Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 20. Februar 2017 16:41 
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Lothar1962 hat geschrieben:
Vanni145 hat geschrieben:
...und meint, dass die Kirchen eine neue "Theologie der Partnerschaft" brauchen.


Ich fürchte, dass Sarandanon hier der Auffassung ist, dass man mit diesem Weg, wenn man ihn dann auch weiter geht, das katholische Sakramentsverständnis verlässt. Zumindest verstehe ich seinen Einwurf so (aber vielleicht habe ich auch alles missverstanden...).


Dazu muss man sich zuerst mit dem Sakrament der Ehe beschäftigen.

Infos gibt es z.B. am

Samstag/Sonnabend, 18. März 2017 in der Schlosskirche Mannheim um 13:15 Uhr.
Ein Vortrag von Prof. Dr. Andreas Krebs, Bonn, mit Austausch und Diskussion zum Thema “Sakrament des gesegneten Lebensbundes”.

Vorher findet um 10 Uhr die Dekanatsversammung statt.

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

Hic fuit


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BeitragVerfasst: 20. Februar 2017 20:24 
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Vanni145 hat geschrieben:
Ein Vortrag von Prof. Dr. Andreas Krebs, Bonn, mit Austausch und Diskussion zum Thema “Sakrament des gesegneten Lebensbundes”.



Was "drüben" so interpretiert wird:

Tinius schreibt:

Zitat:
Die Aktion zur "Homoehe" ist jetzt angelaufen. Andreas Krebs zieht mit einem Werbevortrag von Gemeinde zu Gemeinde und bereitet den Wechsel zur sakramentalen "Homoehe" vor. Von den Gemeinden soll es eine breite Zustimmung geben, diese fordern es geradezu. Mit dem Rücktritt von Bischof Ring wird in 2018 gerechnet.
Der dann 55-Jährige gilt schon jetzt, nach über sieben Jahren, als ausgebrannt.

Fazit: die Alt-Katholiken stramm unterwegs zur völligen Beliebigkeitskirche ohne Substanz.
Tragisch.


Ich weiß, dass die Moderatoren Zitate aus anderen Foren nicht mögen, doch das obige ist bemerkenswert - und hoffentlich nicht korrekt.


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 20. Februar 2017 22:12 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Wen das interessiert, der findet das auch ohne Wiederholung in unserem Forum.

Wenn ich zu allem, was dieser User schreibt, meinen Senf dazugeben wollte, hätte ich viel zu tun.
Deshalb. ich wäre wirklich dankbar, wenn uns solche Zitate hier erspart blieben. :nono:
Das ist nicht unser Niveau.

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Entwicklung gehört zum Wesen der Kirche. (Bischof Georg Bätzing, Limburg)

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
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BeitragVerfasst: 20. Februar 2017 22:18 
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Die ganzen Begrifflichkeiten wie "Homoehe" stimmen doch inhaltlich bereits überhaupt nicht.
An der Basis sind die seelsorgerisch zu betreuenden Gläubigen keine Menschen, die z.B. in einer "Homoehe" leben.

Bitte hier nachlesen, um was es aus der Sicht der Gemeindearbeit real geht (hier befindet sich auch die Einladung zur Mannheimer Veranstaltung):

http://alt-katholisch-stuttgart.de/w/20 ... #more-2355

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 20. Februar 2017 22:40 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Vanni145 hat geschrieben:
http://alt-katholisch-stuttgart.de/w/20 ... #more-2355


Danke für das Verlinken!
Wäre schön gewesen, wenn diejenigen, die den Drang haben, sich dazu zu äußern, sich erst einmal kundig machten. Aber das ist wohl nicht nur in den USA nicht mehr modern.

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BeitragVerfasst: 21. Februar 2017 08:15 
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Eilike hat geschrieben:
Wen das interessiert, der findet das auch ohne Wiederholung in unserem Forum.

Wenn ich zu allem, was dieser User schreibt, meinen Senf dazugeben wollte, hätte ich viel zu tun.
Deshalb. ich wäre wirklich dankbar, wenn uns solche Zitate hier erspart blieben. :nono:
Das ist nicht unser Niveau.


Solche Nachrichten werden über eure Kirche verbreitet. Es geht nicht um meine Meinung.


