Mensch und Kirche

Diskussionsforen für Themen des Alltags mit Schwerpunkt religiöse und soziale Fragestellungen
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BeitragVerfasst: 2. Januar 2016 20:18 
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Das 20. INTERNATIONALES A.K. LAIENFORUM wird im August 2016 in PRAG stattfinden:

TERMIN: Mittwoch, 10. Aug. 2016, Anreise bis 16 h
    Sonntag, 14. Aug. 2016, Abreise nach Essen mit der AK Gemeinde, private Verlängerung ist möglich

THEMA: Heiligkeit als Normalität! / Sanctity is normal / Svatost jako normalita
    Mit Kennenlernen der Prager Gemeinde, Gesprächgruppen, Morgen- und Abendmeditationen, Ausflug (diesmal zur Burg Karlstejn), Orgelkonzert und Schlussgottesdienst mit der Prager Gemeinde!

KOSTEN:
    Forumskosten inkl. vier Übernachtungen und Verpflegung pro Person im:
    Einzelzimmer: € 250
    Doppelzimmer: € 185
    Spezialangebot: € 135
    - Forumskosten (inkl. Übernachtung und Verpflegung) pro Person im Apartment mit 3 DZ, 1 Badezimmer
    - Sie übernachten im Spezialangebot also mit 5 weiteren Personen im Apartement. Zimmernachbar für Doppelzimmer kann angegeben werden.

    Teilnahmegebühren ohne Unterkunft (inkl. Verpflegung) € 70,
    Zusatznächte pro Person: EZ: €45, DZ: €30

ANMELDUNG: direkt in laienforum.info, Nachfragen unter anmeldung@laienforum.info

Wir freuen uns auf Ihre / Deine Teilnahme!



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BeitragVerfasst: 17. März 2016 15:02 
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Danke für das große Interesse, es sind schon viele Buchungen aus Deutschland auf laienforum.info eingegangen.

Eine Busfahrt nach Prag, mit z.B. ca. 19 € und 4,5 Stunden Fahrt ab München, ist ab Mai / Juni buchbar. Drei Möglichkeiten:

1. über http://www.bahn.de [4 Busse pro Tag, z.B. ab München ZOB, Hackerbrücke 10:15 - an Praha 14:53 (Autobusová St. Wilsonova)]
2. über http://www.eurolines.de/de/internationa ... n-prag/(ab 9€ aber >5 Stunden) oder
3. über http://www.busliniensuche.de.

Die Forumsprache ist deutsch, englische Übersetzungen sind organisiert.

Dobrý den
wünscht herzlich

Johannes Reintjes


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 Betreff des Beitrags: Re: Laienforum 2016 in Prag
BeitragVerfasst: 31. Mai 2016 15:28 
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Auf unserer Bistums-Homepage gibt es inzwischen weitere Informationen und das Anmeldeformular.

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Alles, was nicht aus Überzeugung getan wird, ist Sünde. (Röm 14, 23.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Laienforum 2016 in Prag
BeitragVerfasst: 19. August 2016 23:47 
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Liebe Freunde und Teilnehmer des Laienforums / Milí přátelé a účastníci Laienfora:

Was gab´s in PRAHA, vom 10. - 14. August 2016:

# Zusammentreffen mit spirituell interessierten Teilnehmern aus fünf Ländern
# Kennenlernen der örtlichen Gemeinde und des neugewählten tschech. a.k. Bischofs Dr. Pavel B. Stránský
# Besichtigungen und Gastronomie des schönen Prags aus Insidersicht
# Ausflug zur Burg Karlštejn (30 km. südwestlich von Prag)
# Gesprächsgruppen zum Thema "Heiligkeit als Normalität?" mit "Spiritualität der Heiligen" (siehe unten)
# Andachten / Meditationen der Ländergruppen zum Thema z.B. in der Hl.-Kreuz-Rotunde und in der Hl.-Maria-Magdalena-Kapelle
# Orgelkonzert von Eveline M. Jansen und festlicher Schlussgottesdienst (1. von Bischof Pavel in Starokath. Kathedrale am Petřín)

Anregung für Referat und Diskussion im Kirchencafe Ihrer Gemeinde!:
Thesen der Referate und Gruppenarbeiten / Hlavní teze referátu a skupinová práce

Heiligkeit als Normalität / Svatost jako normalita
von PhDr. Ing. Petr Krohe, Krankenhaus-Seelsorger, zuvor Ingenieur

Gott schuf uns heilig und Heiligkeit ist in unsere Seelen geschrieben. Die ersten Christen nannten sich „Heilige“ und erlebten ihre Heiligkeit jeden Tag ihres Lebens. Diese „Normalität“ der Heiligkeit verblasste leider allmählich im Laufe der Geschichte und bekam später einen Hauch von etwas Außerordentlichem, sogar Unwirklichem oder Illusorischem. Die Heiligenbilder, die wir sehen, oder Legenden, die wir über sie lesen, unterstützen dies. Ein Heiliger oder eine Heilige ist keine heroische Gestalt wie auf diesen Bildern und Statuen, mit in den Himmel gerichteten Augen und einem Pfeil am Hintern. Die Heiligkeit wird hier und jetzt realisiert. Sie ist „normal“, sogar so normal, dass es uns nicht einmal einfällt, dass sie in der Alltäglichkeit unseres Lebens verwirklicht sein sollte.

