Mensch und Kirche

Diskussionsforen für Themen des Alltags mit Schwerpunkt religiöse und soziale Fragestellungen
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 Betreff des Beitrags: Re: Vorbereitung Laienforum 2007
BeitragVerfasst: 18. Dezember 2006 15:42 
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Johannes hat geschrieben:
Wir reden zuviel von der Freiheit von autoritären Strukturen und zuwenig von der Freiheit zu eigenem Mittun und Mitverantworten. - Ich meine immer wieder, daß wir Deutschen im Vergleich zu z.B. den Niederländern
von unserer und vor allem unserer Priester Glaubenswirklichkeit her noch immer sehr auf das Römische fixiert sind.
Wir wollen von unserer Kirche nicht nur sakrale Dienstleistungen erwarten, sondern mit anderen eine Weg-Erfahrung teilen. - In Fortführung des letzten Laienforums: Ich empfinde, wir reden in der Gemeinde weiterhin zu wenig über unseren persönlichen Glauben (kann für Pfarrer lästig sein)
und zangsläufig fehlt es dann am Zeugnis. "Gemeinsames Ziel unserer Pilgerschaft ist das Reich Gottes."

Johannes 18.12.06


Nun, scheint mir die Erwartungshaltung der "Laien" an die Dienstleistung der Hauptamtlichen keine spezifisches Problem der Katholiken (egal ob römisch oder alt) zu sein, sondern in den Kirchen der EKD genauso verbreitet. Mithin liegt es nicht an der Gegenüberstellung Weihepriestertum versus Allgemeines Priestertum!

Winnie



PS: Für die gemeinsame Wegerfahrung empfehle ich mal öfters mal eine Wallfahrt statt Forumsrunden: da ist einfach mehr erfahrbarer Weg! :wink:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 19. Dezember 2006 10:04 
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Sorry,
entweder habe ich es nicht verstanden oder wir reden aneinander vorbei.
Wieviele Kirchen da auch immer unzureichend sein mögen, mir geht es um meine Altkatholische. Auch halte ich Priestertum nicht für eine Dienstleistung.
Für mich ist Laienforum nicht wesentlich anders als Wallfahrt: wir beten, wir singen, wir reden und wir sind Kirche - und wir kommen von weit her.

Johannes 19.12.06


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 19. Dezember 2006 15:41 
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Moderator

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Johannes hat geschrieben:
Sorry,
entweder habe ich es nicht verstanden oder wir reden aneinander vorbei.
Wieviele Kirchen da auch immer unzureichend sein mögen, mir geht es um meine Altkatholische. Auch halte ich Priestertum nicht für eine Dienstleistung.
Für mich ist Laienforum nicht wesentlich anders als Wallfahrt: wir beten, wir singen, wir reden und wir sind Kirche - und wir kommen von weit her.

Johannes 19.12.06



Gut versuchen wir es doch mal andersrum:

-weshalb sollen unsere Priester noch zu "romfixiert sein"?
-warum sollte das Gespräch über den eigenen Glauben dem Pfarrer lästig sein?
Warum reden einige Leute immer lieber von der Freiheit von Amtsstrukturen als über den eigenen Glauben?

Winnie


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BeitragVerfasst: 26. Januar 2007 16:41 
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Soeben haben wir die Anmeldeinformationen zum Laienforum 2007 aus Tschechien von Josef König erhalten, bitte so früh wie möglich anmelden:

Meine Lieben,

hier sind die Ergebnisse unserer (Bischof Dusan, Hana Karasova und ich) heutigen Sitzung:

Zeit: 1.-5.8.2007
Ort: Strakonice (auf deutsch Strakonitz)
Thema: Allgemeines Priestertum
Hotel: Bavor, http://www.hotel-cz.moonface.cz/hotel-s ... -bavor.htm
Paketpreis: 195 Euro, einschließlich Getränke
, gleicher Preis bei EZ oder DZ
Anmeldung an: Josef.Koenig@centrum.cz
(Josef König, Spanielova 1295/88, CZ-163 00 Praha 6,
Tel. 00420-222952212; Handy: 00420-732422046).