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BeitragVerfasst: 21. Februar 2017 08:56 
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Vanni145 hat geschrieben:
Die ganzen Begrifflichkeiten wie "Homoehe" stimmen doch inhaltlich bereits überhaupt nicht.
An der Basis sind die seelsorgerisch zu betreuenden Gläubigen keine Menschen, die z.B. in einer "Homoehe" leben.

Bitte hier nachlesen, um was es aus der Sicht der Gemeindearbeit real geht (hier befindet sich auch die Einladung zur Mannheimer Veranstaltung):

http://alt-katholisch-stuttgart.de/w/20 ... #more-2355


Danke schön für die Information.


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BeitragVerfasst: 21. Februar 2017 09:47 
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techAdmin

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Péter hat geschrieben:
Zitat:
Der dann 55-Jährige gilt schon jetzt, nach über sieben Jahren, als ausgebrannt.
Fazit: die Alt-Katholiken stramm unterwegs zur völligen Beliebigkeitskirche ohne Substanz.

Ich weiß, dass die Moderatoren Zitate aus anderen Foren nicht mögen, doch das obige ist bemerkenswert - und hoffentlich nicht korrekt.


Erstens ist unser Bischof nicht 55 Jahre alt. Zweitens wäre mir neu, dass er ausgebrannt wäre. Zumindest bei der letzten Synode gab es keinen Hinweis darauf.

Außerdem zum Dritten: Es wird uns vermutlich auch mit noch so großer Anstrengung nicht gelingen, akzeptabel für den durchschnittlichen Kreuzgänger zu sein - wir sollten es gar nicht erst anstreben. Dazu sind nicht nur die Vorstellungen in den Einzelfragen, sondern auch die grundsätzlichen Vorstellungen von kirchlichen Strukturen zu unterschiedlich.

Ich kann mich nur wiederholen: Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass in unseren Synoden minderheitenunterstützte Schnellschüsse die Theologie bestimmen, üblicherweise wird schon über einen längeren Zeitraum - über mehrere Synoden hinweg - an einem so wichtigen Thema gearbeitet. Und ich gehe immer noch felsenfest davon aus, dass diejenigen, die dann darüber zu bestimmen haben - also die Synodalen auf der einen Seite und Bischof und seine theologischen Berater auf der anderen Seite - wissen, was sie tun und gemäß ihrem Gewissen handeln.


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BeitragVerfasst: 21. Februar 2017 13:46 
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John Der Echte

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Péter hat geschrieben:
Tinius schreibt:

Zitat:
Die Aktion zur "Homoehe" ist jetzt angelaufen. Andreas Krebs zieht mit einem Werbevortrag von Gemeinde zu Gemeinde und bereitet den Wechsel zur sakramentalen "Homoehe" vor. Von den Gemeinden soll es eine breite Zustimmung geben, diese fordern es geradezu. Mit dem Rücktritt von Bischof Ring wird in 2018 gerechnet.
Der dann 55-Jährige gilt schon jetzt, nach über sieben Jahren, als ausgebrannt.

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Klingt nach Fakenews a la Trump und Breitbart.


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BeitragVerfasst: 21. Februar 2017 14:57 
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JHNewman hat geschrieben:
Péter hat geschrieben:
Tinius schreibt:

Zitat:
Die Aktion zur "Homoehe" ist jetzt angelaufen. Andreas Krebs zieht mit einem Werbevortrag von Gemeinde zu Gemeinde und bereitet den Wechsel zur sakramentalen "Homoehe" vor. Von den Gemeinden soll es eine breite Zustimmung geben, diese fordern es geradezu. Mit dem Rücktritt von Bischof Ring wird in 2018 gerechnet.
Der dann 55-Jährige gilt schon jetzt, nach über sieben Jahren, als ausgebrannt.

Fazit: die Alt-Katholiken stramm unterwegs zur völligen Beliebigkeitskirche ohne Substanz.
Tragisch.


Klingt nach Fakenews a la Trump und Breitbart.


:klatsch3: :klatsch3: :klatsch3:

In Schweden hat man den aktuellen Fox-Fake-Beitrag und Donalds alternative Fakten analysiert.
Machen wir das doch mit diesem Text:

1. Es gibt keine "Aktion zur Homoehe"
2. Es gibt keinen "Werbevortrag"
3. Es geht nicht "von Gemeinde zu Gemeinde"

Dann kommen Vermutungen, die den Wahrheitswert von Gerüchten haben.

