Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Anglikanische Kirche Tansanias
BeitragVerfasst: 12. Januar 2007 21:46 
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techAdmin

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Ich habe hier folgenden sinngemäß ins deutsche übersetzten Artikel aus der tansanischen Zeitung "Guardian" aus Tansania (IPP Media, Dar Es Salaam) vom 16.12.2006:

Die Anglikanische Kirche Tansanias wird von Diözesen, Gemeinden, Bischöfen und Einzelnen, die homosexuelle Praktiken dulden oder gleichgeschlechtliche Verbindungen segnen, wissentlich kein Geld mehr annehmen, heißt es in einer Erklärung des Hauses der Bischöfe. Die Gemeinschaft mit der Episcopal Church in den USA sei ernsthaft beschädigt. Schon als Gene Robinson 2003 zum Bischof von New Hampshire gewählt wurde, hatte sich die Kirche in Bezug auf einzelne Bischöfe ähnlich geäußert.


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BeitragVerfasst: 15. Januar 2007 12:10 
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Nun, ich bin gespannt wie lange die das aushalten werden...

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BeitragVerfasst: 15. Januar 2007 13:29 
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techAdmin

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In welchen Zeiträumen denkst Du ? :wink:

Wenn sich die angelikalische Kirche Tansanias auf den Standpunkt stellt, dass wirklich nur die einzelnen Gemeinden / Diözesen betroffen sind und nicht eine ganze Gliedkirche, dann können die das lange durchhalten.

Wenn sie allerdings auf die Idee kommen würde, ganze Gliedkirchen zu "bannen", dann wirds spannend.

Auch spannend ist die Frage, wie eng die "Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen" gesehen wird - das gibt es ja in der Alt-Katholischen Kirche auch. Unter Umständen könnte damit auch das Masasi-Projekt unserer Kirche von tansanischer Seite aus hinterfragt werden.

Hoffen wir es nicht, es wäre schade drum.


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BeitragVerfasst: 15. Januar 2007 22:28 
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Wäre in der Tat schade!

Winnie


PS: Im übrigen würde ich die Konsequenz der tansanischen Mitchristen nicht unterschätzen, lieber Soli. Ich glaube, Du gehst ein bißchen zu sehr von bundesrepublikanischen bzw. mitteleuropäischen Mentalitäten aus.


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BeitragVerfasst: 16. Januar 2007 01:47 
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techAdmin
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winnie hat geschrieben:
Wäre in der Tat schade!

Winnie


PS: Im übrigen würde ich die Konsequenz der tansanischen Mitchristen nicht unterschätzen, lieber Soli. Ich glaube, Du gehst ein bißchen zu sehr von bundesrepublikanischen bzw. mitteleuropäischen Mentalitäten aus.


Jepp. Führende Personen bei ECUSA haben am Anfang des Streits um +Gene ziemlich offen (und ungeschickt) mit Entzug ihrer Spendengelder gedroht, und das ging sehr stark nach hinten los, zumal die Anglikaner im Global South (vor allem in Afrika) die Kolonialzeit noch in Erinnerung haben, wo sie von westlichem Geld abhängig waren. Solche angedeutete Drohungen oder Behauptungen, daß sie ohne unser Geld nicht auskommen, macht sie uns umso mehr feindselig und verbittert.

Daß Homosexualität von sehr vielen Afrikanern als das Böse an sich betrachtet wird, ist eigentlich in dieser Frage fast nebensächlich. Daß westliche Kirchen ihre Moralität gegen die Moralität der Afrikaner durchzusetzen versuchen (aus ihrer Sichtweise) ist nur eine weitere Demütigung nach vielen anderen in unserem verkorksten amerikanisch-eurpäischen Umgang mit den "Unzivilisierten".

Soll nicht heißen, daß ich ihre Sichtweise teile oder verteidige (eben nicht!), aber ich denke, man kann sie in dem Licht besser verstehen. Einerseits denke ich, man sollte ja keine Kirche mit Geld unterstützen, die die Verfolgung und Folter von Menschen befürwortet oder sogar offen unterstützt (wie z.B. Nigeria das tut). Ich würde sogar sagen, wir stehen in der Pflicht, das Geld für solche Kirchen zu entziehen (nicht aber von bestimmten Zwecksorganisationen, etwa der Diakonie!). Aber andererseits kann man auch ein solcher Entzug geschickter machen, damit der Dialog von vorne herein nicht völlig kaputt gemacht wird.