Grundsätzlicher Tagesablauf (es gibt Ausnahmen am An- und Abreisetag und beim Ausflug)

08.00 Morgengebet (bis auf eine Ausnahme im Hotel)
08.20 Frühstück
09.00 Erster Programmteil
10.30 Kaffeepause
10.45-12.00 Zweiter Programmteil
12.30 Mittagessen
15.00-17.45 Nachmittagsprogramm
18.30 Abendessen
19.15 Abendgebet
19.30-21.00 Abendprogramm

Verteilung der Gottesdienste

1.8.07 Wortgottesdienst zur Eröffnung CZ schon um 17.00 Uhr
2.8.07 Morgengebet CH, Abendgebet NL in der evangelischen Kirche in Strakonitz,
wo sonst die dortige a. k. Gemeinde Gottesdienste feiert, 10 Minuten zu Fuß vom Hotel
3.8.07 Morgengebet D, Abendgebet in der Stadt Tabor beim Ausflug: CZ
4.8.07 Morgengebet I, Abendgebet A
5.8.08 Eucharistiefeier auf der Burg in Strakonitz um 11.00 unter dem Vorsitz des Bischofs
und bei Beteiligung der a. k. Lokalgemeinde mit ihrem Pfarrer
Vor der Eucharistiefeier am Sonntag, Burgbesichtigung

Vorläufig werden 30 EZ + 5 DZ blockiert, die Tschechen werden meistens in den Familien der Gemeinde untergebracht.

Je nach der An- und Abreiseroute der Teilnehmenden wird Transport von und nach Prag (Flughafen, Züge über Dresden) organisiert.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Freundlichst
Josef
.


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 Betreff des Beitrags: Antwort mit 1. Petrus 2,5 und 2,9
BeitragVerfasst: 14. Februar 2007 01:37 
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Liebe Diskussionsinteressierte zum „Allgemeinen Priestertum“, lieber Johannes aus Passau,

nach meinem beruflichen Stress wie zu jedem Jahreswechsel habe ich endlich die Zeit gefunden, eine Antwort auf Deine Texte zum Priestertum und seinen verschiedenen Funktionen zu überlegen.

Dir liegt insbesondere die Funktion des Opferpriesters am Herzen und wie dies mit einem allgemeinen, auch Laien umfassenden, Priesterbegriff zu vereinbaren wäre. Da gibt es eine leichte Antwort, das Evangelium selbst.

Im 1. Petrusbrief heißt es an die Adresse vieler Gemeinden gerichtet (Kapitel 2,5; in den Worten der Einheitsübersetzung): Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen PRIESTERSCHAFT, um durch Jesus Christus GEISTIGE OPFER darzubringen, die Gott gefallen.

Zwei Sätze später folgt dann (im Kapitel 2,9; in der Übersetzung Luthers) der Text, der zur biblischen Verankerung des allgemeinen Priestertums der Gläubigen und der gläubigen Geistlichkeit ;-) herangezogen wird:
IHR aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche PRIESTERTUM, das heilige Volk, das Volk seines Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Tugenden dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.

In diesem Sinn, priesterliche Grüße und Wünsche durch einen Laien an einen Laien!

.


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BeitragVerfasst: 4. März 2007 19:12 
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Hallo miteinander,

zum Thema allgemeines Priestertum würde ich nochmal ganz gerne den Begriff des allgemeinen Priestertums auf das praktische Vorleben des Christenmenschen in der Gesellschaft richten. Vielleicht haftet die Diskussion zu sehr auf den Gegensatz Laie/Geistlicher oder in einem diffusen Unbehagen vor einer geistlichen "Elite".
Doch inwiefern könnte man das allgemeine Priestertum als Verantwortung des Christenmenschen verstehen, Gottes Wort, Christi Geist praktisch ins gesellschaftliche Leben, sei es im menschlichen Umgang, sei es in einer lebendigen Hingabe, sei es in der Verantwortung für die Schöpfung zu etablieren? (Man beachte dabei das Gleichnis vom Sauerteig)

Tarec


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 Betreff des Beitrags: Wieso "anders sehen"
BeitragVerfasst: 5. März 2007 01:24 
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Hallo Tarec,

genau dieses Vorbild Christi in die Gesellschaft - und wie Du richtig betonst auch in viele andere Lebensbereiche - einzubringen ist, wie schon mehrfach oben betont, der Kern des allgemeinen Priestertums.

