Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 27. Oktober 2015 11:35 
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John Der Echte

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Die neue Bischöfin von Gloucester, the Right Reverend Rachel Treweek, ist die erste Bischöfin mit Sitz im House of Lords:

http://www.churchtimes.co.uk/articles/2 ... e-of-lords


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BeitragVerfasst: 17. Juni 2016 09:51 
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John Der Echte

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Mal eine positive Nachricht aus England: Bei einer gemeinsamen Veranstaltungen bekräftigen Bischöfin Libby Lane und Bischof Philip North ihre gegenseitige Unterstützung. Libby Lane war die erste Frau, die nach der Öffnung des Bischofsamtes für Frauen zur Bischöfin geweiht wurde. Philip North vertritt den traditionalistischen Flügel der C of E, der die Frauenweihe ablehnt, aber innerhalb der C of E verblieben ist. Wenigstens auf der menschlichen Ebene scheint es also zu funktionieren...

http://www.blackburn.anglican.org/event ... ts_id=2131


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BeitragVerfasst: 17. Juni 2016 10:40 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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BeitragVerfasst: 9. März 2017 13:00 
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John Der Echte

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In England tobt im Augenblick eine wirklich interessante Diskussion. Auslöser ist die Ernennung von Bischof Philip North zum Diözesanbischof der Diözese Scheffield.

Philip North ist ein Tradtionalist und Gegner der Weihe von Frauen. Eine frühere Bischofsernennung hatte er wegen Protesten gegen seine Person abgelehnt. Seit einigen Jahren ist er nun als Bishop of Burnley Suffraganbischof (Weihbischof) innerhalb der Diözese Blackburn.

Vormals war er Guardian des Wallfahrtsschreins Walsingham, ebenso ist er im Vorstand der traditionalistischen Society of St Wilfrid and St Hilda, der neben ihm mehrere andere Bischöfe angehören. Als Bischof weigert er sich, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, obwohl er sonst gut mit ihnen zusammenarbeitet. Das wird von einigen nun als Problem angesehen, denn als Diözsesanbischof gehören Priesterweihen natürlich zu seinen Aufgaben. In der Diözese Sheffield sind rund 1/3 der amtierenden Geistlichen Frauen.

Nun ist die Frage, ob die Berufung auf den Bischofsstuhl von Sheffield durchgeht. Im ganzen Land haben sich Proteste geregt. Das Nominierungskomitee steht in der Kritik. Offenbar wurde aber Philip North nominiert, weil die Erfahrungen mit ihm in der bisherigen Zusammenarbeit sehr positiv waren. Auch in anderen Bistümern gibt es Diözesanbischöfe, die keine Frauen zu Priesterinnen weihen, diese aber in ihrer Diözese lizenzieren, wenn sie andereweitig geweiht wurden. So etwa der Bischof von London und der Bischof von Chichester.

Persönlich kann ich über Philip North nur Gutes sagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in der praktischen Arbeit mit ihm zu größeren Problemen kommen könnte. Auch mit der ersten in der C of E geweihten Bischöfin scheint er ein sehr gutes Verhältnis zu haben.

Spannend ist dieser Prozess vor allem deshalb, weil ja erwartet wurde, dass traditonalistische Gemeinden nach der Einführung der Bischofsweihe für Frauen unter größeren Druck geraten könnten. Wie würde es ihnen unter einer amtierenden Diözesanbischöfin ergehen? Dies war eine der Grundfragen der Debatten vor der Öffnung des Bischofsamtes für Frauen. Nun scheint sich aber der erste größere Konflikt gerade am umgekehrten Fall zu entzünden: Wie würde es einer eher liberalen Diözese unter einem traditionalistischen Bischof ergehen? Man darf gespannt sein, wie die Sache ausgeht. Bischof Philip North hat sich wohl zunächst einmal zurückgezogen, um zu bedenken, wie er reagiert.


