Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 2. September 2007 23:48 
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Kommuniqué des Internationalen Alt-Katholischen Laienforums 2007 zum Thema „Allgemeines Priestertum“

(Auf Basis der Teilnehmer-Moderationskarten von den Ländervertretern zusammengefasstes Tagungsergebnis)


Bedeutung

Allgemeines Priestertum bedeutet für uns, Verantwortung für die Kirche zu übernehmen und darüber hinaus im täglichen Leben spirituelle Dimensionen zu eröffnen.

In der Diskussion der einzelnen Arbeitsgruppen setzte man sich mit den vorgegebenen Priesterbildern auch aus frühen Kulturen auseinander. Die Aufgabe des Priesters war es, eine Brücke zwischen Menschlichem und Göttlichem zu schlagen und zu vermitteln. Jesus Christus hat uns hingegen im "Vater unser" und in der Bergpredigt einen direkten Zugang zu Gott als Vater eröffnet, so dass für den betenden Christen keine Vermittler notwendig sind. In der Bitte des Vater Unsers "… vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern" zeigt er uns, dass alle Menschen in gleicher Weise von Gott mit der Gnade der Versöhnung beschenkt sind. Sie haben daher auch alle die gleiche Würde vor Gott.

Die Berufung jedes Christen zum allgemeinen Priestertum geschieht in der Taufe und wird hier besonders deutlich in der Salbung mit Chrisam, die während der Taufe gespendet wird: „Der allmächtige Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus hat dir aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neues Leben geschenkt. Du wirst nun wie Priester und Könige mit Chrisam gesalbt, denn du gehörst zu Gottes auserwähltem Geschlecht, zu seiner königlichen Priesterschaft, einem heiligen Volk, das ihm zu eigen ist, damit du durch dein Leben die großen Taten dessen verkündest, der dich in sein wunderbares Licht gerufen hat (vgl. 1 Petr. 2,9)."

Durch das allgemeine Priestertum sind wir berufen, durch unser Leben und Handeln im Namen Gottes in der Welt und nicht nur in der Kirche zu wirken, indem wir die Botschaft Jesu bezeugen, den Menschen dienen, Gott loben und preisen.

Verhältnis von allgemeinem zu ordiniertem Priestertum

Das ordinierte Priestertum entwächst dem allgemeinen Priestertum, als Dienst an der Gemeinschaft der Getauften. Es beinhaltet spezielle Aufgaben, die ihm von der Gemeinschaft übertragen werden. In den alt-katholischen Kirchen entfaltet sich das ordinierte Priestertum im dreifachen Dienst von Bischof, Priester und Diakon. Die Spendung von Sakramenten ist nach alt-katholischem Verständnis ordinierten Personen vorbehalten. Die Ordination selbst wird als Sakrament verstanden.

Legitimation, Autorität und Würde zum Dienst erhält eine Person, die das ordinierte Priestertum ausübt durch die Gemeinschaft, der sie dient. Ausübende des ordinierten Priestertums und versammelte Gemeinde sind aufeinander angewiesen, wenn sie das Wort verkündigen und die Sakramente feiern. Sie sollen dabei darauf achten, dass dabei beide Formen des Priestertums zur Geltung kommen. Die Träger des allgemeinen Priestertums können dabei z.B. in Dankgebeten und in der Auslegung des Wortes an der Liturgie tätig Anteil nehmen.

Alle Getauften tragen somit Verantwortung für Kirche und Welt: Laien und Klerus.

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Ausflug nach Tabor

Konkretisierung des allgemeinen Priestertums in der heutigen Zeit

Das allgemeine Priestertum zeigt sich im "Gottes-Dienst" des täglichen Lebens, im "erkennbar Machen" als Christ, im "Zugehen" auf (Hilfe-)Suchende. Es kann konkretisiert werden, indem wir den Anderen Hoffnung geben, nach dem Evangelium zu leben und den Heilsauftrag in seinen vielen Facetten erfüllen. Das allgemeine Priestertum beweist sich im christlichen Leben in seiner ganzen Vielfalt.

Das allgemeine Priestertum hat das Recht, sich z.B. durch Dankgebete, Auslegungsgespräche und vielem mehr in der Liturgie zu zeigen. Laien sind in der Liturgie umfassend beteiligt, auch bei der Verkündigung des Evangeliums, bei der Austeilung bzw. Weitergabe von Brot und Wein, bei der Formulierung und Vortragen von Fürbitten und weiteren Gebeten und bei vielem mehr.

Allgemeines Priestertum konkretisiert sich in der gelebten Synodalität, die alle Entscheidungsebenen unserer Landeskirchen und auch die ganze Kirche betrifft. Sie äußert sich durch die Mitverantwortung von allen für das Leben der Kirche und deren Zeugnis.