Dieses Thema wird neben Gemeinschaft und Gebet im Laienforum vertieft werden. freue mich darauf und danke schon jetzt Josef König aus Prag und seiner Mannschaft für die Vorbereitungen.

Viele Grüße
Johannes aus München


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BeitragVerfasst: 30. April 2007 13:40 
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Beiträge: 102
Wohnort: München

Bitte helft, die Bekanntheit des Internationalen Laienforums im deutschen Bistum zu steigern!
Nach dem in "Christen heute" im April erschienenen Artikel, füge ich jetzt auch einen Handzettel (vergrößert als Plakat zu verwenden) anbei, mit dem Wunsch an alle, die dies lesen:


Bitte AUSDRUCKEN und AM SCHWARZEN BRETT EURER KIRCHENGEMEINDE AUSHÄNGEN!

Vielen Dank.

Grüße aus München von Johannes




INTERNATIONALES ALT-KATHOLISCHES LAIENFORUM 2007
in Südböhmen, bei Budweis


»IHR ABER SEID DAS auserwählte Geschlecht, das königliche PRIESTERTUM, der heilige Stamm, das Volk seines Eigentums,
so dass ihr verkündigen sollt die Tugenden dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. « (1. Petrus 2, 9)

TERMIN:
Mittwoch, 01. Aug. 2007, Anreise bis 16 h
Sonntag, 05. Aug. 2007, Abreise nach Essen mit der Gemeinde


ORT:
Tagungs-Hotel Bavor, Na Ohradě 31, CZ–38601 Strakonice
Ausblick auf die gotische Burg und den Zusammenfluss der Flüsse Otava und Volyňka. Der Ort Strakonice liegt an der direkten Straßenverbindung Praha – Passau.
Weitere Informationen zum Hotel: http://www.hotel-cz.moonface.cz/hotel-s ... -bavor.htm

TEILNEHMERBEITRAG:
Paketpreis 195 Euro (darin enthalten: Übernachtung, Mahlzeiten, Getränke und Tagungsbeitrag; kein Unterschied bei Buchung DZ oder EZ)

THEMA:
Allgemeines Priestertum
- wie „evangelisch“ sollen Alt-Katholiken sein?

Wir Christen sind durch das Sakrament der Taufe zum allgemeinen Priestertum gerufen. In jedem Einzelnen verwirklicht sich also die eine Kirche Jesu Christi - ein Lebensauftrag. Wie leben wir Christen diesen Auftrag – im Alltag und in der Kirche?

ANMELDUNG / ANFRAGEN:
bitte 31.05.2007 mit Adresse und Zimmerwunsch (EZ, DZ) per Brief oder per E-Mail an Josef König schicken:

Josef König
josef.koenig@centrum.cz
Tel. 00420-222952212
Mobil: 00420-732422046
Spanielova 1295/88, CZ-163 00 Praha 6

Ansprechpartner Deutschland:
Mail: j-reintjes@gmx.de
http://www.utrechter-union.org


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R.I.P.
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BeitragVerfasst: 30. April 2007 16:31 

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Ja, das ist eine gute Idee!

Nachdem meine Partnerin und ich in den letzten Tagen Kontakt zu Josef König hatten, sind wohl noch nicht viele Anmeldungen erfolgt.

Traurig fand ich auch, dass sich die Freunde aus Polen in den letzten Jahren wohl so gut wie gar nicht mehr am Laienforum beteiligt haben. Das ist auch gar kein Wunder, denn da gibt es auf der Homepage nur einen ganz versteckten Hinweis darauf, das es ein Laienforum gibt, aber keinerlei Info über die Veranstaltungen.

Offensichtlich leben unsere Schwestern und Brüder dort noch in einer ausschließlich von den Geistlichen dominierten Kirchenwelt...

Ich konnte es mir daraufhin nicht verkneifen, den Grundtext der Information ins Polnische zu übertragen und im dortigen Altkatholischen Diskussionforum zu posten, an dem sich neben "unseren" Polskokatolicki der Utrechter Union auch die vier anderen altkatholischen Glaubensrichtungen beteiligen.