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BeitragVerfasst: 9. März 2017 13:50 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Das ist für einen Außenstehenden schwer zu verstehen.
Wer ist denn dafür verantwortlich, dass er in dieser Diözese residierender Bischof wurde?
Musste er nicht von einer Diözesansynode gewählt werden?

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BeitragVerfasst: 9. März 2017 15:48 
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John Der Echte

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Nein, Eilike. Die Bischofsernennungen werden von einem Gremium vorgenommen, in dem zwar Vertreter der Diözese sitzen, aber Bischöfe werden nicht von Synoden gewählt. Ich denke, das Nominierungskomitee hat den Widerstand unterschätzt. Er ist zwar ernannt, aber noch nicht installiert. Noch ist also alles offen...

Dem Nominierungskomitee gehören an:
- Die beiden Erzbischöfe von Canterbury und York
- Drei Vertreter/Vertreterinnen des Klerus aus der Generalsynode
- Drei Vertreter/Vertreterinnen der Laien aus der Generalsynode
- Sechs Vertreter/Vertreterinnen der vakanten Diözese

dazu noch zwei nicht stimmberechtigte Mitglieder


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BeitragVerfasst: 9. März 2017 17:14 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Danke für die Klarstellung!
Ob Philip North zu einer Frau im Bischofsamt "ein sehr gutes Verhältnis" hat, scheint mir weniger wichtig zu sein als die alles entscheidende Frage, ob er die Gültigkeit der Ordination und Konsekration von Frauen anerkennt oder nicht.
Wenn ja, dann kann er letztlich keine unüberwindlichen Gewissensgründe haben, selbst Frauen zu weihen; wenn nein, dann kann er auf keinen Fall das Bischofsamt übernehmen in einem Bistum, in dem es schon geweihte Frauen gibt. :sad3:
Manches scheint in der C of E komplizierter zu sein, als ich dachte. :o

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BeitragVerfasst: 9. März 2017 20:11 
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Was heißt eigentlich Gültigkeit (so legalistisch denken doch nur Römer und Vaganten): Wirksamkeit, darauf kommt es doch an.

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BeitragVerfasst: 10. März 2017 08:47 
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Die Hetzkampagne gegen Bischof North war erfolgreich:

https://churchofengland.org/media-centr ... north.aspx


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BeitragVerfasst: 10. März 2017 10:07 
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Oje, musste das sein?

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BeitragVerfasst: 10. März 2017 10:52 
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John Der Echte

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Péter hat geschrieben:
Die Hetzkampagne gegen Bischof North war erfolgreich:

https://churchofengland.org/media-centr ... north.aspx


Peter, von einer Hetzkampagne zu sprechen, ist m. E. verfehlt. Eine solche hat es m. W. nicht gegeben. Es hat viele Stimmen in der Öffentlichkeit gegeben, die gegen die Nominierung von Bischof Philip North waren, aber sie haben Gründe genannt. Dass das offen diskutiert wurde, war richtig und wichtig. Das war aber keine Hetzkampagne - wobei ich nicht leugnen will, dass einige dabei über das Ziel hinausgeschossen sind.

Ich bin etwas traurig über diese Entscheidung, aber sie wundert mich nicht. Schon bei seiner ersten Nomnierung als Suffraganbischof hat Philip North seinerzeit nach Protesten zurückgezogen. Später wurde er dann Bischof von Burnley. Nun zieht er wieder zurück. Das zeigt, dass er kein karrieregeiler Hierarch ist, der unbedingt scharf auf Posten ist, sondern dass er jeweils danach entscheidet, ob sein Dienst unter den gegegebenen Umständen noch Gutes bewirken kann. Und hier ist er zu dem Schluss gekommen, dass das unter den Voraussetzungen wohl nicht so ist. Also lässt er es. Es ist ein Beleg für seine seelsorgliche Sensibilität. Ich denke, er ist ein vernünftiger und guter Kandidat gewesen und hätte viel Gutes bewirken können - was er ja in seiner jetztigen Rolle in der Diözese Blackburn auch schon tut. Wäre das nicht so, hätte man ihn gar nicht nominiert. Hier ist also die Chance verloren, die Diözese Sheffield mit einem wirklich guten Bischof zu besetzen.

