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Kirchenhopping als Ausdruck der Ökumene u. a. Extravaganzen
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Seite 1 von 11

Autor:  Eilike [ 14. März 2012 10:18 ]
Betreff des Beitrags:  Kirchenhopping als Ausdruck der Ökumene u. a. Extravaganzen

Dieser Thread wurde nicht von Eilike begonnen, vielmehr habe ich auf ausdrücklichen Wunsch mehrerer User diesen Thread aus dem Ursprungsthread "Mitgliederzahlen der AKD" abgetrennt. winnie als mod.

Silesia,
Andreas hat jetzt inhaltlich z.T. vorweggenommen, was ich auch schreiben wollte.
Aus fast jedem deiner Beiträge in diesem Thread lese ich, dass du (kirchliche) nicht glücklich bist. Bei allem, was du besucht und länger oder kürzer ausprobiert hast, hast du das für dich Richtige noch nicht gefunden und möchtest nun deshalb unser ak. Bistum nach deinem Geschmack umbasteln.
Dabei hättest du wirklich jetzt schon einen breiten Spielraum an Möglichkeiten, deine Spiritualität zu leben: ob du stehend oder knieend kommunizierst, mit oder ohne die Hand zu gebrauchen, wird in den Gemeinden, die ich kenne, niemanden stören. Und wenn du in einer rk. Kirche am Rosenkranzgebet teilnimmst, wirst du deshalb auch nicht exkommuniziert.
Falls du allerdings bei jeder Eucharistiefeier, bei der sich der Priester mit der Gemeinde zusammen um den Altar schart, ihn am liebsten "gen Osten" umdrehen möchtest (wie du selbst mal vor einiger Zeit geschrieben hast), dann muss man dir abverlangen, dass du dich mal um die theologischen Gründe kümmerst, vielleicht deine Ansicht änderst oder aber Kompromisse schließen kannst.
Eine Silesia-Kirche wirst du kaum finden.
Nun freue dich doch mal mit uns, dass trotz des sicher anstrengenden "synodalen Prinzips" in unserem Bistum eine ganz große Mehrheit davon überzeugt ist, auf dem richtigen Weg zu sein.
Dem Gebet von Andreas für dich schließe ich mich gern an.

Eilike

Autor:  Silesia [ 14. März 2012 11:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Völliger Quatsch! Aber ein gute Chance zu korrigieren. Das ist keine Silesia-Kirche, keine nach meinem Geschmack. Die wäre noch ganz anders. Dabei ist das ad orientem gerade das Gegebene. Jedoch alles andere, was Du aufzählst wird als anrüchig empfunden. Gerade umgedreht. Ich sage es mal krass und überspitzt: Die AKK sollte Charakter entwickeln, ein Alleinstellungsmerkmal, nicht proto-protestantisch sein und nur separat, weil innerhalb der Evangelischen Kirche dier Trick der überkandidelten Selbstversorgung ex-römischer Priester, die geheiratet haben, nicht funktionieren würde.
Und natürlich kann ich mir alles in einem Stück vorstellen, aber ich habe sehr viel: Sonntags als Gast Kirche nach meinem Geschmack bei der SELK, ein, zweimal im Jahr Krakow zuhause bei den Mariaviten oder in Dresden beim Restpriester der Orden von PortRoyal innerhalb der AKK, einmal im Jahr (karfreitags) zu Gast bei der tschechischen AK in Varnsdorf, einmal im Monat(!) Teilnahme als Gast an der lateinischen Messe der Römer, dort Beichte und Kommunion, zweimal im Jahr zu Besuch bei den Herrnhutern (Ostermorgen und große Christnacht). Demnächst schaffe ich es per Umzug auch in Schirgiswalde an den dortigen reichen Traditionen der Römer teilzunehmen. Als Puzzle bekomme ich das, was ich brauche. Und von den täglichen "Übungen" mal ganz zu schweigen. Ich kann es mir besser vorstellen, sicher, denn es ist ein bisschen viel "immer als Gast", aber ich leide keinen Mangel. Man kann ja auch übertreiben. Wie oft und wo geht ihr denn in die Kirche und dergleichen? Wie sieht denn Euer religiöses Leben real aus?

Autor:  JHNewman [ 14. März 2012 15:02 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Puh, eine solche postmoderne patchwork-artige Selbstverwirklichung durch Kirchenshopping wäre für mich zuviel. Nicht, dass man mich falsch versteht: Ich kann vielen unterschiedlichen Traditionen sehr viel abgewinnen, schätze den Reichtum und gehe auch gerne mal 'woanders' hin. Aber eines muß m. E. doch klar sein: Man sollte eine Kirche und Gemeinde haben, in der man sich beheimatet fühlt, und wo man sich auch nach Kräften engagiert, deren Arbeit man mitträgt, sowohl durch Einsatz von Zeit wie auch durch Geld.