Es wäre schön, wenn alle von uns, die Kontakte zu polnischen Mitgläubigen haben, die Information weiterzugeben. Übrigens: auch auf der tschechischen Internetseite habe ich nichts gefunden ...

Viele Grüße

Melanie Kaczmarek


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BeitragVerfasst: 13. Mai 2007 13:33 
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Melanie47623 hat geschrieben:
Traurig fand ich auch, dass sich die Freunde aus Polen in den letzten Jahren wohl so gut wie gar nicht mehr am Laienforum beteiligt haben. Das ist auch gar kein Wunder, denn da gibt es auf der Homepage nur einen ganz versteckten Hinweis darauf, das es ein Laienforum gibt, aber keinerlei Info über die Veranstaltungen.

Offensichtlich leben unsere Schwestern und Brüder dort noch in einer ausschließlich von den Geistlichen dominierten Kirchenwelt...



also ist die kirchliche situation der polnischen altkatholiken nicht anders als der römisch-katholischen polen ?

LG
FRANZ


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13. Mai 2007 15:18 
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Moderator

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Franz hat geschrieben:
Melanie47623 hat geschrieben:
Traurig fand ich auch, dass sich die Freunde aus Polen in den letzten Jahren wohl so gut wie gar nicht mehr am Laienforum beteiligt haben. Das ist auch gar kein Wunder, denn da gibt es auf der Homepage nur einen ganz versteckten Hinweis darauf, das es ein Laienforum gibt, aber keinerlei Info über die Veranstaltungen.

Offensichtlich leben unsere Schwestern und Brüder dort noch in einer ausschließlich von den Geistlichen dominierten Kirchenwelt...



also ist die kirchliche situation der polnischen altkatholiken nicht anders als der römisch-katholischen polen ?

LG
FRANZ


Naja, vielleicht ist das Ganze aber auch etwas kurzschlüssig. Daß sich wenig polnische AK angemeldet haben ( wenn dem so ist), kann dies aber auch andere Gründe haben: vielleicht denkt sich ja auch mancher Pole und Tscheche, der das Thema Allgemeines Priestertum unter dem Motto " Wie evangelisch sollen Altkatholiken sein" verhandelt sieht: "typisch deutsch" und hat keine Lust mehr sich anzumelden.
:wink:
Winnie


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R.I.P.
 Betreff des Beitrags: Beteiligung der Polen
BeitragVerfasst: 13. Mai 2007 18:20 

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Hallo, Ihr Lieben,

nein, leider ist es bei allen drei altkatholischen + zwei mariavitischen Konfessionen genauso wie bei den römischen und griechischen Katholiken in Polen: Es wird ziemlich blind das übernommen, was von oben "herabgesandt" wird. Der Priester ist da fast wie Gott/Jesus selbst, nicht nur die körperliche Darstellung Jesu in der Liturgie.

Wie gesagt, wer lange auf der polnischen Homepage über die Einrichtungen der Utrechter Union sucht, bekommt einen einzeiligen Hinweis darauf, dass es ein Laienforum gibt. Dann kommen zwei Links, die nicht erläutert, sondern mit "1" und "2" versehen sind, und dann auf die deutschsprachigen Infos Deutschlands und der Schweiz verweisen. In der Online - Ausgabe der Kirchenzeitung gibt es gar keinen Hinweis. Da stehen nur Hirtenbriefe der polnischen Bischöfe und Predigten sowie Jubiläumsfeiern aus den Gemeinden.

Informationen, oder eine kritische Auseinandersetzung findet lediglich im "offenen Forum" für Altkatholiken und Mariaviten (zusammen 5 Kirchen) statt. Dieses Forum zählt 24 registrierte Teilnehmer! Übrigens gibt es da ausser mir mindestens noch eine Person aus den NL, die auch hier im Forum postet.

Jozef König aus Prag hat mir bzw. meiner Partnerin glaubhaft versichert, dass seit mindestens 4 Jahren nicht ein einziger Teilnehmer aus Polen gesichtet wurde.

Übrigens: Hat irgend jemand einen Bericht von Erzbischof Vercammen nach dem Besuch in Polen gelesen? - Ich bislang noch nicht. Die Polnisch (alt-) Katholische Kirche sollte nicht so weit neben unseren Grundeinstellungen innerhalb der Union existieren.