Zum anderen wäre diese Situation eine Chance für die Kirche von England gewesen, noch einmal zu klären, wie sie mit Meinungsvielfalt umgeht. Man hat ja den Tradis immer zugesichert, dass sie ihren Platz in der C of E behalten sollen und man sicherstellen werde, dass sie dort versorgt würden. Nun scheint das aber für höhere Positionen nicht zu gelten. Obwohl ja in London und Chichester auch Bischöfe sitzen, die keine Frauen weihen - Chichester war immer traditionalistisch, London ist ein Sonderfall. In Sheffield hätte man das Experiment wagen können, ob die Freiheit für unterschiedliche Meinungen auch bei Bischöfen gilt. Offenbar aber nicht. Und das ist schade, denn damit ist die C of E ein Stückweit enger geworden.


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BeitragVerfasst: 10. März 2017 11:13 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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JHNewman hat geschrieben:
Peter, von einer Hetzkampagne zu sprechen, ist m. E. verfehlt. Eine solche hat es m. W. nicht gegeben. Es hat viele Stimmen in der Öffentlichkeit gegeben, die gegen die Nominierung von Bischof Philip North waren, aber sie haben Gründe genannt. Dass das offen diskutiert wurde, war richtig und wichtig. Das war aber keine Hetzkampagne - wobei ich nicht leugnen will, dass einige dabei über das Ziel hinausgeschossen sind.Ich bin etwas traurig über diese Entscheidung, aber sie wundert mich nicht. Schon bei seiner ersten Nomnierung als Suffraganbischof hat Philip North seinerzeit nach Protesten zurückgezogen. Später wurde er dann Bischof von Burnley. Nun zieht er wieder zurück. Das zeigt, dass er kein karrieregeiler Hierarch ist, der unbedingt scharf auf Posten ist, sondern dass er jeweils danach entscheidet, ob sein Dienst unter den gegegebenen Umständen noch Gutes bewirken kann. Und hier ist er zu dem Schluss gekommen, dass das unter den Voraussetzungen wohl nicht so ist. Also lässt er es. Es ist ein Beleg für seine seelsorgliche Sensibilität. Ich denke, er ist ein vernünftiger und guter Kandidat gewesen und hätte viel Gutes bewirken können - was er ja in seiner jetztigen Rolle in der Diözese Blackburn auch schon tut.


Danke, John! So sehe ich das auch.

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BeitragVerfasst: 10. März 2017 14:42 
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Danke John für deinen Beitrag.
Wer alleine das Wort "Hetzkampagne" in den Mund nimmt, senkt sich selbst auf niedrigstes Niveau ab.

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

Hic fuit


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BeitragVerfasst: 10. März 2017 15:34 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Vielleicht wäre es besser, man würde Personaldiözesen einrichten, solche mit und solche ohne Ordination und Konsekration von Frauen. Oder jede Diözese entscheidet das für sich - wie in der UU - und wählt entsprechend ihren Bischof/ihre Bischöfin.

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BeitragVerfasst: 10. März 2017 15:36 
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techAdmin

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Eilike hat geschrieben:
Vielleicht wäre es besser, man würde Personaldiözesen einrichten, solche mit und solche ohne Ordination und Konsekration von Frauen. Oder jede Diözese entscheidet das für sich - wie in der UU - und wählt entsprechend ihren Bischof/ihre Bischöfin.


Die Frage ist bei dieser Konstruktion, ob die Mehrheitsentscheidung einer Diözese auch von der Minderheit mitgetragen wird.

Gerade bei Fragen, die man vor dem eigenen Gewissen als fundamental für den Glauben ansieht, funktioniert oftmals eine solche Akzeptanz nicht.


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