Final dann die zentrale Behauptung (der wahre Wunsch): NIEDER mit der at-katholischen Kirche.

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BeitragVerfasst: 22. Februar 2017 17:33 
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@Lothar
Ja, so meinte ich das. Ich warte die Stimmung der nächsten Synode zu diesem Arbeitspaket mal ab. Aber mir schwant da nichts Gutes. Zu den Synodalen: Es ist schon deutlich zu merken gewesen, dass die Richtung einer gefühlten Mehrheit in Richtung Sakramentalität gleichgeschlechtlicher Ehen geht. Und ich denke schon, dass man mutig sein muss, gegen diese Mehrheit zu argumentieren. Zu schnell bekommt man das Stigma "homophob" verpasst. Mal schauen ob es überhaupt dazu kommt.

@Vanni
Ist, meine ich, der gleiche Vortrag, wie auf der Synode. Lothar möge mich da berichtigen. Ich teile die Auffassungen des Prof. Krebs nicht.

Was der KG User Tinius da so an Unsinn daher schreibselt zum Thema Altkatholozismus geht in Gänze auf keine Kuhhaut. Ist natürlich eine gezielte Provokation gewesen und kommt öfter mal vor. Ist nicht weiter bemerkenswert. Vorträge hält Prof. Krebs aber wohl tatsächlich in veschiedenen Gemeinden.


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BeitragVerfasst: 22. Februar 2017 17:42 
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Sarandanon hat geschrieben:
@Lothar
Ja, so meinte ich das. Ich warte die Stimmung der nächsten Synode zu diesem Arbeitspaket mal ab. Aber mir schwant da nichts Gutes.

@Vanni
Ist, meine ich, der gleiche Vortrag, wie auf der Synode. Lothar möge mich da berichtigen. Ich teile die Auffassungen des Prof. Krebs nicht.


Ich würde mir den Vortrag gerne anhören, weiss aber nicht, ob ich das familiär schaffe.

Im modernen Technologiezeitalter könnte man zumindest den Vortrag über Youtube oder als Powerpointpräsentation zur Verfügung stellen.

Vermutlich läuft es auf die von mir zitierte und erwähnte Argumentation von Günter Eßer heraus.
Eßer meint, dass "die Alt-Katholiken sicher nicht den Rahmen der klassischen Siebenzahl der Sakramente sprengen wollen".
Offensichtlich will er zwei sakramentale Handlungen unter einem Sakrament laufen lassen.

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 23. Februar 2017 00:31 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Vanni145 hat geschrieben:
Vermutlich läuft es auf die von mir zitierte und erwähnte Argumentation von Günter Eßer heraus.Eßer meint, dass "die Alt-Katholiken sicher nicht den Rahmen der klassischen Siebenzahl der Sakramente sprengen wollen".Offensichtlich will er zwei sakramentale Handlungen unter einem Sakrament laufen lassen.

Vergleiche Günter Eßer, Gott segnet Euch, damit Ihr ein Segen für andere werdet
in: Alt-Katholische und Ökumenische Theologie, Jahresheft 2016 des Alt-Katholischen Seminars der Universität Bonn, S. 67 ff.

Eßer spricht vom "Sakrament der gesegneten Liebe" und schreibt dazu: "Unter seinem Dach haben viele Formen gesegneter Partnerschaft ihren Platz. Und es macht gleichzeitig deutlich, dass die uns Menschen begleitende liebende Nähe Gottes nicht auf eine Form sakramentaler Wirklichkeit reduziert werden darf." (S. 76)

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 23. Februar 2017 00:44 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Beiträge: 4616
Sarandanon hat geschrieben:
Und ich denke schon, dass man mutig sein muss, gegen diese Mehrheit zu argumentieren. Zu schnell bekommt man das Stigma "homophob" verpasst. Mal schauen ob es überhaupt dazu kommt.

