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deutschsprachige Anglikaner?
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Autor:  Aldo1 [ 30. November 2010 11:16 ]
Betreff des Beitrags:  deutschsprachige Anglikaner?

Wenn wir einmal versuchen, in die Zukunft zu blicken - wie wird die Entwicklung weiter gehen?

Wird die AKK in den nächsten Jahren Teil der Anglikanischen Weltgemeinschaft werden und die deutschsprachigen Altkatholiken damit zu deutschsprachigen Anglikanern oder wird es wohl eher umgekehrt sein, nämlich dass die Anglikaner, die in deutschsprachigen Ländern wohnen, irgendwann dem altkatholischen Bischof unterstellt werden?

Wie lange wird eine solche Entwicklung in die eine oder in die andere Richtung wohl noch dauern? Oder wird alles weiter laufen wie bisher, weil Besitzstände gewahrt werden müssen?

Autor:  tmansor [ 30. November 2010 12:32 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Aldo1 hat geschrieben:
Wie lange wird eine solche Entwicklung in die eine oder in die andere Richtung wohl noch dauern? Oder wird alles weiter laufen wie bisher, weil Besitzstände gewahrt werden müssen?


Naja, das ist Deine Ansicht ... :wink:

Autor:  Aldo1 [ 30. November 2010 12:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

man könnte schon weiter sein, wenn man es wirklich wollte. Immerhin gibt es die Kirchengemeinschaft ja nun schon seit 1932.

Worauf wartet man denn immer noch?

Autor:  tmansor [ 30. November 2010 12:47 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Immerhin sind es zwei unterschiedliche Kirchen, die doch recht unterschiedliche kulturelle wie geschichtliche Hintergründe haben. Aber natürlich lässt sich der Weg von einer Kirchengemeinschaft zu einer Kirche durchaus weiterdenken. Wenn wir aber Anglikaner werden, zumindest indirekt, denkst Du nicht, dass sich dann auch unser Kirchenverständnis grundsätzlich ändern würde/müsste?

Tarec

Autor:  Aldo1 [ 30. November 2010 13:23 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Ja, es müsste sich ändern. Das hätte Vor- und Nachteile.

Der Vorteil: Die Kirche wäre nicht mehr so provinziell-mitteleuropäisch geprägt, sondern mehr Weltkirche.

Vor allem würde der Grundfehler verschwinden, der der AKK bei ihrer Gründung unterlaufen ist, nämlich ALLES theologisch festlegen zu wollen. In diesem Punkt ist sie nicht anders als ihre rk. Mutterkirche, nur eben "liberaler". Sie könnte, was bei der heutigen Zusammensetzung ihrer Mitglieder ein Vorteil wäre, sich wie die Anglikaner auf einige wenige theologische "Essentials" beschränken und die Auslegung den einzelnen Mitgliedern überlassen.

Der Nachteil wäre, dass sie teilweise in den inneranglikanischen Steit mit hinein gezogen würde.

Autor:  tmansor [ 30. November 2010 13:39 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Nun, die etwas zentriert mitteleuropäische Prägung ist eben durch ihre Geschichte so, ebenso ihre Kleinheit. Ob sich da faktisch etwas mit der Anglikanischen Kirche ändern würde, möchte ich ein wenig anzweifeln.
Dein Einwand mit den theologischen Festlegungen kann ich erst mal nicht so recht nachvollziehen. Die Anglikaner haben auch theologische Grundsätze, und ich wage einmal zu behaupten nicht weniger als wir, auch wenn ich die Schwesterkirche kaum kenne. Außerdem bekomme ich beim Thema Alt-Katholiken von Kritikern immer wieder zu hören, wir seien eben nicht festgelegt :wink:
Die Streitigkeiten innerhalb der Anglikanischen Gemeinschaft würden mich kaum abschrecken,ich fände es eher als Ehre, den Liberalen helfen zu dürfen mit meinem Beitritt. Was mich allerdings schon sehr stören würde ist die Rolle des englischen Königshauses als Haupt der Kirche; damit hätte ich offen gestanden größte Schwierigkeiten.

Tarec

Autor:  Eilike [ 30. November 2010 13:47 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Aldo1 hat geschrieben:
Vor allem würde der Grundfehler verschwinden, der der AKK bei ihrer Gründung unterlaufen ist, nämlich ALLES theologisch festlegen zu wollen


Das verstehe ich nicht; diejenigen, die von der rk. zur ak. Kirche wechselten, dürften das wohl anders sehen. Um "alles theologisch festlegen zu wollen" fehlen uns schon allein die Kapazitäten (Universitätslehrstühle u.ä.).

