Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: C of E: Bischofsweihe für Frauen?
BeitragVerfasst: 20. November 2012 23:23 
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http://www.tagesschau.de/ausland/englan ... mt100.html

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Mariae vitam imitantes


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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 21. November 2012 00:06 
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John Der Echte

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Silesia hat geschrieben:
http://www.tagesschau.de/ausland/england-bischofsamt100.html


Ein wirklich schwarzer Tag für die C of E. Ich bin noch ganz schockiert.

Allerdings stimmt nicht, was die Journalistin am Schluß sagt. Auch die Mehrheit der Laien in der Generalsynode hat FÜR die Vorlage gestimmt, allerdings war zur Annahme eine Zweidrittelmehrheit in allen drei Kammern nötig. Diese wurde bei den Laien um wenige Stimmen verfehlt. Bischöfe und Priester hatten ohnehin mit überwältigender Mehrheit für die Vorlage gestimmt.

Jetzt steht man vor der untragbaren Situation, dass die Generalsynode insgesamt mit mit einer Dreiviertelmehrheit für Bischöfinnen ist (324 zu 122), aber die Vorlage trotzdem abgelehnt wurde.

Wie es jetzt weitergehen kann, ist offen. Die Vorlage kann nicht erneut eingebracht werden. Das Verfahren muß quasi neu gestartet werden, das wird Jahre dauern. Nochmals Jahre quälender und zäher Verhandlungen mit den Traditionalisten über eine Sonderregelung. Nochmals Jahre, in denen hochqualifizierte Priesterinnen, Deans und Archdeacons nicht auf Bischofssitze gewählt werden können. Jahre, in denen die Kirche sich immer weiter von der Gesellschaft entfernt. Und Jahre, in denen ein theologisch unhaltbarer Zustand, dass Frauen Priersterinnen werden können, aber nicht Bischöfinnen, zementiert wird. Und Jahre, in denen man den Priesterinnen das Gefühl gibt, Menschen zweiter Klasse zu sein.

Es ist zum Heulen. Der Schaden, den dies der Kirche zufügt, ist unglaublich groß.

Und warum das Theater? Weil eine kleine Gruppe von Traditionalisten behauptet hat, der in Aussicht gestellte 'Code of Practice' gebe ihnen nicht genug Sicherheit. Ohne weitere Begründung. Ich habe mir heute Teile der Debatte im Internet angehört. Es waren die Unterstützer der Bischofsweihe für Frauen, die eine klare Vision der Kirche und ihres Auftrags hatten. Die Gegner schienen vor allem daran interessiert zu sein, den status quo zu zementieren, aus Angst, es könne sich etwas verändern. Der Tod im Topf.

Und das nochmal fünf oder zehn Jahre? Man hält es doch im Kopf nicht aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 21. November 2012 00:16 
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JHNewman hat geschrieben:
Und Jahre, in denen man den Priesterinnen das Gefühl gibt, Menschen zweiter Klasse zu sein.




Was heisst denn "das Gefühl gibt, Menschen zweiter Klasse zu sein" ?

Sie sind "Menschen zweiter Klasse"............wenn man so mit ihnen umspringt.
Tragisch.....peinlich.

Kommen jetzt Keith Newton, John Broadhurst und Andrew Burnham wenigstens als Bischöfe zurück ?

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 21. November 2012 09:16 
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John Der Echte

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Vanni145 hat geschrieben:
Kommen jetzt Keith Newton, John Broadhurst und Andrew Burnham wenigstens als Bischöfe zurück ?


Hoffentlich nicht... :-)

Ich denke, die bleiben, wo sie sind. Der Hauptgrund für die Ablehnung gestern war ja, dass einige (wenige) das Gefühl hatten, die Regelungen für die Gegner der Frauenordinationen gehen nicht weit genug oder sind zu unklar formuliert. Da hängt man zwischen Scylla und Charybdis. Jede Regelung, die die Rechte eines Diözesanbischofs über eine bestimmte Gemeinde beschneidet, gilt zu recht als Bruch des altkirchlichen Bischofsprinzips, das man in der C of E sehr hoch hält. Darum wurde der ursprüngliche Plan, bei Tradigemeinden ein 'geteilte Aufsicht' einzurichten, die dann greift, wenn der Diözesanbischof eine Frau ist. In diesem Fall wäre die Aufsicht über die Tradis dann mit einem Mann gemeinsam wahrgenommen worden. Der jetzige Vorschlag hingegen sah vor, dass die Diözesanbischöfin in diesem Fall an einen Mann delegiert (die episkope liegt aber weiterhin bei ihr). Daran haben sich die Tradis und einige Evangelikale gestört. Frauen dürfen ihrer Meinung nach keine (kirchliche) Autorität über Männer ausüben. Funny though that in England the monarch is a women...

