Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 8. November 2010 08:58 
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http://www.kath.net/detail.php?id=28807

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Mariae vitam imitantes


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BeitragVerfasst: 8. November 2010 10:15 
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Die anglikanische und die römisch-katholische Kirche sind gleichermaßen katholische Kirchen. Jedenfalls für Altkatholiken, vgl. Bonn-Agreement. Insofern ist dieser Schritt dieser konservativen Bischöfe lediglich eine Umpfarrung, denn Bischöfe sind sie ja anschließend nicht mehr. In diesem Fall nicht für die Denomination, in die sie übergetreten sind.

Sie geben die Meinungsvielfalt und Toleranz auf, die sie in der anglikanischen Kirche erfahren haben auf. Sie unterstellen sich einem kirchlichen Zentralismus, in dem Priester darauf schwören müssen, dass Frauen eben dies nicht werden können. Trotzdem sind sehr viele Mitglieder der römisch-katholischen Kirche gegenteiliger Meinung.

Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Wechsel immer ein positiver Schritt sein soll. Wenn es nicht nur eine Flucht, vor einer Entscheidung, die man in der eigenen Kirche nicht mittragen möchte, ist, dann kann man den Übergetretenen nur in ihrer neuen Heimat Glück wünschen.

Schön wäre es doch jetzt, wenn römisch-katholische Befürworter der Frauenordination in die anglikanische Kirche übertreten würden, die ihnen auch als Laien ein Mitbestimmungsrecht gibt. Hier können sie ihre Meinung offen äußern und sich der anglikanischen Freiheit erfreuen. Hier finden sie eine auch von Laien legitimierte bischöfliche Obsorge, die ihren Bedürfnissen gegenüber offen ist. Für sie wäre es wirklich ein Gewinn. Was gäben diese Menschen eigentlich auf, außer päpstlichem Balast?


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BeitragVerfasst: 8. November 2010 10:20 
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Als ob das synodale Prinzip per se dafür sorgen würde, dass es keine Klüngel, keine Lobby etc. gäbe ... Ob päpstlich, ob episkopal oder synodal oder Kombinationen: Es kommt immer darauf an, WIE und mit WELCHEM Leben das erfüllt wird.

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BeitragVerfasst: 9. November 2010 09:37 
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Silesia hat geschrieben:
Als ob das synodale Prinzip per se dafür sorgen würde, dass es keine Klüngel, keine Lobby etc. gäbe ... Ob päpstlich, ob episkopal oder synodal oder Kombinationen: Es kommt immer darauf an, WIE und mit WELCHEM Leben das erfüllt wird.


Hat denn irgendjemand behauptet, dass in einer synodalen / bischöflich-synodalen Struktur alles Friede, Freude, Eierkuchen ist?

Allerdings ist es in einer solchen alt-kirchlichen Struktur, wie der bischöflich-synodalen Struktur, möglich, sich auseinanderzusetzen (was nicht bedeutet, dass man immer mit Zustimmung rechnen oder sich mit seiner Sichtweise resp. seinen Einsichten durchsetzen kann), statt sich Entscheidungen hierarchisch diktieren lassen zu müssen.

Die lange theologische Debatte um das Thema Frauenordination innerhalb der Alt-Katholischen Kirchen, das gemeinsame, synodale Ringen um den richtigen, glaubensgemäßen Weg, und die in der Synode gemeinsam getroffene Entscheidung für die Frauenordination ist für mich ein herausragendes Zeichen, dass die Synodalität hier mit vollem Leben erfüllt ist.

Wenn Christinnen und Christen, wie jetzt die 5 zum römischen Katholizismus konvertierenden anglikanischen Bischöfe, sich in aller Freiheit dafür entscheiden, dass sie sich in einem hierarchischen System wohler fühlen, haben sie in der römisch-katholischen Kirche - denke ich - die richtige Heimat für sich gefunden.


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 9. November 2010 13:34 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Danke, Walter!
Dem möchte ich mich ganz nachdrücklich anschließen.