Die Fragestellung ist mit Sicherheit nicht eine reine Deutsche, auch wenn uns bewußt ist, dass es eine solche Konstellation von 42% : 42% Verhältnis Protestanten/Katholiken in Europa nirgendwo so extrem gibt, und in Polen halt 98% in den verschiedenen katholischen Konfessionen eine religiöse Heimat finden. Die Frage nach dem Priestertum der Laien ist eine Frage, die über die konfessionelle Heimat weit hinausgeht, sogar unsere abrahamitischen Brüder Juden und Islamisten betrifft.

Wichtiger, aber, als in Deutschland darüber zu philosophieren, wäre es, wenn jeder, der Beziehungen zu AK-Gemeinden nach Polen hat, dazu beiträgt, die Informationsdefizite durch einen regelmäßigen Austausch zu relativieren. Dazu würden auch gegenseitige Einladungen und Besuche helfen. Auch dazu ist das Laienforum eine sinnvolle Einrichtung.

Leider weiß ich nicht, wann ich das nächste Mal in Polen bin, auf jeden Fall werde ich dann die Gelegenheit wahrnehmen, eine Polnisch-Altkatholische Kirche der Utrechter Union zu besuchen.

Zunächst einmal werde ich beruflich Ende Mai in der Ukraine/Lviv (deutsch: Lemberg) sein. Ich habe keine Info darüber, ob es da noch versprengte Altkatholiken oder Mariaviter gibt, werde aber die Augen dort offenhalten und Erkundigungen einholen, es gibt dort immer noch Deutsche, Polen und Tschechen als Minderheit, und zumindest bis 1918 bestand da eine deutschsprachige (zu Österreich gehörende) Gemeinde.

So, nun habe ich mich für heute genügend "ergossen".

Viele Grüße aus der römischen "Weihrauch-City" (Kevelaer)

Melanie Kaczmarek[b][/b]


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 Betreff des Beitrags: Re: Beteiligung der Polen
BeitragVerfasst: 13. Mai 2007 19:31 
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Moderator

Registriert: 30. September 2005 18:55
Beiträge: 3594
Wohnort: Köln
Melanie47623 hat geschrieben:
Hallo, Ihr Lieben,

nein, leider ist es bei allen drei altkatholischen + zwei mariavitischen Konfessionen.

Hallo Melanie, hört sich ja so an, als ob Du zu den vielfältigen Kirchen in Polen was erzählen könntest.

Melanie47623 hat geschrieben:
Informationen, oder eine kritische Auseinandersetzung findet lediglich im "offenen Forum" für Altkatholiken und Mariaviten (zusammen 5 Kirchen) statt. Dieses Forum zählt 24 registrierte Teilnehmer! Übrigens gibt es da ausser mir mindestens noch eine Person aus den NL, die auch hier im Forum postet.


Und Jaroslaw ist, wenn ich das richtig verstanden habe, bei den Anglikanern. :wink:

Melanie hat geschrieben:
Übrigens: Hat irgend jemand einen Bericht von Erzbischof Vercammen nach dem Besuch in Polen gelesen? - Ich bislang noch nicht. Die Polnisch (alt-) Katholische Kirche sollte nicht so weit neben unseren Grundeinstellungen innerhalb der Union existieren.


Nein, einen solchen Bericht habe ich nicht gelesen. Ich lese allerdings auch keine polnischen Medien, da ich die Sprache nicht kann.

Ich kann mir allerdings vorstellen, daß auch polnische Altkatholiken nicht besonders begeistert sind, wenn wir als "Besserwissis" auftreten und ihnen ein ordentliches, sprich: uns genehmes (Laien)bewußtsein verpassen wollen.

Auch halte ich das Thema "Allgemeines Priestertum" für sehr wichtig. Es aber unter dem Motto "wie evangelisch Altkatholiken sein dürfen" zu verhandeln, halte ich für eine -offen gesagt- ziemlich dumme Idee. Auch wird mit dem Motto eine bestimmte Richtung im Gesprächsprozeß vorgegeben, so daß ich mir -selbst wenn es zeitlich und finanziell drin wär- einen Besuch in Prag "schenken" würde. Kann doch sein, daß andere Altkatholiken zu einer ähnlichen Einschätzung kommen. Und warum sollte eine solche Einschätzung bei dem einen oder anderen polnischen Altkatholiken nicht auch vorhandensein. -Sie alle in die obrigkeitshörige Ecke zustellen, will mir jedenfalls nicht einleuchten.