Sonst bleibt man immer nur Gast - und dieser Status ist für einen getauften Christen in der Gemeinde doch eigentlich wesensfremd.

Autor:  Eilike [ 14. März 2012 15:08 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Silesia,
mir drängt sich die Frage auf, was dein röm.-kath. Beichtvater zu deinem spirituellen "Reichtum" sagt.
Aber ich will auch nicht zu neugierig sein.

Eilike

Autor:  Silesia [ 14. März 2012 16:02 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Nein bezüglich Beichte soll man grundsätzlich nicht neugierig sein. Der ist in diesen Dingen toleranter, als man denken würde in Bezug auf einen Tradi. Aber dennoch macht er es einem in anderen Dingen nicht gerade leicht, hält genau ein, was eine vollgültige heilige Beichte ausmacht. Im Grunde empfinde ich persönlich es als Versäumnis, wenn man ohne Grund kirchlich vollständig oder beinahe vollständig inaktiv ist. Und das sind leider viele.

Autor:  Silesia [ 14. März 2012 16:07 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

JHNewman hat geschrieben:
Puh, eine solche postmoderne patchwork-artige Selbstverwirklichung durch Kirchenshopping wäre für mich zuviel. Nicht, dass man mich falsch versteht: Ich kann vielen unterschiedlichen Traditionen sehr viel abgewinnen, schätze den Reichtum und gehe auch gerne mal 'woanders' hin. Aber eines muß m. E. doch klar sein: Man sollte eine Kirche und Gemeinde haben, in der man sich beheimatet fühlt, und wo man sich auch nach Kräften engagiert, deren Arbeit man mitträgt, sowohl durch Einsatz von Zeit wie auch durch Geld.

Sonst bleibt man immer nur Gast - und dieser Status ist für einen getauften Christen in der Gemeinde doch eigentlich wesensfremd.



Na "Zuhause" geht ja in Krakow nicht, also bin ich das im Grunde bei der SELK und dies begleitend bei den Tradies der Römer. Das andere sind Stippvisiten - oder wie lebt Ihr Ökumene (nur Blabla aus der Ferne)?

Autor:  Pirx [ 14. März 2012 16:26 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Silesia hat geschrieben:
... oder wie lebt Ihr Ökumene (nur Blabla aus der Ferne)?

Nein, ganz aus der Nähe. Es gibt beste ökumenische Kontakte: Die RKK übernimmt im wesentlichen unsere Theologen- und Kirchenmusikerausbildung sowie gleichzeitig unser Feindbild, die EKD stellt uns dafür bei Bedarf einige Räume und Tagungsstätten sowie einen warmen Händedruck und ein breites Grinsen zur Verfügung.
:prust:

Autor:  Andreas [ 14. März 2012 18:47 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Silesia hat geschrieben:
Na "Zuhause" geht ja in Krakow nicht, also bin ich das im Grunde bei der SELK und dies begleitend bei den Tradies der Römer. Das andere sind Stippvisiten - oder wie lebt Ihr Ökumene (nur Blabla aus der Ferne)?


Eine Reisefilm gesehen zu haben, heißt nicht dort gewesen zu sein!!!

Silesia, ich habe eher den Eindruck das Du in theologischer Hinsicht gewisse "Bindungsängste hast. Wenn Du dich weitgehend bei der SELK wohlfühlst, dann versuch doch mal dort Anschluss zu finden. Und so Traditionell sind die SELKianer ja auch nicht, daß Du nicht andere Kirchen besuchen kannst! Die Entscheidung, also der erste Schritt, kann Dir niemand abnehmen. Nur eine Sache ist Gewiss, die Alt-Katholische Kirche ist der falsche Ort für Dich!

Autor:  Andreas [ 14. März 2012 18:56 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Silesia hat geschrieben:
...Die AKK sollte Charakter entwickeln...


Wieso entwickeln? Du arbeitest Dich gerade daran ab!

Autor:  Lothar1962 [ 14. März 2012 21:08 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Silesia hat geschrieben:
Na "Zuhause" geht ja in Krakow nicht,


Warum nicht? Gibt es in dieser Stadt keine deutschsprachigen Gottesdienste (ich erinnere mich daran, dass Du nicht gut polnisch kannst)?

Zitat:
also bin ich das im Grunde bei der SELK und dies begleitend bei den Tradies der Römer.


Hm. Das sind beides Ausrichtungen, die so nicht so ganz zur AKK passen.

Zitat:
oder wie lebt Ihr Ökumene (nur Blabla aus der Ferne)?


Ökumene zu Hause? Da gibt es viel. Die AKK, die ELKiB und die RKK machen hier in Weidenberg sehr viel gemeinsam.

