Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 16:02 
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Eilike hat geschrieben:
noe hat geschrieben:
Sich nur durch Ablehnung der "FO" und der "Homosegnung" von der Herkunftskirche zu unterschieden, halte ich für genauso einen Holzweg wie sich nur durch Ablehung der div. rk Spezifika im Fall der AKK der UU von der RKk zu unterscheiden.

Wenn du die Entstehungsgeschichte des Altkatholizismus in D und in der CH kennst, dann weißt du, dass unsere Väter und Mütter im Glauben aus der rkK. herausgeworfen wurden.
Wem die Sakramente ebenso verweigert werden wie ein kirchliches Begräbnis auf einem katholischen Friedhof, der muss - sofern ihm das überhaupt wichtig ist - sich etwas einfallen lassen.
Die Loslösung der PNCC aus der UU sah anders aus.

Eilike


Nur eines: Bitte, bitte verneinahmt nicht den Stiftsprobst von St. Kajetan dafür:
"Moi aussi je ne veux pas être membre d'une société schismatique, je suis isolé".

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 16:11 
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Lothar1962 hat geschrieben:
Eilike hat geschrieben:
Alt-Katholiken, vor allem Konvertiten...,


Du zitierst das ganz nebenbei, das halte ich aber für wichtig. Die Altkatholische Kirche hat sich seit der Depressionsphase in den 1970ern zu einer Konvertitenkirche gewandelt. Wenn ich mir unseren Kirchenvorstand anschaue - zwei Leute sind kindgetaufte Altkatholiken, der Rest ist zur AKK konvertiert, mehrheitlich aus der RKK. Dadurch hat sich die Kirche gravierend verändert. Dort, wo diese Entwicklung nicht gelaufen ist, ist das Gemeindeleben meist erloschen - auch durch ungünstige Mitgliederentwicklungen in den 1960ern (gemischtkonfessionelle Ehepaare haben damals sehr häufig bewusst ihre Kinder nicht altkatholisch taufen lassen, um ihnen die Probleme einer Kleinstkirche zu ersparen).

Damit verlagert sich der Schwerpunkt unserer Kirche: Üblicherweise kommt man zu uns, weil man mehr "Offenheit", mehr Mitsprachemöglichkeiten, "modernere" Auslegung der Schrift haben will. Daraus ist die Entwicklung hin zu Frauenordination und Segnungen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften nur logisch. Nur: Die alte "Altkatholische Bewegung" gab das nicht her, das war eine Notgemeinschaft. Auch dieses Thema scheint inzwischen vom Tisch zu sein - die Mehrzahl der Altkatholiken bekennt sich zum Erhalt der eigenen Kirchlichkeit.

Auch bei der letzten Synode war die eindeutige Feststellung, dass für die Erreichung einer Kirchengemeinschaft mit der RKK keinesfalls die engen Beziehungen zu den anderen ökumenischen Partnern, vor allem die gegenseitige Einladung zum Abendmahl mit den EKD-Kirchen, aufgegeben werden dürften.

Wir sind nicht mehr die Kirche, die wir in den 1920ern waren, wir sind auch nicht mehr die Kirche, die wir in den 1970ern waren. Und wir haben uns von unseren kirchlichen Ursprüngen der 1870er-Jahre entfernt.


Das ist teilweise richtig. Bereits 1935 war nur die Hälfte der ak Priester auch alt-kath. geweiht worden. Der deutsche Klerus rekrutierte sich auch schon damals zur anderen Hälfte aus den Reihen der Römer. Nur hat diese Tendenz tatsächlich in den 1960er und dann vor allem 70er und 80er Jahren Ausmaße angenommen, die dazu führten, dass die AKD theologisch Schlagseite bekommen hat. Vgl. auch Conzemius (in: Revue des sciences relig. 34, 1960, 276): Nous avons discerné deux facteurs à l'origine du mouvement, l'un conservateur, l'autre progressiste. La prédominance de l'un à l'autre se fait au rythme d'une dialectique dont la loi est à chercher aussi bien dans son principe constitutif que dans les influences extérieures."