Im übrigen kann man auch eine Bereicherung darin sehen, wenn zwei unterschiedliche Kirchen in voller sakramentaler Gemeinschaft miteinander leben. Das dürfte ohnehin
das Modell christlicher Ökumene sein.
Andererseits bedeutet "Weltkirche" auch stärkere innere Spannungen, sofern es nicht ein 'unfehlbares' Oberhaupt gibt.
Das kann man ja zur Zeit gut studieren und erscheint mir nicht unbedingt wünschenswert.

Eilike

Autor:  Silesia [ 30. November 2010 18:23 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Es gibt jetzt langsam übrigens DEUTSCHSPRACHIGE Orthodoxe ... (Göttliche Liturgie in deutscher Sprache und anerkannt von vielen orthodoxen Kirchen).
Die Anglikaner in Leipzig z.B. bleiben bei englischer Sprache, auch wenn alle Messbesucher deutsch sind ...

Autor:  Aldo1 [ 30. November 2010 21:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

nun, die Anglikaner in Leipzig sind auch -neben denen in Düsseldorf- die einzige evangelikale anglikanische Gemeinde in Deutschland. Vielleicht deshalb ihre Liebe zur englischen Sprache ("Djiisis saves!")

Autor:  Stefan Wedra [ 1. Dezember 2010 01:06 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Die Münchner Gemeinde der Episcopal Church hat eine deutschsprachige Übersetzung des Book of Common Prayer herausgebracht. Als ich dort zu Besuch war, hat man auch deutschsprachige Gottesdienste angeboten. Sie fanden Sonntag abends statt. Ob das immer noch der Fall ist, weiß ich nicht.

In Florenz hat man auch eine italienische Übersetzung des gleichen Gebetbuches herausgebracht.

Die Stimmung in München, Ingolstadt, Florenz und Rom fand ich recht weltläufig. Ich gehe gerne in anglikanische Gemeinden. Da sitzt die rothaarige Irin neben dem Inder, ein Afrikaner neben einem Chinesen. Diese menschliche und kulturelle Vielfalt findet man in altkatholischen Gemeinden normalerweise nicht.

Nachdem die Schwierigkeiten mit der IBK so lange angehalten haben, habe ich wirklich überlegt, ob die Episcopal-Church nicht eine liberale und ernst zu nehmende Alternative zur Utrechter Union ist, zumal man das was an Altkatholizismus in Italien bislang existierte, doch nur eine Realsatire auf den Altkatholizismus nennen kann.

Die Bischöfe der Utrechter Union und die anglikanischen Bischöfe Europas treffen sich regelmäßig, um über die overlapping jurisdictions zu konferieren. Da kreisen die Berge und gebären jeweils Mäuschen. Vielleicht sollte man diesen Herren die Reisekosten nur dann erstatten, wenn ein konkretes Ergebnis herauskommt.

Ich bin inzwischen dagegen, dass man in Italien eine eigene altkatholische Organisation aufbaut. Hier sind wenige Altkatholiken, von denen man nicht weiß, was an denen altkatholisch ist (und wenn man es weiß, wurden sie rausgemobbt), englische Anglikaner und Episcopalian. Die sollten sich gemeinsam an einen Tisch setzen. Außerdem finden die Gottesdienste in Mailand und Rom bei den Anglikanern und in Florenz bei den Episcopalian statt.

Autor:  Silesia [ 1. Dezember 2010 10:09 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Silesia hat geschrieben:
Es gibt jetzt langsam übrigens DEUTSCHSPRACHIGE Orthodoxe ... (Göttliche Liturgie in deutscher Sprache und anerkannt von vielen orthodoxen Kirchen).
Die Anglikaner in Leipzig z.B. bleiben bei englischer Sprache, auch wenn alle Messbesucher deutsch sind ...



Es ahndelt sich also nicht um eine deutsche orthodoxe Kirche, sondern um die Herausgabe und Anerkennung eines deutschsprachigen Liturgietextes durch die verschiedene orthodoxen Kirchen, da die zweite, dritte, vierte Ausländergeneration nicht mehr die Sprache der Herkunftsländer beherrscht.

Autor:  Aldo1 [ 1. Dezember 2010 10:58 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Stefan Wedra hat geschrieben:
Die Münchner Gemeinde der Episcopal Church hat eine deutschsprachige Übersetzung des Book of Common Prayer herausgebracht. Als ich dort zu Besuch war, hat man auch deutschsprachige Gottesdienste angeboten. Sie fanden Sonntag abends statt. Ob das immer noch der Fall ist, weiß ich nicht.

