Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 23. November 2006 16:18 
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techAdmin
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Moin allerseits,

Folgenden Beitrag habe ich zwar in einem anderen Forum geschrieben, hat hier aber auch Relevanz:

John Grantham hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Heute empfängt Papst Benedikt den Erzbischof von Canterbury, Dr Rowan Williams.

Der Termin des Besuches erinnert an den ersten offiziellen Besuch eines Erzbischofs von Canterbury in Rom seit der Reformation durch Erzbischof Michael Ramsey 1966. Paul VI schenkte Erzbischof Ramsey damals einen Bischofsring, der seitdem von den Erzbischöfen bei ihren Besuchen in Rom getragen wird. Bei einem Besuch des vormaligen Erzbischofs Carey küßte Papst Johannes Paul den Ring des Erzbischofs, was zu Spekulationen hinsichtlich seiner Haltung zu "Apostolicae Curae" führte.


Witzigerweise konnte ++Rowan es sich auch nicht verkneifen, den Ring und das Pektoralkreuz zu erwähnen:

++Rowan Cantaur hat geschrieben:
As we meet on this occasion, we are also recalling and celebrating the visit forty years ago of my predecessor Archbishop Michael Ramsey to Pope Paul VI, when this encounter between the leaders of the Anglican and Roman Catholic Churches initiated a process of reconciliation and friendship which has continued to this day. The ring that I wear today is the episcopal ring which Pope Paul gave to Archbishop Michael, this cross the gift from Pope John Paul II, symbolic of our shared commitment to work together for the full visible unity of the Christian family.


Ob ++Rowan und B-16 hinterher in den Boxing-Ring einsteigen und alle Fragen in 12 Runden klären, wurde nich bekannt gegeben. :lol:

Quelle:
http://www.anglicancommunion.org/acns/a ... ns4218.cfm

Witzigerweise hat B-16 auch Deinen jüngsten Beitrag zur anglikanischen Ekklesiologie bestätigt:

Benedikt XVI. hat geschrieben:
It also reminds us of the much longer history of relations between the See of Rome and the See of Canterbury which began when Pope Gregory the Great sent Saint Augustine to the land of the Anglo-Saxons over 1400 years ago.


Und, typisch für ihn, er schreckt sich nicht davon zurück, ganz klar seine Meinung zu sagen:

Benedikt XVI. hat geschrieben:
In the present context, however, and especially in the secularized Western world, there are many negative influences and pressures which affect Christians and Christian communities. Over the last three years you have spoken openly about the strains and difficulties besetting the Anglican Communion and consequently about the uncertainty of the future of the Communion itself. Recent developments, especially concerning the ordained ministry and certain moral teachings, have affected not only internal relations within the Anglican Communion but also relations between the Anglican Communion and the Catholic Church. We believe that these matters, which are presently under discussion within the Anglican Communion, are of vital importance to the preaching of the Gospel in its integrity, and that your current discussions will shape the future of our relations. It is to be hoped that the work of the theological dialogue, which had registered no small degree of agreement on these and other important theological matters, will continue be taken seriously in your discernment. In these deliberations we accompany you with heartfelt prayer. It is our fervent hope that the Anglican Communion will remain grounded in the Gospels and the Apostolic Tradition which form our common patrimony and are the basis of our common aspiration to work for full visible unity.


Gerade der Schlußsatz sollte aber einigen Tradis hier etwas zu Denken geben. Ich glaube, damit hat er sich von Apostolicae Curae leise verabschiedet.


Cheers,

John

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BeitragVerfasst: 23. November 2006 18:00 
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Der Witz ist ja, daß man sich schon lange nicht mehr auf Apostolicae Curae berufen kann, ohne sich lächerlich zu machen.
Ob Leo damit Recht hatte oder nicht, ist dabei völlig uninteressant (man wird natürlich aus Gründen der Gesichtswahrung in Rom immer behaupten, er hatte Recht), denn die Aussagen von AC können sich ja nur auf die betrachtete Zeit vor hundert Jahren beziehen.
AC ist ein Situationsbericht, sowas hat nie auf Dauer eine Bedeutung.