Mit der baldigen Existenz einer PNCC-Niederlassung in Deutschlan, besteht zumindest die Chance auf eine Bündelung der konservativen Kräfte und dem Exodus der letzten von ihnen aus der AKD als K.d.ö.R.

Dazu sind wir ja - wenn ich einige beiträge weiter oben richtig verstanden habe - explizit von der Majorität aufgefordert worden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 16:16 
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techAdmin

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noe hat geschrieben:
Nur eines: Bitte, bitte verneinahmt nicht den Stiftsprobst von St. Kajetan dafür:
"Moi aussi je ne veux pas être membre d'une société schismatique, je suis isolé".


Ja, so kann es gehen. Nein, den vereinnahme ich nicht dafür. Der hat zwar die wesentlichen theologischen Grundlagen des Altkatholizismus gelegt, konnte aber dann spätestens mit dem Aufbau einer eigenen Struktur mit Bischofswahl nicht mehr mitgehen.

Eigentlich seltsam: Er hat logisch hergeleitet, dass es eigentlich "Rom" ist, was man als "schismatisch" bezeichnen müsste, und hat doch die Einheit der großen Kirche höher geschätzt als seine eigenen Ausarbeitungen. Und später dann auch noch bedauert, dass er so gegen das Vat 1 opponiert hat.

Ich kann das heute nicht mehr nachvollziehen. Ich lebe wohl heute in einer anderen Welt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 16:36 
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techAdmin

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noe hat geschrieben:
Dazu sind wir ja - wenn ich einige beiträge weiter oben richtig verstanden habe - explizit von der Majorität aufgefordert worden.


Du hast die Beiträge falsch verstanden. Wir fordern niemanden auf, zu gehen.

Ich persönlich wäre froh, wenn wir auch Heimat für Konservative sein könnten. "Wir" (Synode und Bischof) sind der Meinung, dass die Reformen, die wir in den letzten Jahr(zehnt)en angestoßen haben, durchaus fest auf dem Boden der Katholizität stehen. Das sieht die überwältigende Mehrheit unserer Kirchenmitglieder ebenfalls so.

Was erwartest Du nun von uns? Dass wir uns bewusst eine andere Sichtweise aneignen, die wir als ausdrücklich falsch ansehen, damit andere Leute uns nicht mehr die Katholizität absprechen? Das kann ja nun nicht wirklich Dein Ernst sein.

Was tut Dir nun an unserer Kirche so weh, dass Du sie nun in Richtung einer konservativen romfreien Kirche verlassen musst(est)?


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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 17:23 
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Lothar1962 hat geschrieben:

Was tut Dir nun an unserer Kirche so weh, dass Du sie nun in Richtung einer konservativen romfreien Kirche verlassen musst(est)?


Noe hat sich in dem abgetrennten Thread über die östliche Gebets- und Rutschrichtung soeben als ORTHODOX geoutet. Zitat: "Wir....orthodoxen Christen..".

Damit dürfte einiges klar sein..

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 17:46 
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noe? -na, allenfalls ein putativer Orthodoxer....


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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 18:24 
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winnie hat geschrieben:
noe? -na, allenfalls ein putativer Orthodoxer....


Das ist aber jetzt leicht gemein, lieber Winnie..

NOE = Neo Orthodox Evangelikal

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 19:44 
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Vanni145 hat geschrieben:
Lothar1962 hat geschrieben:

Was tut Dir nun an unserer Kirche so weh, dass Du sie nun in Richtung einer konservativen romfreien Kirche verlassen musst(est)?


Noe hat sich in dem abgetrennten Thread über die östliche Gebets- und Rutschrichtung soeben als ORTHODOX geoutet. Zitat: "Wir....orthodoxen Christen..".

Damit dürfte einiges klar sein..


