Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 29. November 2005 08:41 
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John Der Echte

Registriert: 6. Oktober 2005 15:33
Beiträge: 3003
Wohnort: Mitten in Deutschland
gode hat geschrieben:
Zitat:
Diejenigen, die hier ihr politisches Süppchen kochen, sind in meinen Augen die Eiferer, die gegen die Weihe von Gene Robinson hetzten und hetzen. (Ich meine wirklich die Eiferer, nicht diejenigen, die wohlüberlegte Bedenken äussern)


Ich hoffe, dass ich da nicht was übersehen habe - denn das habe ich noch gar nicht herausgelesen. Denn Hetz-Postings versuche ich als Moderator zu finden und flugs zu löschen. Ganz ehrlich - mir ist das Forum wichtiger, als die Parteinahme für irgendeine Ansicht... Schlimm?


Ich habe das *hier* anders gelesen. Mmn wollte Werner damit *in dieser Frage* sagen und nicht *hier in diesem Forum*.

Gruß
JHN


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BeitragVerfasst: 29. November 2005 10:24 
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Registriert: 8. November 2005 15:43
Beiträge: 324
JHNewman hat geschrieben:
Ich habe das *hier* anders gelesen. Mmn wollte Werner damit *in dieser Frage* sagen und nicht *hier in diesem Forum*.

Gruß
JHN

... genau so war es auch gemeint, ich bitte um Entschuldigung, wenn ich euch da ins Grübeln gebracht habe. Das "hier" hieß ganz einfach "hierbei", sprich beim "Fall" Gene Robinson!

Werner


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BeitragVerfasst: 29. November 2005 10:43 
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Registriert: 8. November 2005 15:43
Beiträge: 324
winnie hat geschrieben:
(...)
Außerdem halte ich es für eine äußerst kühne Behauptung, daß jede diözesankirchliche (Personal)Entscheidung durch den Heiligen Geist inspiriert sei. Für mein Verständnis kann der Heilige Geist nur für konziliare Entscheidungen der Gesamtkirche in Anspruch genommen werden. (Also in diesem Fall weder von den GR-Wählern noch von ihren Gegnern.)(...)

Na, du hast ja ein Stück weiter oben selbst geschrieben, daß eine Bischofswahl etwas anderes ist als die Auswahl eines Hausmeisters, und deshalb glaube ich auch nicht, daß der Heilige Geist bei jeder Personalentscheidung unbedingt mitwirkt, wohl aber glaube ich, daß er bei einer Bischofswahl mitwirkt, dann die Gemeinschaft der Bischöfe ist ja der berühmte Fels, auf dem die Kirche aufgebaut ist.

Es gibt allerdings durchaus, da stimme ich dir zu, Fälle, in denen eher die Politik als der Heilige Geist am Werk ist.

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass die Diözese New Hampshire aus lauter schwulen und lesbischen Aktivisten besteht, die hier aus politischen Gründen ein Signal setzen wollten.

Ich glaube vielmehr, daß die große Mehrzahl der Gläubigen dort Gene Robinson für den richtigen Bischof hielt und hält, und daß es ihnen dabei egal war, daß er zufällig schwul ist, insofern halte ich das Wirken des Heiligen Geistes hier durchaus für gegeben.

Ich habe ja gesagt, daß man durchaus diskutieren kann, ob man nicht trotzdem auf die Weihe von Robinson hätte verzichten sollen, dann allerdings wirklich aus politischen Gründen, denn ich bestreite schlichtweg, daß irgendjemand in Afrika, Europa, oder auch nur in Kalifornien vor der Weihe in der Lage war, zu beurteilen, ob Gene Robinson als Bischof geeignet oder würdig war, das konnten aber die, die ihn zum Bischof gewählt haben.

Insofern wäre es in einer brüderlichen Kirche (die wir halt leider nicht sind) eine Selbstverständlichkeit, meine Abneigung herunterzuschlucken und Gene Robinson als Mitbruder willkommen zu heissen.

Schaun wir uns das doch mal von der anderen Seite an: Es wurde hier im Forum einiges erzählt, was die afrikanischen Bischöfe in keinem guten Licht erscheinen lässt, Stichwort Polygamie.