Melanie hat geschrieben:
Die Frage nach dem Priestertum der Laien ist eine Frage, die über die konfessionelle Heimat weit hinausgeht, sogar unsere abrahamitischen Brüder Juden und Islamisten betrifft.


Liebe Melanie, ich nehme an, du meinst mit "Islamisten" einfach Muslims.
Die "Islamisten" würden sich nämlich bedanken von uns mit "Brüdern" angeredet zu werden. Aber so mancher "gemäßigte" Muslim würde sich diese Anrede herzlich verbitten. -Eigentlich alle, die ich so im letzten Vierteljahrhundert kennen gelernt habe. Sei es nun im religionswissenschaftlichem Studium, über familiäre Bindungen, über Konsenzrunden oder im Beruf....
Und Religionsangehörige, deren Religion kein Priestertum kennt bzw. im Falle des Judentums seit zweitausend Jahren nicht mehr kennt, unter ein irgendwie neutestamentlich inspiriten Begriff von allgemeinem Priestertum zu zwängen, sehe ich fast schon als eine Art religiösen "Neokolonialismus" an.

Melanie hat geschrieben:
Wichtiger, aber, als in Deutschland darüber zu philosophieren, wäre es, wenn jeder, der Beziehungen zu AK-Gemeinden nach Polen hat, dazu beiträgt, die Informationsdefizite durch einen regelmäßigen Austausch zu relativieren. Dazu würden auch gegenseitige Einladungen und Besuche helfen. Auch dazu ist das Laienforum eine sinnvolle Einrichtung.

Leider weiß ich nicht, wann ich das nächste Mal in Polen bin, auf jeden Fall werde ich dann die Gelegenheit wahrnehmen, eine Polnisch-Altkatholische Kirche der Utrechter Union zu besuchen.

Zunächst einmal werde ich beruflich Ende Mai in der Ukraine/Lviv (deutsch: Lemberg) sein. Ich habe keine Info darüber, ob es da noch versprengte Altkatholiken oder Mariaviter gibt, werde aber die Augen dort offenhalten ...


Das ist sicherlich -unabhängig von dem von mir krtisierten Thema- eine sehr gute und wichtige Sache.

Melanie hat geschrieben:
Viele Grüße aus der römischen "Weihrauch-City" (Kevelaer)

Melanie Kaczmarek


Nichts gegen Weihrauch, aber Kevelar muß für eine Altkatholikin schon ein hartes Pflaster sein!
Obwohl -als ich vor ein paar Jahren -nach langer Kevelaerabstinenz- wegen meiner im sterbenliegenden Patentante in kürzerer Zeit öfters in Kevelaer war, war ich schon beeindruckt, wie stark auch andere Konfessionen in dem schwarzen Biotop sich tummelten. Das war vor dreißig Jahren noch anders, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt.

Winnie


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 Betreff des Beitrags: Re: Beteiligung der Polen
BeitragVerfasst: 13. Mai 2007 20:15 
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Moderator

Registriert: 30. September 2005 18:55
Beiträge: 3594
Wohnort: Köln
winnie hat geschrieben:
Obwohl -als ich vor ein paar Jahren -nach langer Kevelaerabstinenz- wegen meiner im sterbenliegenden Patentante in kürzerer Zeit öfters in Kevelaer war, war ich schon beeindruckt, wie stark auch andere Konfessionen in dem schwarzen Biotop sich tummelten. Das war vor dreißig Jahren noch anders, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt.

Winnie


Achso, um Mißverständnisse auszuschließen: in Kevelaer war ich damals um die dort damals im Sterben liegende Tante zu begleiten, nicht um mit ihr noch Wallfahrten zu machen.


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R.I.P.
 Betreff des Beitrags: Teilnahme von Polen
BeitragVerfasst: 14. Mai 2007 08:00 

Registriert: 24. April 2007 16:50
Beiträge: 241
Wohnort: UA-79037 Lviv (Lemberg) Ukraine
Hallo, (insbesondere Winnie)!