Vielleicht kehrt man jetzt doch zu dem alten Modell der 'flying bishops' zurück, das man eigentlich abschaffen wollte.


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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 22. November 2012 22:04 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 22. November 2012 22:17 
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John Der Echte

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Was die Situation so absurd macht, ist die Tatsache, dass bereits 42 von 44 Diözesen die Vorlage angenommen hatten, wobei insgesamt ca. 75% der Delegierten der Diözesansynoden dafür gestimmt hatten. In der Generalsynode lag die Zustimmung ja auch bei knapp 75%. Die Sache hätte eigentlich durchgehen müssen, weil klar zutage liegt, dass die Mehrheit der C of E das so will. Dass sie aufgrund der knapp verfehlten Mehrheit im House of Laity nicht durchging, kann ich nur als Betriebsunfall ansehen. Denn die Mehrheitsverhältnisse der Laien in der Generalsynode stimmen ganz klar nicht mit der Stimmung bei den Laien im Land überein.


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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 22. November 2012 22:25 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Müsste dann da nicht das Abstimmungsprozedere geändert werden, um dem Willen der Mehrheit Geltung zu verschaffen?
Wer wäre zuständig, da eine Veränderung in Gang zu setzen?

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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 23. November 2012 09:27 
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John Der Echte

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Das ist eine gute Frage. Der Sinn des gegenwärtigen Procedere liegt ja darin, dass keine Gruppe die andere dominieren kann. Zahlenmäßig sind die Laien die stärkste Gruppe, sie könnten also bei jeder Abstimmung locker die Bischöfe überstimmen. Das sollte verhindert werden, daher die Regelung, dass in jedem der drei Häuser eine Zweidrittelmehrheit erreicht werden muss. Nun sitzen die Bischöfe ex officio in der Synode, während die Laien in die Synode gewählt werden. Und da liegt wohl der Hase im Pfeffer. Denn es lassen sich grundsätzlich eher Leute aus radikaleren Flügeln zur Wahl aufstellen, als gemäßigte Kandidaten. Somit kommt es dazu, dass die Laien in der Synode kein Spiegelbild der Gemeinden sind.

Wie man das ändern könnte, weiß ich auch nicht.

Eine Ironie der Abstimmung vom Dienstag: Die Laien, die mit 'Nein' gestimmt haben, haben dies ja vorwiegend aus dem Grund getan, dass sie weiterreichende Schutzbestimmungen für traditionalistische Gemeinden durchsetzten wollen. Die Ablehnung der Vorlage könnte aber ein Pyrrhussieg gewesen sein. Denn statt den Traditionalisten mehr Raum zu geben, wird es vielleicht zu einer Radikalisierung kommen. Ich nehme so etwas wie Trotz und Verbitterung wahr. Warum soll man einer Gruppe Zugeständnisse machen, die eine Vorlage zu Fall bringt, die so eindeutig von der überwältigenden Mehrheit der Kirche gewollt wird? Sollte man nicht, statt ihnen entgegenzukommen, vor allem dafür sorgen, dass sie bei der nächsten Abstimmung nicht mehr die Chance haben, die Sache zu blockieren?

Aber das sind natürlich noch alles kurzfristige Reaktionen. Es wird nun sicher erst einmal wieder eine Gruppe gebildet werden müssen, die eine neue Vorlage erarbeitet.