Wenn ich im Ausland unterwegs bin? Dann muss ich nehmen, was kommt. Absolut vorrangig sind da für mich die Anglikaner. Von den Utrecht-Kirchen komme ich nur mit den Tschechen, den Schweizern und den Österreichern klar, die anderen altkatholischen Kirchen erscheinen mir fern. In China habe ich mich an die CPCA gehalten, die "katholisch-patriotische Vereinigung", eine derzeit von Rom nicht vollständig anerkannte Kirche, die ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig, da sie kirchlich im Jahr 1949 eingefroren ist. Keine Himmelfahrt Mariens und vor allem kein 2. Vatikanum. Aber die Nantang (Südkathedrale) stand direkt neben meinem Hotel und bot englische Gottesdienste an. Wenn ich keinen Gottesdienst in einer mir verständlichen Sprache aufsuchen kann, dann gehe ich eben nicht in die Kirche.

Wenn ich in Deutschland unterwegs bin und weder Altkatholiken noch Anglikaner vorfinde, dann gehe ich entweder zu den Methodisten oder in die normale evangelische Kirche.

Aber meine Heimat ist und bleibt die AKK - andere Kirchen besuche ich nur dann, wenn keine AKK-Gottesdienste zur Verfügung stehen und ich das Gefühl habe, dennoch Gemeinschaft mit anderen Christen leben zu wollen.

Autor:  noe [ 14. März 2012 21:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Eilike hat geschrieben:
ob du stehend oder knieend kommunizierst, mit oder ohne die Hand zu gebrauchen, wird in den Gemeinden, die ich kenne, niemanden stören.


Das würde aber da an seine Grenzen stoßen, wo die Hostienschale reihum gereicht wird. Ich würde einem darauf nicht vorbereiteten Laien nicht zumuten wollen, dem knienenden Empfänger die Kommunion als Mundkommunion spenden zu müssen.

Und was, wenn man die Spendung des Altarssakraments durch Laien ablehnt?


Ganz zu schweigen davon, in welche Sonder- bzw. Außenseiterrolle man sich begibt, wenn alle im Kreis stehen und man dann vor seinem Nebenmann bzw. seiner Nebenfrau niederkniet.

Das letzte Mal, daß ich Mundkommunion in einer alt-kath. Eucharistiefeier gesehen habe, war 1994, einer Frau. Sie hatte auch während der Wandlung gekniet, was bereits auffällig war.

Autor:  noe [ 14. März 2012 21:37 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

Pirx hat geschrieben:
Silesia hat geschrieben:
... oder wie lebt Ihr Ökumene (nur Blabla aus der Ferne)?

Nein, ganz aus der Nähe. Es gibt beste ökumenische Kontakte: Die RKK übernimmt im wesentlichen unsere Theologen- und Kirchenmusikerausbildung sowie gleichzeitig unser Feindbild, die EKD stellt uns dafür bei Bedarf einige Räume und Tagungsstätten sowie einen warmen Händedruck und ein breites Grinsen zur Verfügung.
:prust:


Boah alter.. ey schnauze sonst :evil:








:lol:

Autor:  Andreas [ 14. März 2012 21:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

noe hat geschrieben:
...Und was, wenn man die Spendung des Altarssakraments durch Laien ablehnt?


Dann würde ich vor dem Gottesdienst zum Geistlichen und bitte ihn mir die Kommunion zu geben! In der Regel kein Problem. Die Mundkommunion hab ich übrigens immer schon abgelehnt.

Autor:  Eilike [ 15. März 2012 09:35 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

noe hat geschrieben:
Ganz zu schweigen davon, in welche Sonder- bzw. Außenseiterrolle man sich begibt, wenn alle im Kreis stehen und man dann vor seinem Nebenmann bzw. seiner Nebenfrau niederkniet

Wer Angst vor einer "Außenseiterrolle" hat, sollte in der Tat nicht alt-katholisch werden.
Schaust du immer erst, was deine Nachbarn machen, um das dann nachzuahmen?

Eilike

Autor:  Eilike [ 15. März 2012 09:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Mitgliederzahlen AKD

noe hat geschrieben:
Das würde aber da an seine Grenzen stoßen, wo die Hostienschale reihum gereicht wird. Ich würde einem darauf nicht vorbereiteten Laien nicht zumuten wollen, dem knienenden Empfänger die Kommunion als Mundkommunion spenden zu müssen.

Und was, wenn man die Spendung des Altarssakraments durch Laien ablehnt?


Ganz zu schweigen davon, in welche Sonder- bzw. Außenseiterrolle man sich begibt, wenn alle im Kreis stehen und man dann vor seinem Nebenmann bzw. seiner Nebenfrau niederkniet.

Das letzte Mal, daß ich Mundkommunion in einer alt-kath. Eucharistiefeier gesehen habe, war 1994, einer Frau. Sie hatte auch während der Wandlung gekniet, was bereits auffällig war.


Ja, wer solche Probleme hat, dürfte sich wohl in den meisten Gemeinden der AK in Deutschland unwohl fühlen. Aber zum Glück gibt es ja Alternativen.

Eilike

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