Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 23. Dezember 2005 13:26 
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JHNewman hat geschrieben:
Ich habe die Tage ein sehr interessantes Interview mit einem Religionssoziologen gehört, der sich genau darüber ausließ. Er erzählte, daß Bischöfin Käßmann die ev. Kirche einmal als eine *Diskursgemeinscharft* bezeichnet habe. Allerdings, so merkt er an, habe Religion nur eingeschränkt etwas mit *Diskurs* zu tun, Glaube und Diskurs würden sich ab einem gewissen Grade ausschließen.
Wieso das denn?? :shock:


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BeitragVerfasst: 23. Dezember 2005 14:18 
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Registriert: 8. November 2005 15:43
Beiträge: 324
JHNewman hat geschrieben:
(...) Allerdings, so merkt er an, habe Religion nur eingeschränkt etwas mit *Diskurs* zu tun, Glaube und Diskurs würden sich ab einem gewissen Grade ausschließen. (...)
Gruß
JHN

Ich denke auch daß sich Glaube und Diskurs ausschliessen, aber das Leben besteht nicht nur aus Glauben, und so bleibt genügend Platz für Diskurs.

Will sagen, es ist klar, daß es bestimmte Glaubensstandpunkte gibt, ja geben muß, die einfach nicht diskutabel sein können.

Das ist ja kein römisches Spezifikum, auch wenn die Instanz zur Festlegung dieser nicht diskutierbaren Glaubenswahrheiten anderswo eine andere ist als das römische Lehramt.

Das römische Lehramt hat jedoch die Tendenz, in möglichst jeden Aspekt des Lebens eine solche nicht diskutierbate Glaubenswahrheit hineinlegen zu wollen, und es wundert mich wirklich, oder vielmehr es erschreckt mich, wie viele Menschen nur allzu bereit sind, sich jeden Aspekt ihres Lebens von aussen diktieren zu lassen.

Diese Bereitschaft zusammen mit jemadem, der sie schamlos auszunutzen bereit ist, kann fatale Folgen haben, wie die Geschichte ja schon des öfteren gezeigt hat.

Ganz besonders bedenklich wird es, wenn die Fremdbestimmung nicht nur hingenommen wird, sondern sogar noch als heiliges Ideal vergötzt wird.

Da wird dann über Bischöfe hergezogen, die es wagen, das Wort "Kollegialität" in den Mund zu nehmen, da werden Menschen verketzert, denen ihr Gewissen etwas anderes sagt als das Lehramt, da wird es offenbar als heilsnotwendig angesehen, sein Gehirn und sein Gewissen in Rom abzuliefern.

Und das ja alles, ohne daß das Lehre der römisch-katholischen Kirche wäre!

Werner


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BeitragVerfasst: 23. Dezember 2005 14:54 
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Registriert: 4. November 2005 10:53
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Wohnort: Erzbistum Köln
Achtung OT:
Werner hat geschrieben:
Ich denke auch daß sich Glaube und Diskurs ausschliessen, aber das Leben besteht nicht nur aus Glauben, und so bleibt genügend Platz für Diskurs.
Letzteres sehe ich grundsätzlich anders.

Glauben ist kein Hobby, daß man temporär ein- und ausschaltet. Es ist eine Grundhaltung, es ist das, was das ganze Handeln, Denken und Fühlen bestimmt (bzw. bestimmen sollte).

Ich gebe ja zu ich habe eine große Schwäche für einfache, einleuchtende Erklärungen (mir ist römische Theologie oftmals zu sehr verkopft - leider nicht in dem Sinne, daß sie zu rational wird sondern, daß ich ihr geistig nicht folgen kann). Entsprechend bin ich ein großer Fan von knackig-kernigen Katechismen (wie Luthers Kleinem), die das wichtigste kurz und präzise so wie es "immer, überall und von allen" geglaubt wurde zusammenfassen und an die man sich halten kann (vorallem, wenn der Geist der eigentlich dahintersteckt und der auf jede Situation angewendet werden kann deutlich wird).

Der KKK übertreibt keine Frage und an vielen Stellen muss man sich fragen, ob das wirklich iüuva entspricht.

Nichtsdestotrotz würde ich mich sogar hinreißen lassen zu sagen: Glauben ist Diskurs.

Nur im Dialog zwischen Gott-Mensch-Mensch ist Wahrheitsfindung möglich und damit auch Glauben möglich.

Viele Grüße

Flo


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23. Dezember 2005 18:02 
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Registriert: 8. November 2005 15:43
Beiträge: 324
Hallo Flo,
da hab ich mich wohl unklar ausgedrückt. Ich wollte unterscheiden zwischen Glaubensfragen a la Dreifaltigkeit, Auferstehung und solche Dinge.
Dafür braucht es ein Lehramt, denn das ist nichts was man mit seinem Gewissen selbst entscheiden kann.

Anders sehe ich die individuelle Lebensführung. Klar wird die vom Glauben beeinflusst, aber welche Art der Familienplanung z. B. du und deine Frau benutzt müsst ihr letztlich mit eurem Gewissen entscheiden, das kann euch kein Lehramt abnehmen, auch wenn sich das manche wünschen.

Grüße,
Werner


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 Betreff des Beitrags: @JHNewman
BeitragVerfasst: 1. März 2006 18:59 
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Registriert: 1. März 2006 17:07
Beiträge: 30
Wohnort: Wülfrath
@JHNewman

In welchem theologischen (naja, mehr oder weniger) Forum bist du eigentlich nicht? :P


Bitte nicht ernst nehmen (zum Thema Guy Fawkes ): Hmm, wenn jemand ein Forum in die luft sprengt, kriegt der/die dann auch nen Feiertag ? :twisted: :P 8)


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