Cheers,

John

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BeitragVerfasst: 20. Januar 2007 22:06 
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Lothar1962 hat geschrieben:
Ich habe speziell damit auch keine sonderlichen Probleme: Die Ablehnung der Homosexualität ist für mich kein Grund, die Unterstützungen von meiner Seite aus einzustellen; in "meiner" Kirche hier in Deutschland ist das Thema ja auch hochgradig umstritten.


Ist es das? Ich habe nicht den Eindruck, dass das Thema in der alt-katholischen Kirche hochgradig umstritten sei. Belege für meinen Eindruck:

- der Synodenbeschluss der 53. Bistumssynode Oktober 1997

- das Kapitel "Keiner kann allein Segen sich bewahren" aus dem Bischofsbrief "Gott traut uns - Wir trauen Gott"(Januar 2003) des alt-kath. Bischofs Joachim Vobbe

- Stellungnahmen aus alt-katholischen Gemeinden wie z.B. der Stuttgarter Gemeinde

weitere Fundstellen (z.B. aus Österreich) siehe http://huk.org/texte/index.htm#alt-katholisch


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BeitragVerfasst: 21. Januar 2007 13:06 
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techAdmin

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Mojn Ulrich -

in den offiziellen Stellungnahmen erkennt man nur die erreichten Kompromisse, nicht aber den Weg, der dorthin geführt hat bzw. immer noch führt.

Ich stelle jedenfalls fest, dass es in den Gemeinden durchaus nicht wenige Leute gibt, die Homosexualität als Problem wahrnehmen und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ablehnen.

Ich weiß jedenfalls, welches Thema ich bei Gemeindeversammlungen nicht unbedingt thematisieren würde...


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BeitragVerfasst: 21. Januar 2007 21:08 
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Focus on Africa's woes not gay clergy, Tutu says
Fri Jan 19, 2007 5:39 PM GMT138

By Wangui Kanina

NAIROBI (Reuters) - Archbishop Desmond Tutu on Friday urged the African Anglican church to concentrate on the the continent's grim problems rather than on the row over gay clergy, and said persecuting gays was akin to racism.

The debate over the role of homosexuals in the church threatens to split the world's 77 million Anglicans, pitting traditionalists in developing countries against liberals in the west.

African Anglican bishops have threatened to refuse to sit at the same table as Bishop Katharine Jefferts Schori, who heads the U.S. Episcopal Church and supports gay clergy, at a global meeting in Tanzania next month.

"I am deeply disturbed that in the face of some of the most horrendous problems facing Africa, we concentrate on 'what do I do in bed with whom'," the South African Nobel Laureate Tutu told a news conference in Nairobi.

"For one to penalise someone for their sexual orientation is the same as penalising someone for something they can do nothing about, like ethnicity or race. I cannot imagine persecuting a minority group which is already being persecuted."

Tensions in the loose worldwide union of churches over homosexuality reached boiling point with the appointment of openly gay U.S. Bishop Gene Robinson in 2003.

"The God I worship would not consider that (gay clergy) to be a priority concern," Tutu said, adding that churches should instead be thinking about poverty, HIV/AIDS and conflict resolution.

Homosexuality is taboo in most African societies, and most of the African church says ordaining gay clergy goes against the Bible.

The South African church, which has a strong liberal tradition nurtured under the anti-apartheid struggle and financial links to the United States, is the lone African voice in support of Jefferts Schori.

Tutu, retired Archbishop of Cape Town, is in Kenya to attend the World Social Forum where over 80,000 people are expected to campaign over trade, poverty, war and the environment.


© Reuters 2007. All Rights Reserved.

http://za.today.reuters.com/news/newsAr ... 070119.XML


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BeitragVerfasst: 21. Januar 2007 21:39 
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techAdmin
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Ulrich Schürrer hat geschrieben:
Focus on Africa's woes not gay clergy, Tutu says


Can we make ++Desmond be Archbishop of Canterbury? Hmmm, Desmond Cantaur.

Oder Papst? Desmond I.? :-D

Cheers,

John

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BeitragVerfasst: 22. Januar 2007 00:40 
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John Der Echte

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Eine interessante Frage. Desmond als Erzbischof von Canterbury? Es ist ja eine lustige Sache, daß der ABC als Oberhaupt der Anglikaner weltweit eigentlich immer Brite ist, weil er zugleich Oberhaupt der C of E ist. Ich habe mich auch schon gefragt, ob da nicht mal eine Änderung angebracht wäre...