Ich weiß nicht konkret, was da wirklich läuft, weiß aber, daß die Polygamie zumindest von der Tradition verworfen wird. Wenn ich jetzt hier Bischof wäre, könnte ich mit der gleichen Grundlage, die die Afrikaner gegen Robinson haben, sagen, daß die afrikanischen Bischöfe gar keine richtigen Bischöfe sind, daß ihre Weihen gar nicht gültig sein können, daß man dort streng monogame Weiße hinschicken muß um die armen Gläubigen vor den Wölfen im Bischofsornat zu schützen.

Genauso geschieht es umgekehrt, und das ist unter aller Kanone (da sind wir uns hier im Forum ja einig)

Sollte aber deswegen die Kirche in England "lieber darauf verzichten, ausgerechnet einen Schwarzen zum Erzischof von York zu weihen"? Natürlich nicht!

Werner


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BeitragVerfasst: 29. November 2005 11:06 
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Registriert: 8. November 2005 15:43
Beiträge: 324
Ich persönlich sehe die Weihe von Gene Robinson ähnlich wie das Thema Frauenweihe.

Es gibt keinen vernünftigen theologischen Grund der dagegen spricht, aber eine lange Tradition des Nichtpraktizierens, der manchem die Akzeptanz erschwert.

Von daher ist der einzige ehrliche und in meinen Augen akzeptable Grund, warum man auf die Weihe von Frauen verzichten mag, die Vermeidung der Gefahr eines Schismas.

Insofern wäre ein Verzicht auf die Weihe von Gene Robinson in meinen Augen dann ok gewesen, wenn man klargestellt hätte (seitens ECUSA) daß man der festen Überzeugung ist, daß Robinson für das Amt geeignet ist, daß es keine wirklichen Gründe gibt, die gegen die Weihe sprechen, daß man aber trotzdem aus Rücksicht auf die Einheit der Kirche davon Abstand nimmt.

Alles andere, wie ein stillschweigender Verzicht auf Robinson und Ähnliches hielte ich für eine Kapitulation der Offenheit gegenüber dem Vorurteil.

Werner


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BeitragVerfasst: 29. November 2005 16:23 
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Beiträge: 68
Wohnort: NRW
Ich sehe eine Lösung der Konflikte in der Anglikanischen Weltgemeinschaft überhaupt nur darin, dass jede Mitgliedskirche diese ethischen Fragen für sich klärt.

Die Anglikanische Kirche versteht sich als Volkskirche und in einer Volkskirche werden diese Frage so und nicht anders beurteilt wie in dem betroffenen Volk selbst.

Was zum Beispiel das Thema Homosexualität angeht, sind die Niederlande und Skandinavien bei der Emanzipation am weitesten. Deutschland liegt hinter diesen Ländern ca. 10 Jahre zurück, England liegt 10 Jahre hinter Deutschland und die afrikanischen Länder ca. 50 Jahre hinter England.

Wenn man also eine Weltkirche hat, muss man sie entweder führen wie die römisch-katholische Kirche, indem man jede Kritik im Keim erstickt oder, wenn man das nicht will, muss man den einzelnen Landeskirchen (Church of England, Church of Nigeria usw) die autonomen Entscheidungen überlassen.

Der Erzbischof von Canterbury dürfte sich in diesen Frage überhaupt nicht äußern (ich bin heute noch erstaunt, wie naiv wohlwollend er sich zum Thema Homosexualität geäußert hat und damit ins offene Messer der Evangelikalen gelaufen ist...).

Es wäre kirchenpolitisch besser, das Amt des Erzbischofs von Canterbury theologisch anders zu akzentuieren, damit er mehr "über den Alltagsdingen schweben" und dadurch für alle Anglikaner zum Symbol der Einheit werden kann.


