Vorschlag:

Aktive 10 Prozent der Einkommensteuerschuld
Passive 0,8 Prozent

:biggrin: :biggrin: :biggrin:

Autor:  Rheinmaus [ 4. April 2017 22:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Aber gerade die Unverbindlichkeit ist es, die uns frei macht, doch aktiv zu werden.
Wenn es mir per öffentlichem Gelübde dauerhaft aufgezwungen wird, ist ein Druck da, der im Widerspruch zur Freiheit steht, die unser Glaube uns bietet.
Lebensentwürfe /Lebensumstände ändern sich im Lauf der Jahre nämlich.

Autor:  Eilike [ 5. April 2017 08:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Wird das wirklich als "Gelübde" betrachtet, oder doch als ein feierliches Versprechen von Haltungen, die eigentlich selbstverständlich sind.
Wenn sich ein Erwachsener zum Wechsel der Kirche entschließt, hat er doch bestimmte Erwartungen und auch Vorsätze. Und der Form nach ist das überall gleich: Gebet, Mitarbeit, finanzielle Unterstützung. Wenn ich das nicht will, ist es doch eigentlich egal, in welcher Liste bei welchem Pfarramt ich geführt werde. Wozu dann der Wechsel?
Inhaltlich/konkret wird dadurch nichts festgelegt, sondern es gilt: Weil Gott nichts Unmögliches verlangt, darf auch keine Kirche/Gemeinde Unmögliches verlangen. Als Neuling probiert man aus, was geht und was nicht.

Vanni145 hat geschrieben:
Aktive 10 Prozent der EinkommensteuerschuldPassive 0,8 Prozent

Meinst du das umgekehrt? Dann würde das ja Sinn machen.
Der Langzeitarbeitslose verpflichtet sich, ehrenamtlich die Grünanlagen zu pflegen und im Winter Schnee zu räumen, der Manager, der 60 und mehr Wochenstunden für seien Firma lebt, kann das natürlich nicht, stellt aber ab und zu dafür mal eben einen Scheck aus.
<So dürfte das doch überall ganz normal sein.

Autor:  Rheinmaus [ 5. April 2017 08:16 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Zitat:
Wird das wirklich als "Gelübde" betrachtet, oder doch als ein feierliches Versprechen von Haltungen, die eigentlich selbstverständlich sind.


wenn das selbstverständlich wäre, würden wir vor lauter Mitarbeiter platzen.

In dem Text steht aber Gebet, Mitarbeit UND Gaben, also alles zusammen.

Autor:  JHNewman [ 5. April 2017 08:22 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Rheinmaus hat geschrieben:
Aber gerade die Unverbindlichkeit ist es, die uns frei macht, doch aktiv zu werden.
Wenn es mir per öffentlichem Gelübde dauerhaft aufgezwungen wird, ist ein Druck da, der im Widerspruch zur Freiheit steht, die unser Glaube uns bietet.
Lebensentwürfe /Lebensumstände ändern sich im Lauf der Jahre nämlich.


Das ist wohl von der jeweiligen Person abhängig. Die einen brauchen völlige Freiheit, um sich wohlzufühlen, bei den anderen ist ein gelegentlicher Tritt in den Hintern ganz hilfreich, damit sie überhaupt mal was tun. Ich sehe es schon wie Eilike: eigentlich sind die Punkte selbstverständlich, wenn ich mich als Gemeindemitglied verstehe - ganz egal in welcher Kirche. Und Zwang gibt es bei Kirchens schon lange nicht mehr, das ist bei den Methodisten wie bei den Evangelischen oder Alt-Katholiken überall gleich. Dass der Pastor oder die Pfarrerin mit irgendetwas 'drohen' könnte, ist lange vorbei. Und auch bei den Methodisten gibt es viele, die ihr Verhältnis zur Gemeinde eher locker gestalten. Sogar Kirchenglieder, nicht nur Kirchenangehörige.

Autor:  Eilike [ 5. April 2017 16:48 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Rheinmaus,
Mitarbeit - Mitarbeiter/in ist mehrdeutig. Grundsätzlich sollte schon jedes Gemeindemitglied den eigenen Möglichkeiten entsprechend bereit sein, Verantwortung, Aufgaben, Dienste zu übernehmen, sofern es dazu in der Lage ist. Das kann man versprechen.
Dann wird es aber immer einen kleineren Kreis von Leuten geben, die längerfristig haupt- oder ehrenamtlich bestimmte Sachen übernehmen, also Mitarbeiter/innen im engeren Sinne.
Geldleistungen und praktische Arbeit sollen sich nicht gegenseitig ausschließen, werden aber sicher in ungleichem Maße übernommen; und der Methodist, der von der Sozialhilfe lebt, wird guten Gewissens auf Geldspenden verzichten.
Letztlich sind doch auch Methodisten ihrem Gewissen verantwortlich.

Autor:  Rheinmaus [ 5. April 2017 17:33 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Eimäuschen (sorry, musste ich mal ganz bliebevoll loswerden ;) ) ich gebe Dir ja im Prinzip recht.
ABER: sich freiwliig daerhaft für etwas zu verpflichten auf etwas das man ggf noch gar nicht absehen kannob man es später noch einhalten möchte, das halte ich für fragwürdig
Etwas freiwliig zu tun wel man gefragt wird "Dort brauchen wir Hilfe, Könntest Du ? " oder "Ich hab grad Lust und Zeit, dieses oder jenes könnte ich unterstützen" ist etwas ganz anderes

Autor:  Eilike [ 5. April 2017 21:42 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Methodisten kennenlernen

Rheinmaus hat geschrieben:
sich freiwliig daerhaft für etwas zu verpflichten auf etwas das man ggf noch gar nicht absehen kannob man es später noch einhalten möchte, das halte ich für fragwürdig

Das sehe ich doch genauso, d.h. das ist nicht nur fragwürdig, sondern das geht gar nicht!

Nun weiß ich nicht, ob und wie weit du dich vor deinem Wechsel mit Lehre und Praxis der Methodisten beschäftigt hast; ich vermute mal, du interpretierst in das Versprechen mehr hinein, als drinsteckt.
Natürlich soll man es ernst nehmen, aber immer nur im Rahmen dessen, was einem bei gutem Willen möglich ist. So gesehen könnte ich das durchaus versprechen.

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