Dramatisch ist die Entscheidung sicher auch für das römische Ordinariat. Ich denke, man hat dort insgeheim darauf gehofft, dass die Vorlage durchgeht und sich eine größere Gruppe von Anglikanern dann dem Ordinariat anschließt. Das wird nun - vorerst - nicht passieren. Ob das Ordinariat noch so lange durchhält, bis zum nächsten Mal abgestimmt wird, ist fraglich. Die wenigen Mitglieder können es ja schon jetzt nicht finanzieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 23. November 2012 10:30 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Da drängt sich geradezu der Satz auf: Da hilft nur noch Beten! :hmm:

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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 23. November 2012 11:20 
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Deshalb sollte man aber nicht den Wahlmodus der Delegierten ändern. Es ist wichtiger, in den Gemeinden selber dazu eine Meinung zu entwickeln und den Delegierten dann mit einem festen Auftrag zu entsenden.

Es ist klar, dass auch solche Synoden ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten haben. Weil nun (klar ein wichtiges) Ziel noch nicht erreicht wurde, ist das kein hinreichender Grund, die Ordnungen zu ändern. Es gibt ja eine neue Chance, diese kommt zur nächsten ordentlichen Synode. Man könnte mit Sicherheit auch außerordentlich einberufen (bei sehr wichtigen Themen).

und ich stimme Eilike zu: da hilft Beten!!


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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 23. November 2012 12:07 
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John Der Echte

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Eduard hat geschrieben:
Deshalb sollte man aber nicht den Wahlmodus der Delegierten ändern. Es ist wichtiger, in den Gemeinden selber dazu eine Meinung zu entwickeln und den Delegierten dann mit einem festen Auftrag zu entsenden.


Die Delegierten der Generalsynode werden nicht von einzelnen Gemeinden entsandt - das ginge gar nicht bei ca. 16.000 Pfarrgemeinden der C of E. Soweit ich weiß, hat jede Diözese das Recht, einige Delegierte zu entsenden. Wie diese benannt werden, weiß ich allerdings im Augenblick nicht. Aus meiner Zeit in der Diözese von Europa weiß ich jedoch noch, dass immer händeringend Leute gesucht wurden, die sich zur Wahl stellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 23. November 2012 14:26 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Eduard hat geschrieben:
und den Delegierten dann mit einem festen Auftrag zu entsenden.

Ein "imperatives Mandat" gibt es allerdings bei uns auch nicht, und das wäre wohl auch nicht wünschenswert.
Ich denke an unsere GV vor der Bischofswahl; wir haben ziemlich lange über die beiden Kandidaten, die sich damals schon vorgestellt hatten, gesprochen, wobei sich der Delegierte nach meiner Erinnerung ziemlich zurückhielt, aber ich denke, es wurde gut zugehört.
Abgestimmt haben wir selbstverständlich nicht; allerdings wurde eine Tendenz deutlich.
Und so läuft es ja auch bei wichtigen Sachfragen; der/die Synodale ist in der Entscheidung am Ende frei.

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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 24. November 2012 12:57 
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Eilike hat geschrieben:
Da drängt sich geradezu der Satz auf: Da hilft nur noch Beten! :hmm:


Na ja - bisher waren es doch immer die Tradis, die sich einer anderen - vorzugsweise afrikanischen - Jurisdiktion unterstellt haben. Vielleicht sind es nun die Befürworter der FO, die sich überlegen könnten, ob sie nicht Teil der Church Of Ireland (falls eher low) oder der Church in Wales (falls hochkirchlich) werden wollen?

Allerdings wäre das dann wohl wirklich das Ende der anglikanischen Einheitskirche - denn es scheinen ja gerade die Liberaleren zu sein, die sich für eine weiterhin einheitliche anglikanische Kirchengemeinschaft einsetzen.


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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 24. November 2012 15:27 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Was ist mit der Church Of Ireland? Hat die FO auf allen Weihestufen?

Hätte man uns vor 20 Jahren aus der UU rausgeworfen, dann hätten wir uns wohl irgendwie in die Anglikanische Kirche integriert; jetzt könnten wir doch dort ein neues Bistum begründen. :zwinkern2:

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 Betreff des Beitrags: Re: 105. Erzbischof von Canterbury
BeitragVerfasst: 24. November 2012 18:05 
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John Der Echte

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Eilike hat geschrieben:
Was ist mit der Church Of Ireland? Hat die FO auf allen Weihestufen?


Ja, allerdings gibt es bisher dort noch keine Bischöfin.


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