In Florenz hat man auch eine italienische Übersetzung des gleichen Gebetbuches herausgebracht.

Die Stimmung in München, Ingolstadt, Florenz und Rom fand ich recht weltläufig. Ich gehe gerne in anglikanische Gemeinden. Da sitzt die rothaarige Irin neben dem Inder, ein Afrikaner neben einem Chinesen. Diese menschliche und kulturelle Vielfalt findet man in altkatholischen Gemeinden normalerweise nicht.

Nachdem die Schwierigkeiten mit der IBK so lange angehalten haben, habe ich wirklich überlegt, ob die Episcopal-Church nicht eine liberale und ernst zu nehmende Alternative zur Utrechter Union ist, zumal man das was an Altkatholizismus in Italien bislang existierte, doch nur eine Realsatire auf den Altkatholizismus nennen kann.

Die Bischöfe der Utrechter Union und die anglikanischen Bischöfe Europas treffen sich regelmäßig, um über die overlapping jurisdictions zu konferieren. Da kreisen die Berge und gebären jeweils Mäuschen. Vielleicht sollte man diesen Herren die Reisekosten nur dann erstatten, wenn ein konkretes Ergebnis herauskommt.

Ich bin inzwischen dagegen, dass man in Italien eine eigene altkatholische Organisation aufbaut. Hier sind wenige Altkatholiken, von denen man nicht weiß, was an denen altkatholisch ist (und wenn man es weiß, wurden sie rausgemobbt), englische Anglikaner und Episcopalian. Die sollten sich gemeinsam an einen Tisch setzen. Außerdem finden die Gottesdienste in Mailand und Rom bei den Anglikanern und in Florenz bei den Episcopalian statt.





Ich kenne die ak Gemeinden in Italien nicht, habe nur die Bilder gesehen, die du hier hinein gestellt hattest....Zu DIESEN Bildern passt tatsächlich der Begriff "Realsatire". Diese Gemeinden scheinen genau so ein ak Flopp zu sein wie die sogenannten "Franziskaner" und "Zisterzienser" der AKK. Alles sehr traurig!

Für Italien könnte die Anglikanische Kirche tatsächlich DIE Lösung sein. Es gibt alteingesessene anglikanische Gemeinden in Italien und ein hochwertiges anglikanisches Zentrum in Rom, das sehr aktiv in der Ökumene mit der RKK ist. DORT sollte man ansetzen! Man kann ja auch nicht ständig die Gleichwertigkeit der AKK und der Anglikanischen Kirche betonen und dann anfangen, neben den seit über 100 Jahren in Italien bestehenden anglkanischen Gemeinden neue altkatholische Strukturen aufzubauen. Als Vorbild könnten die zwei kleinen Kirchen in Spanien und Portugal, die ja jetzt auch Mitglied der Anglikanischen Gemeinschaft sind, dienen. Eine neue AKK baut man nicht mal "so eben" aus dem Nichts auf. Man sollte die Energie besser in die Übersetzung anglikanischer Literatur in die italienische Sprache legen.

Autor:  Maria_Feldmann [ 1. Dezember 2010 12:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Aldo1 hat geschrieben:

Ich kenne die ak Gemeinden in Italien nicht, habe nur die Bilder gesehen, die du hier hinein gestellt hattest....


Wo sind sie? (Ach, übrigens ein herzliches Hallo in die Runde :D )

Autor:  Maria_Feldmann [ 1. Dezember 2010 12:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Aldo1 hat geschrieben:
Wird die AKK in den nächsten Jahren Teil der Anglikanischen Weltgemeinschaft werden und die deutschsprachigen Altkatholiken damit zu deutschsprachigen Anglikanern oder

..es wird etwas Drittes (eine Gemeinschaft romunabhängiger westlicher bischöflich-synodal verfasster Kirchen).

Autor:  Aldo1 [ 1. Dezember 2010 12:44 ]
Betreff des Beitrags:  Re: deutschsprachige Anglikaner?

Maria_Feldmann hat geschrieben:
Aldo1 hat geschrieben:
Wird die AKK in den nächsten Jahren Teil der Anglikanischen Weltgemeinschaft werden und die deutschsprachigen Altkatholiken damit zu deutschsprachigen Anglikanern oder

..es wird etwas Drittes (eine Gemeinschaft romunabhängiger westlicher bischöflich-synodal verfasster Kirchen).




also eine neue Konfessionsfamilie aus Anglikanern, Altkatholiken und Porvoo-Lutheranern?

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