Eilike

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Entwicklung gehört zum Wesen der Kirche. (Bischof Georg Bätzing, Limburg)

Vertraut den neuen Wegen,
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weil Leben heißt: sich regen,
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BeitragVerfasst: 9. November 2010 15:05 
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"Die lange theologische Debatte um das Thema Frauenordination innerhalb der Alt-Katholischen Kirchen, das gemeinsame, synodale Ringen um den richtigen, glaubensgemäßen Weg, und die in der Synode gemeinsam getroffene Entscheidung für die Frauenordination ist für mich ein herausragendes Zeichen, dass die Synodalität hier mit vollem Leben erfüllt ist."

Solch eine synodale Debatte hat die SELK seit dreißig Jahren und außer einer dauernden Patt-Situation ist nichts Neues dabei herausgegkommen.

Die ak sind benfalls episkopal und synodal - darin ganz altkatholisch - organisiert. allerdings in der obigen Frage bisher ziemlich einhellig - wegen der Tradition - zu anderen Schlüssen gekommen. Dir ökumenische Kongregation der Mariaviten lässt die Frauenweihen zu, was dann auch von den ak Mariaviten ohne Frage anerkannt wird, da es ja andere Traditionen gibt.

Das hierarchische System ist nicht per se schlecht. Es bietet Angriffspunkte für destruktive Kräfte, aber die Demokratie auch.

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BeitragVerfasst: 9. November 2010 22:29 
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Silesia hat geschrieben:
"
Solch eine synodale Debatte hat die SELK seit dreißig Jahren und außer einer dauernden Patt-Situation ist nichts Neues dabei herausgegkommen.
...
Das hierarchische System ist nicht per se schlecht. Es bietet Angriffspunkte für destruktive Kräfte, aber die Demokratie auch.


Auch wenn die Selbstständig Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) - manchmal auch "Alt-Lutheraner" genannt - ebenfalls eine synodale Struktur hat, muss sie ja nicht notwendigerweise zu den gleichen Ergebnissen kommen. Die Menschen, die ihre geistige und geistliche Heimat in der SELK suchen und finden, sind im Regelfall wesentlich engerer Auffassung von Theologie und Kirche, als diejenigen, die in der Alt-Katholischen Kirche ihre Heimat finden. Dass in Folge die Synoden von SELK und AK unterschiedliche je gemeinsame Wege gehen ist weder verwunderlich noch tragisch.

Hierarchischen Systemen stehe ich grundsätzlich skeptisch gegenüber. Ich erlebe es sowohl in der Kirche als auch in der Gesellschaft immer als produktiver und zukunftsweisender, wenn gemeinsame Wege gesucht und gegangen werden, und nicht irgendein Mensch den Weg weist, der gefälligst zu gehen ist.

Last but not least: Synodalität und Demokratie sind zwei ziemlich verschiedene Schuhe. Ich habe etwas das Gefühl, dass diese beiden Systeme bei Silesia etwas undifferenziert in einen gemeinsamen Topf geworden werden.

Und: Angriffspunkte für destruktive Kräfte bietet jedes System. Hängt wohl damit zusammen, dass alle Systeme - auch das hierarchische - Menschenwerk sind ...


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BeitragVerfasst: 9. November 2010 22:53 
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Was in diesem Thread wieder diese SELK zu suchen hat verstehe ich nicht.
Bei denen hätte sich wahrscheinlich nicht mal Martin Luther selbst wohlgefühlt. :D

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

Hic fuit


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BeitragVerfasst: 10. November 2010 09:47 
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... weil sie auch synodal organisiert ist und das selbe Problem wälzt und gar allein durch die synodale Struktut gar schnell zu einem und gar nicht zu dem gleichen Ergebnis kommt, sondern es zäh festhängt und nicht weitergeht somit beim Alten bleibt.

Im übrigen besteht zwischen "dieser" SELK und der AKK - trotz Aufassungsunterschieden - ein freundschaftliches Verhältnis.

Wahrscheinlich hätte sich Luther dort nicht wohlgefühlt (ich tue es bezogen auf die Gemeinde in Görlitz allerdings nur, sehr!), weil sie Luthers ungelösten Fragen fort und fort aufwirft - das dürfte ihm selbst hypothetisch somit längst zum Halse heraushängen.

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