Soweit das Abschluss-Kommunique als Anregung für alle Gemeinden in der Utrechter Union!

Organisiert wurde das Internationale Laienforum 2007 vom Landesvertreter von Tschechien, Josef König aus Prag und der Gemeinde Strakonice mit Familie Karas.

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Inhaltliche Basis waren das neue Testament (1. Petrusbrief, 2 und die Offenbarung 1,6), das Lima-Protokoll des Weltbundes der Kirchen 1982 und ein Vortrag von Professor Peter Moré über die tschechische Reformation und die Stärkung der Laien.

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Prof. Dr. Peter Moré, Prag, über die Bedeutung der tschechischen Reformation

Den vier Arbeitsgruppen der Teilnehmer (Gruppen von Johannes Reintjes, Adrie Paasen, Johannes Kinmayer und Josef König) waren folgende Thesen wichtig:

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Konkretisierung des allgemeinen Priestertums in der heutigen Zeit

- Das allgemeine Priestertum zeigt sich im "Gottes-Dienst" des täglichen Lebens, im "erkennbar Machen" als Christ, im "Zugehen" auf (Hilfe) Suchende.

- Laien sind in der Liturgie umfassend beteiligt, auch bei der Verkündigung des Evangeliums, bei der Austeilung / Weitergabe von Brot und Wein, bei der Erstellung / Erarbeitung von Fürbitten und weiteren Gebeten und bei vielem mehr.

- Allgemeines Priestertum konkretisiert sich in unserer Synodalität, die die Gemeinde und auch die ganze Kirche betrifft. Die Synodalität äußert sich durch die Mitverantwortung von uns allen für das Leben der Kirche und deren Zeugnis.

- Das allgemeine Priestertum kann konkretisiert werden, indem wir anderen Hoffnung geben und uns bemühen, nach dem Evangelium zu leben und den Verkündigungsauftrag in seinen vielen Facetten zu erfüllen.

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Die täglichen Morgen- und Abendandachten und der Abschluss-Gottesdienst mit Bischof Dusan Hejbal gaben dem Laienforum die ihm eigene, feste Struktur. In der letzten - durch die deutsche Gruppe organisierten Abendmeditation - salbten sich die Teilnehmer gegenseitig Stirn und Handinnenseiten mit Chrisam als Erinnerung an ihre Taufe und zugleich an ihre Einsetzung ins allgemeine Priestertum. Bischof Hejbal setzte im Abschluss-Gottesdienst diese Geste fort, indem er die Teilnehmer des Internationalen Laienforums um ihren persönlichen Segen bat .....
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BeitragVerfasst: 3. September 2007 21:10 
sehr beeindruckend!! da kommt eine menge inhalt gut rüber!

ed


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 Betreff des Beitrags: Danke Eduard!
BeitragVerfasst: 5. September 2007 01:06 
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Registriert: 2. Februar 2006 01:12
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...und nächstes Jahr in Deutschland: herzliche Einladung zu "Spiritualität erleben",

bei den a.-k. Mönchen (fünf Mönche und sieben Katzen) in St. Severin in Leinau im Allgäu, vom 13.-17. August 2008.

Viele Grüße von

Johannes aus München
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 Betreff des Beitrags: Anmeldung
BeitragVerfasst: 5. September 2007 20:35 
super,

sicher gibts da ne ausschreibung z.b. in christenheute?!
ed


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 6. September 2007 22:24 
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Registriert: 4. Dezember 2007 11:25
Beiträge: 2035
Bischof Hejbals Bitte um den Segen der Teilnehmer ist eine große Geste gemeinschaftlicher Berufung im Dienst des Herrn.
Somit wird allen Christen ihre von Gott geschenkte Verantwortung neu bewusst - Gottessuche, Kirche, Ökumene, Schöpfung usw. liegen nicht allein auf den Schultern der Bischöfe.
Wir alle sind berufen; wir dürfen und sollen gemeinsam diese göttliche Welt auf dem Weg durch die Zeit aktiv gestalten ...

... bis wir uns wiedersehen!


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 Betreff des Beitrags: ...bis wir uns wiedersehen
BeitragVerfasst: 8. Oktober 2007 20:45 
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Registriert: 2. Februar 2006 01:12
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Wohnort: München
Zitat:
...bis wir uns wiedersehen


In christen heute ist in der Oktoberausgabe auf Seite 223 ein Bericht über 2007 und eine erste Einladung für 2008 in den Allgäu (A.K. Kloster St. Severin in Leinau, Gemeinde Kaufbeuren-Neugablonz) zum Thema Spiritualität abgedruckt.

Ich eröffne zur kommenden Tagung vom 13.-17. August 2008 "Spiritualität" gleich ein neues Thema, damit es dazu eine Diskussion in MuK geben kann!
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