Mann, nimm mal deine konfessionalistische Brille ab! Entweder ist man orthodoxer Christ oder gar keiner.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 19:45 
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winnie hat geschrieben:
noe? -na, allenfalls ein putativer Orthodoxer....


ein nicht kanonischer orthodoxer Christ; - so kann ich das gelten lassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 19:48 
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Lothar1962 hat geschrieben:
Was erwartest Du nun von uns?

Metanoia.

Lothar1962 hat geschrieben:
Das kann ja nun nicht wirklich Dein Ernst sein.

Doch!

Lothar1962 hat geschrieben:
Was tut Dir nun an unserer Kirche so weh, dass Du sie nun in Richtung einer konservativen romfreien Kirche verlassen musst(est)?

Der Verrat an der apostolischen Tradition und den Bräuchen der überaus heiligen (orthodoxen) römischen Kirche.

(ich verabscheue das Wort "romfrei").

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 19:49 
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Lothar1962 hat geschrieben:
noe hat geschrieben:
Nur eines: Bitte, bitte verneinahmt nicht den Stiftsprobst von St. Kajetan dafür:
"Moi aussi je ne veux pas être membre d'une société schismatique, je suis isolé".


Ja, so kann es gehen. Nein, den vereinnahme ich nicht dafür. Der hat zwar die wesentlichen theologischen Grundlagen des Altkatholizismus gelegt, konnte aber dann spätestens mit dem Aufbau einer eigenen Struktur mit Bischofswahl nicht mehr mitgehen.

Eigentlich seltsam: Er hat logisch hergeleitet, dass es eigentlich "Rom" ist, was man als "schismatisch" bezeichnen müsste, und hat doch die Einheit der großen Kirche höher geschätzt als seine eigenen Ausarbeitungen. Und später dann auch noch bedauert, dass er so gegen das Vat 1 opponiert hat.

Ich kann das heute nicht mehr nachvollziehen. Ich lebe wohl heute in einer anderen Welt.


Das Problem ist hier das Legitimitätsprinzip.

Die große Frage im Hintergrund ist: Sind die altkatholischen, insbes. die Utrechter Kirche, kanonisch?

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 16. März 2012 20:29 
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Peinlich diese zwangsläufige Situation: Mit einem Bein: ja. Mit einem Bein: nein. Die Frage ist: In welche Richtung WILL ich mich an sich bewegen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 18. März 2012 12:41 
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ja, manche Menschen sind da wirklich "zerrissen". Ich denke, man sollte sich nicht so sehr "zerreißen" lassen. Schon aus dem einfachen Grund, weil "er" über unser klein-klein vermutlich lächeln täte. - Darüber nachzudenken wäre manchmal sicher weiterführend.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 18. März 2012 14:55 
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noe hat geschrieben:
...ich verabscheue das Wort "romfrei"...


Ich nicht noe, ich habe es persönlich als ungemein "befreiend" empfunden. Und selbst nach soviel Jahren mit Erfahrungen auf allen synodalen Kirchenebenen hab ich keine Sehnsucht nach "Rom". Zudem, viele Freunde von mir sind im romtreuen Katholizismus engagiert und ich habe nicht den Eindruck das sie glücklicher sind als viele engagierte Altkatholiken. Des weiteren ist mein Horizont ungemein erweitert worden, da mir durch die Ökumene der evangelische Teil der christlichen Tradition sehr nahe gekommen ist.


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R.I.P.
 Betreff des Beitrags: Re: Mitgliederzahlen AKD
BeitragVerfasst: 18. März 2012 18:46 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Eduard hat geschrieben:
ja, manche Menschen sind da wirklich "zerrissen". Ich denke, man sollte sich nicht so sehr "zerreißen" lassen. Schon aus dem einfachen Grund, weil "er" über unser klein-klein vermutlich lächeln täte. - Darüber nachzudenken wäre manchmal sicher weiterführend.


Manchmal vermute ich, er lacht sogar laut! :lol: :lol: :lol:

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Entwicklung gehört zum Wesen der Kirche. (Bischof Georg Bätzing, Limburg)

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil leben wandern heißt. (Klaus Peter Hertzsch)


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