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BeitragVerfasst: 29. November 2005 19:22 
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Moderator

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Wohnort: Köln
Werner hat geschrieben:
Insofern wäre ein Verzicht auf die Weihe von Gene Robinson in meinen Augen dann ok gewesen, wenn man klargestellt hätte (seitens ECUSA) daß man der festen Überzeugung ist, daß Robinson für das Amt geeignet ist, daß es keine wirklichen Gründe gibt, die gegen die Weihe sprechen, daß man aber trotzdem aus Rücksicht auf die Einheit der Kirche davon Abstand nimmt.
Alles andere, wie ein stillschweigender Verzicht auf Robinson und Ähnliches hielte ich für eine Kapitulation der Offenheit gegenüber dem Vorurteil.

Werner


Ja, ich denke das wäre der richtige Weg gewesen.........


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BeitragVerfasst: 29. November 2005 20:15 
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Moderator

Registriert: 30. September 2005 18:55
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Wohnort: Köln
Werner hat geschrieben:
winnie hat geschrieben:
(...)
Außerdem halte ich es für eine äußerst kühne Behauptung, daß jede diözesankirchliche (Personal)Entscheidung durch den Heiligen Geist inspiriert sei. Für mein Verständnis kann der Heilige Geist nur für konziliare Entscheidungen der Gesamtkirche in Anspruch genommen werden. (Also in diesem Fall weder von den GR-Wählern noch von ihren Gegnern.)(...)

Na, du hast ja ein Stück weiter oben selbst geschrieben, daß eine Bischofswahl etwas anderes ist als die Auswahl eines Hausmeisters, und deshalb glaube ich auch nicht, daß der Heilige Geist bei jeder Personalentscheidung unbedingt mitwirkt, wohl aber glaube ich, daß er bei einer Bischofswahl mitwirkt, dann die Gemeinschaft der Bischöfe ist ja der berühmte Fels, auf dem die Kirche aufgebaut ist.

Werner


Lieber Werner, Gott erhalte Dir Deinen Glauben an die direkte Einwirkung des Heiligen Geistes bei Bischofwahlen.. -Aber genau das glaube ich nicht

Aus meinen kirchengeschichtlichen Studien kann ich eigentlich nur den Schluß ziehen, daß der Heilige Geist sich bei Bischofswahlen (und erst recht bei rk Bischofsernennungen) sich in 99% Prozent der Fälle zurück hält. Wichtig ist, daß er mit der Gesamtkirche ist und sogar später nach der Wahl und den Weihevorgängen aus mancher "tauben Nuss" noch einen "guten Hirten" macht.

Winnie :wink:


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BeitragVerfasst: 29. November 2005 20:40 
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Moderator

Registriert: 30. September 2005 18:55
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Achso ja, was die Aufnahme des Polygamie-Arguments gegenüber den afrikanischen Anglikanern angeht, kann ich uns "liberalen" Westlern nur ziemliche Zurückhaltung empfehlen.
In einem Teil der afrikanischen Gesellschaften ist die Polygamie festverwurzelt. Wie es da die Herren Bischöfe halten weiß ich im Konkreten nicht, kann mir aber vorstellen, daß zölibatär oder monogam lebende Herren aufgrund ihrer Lebensweise erhebliche Autoritätsprobleme bekommen würden.
Auch sollte man sich vielleicht als Westler mal klar machen, daß die Bibel in Fragen der Monogamie nicht so eindeutig ist, wie wir aus unserem kulturellen Verständnis gerne glauben. Gerade aus dem AT läßt sich die polygame Lebensweise durchaus rechtfertigen.....
(Klar, man kann viel aus dem AT ableiten z. B. auch, daß man seine Feinde am besten zersägt.....)

Winnie
(der sich noch gerne an einen Studentenkneipenabend erinnert, als wir unsere fundamentalistischen Kommilitonen :mrgreen: völlig aus der Fassung brachten, in dem ihnen vorschlugen, doch den CBP , den Club bibeltreuer Polygamisten zu gründen.)


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BeitragVerfasst: 8. März 2006 12:47 
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Registriert: 8. November 2005 15:43
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Ein interessanter Kommentar aus der Washington Post von Bischof Chane von Washington zum Thema und insbesondere zu Erzbischof Akinola.

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/02/24/AR2006022401801_pf.html

Viele Grüße,
Werner


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