Ich denke, dass man allen Beteiligten erst einmal zubilligen muss, dass sie Gutes und Richtiges wollen.
Du schriebst kürzlich, dass du kein Theologe bist. Selbst würde ich mich mal als eine
"Schmalspurtheologin" bezeichnen. Was mir in unserem Bistum gefällt ist,
dass wir und Zeit lassen, damit sich entwickelt, was sich entwickeln will.
Kein Bischof und kein Theologe beansprucht Unfehlbarkeit, und das sollten auch wirklich niemand tun.
Wenn sich offensichtlich abzeichnet, dass eine große Mehrheit und darunter unsere Professoren eine andere Meinung haben als ich, muss ich auch meine eigenen Ansichten mal in Frage stellen.
Aber nochmals: ein Dogma wird es weder bei der nächsten noch bei der übernächsten ak. Synode geben, und du darfst mit Sicherheit auch gegen die Mehrheit glauben, was du für richtig hältst.
Nur sollte man sich nicht selbst für den einzigen letzten Retter des "Glaubens aller Zeiten" halten.

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BeitragVerfasst: 23. Februar 2017 12:25 
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John Der Echte

Registriert: 6. Oktober 2005 15:33
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Eilike hat geschrieben:
Eßer spricht vom "Sakrament der gesegneten Liebe" und schreibt dazu: "Unter seinem Dach haben viele Formen gesegneter Partnerschaft ihren Platz. Und es macht gleichzeitig deutlich, dass die uns Menschen begleitende liebende Nähe Gottes nicht auf eine Form sakramentaler Wirklichkeit reduziert werden darf." (S. 76)


Das halte ich für einen sehr wichtigen Satz. Mir scheint, dass wir ganz generell in vielen christlichen Traditionen unter einem Mißverständnis sakramentalen Denkens leiden. Nämlich, als sei die im Sakrament vermittelte Gnade auf dieses in irgendeiner Weise beschränkt. Ich erlebe das in Diskussionen und Gesprächen immer wieder. Im Abendmahl/Eucharistie empfangen die Teilnehmenden Gottes Gegenwart und Vergebung ihrer Sünden. Sofort kommt die Gegenfrage: Und empfangen die nicht Teilnehmenden das nicht? In der Taufe wird der Mensch in die Gemeinschaft Gottes hineingenommen. Stehen dann Nichtgetaufte außerhalb dieser Gemeinschaft? Der Kirchenraum ist ein geweihter und heiliger Ort. Kann Gott nicht überall wohnen, sind andere Orte deshalb weniger heilig?

Sakramentales Denken ist kein Entweder/Oder. Das Sakrament vermittelt keine Gnade, die außerhalb des Sakramentes nicht verfügbar wäre. Vielmehr ist das Sakrament das wirksame und sichtbare Zeichen der Gnade Gottes, die in der Welt wirkt. Das Sakrament steht stellvertretend für die nichtsakramentalen Handlungen und Orte. Aus dem Sakrament fließt die Gnade in diese anderen Zeichen und Orte, die Gnade im Sakrament ist sozusagen verdichtet und sichtbar gemacht, WEIL in der ganzen Schöpfung Gottes Gnade wirkt.

So, und jetzt zurück zur Ehe. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft nicht als Sakrament zu bezeichnen, sagt also nicht, dass in ihr nicht auch die Gnade Gottes am Menschen sich zeigt. Auch in ihr zeigt sich die Wirklichkeit Gottes - analog zum Sakrament der Ehe. Genau weil das so ist, steht man aber auch nicht unter dem Druck, andere Lebensgemeinschaften als die Ehe zum Sakrament erklären zu müssen. Sie haben ihren Wert und ihre Würde in sich, auch wenn sie keine Ehe sind. Mir scheint im gegenwärtigen Trend, die Ehe für 'alle' zu öffnen, die Angst zu liegen, man spreche anderen Lebensgemeinschaften Wert und Würde und Gnadenwirkung ab, wenn man ihnen den Status der sakramentalen Ehe nicht zubillige. Das ist aber nicht so.

Mir persönlich ist jedenfalls die Geschwindigkeit deutlich zu hoch, in der viele Kirchen bereits die traditionelle Definition der Ehe aufgegeben haben, um diese auch für andere Lebensformen zu öffnen. Meines Erachtens ist unser theologisches Verständnis dessen, was die Ehe eigentlich ist, nicht wirklich gründlich durchdacht worden, um einen solchen grundlegenden Schritt zu begründen. Und jetzt einfach eine neue Formulierung zu finden ) "Sakrament der gesegneten Liebe") löst das Problem für mich nicht. Ich bin also dafür, die Kirchen für die Segnung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften zu öffnen und dabei möglichst offen zu sein, zugleich aber beide (Lebensgemeinschaft und Ehe) als zwei Formen der Partnerschaft nebeneinander bestehen zu lassen.


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