Folgende Merkmale der Heiligkeit sind zu beobachten:

- Heiligkeit soll der Normalzustand sein, ähnlich wie Gesundheit. Unvollkommenheit ist wie Krankheit mit Medizin zu behandeln, mit den Sakramenten und mit Gebet.
- Heiligkeit ist dynamisch, eine Entwicklung. Gott bricht in unser Alltagsleben ein und ein Heiliger wehrt sich gegen die Erleuchtung nicht.
- Ein(e) Heilige(r) bemerkt und bearbeitet ihre oder seine Fehler und Sünden („Schatten“). Nach Abbau eines falschen Selbstbildes kann er oder sie sich so akzeptieren, wie er oder sie ist.
- Ein Heiliger läuft der herrschenden Meinung zuwider, kann aber mit Widersprüchlichkeiten (Paradoxien) leben. Ein Heiliger ist auch ein Sünder und ein Sünder mag heilig sein.
. Er ist Teil einer Gemeinschaft, obwohl er sie übertrifft. (Nicht selten wird er deswegen von der Gemeinschaft abgelehnt.)
- Ein Heiliger lebt in Freiheit. Sie oder er bildet sein/ihr Gewissen und trifft seine/ihre Entscheidung, indem er auf das Gewissen hört.
. Selbst moralische Zwickmühlen-Situationen (Dilemmas) löst er mit Hilfe seines Gewissens.

Diese fünf Hauptgedanken und wie man die Heiligkeit in dieser Welt leben kann, haben wir während des Laienforums 2016 in fünf Gruppen ausgetauscht.


Spiritualität der Heiligen und der Heiligkeit / Spiritualita svatých a svatosti
nach Dr. Theol. Petr Jan Vinš: Er arbeitet nach Studium und Vikariat in der Schweiz im Prager Ordinariat und am Lehrstuhl für Spirituelle Liturgie (beschreibt, wie Christen leb(t)en) der Universität Prag

Die Christen sind zur Heiligkeit berufen (1. Petrus 1, 13-16), davon ist die ganze Kirchengeschichte überzeugt. Was man aber unter „Heiligkeit“ konkret versteht, hat sich im Lauf der Zeit stark verändert. Es gab Zeiten, in denen der Einsiedler in der Wüste, abgeschnitten von allem Leiblichen, das Ideal darstellte. Ein anderes Mal war es der Prediger und Missionar, der das Licht des Evangeliums unter vielen Menschen verbreitete. Wieder ein anderes Mal galt die persönliche Nachfolge Christi, eine Nachahmung seines irdischen Lebens als Ideal der Heiligkeit …

Die Geschichte der christlichen Spiritualität ist sehr farbenreich und vielfältig. Genauso vielfältig sind auch die Wege zur Heiligkeit. Am Beispiel verschiedener Persönlichkeiten der Geschichte des Christentums (unabhängig von der offiziellen Heiligsprechung) wurden im Vortrag folgende fünf Archetypen und Lebensmodelle (aus einer Vielzahl weiterer) vorgestellt, die auch heute die Gläubigen in der Suche nach Heiligkeit inspirieren können. (Im Folgenden Mitschrift von Johannes Reintjes:)

1. Wüstenväter am Beispiel von Antonius den Großen (um 251–356 nach Christus in Ägypten): Einsiedler, Asketen (einst der Inbegriff von „spirituell“)
2. Gelehrte wie Thomas von Aquin (ca 1225–1274, Italien) (Anmerkungen: Gegenpositionen „Verliere deinen Glauben im Studium nicht“; Kirchenrecht als Wissenschaftshemmer)
3. Reformatoren am Beispiel von Jan Hus (um 1369–1415, Böhmen), Fehlentwicklungen zerstören, um neu aufzubauen,
. Antwort auf Krise nach „außen“. (Anmerkung: „Was immer und überall geglaubt wurde“ ist die leere Menge, ist nichts.)
4. Mystiker wie Teresa von Ávila (1515-1582, Spanien) oder Johannes vom Kreuz (Juan de la Cruz 1542-1591, Spanien),
. Meister Eckart (Eckhart von Hochheim um 1260-1328, Thüringen, Deutschland),
. Antwort auf Krise nach „innen“: Schwer ist es, Erlebnisse mit Gott und Gefühle dabei zu kommunizieren, aber jeder kann es erleben.
5. Heilige des täglichen Lebens, die gemäß ihren sorgfältigen Gewissensentscheidungen lebten,
. wie Johann Friedrich von Schulte (1827 in Westfalen–1914 in Meran, der nach Ablehnung der Ergebnisse des 1. Vatikanischen Konzils Prag verlassen musste) oder
. als moderner Märtyrer Maximilian Kolbe (1894 in Polen–1941, der im KZ anstelle eines Familienvaters in den Tod ging).

In fünf Gruppen wurden im Laienforum 2016 intensiv und persönlich folgende Fragen diskutiert:
    a) Welches Modell entspricht mir (in welcher Lebensphase)?
    b) Katholische Traditionen in der modernen Gesellschaft erhalten? (Formen ändern, Werte prüfen; glaubwürdig bleiben)
    c) Gleichgewicht zwischen Hierarchie und Synodalität finden: Wie erlebe ich meinen Bischof, Pfarrer, Kirchenvorstand?

Viele Grüße und auf ein (Wieder-)Sehen im nächsten Laienforum in Österreich, in Wels (zwischen Salzburg und Linz), vom 23.-27. August im Schloß Puchberg http://www.schlosspuchberg.at
Johannes Reintjes, Vorstand im Verein Internationales AK Laienforum VIAKL


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BeitragVerfasst: 20. August 2016 09:51 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4442
Vielen Dank für den ausführlichen Bericht!

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