Ja, ich habe mich bereits stark mit den verschiedenen polnischen Strömungen katholischen Glaubens auseinandergesetzt. Es fällt mir natürlich etwas leichter, da ich recht gut polnisch sprechen kann, durchaus auch lesen, nur das Schreiben fällt mir sehr schwer.
Schließlich bin ich nur mit einer Polin verheiratet gewesen.

Zu Kevelaer: Ja, hier ist oek. Vielfalt: römische Katholiken, Protestanten, Neuapostolische, Baptisten, Adventisten, Zeugen Jehovas, Orthodoxe, Sunniten, Aleviten, Jessiden und eine kleine Schar von 6 altkatholischen Frauen (2 aus der Nachbargemeinde Weeze). Von unserem Pfarrer Cornelius aus Krefeld habe ich erfahren, dass sein Vater schon vor 45 Jahren in Weeze und Kevelaer Gottesdienste abhielt!

Das Laienforum findet übrigens nicht in Prag, sondern in Sakonice statt.

Ich habe übrigens ganz bewußt den Begriff: Islamisten = Anhänger des Islams, verwandt. Im Glauben an Gott bezeichne ich Christen, Juden und die Anhänger des Islam durchaus als Brüder, denn wir glauben alle an den einen Gott, nur jeder auf eine andere Weise. Diese Haltung wird auch von Muhammed akzeptiert. Nach dem Koran bin auch ich als Christin eine Muslima, eine die an Gott glaubt. Deshalb verwende ich diesen Begriff auch immer mit seiner originären Bedeutung.

Es ist sehr schade, dass in der heutigen - auch politischen Diskussion - die Begriffe sehr schnell missdeutet werden. Das liegt an den Scharfmachern, natürlich auf beiden Seiten.

Gerade in Bezug auf die Entwicklung des Priesterdienstes in allen drei Religionen in den beiden letzten Jahrtausenden bietet sich noch eine ganze Menge Diskussionsstoff. Schön dass Du das anschneidest, Winnie. Wenn die "Apostelszene" oder die Gemeinde der ersten Jahrhunderte so ausdrücklich vom Laienpriestertum spricht, ist möglicherweise die Entwicklung in dieser Hinsicht zunächst ähnlich verlaufen wie bei den Juden. Wir wissen, dass auch die Kanonisierung des Alten Testaments bei den Juden (Septuaginta) zeitlich etwa parrallel zur Kanonisierungsdiskussion der Bibel bei den Christen verlaufen ist, und wir dafür nur länger brauchten (endgültig ja erst auf dem Trienter Konzil 15?? verabschiedet). Kämen wir nicht möglicherweise auch ganz ohne Klerus aus, stattdessen nur Laiendienste (Lektoren, Kantoren, Prediger, Gemeindeälteste, den Bischof für die Landeskirche und dazu noch die Diakone als kirchlich gebildete Helfer in der sozialen Not)? - So, oder so ähnlich hat ja die Kirche der ersten Jahrhunderte gelebt! Auch wenn das heute ja nach vielen Jahrhunderten ganz anders gesehen und erlebt wird, auch darüber kann man Diskutieren.

Das allgemeine Priestertum bedeutet aber etwas anderes. Es ist mehr zu verstehen als unser aktives Zeugnis zu Gott in unserer Zeit, zu unseren Lebensbedingungen.

So, nun noch ein Satz: Das Neue Testament bitte nicht so isoliert sehen vom Alten und dem Volk Israel; Denn: Jesus und die Apostel einschließlich dieses wichtigen 14. Apostels waren Jude, und auch die Verfasser des Neuen Testaments, der "nicht originalen Briefe", Apostelgeschichte und Offenbarung standen stets mindenstens traditionell tief verwurzelt in der Altt. Tradition, und so auch wir, oder warum meint Ihr, dass im Gottesdienst wie folgt gelesen wird:
1. Lesung = Altes Testament - die Grundlage für Christen und Juden zu Gott
Zwischengesang = Psalmen - die Gebete, die Jesu und die Apostel beteten
2. Lesung = Apostelbriefe, die Stimme der Urchristen
Evangelium = die vier Evangelium als Wort Jesu


So, jetzt mach ich erstmal Schluß.

Viele Grüße, Melanie


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