Eine Erfahrung möchte ich noch weitergeben: Ich war gestern auf einer Konferenz zum Thema des neuen "Anglican Covenant". Organisiert war der Studientag von "Affirming Catholicism", einer liberalen Anglokatholischen Vereinigung. Der Tag war sehr intensiv mit fünf Referenten, die aus den unterschiedlichsten Ecken gesprochen haben. U.a. gab es einen Beitrag von Victor Baffoe aus Ghana, einen Beitrag aus dem Anglican Communion Office, einen Beitrag von evangelikaler Seite, einen historischen Vortrag zum Thema Konziliarismus und einen Referenten von der TEC zum Thema des Chicago-Lambeth Quadrilateral.

Für mich wurde zweierlei deutlich: Die Situation ist sehr schwierig, weil die Gräben zwischen den Teilkirchen der AC und teilweise auch innerhalb der Kirchen sehr tief sind. Es hat einen Vertrauensverlust gegeben, der vielleicht nicht mehr zu heilen ist, auch nicht durch einen Covenant, wie der Erzbischof ihn vorgeschlagen hat. In einen solchen Covenant einzutreten, setzt Vertrauen voraus.

Zugleich hat mich der Tag unglaublich inspiriert, denn es ist gelungen, eine Atmosphäre des Zuhörens und des Dialogs zu schaffen, in der wirklich über die fundamentalen Themen gesprochen werden konnte. Dabei trat zutage, daß die Positionen der konservativen Evangelikalen und der liberalen Anglokatholiken in dieser Frage gar nicht soweit auseinanderliegen. Man sah an genau den gleichen Stellen Handlungsbedarf und Möglichkeiten, in einen Dialog einzutreten. Das war mutmachend.

Wenn es gelingen sollte, einen solchen Prozeß auch auf der Ebene der Anglican Communion einzuleiten, und etwas von dieser Atmosphäre auch auf der Lambeth Conference nächstes Jahr zu entwickeln, könnte die gegenwärtige Krise vielleicht nicht nur gelöst werden, sondern sogar zu einer Stärkung und Schärfung der anglikanischen Identität führen. Das wäre zwar vielleicht ein Wunder, aber als Christen sollten wir ja das Wirken des Geistes nicht von vornherein ausschließen...


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BeitragVerfasst: 22. Januar 2007 08:50 
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techAdmin

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btw: Kennt jemand "politisch korrekte" und nicht zu unmöglich klingende Begriffe, die man anstelle von "Schwarze" und "Weiße" benutzen kann?

Mojn -

obwohl ++Desmond in allen afrikanischen Staaten einen hervorragenden Ruf hat - vor allem aufgrund der Tatsache, dass er die Nöte Afrikas auf eine internationale Ebene bringen konnte und dafür auch international ausgezeichnet wurde - gibt es in sehr vielen afrikanischen Staaten in der Bevölkerung große Vorbehalte gegenüber Südafrika und Südafrikanern.

Vor allem in Sambia, Simbabwe, aber auch abgeschwächt in Tansania gibt es recht viele Menschen, die der Meinung sind, dass das südafrikanische Gesellschaftsmodell einer "afrikanischen Identität" abträglich ist, insbesondere auch wegen der Tatsache, dass die Weißen in Südafrika wirtschaftlich deutlich besser dastehen als die Schwarzen und letztlich das Land wirtschaftlich und teilweise auch kulturell dominieren.

Insofern habe ich die Befürchtung, dass man bezüglich ++Desmonds Aussagen sinngemäß folgendes denken wird: "Ist ja ein wichtiger und gelehrter Mann, der viel für uns getan hat und immer noch tut, aber als Erzbischof einer südafrikanischen Kirche weiß er natürlich nicht so sehr Bescheid über die wirklich afrikanischen Probleme".

Insofern sehe ich die Bestrebungen aller christlichen Kirchen (natürlich nicht nur diese) in Tansania, Bildung in die Bevölkerung zu bekommen, als unabdingbar und langfristige Lösungsmöglichkeit für die Probleme der Afrikaner, an.

Gruß
Lothar


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BeitragVerfasst: 12. Februar 2007 10:24 
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John Der Echte

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Apropos: Hat schon jemand was vom Primates Meeting in Tansania gehört? Bislang fehlt mir jede Information...

EDIT: Kein Wunder, es geht erst übermorgen los. :D

Hatte im Gefühl, daß es letzte Woche schon gewesen wäre.


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BeitragVerfasst: 13. Februar 2007 11:41 
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techAdmin
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Moin,

Die Diskussion zum Thema Bildung und Gewalt in Afrika wurde auf Wunsch abgetrennt und geht hier weiter.

Cheers,

John

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