Heute morgen wurde im Radio berichtet, die Autobahn sei wegen eines umgekippten LKWs völlig gesperrt und absolut unpassierbar, ob das richtig war weiss ich nicht, ich war nicht dort, aber wenn ich auch morgen und übermorgen unter Berufung auf diese Nachricht behaupte, die Autobahn sei unpassierbar, oder gar, sie sei für alle Zeiten unpassierbar, dann wird es grotesk.

Einem intelligenten Mann wie Benedikt muss das klar sein, AC hat heute absolut keine Bedeutung mehr.

Eine neue römische Untersuchung käme ohne jeden Zweifel zu dem Schluss, dass die anglikanischen Weihen "absolutely valid" sind, alles andere würde zu sehr am eigenen (römischen) Sukzessionsverständnis kratzen. Allerdings gäbe es einen Fundieaufstand, wenn man das so offen sagen würde, darum belässt man es bei Gesten.

Grüße,
Werner


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BeitragVerfasst: 24. November 2006 16:59 
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Werner hat geschrieben:
Allerdings gäbe es einen Fundieaufstand, wenn man das so offen sagen würde, darum belässt man es bei Gesten.
Mit dem Islam legt er sich an, aber vor der eigenen Brut kein Rückgrat? :shock:

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Und wissen Sie, was Realität ist? Realität ist eine Illusion, die man sich macht, wenn man noch gar nichts getrunken hat... (Cora v. Ablass-Krause)


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BeitragVerfasst: 24. November 2006 18:17 
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Moderator

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Wohnort: Köln
Flo77 hat geschrieben:
Werner hat geschrieben:
Allerdings gäbe es einen Fundieaufstand, wenn man das so offen sagen würde, darum belässt man es bei Gesten.
Mit dem Islam legt er sich an, aber vor der eigenen Brut kein Rückgrat? :shock:



Tse,tse,tse! "Brut"??? :shock: :shock: Flo, in anderen Foren hättest Du Dich zur Strafe jetzt eine Runde in die Ecke stellen müssen!!!!

Außerdem setzt Du voraus, daß BXVI sich bewußt mit den Muslims angelegt hat. Ich halte "Regensburg" für einen päpstlichen Fauxpas, sozusagen eine "pontifikale Panne". ( Siehe unseren Regensburg-Thread; und bisjetzt hat mir auch niemand eine stimmige andere Interpretation vorgelegt.)

Was die "Brut" angeht -nun, es ist immer schwieriger die Extremisten der eigenen Gefolgschaft zu bändigen, als sich vom Fremden zu distanzieren.


Winnie


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BeitragVerfasst: 27. November 2006 10:33 
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Registriert: 8. November 2005 15:43
Beiträge: 324
Ich denke, man ist sich in Rom sehr wohl bewusst, daß die Einheit der RKK ein recht fragiles Gebilde ist.

Das war früher anders, da wurde die Kirche sozusagen mit eiserner Knute zusammengehalten. Da hat man nicht gezögert, Dissidenten (glaubens- wie gehorsamsmäßige) einfach vor die Tür zu setzen.

Das funktionierte jedoch heute nur noch sehr eingeschränkt, im Gegenteil, heute ist der Spieß vielfach umgedreht und die Gläubigen drohen Rom damit, selber vor die Tür zu gehen.

Das ist ein allgemeines Phänomen, unter Liberalen ("Rom und der Bischof sind weit, wir lassen uns von denen nichts sagen") genauso verbreitet wie unter Tradis (Piusbrüder).

Ergreift Rom nun offen für die Tradis Partei, bricht der liberale Flügel weg, gibt sich Rom zu liberal, brechen die Tradis weg.

So interpretiere ich jedenfalls das römische verhalten der letzten Jahre, das eigentlich meist nach dem Schema abläuft: "konservativ in der Lehre, aber großer Pragmatismus bei der Umsetzung".

Werner


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