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Steigende Mitgliederzahlen
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Autor:  Silesia [ 6. April 2014 21:46 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Ich meine: Es stimmt, und es ist wertlos, daran zu zweifeln!

Autor:  Eilike [ 6. April 2014 21:51 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Das hatte ich falsch verstanden; ich dachte, das Nicht-Glauben würde stimmen.
Dann nehme ich die "Sünde wider den Heiligen Geist" natürlich gern zurück und freue mich auf die gemeinsame Geburtstagsfeier 2133!

Autor:  Vanni145 [ 6. April 2014 21:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Eilike hat geschrieben:
Das hatte ich falsch verstanden; ich dachte, das Nicht-Glauben würde stimmen.
Dann nehme ich die "Sünde wider den Heiligen Geist" natürlich gern zurück und freue mich auf die gemeinsame Geburtstagsfeier 2133!


Ich feiere bei Kaffee und Kuchen gerne mit.

Autor:  Vanni145 [ 26. März 2015 18:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Aktuelle Nachricht von der Bistumsseite:

Leichter Rückgang der Mitgliederzahlen

Im zurückliegenden Jahr ist die Mitgliederzahl des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland leicht gesunken. Sie betrug zum Jahresende 15.715 Mitglieder (im Vorjahr waren es noch 15.840, im Jahr 2012 betrug die Mitgliederzahl 15.594).

183 Personen sind der Alt-Katholischen Kirche im letzten Jahr beigetreten (im Vorjahr 259; im Jahr 2012 waren es 291), 132 Menschen sind aus der Alt-Katholischen Kirche ausgetreten (im Vorjahr 108; im Jahr 2012 traten 79 Personen aus).

Die vergleichsweise hohe Zahl an Austritten dürfte zum Teil auf die Veränderung beim Einzug der Kapitalertragssteuer zurückzuführen sein; eine ähnliche Entwicklung haben auch die beiden großen Kirchen festgestellt.


Kommentar von mir:
Der letzte Absatz zeigt eine Problematik auf, die unglaublich peinlich ist.
Da treten Menschen aus einer Kirche aus, weil ihnen von ihrer Bank mitgeteilt wird, dass nun der Abzug der Kirchensteuer auf die Einkommenssteuer für die Kapitalerträge automatisch erfolgt.
Ich hätte kein Problem einem solchen Menschen (oftmals sind das Rentner ohne Abzug von Kirchensteuer) meine Meinung zu sagen.

Autor:  Eilike [ 26. März 2015 19:18 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Vanni145 hat geschrieben:
Kommentar von mir:Der letzte Absatz zeigt eine Problematik auf, die unglaublich peinlich ist. Da treten Menschen aus einer Kirche aus, weil ihnen von ihrer Bank mitgeteilt wird, dass nun der Abzug der Kirchensteuer auf die Einkommenssteuer für die Kapitalerträge automatisch erfolgt.Ich hätte kein Problem einem solchen Menschen (oftmals sind das Rentner ohne Abzug von Kirchensteuer) meine Meinung zu sagen.

Da bei den heutigen Zinssätzen es beim Normalverdiener wirklich nur minimale Abzüge sein können, kann ich immer noch nicht richtig glauben, dass dieser Grund eine Rolle spielt.
Unkenntnis (bei älteren Menschen) ist denkbar, wobei denen aber ein Kirchenaustritt gerade nicht leicht fallen dürfte.
Bleibt also nur die Annahme, dass es in unserem Bistum mehr Großaktionäre gibt, als man denkt. :zwinkern2:

Autor:  winnie [ 26. März 2015 19:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Nun, es sind mir Fälle bekannt, in denen Berater der Banken ihren Kunden nahegelegt haben, ihre Kirche zu verlassen, um dieses Geld zu sparen. Bei Menschen, die ohnehin nur noch eine papierne Anbindung an ihre Kirche haben, verfängt dies offensichtlich.

Autor:  Eilike [ 26. März 2015 19:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

winnie hat geschrieben:
Nun, es sind mir Fälle bekannt, in denen Berater der Banken ihren Kunden nahegelegt haben, ihre Kirche zu verlassen, um dieses Geld zu sparen

Das halte ich für infam! Da sollte man sich bei der Geschäftsleitung beschweren.

Autor:  Vanni145 [ 26. März 2015 23:20 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

winnie hat geschrieben:
Nun, es sind mir Fälle bekannt, in denen Berater der Banken ihren Kunden nahegelegt haben, ihre Kirche zu verlassen, um dieses Geld zu sparen. Bei Menschen, die ohnehin nur noch eine papierne Anbindung an ihre Kirche haben, verfängt dies offensichtlich.


Ich kenne selber solche Leute, auch ältere.

Es ist fast unglaublich und ich will hier gar nicht im Detail mit Rechenbeispielen nerven. Aber gerade diesen Leuten geht es ums "Prinzip". Sie können es nicht ertragen, dass die Kirchen jetzt auch noch automatisch auf ihre Dividenden (das ist heute der Renditebringer) zugreifen. Bisher wurde das verschwiegen und nur die Zinsabschlagssteuer zwangsweise gezahlt.

Autor:  Eilike [ 27. März 2015 12:46 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Um noch einmal einen anderen Aspekt zur Sprache zu bringen:
Wir hatten 2014 immerhin noch 51 mehr Beitritte als Austritte.
Das heißt, die verminderte Mitgliederzahl beruht - genauso wie bei den Großkirchen in Deutschland - zum großen Teil auf der demographischen Entwicklung. Und die Zuwanderer, die das in anderer Hinsicht zum Teil ausgleichen, egal, ob sie aus Osteuropa oder Afrika kommen, sind zum größten Teil weder katholisch noch evangelisch.
So ist es nun mal; das wird auch mit dem Begriff "Säkularisierung" nicht hinreichend erfasst.
Die Summe aller Kirchenmitglieder in Deutschland wird sicher in den nächsten Jahrzehnten weiter abnehmen.

Autor:  Lothar1962 [ 28. März 2015 13:39 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Eilike hat geschrieben:
winnie hat geschrieben:
Nun, es sind mir Fälle bekannt, in denen Berater der Banken ihren Kunden nahegelegt haben, ihre Kirche zu verlassen, um dieses Geld zu sparen

Das halte ich für infam! Da sollte man sich bei der Geschäftsleitung beschweren.


Steuerberater sind verpflichtet, ihre Mandanten regelmäßig darauf hinzuweisen, dass sie die Kirchensteuer nicht zahlen müssen, wenn sie aus der Kirche austreten. So zumindest äußerten sich mir gegenüber drei Steuerberater aus zwei verschiedenen Bundesländern. Denn wenn sie das nicht täten, dann könnten sie zu Schadenersatz verpflichtet werden.

Das ist halt nun mal der Nachteil der Kirchen"Steuer" - sie wird von Leuten, die mit der Kirche nicht so sehr verbunden sind, wohl eher als Steuer und nicht als Beitrag angesehen. Andererseits: Wären es deklarierte Beiträge, würden sie vielleicht überhaupt nicht mehr zahlen wollen...

Ich empfinde diese Handlungsweise von Steuerberatern durchaus auch als nicht richtig - aber bei konsequenter Betrachtung der Kirchensteuer als Steuer sind sie nun mal auch verpflichtet, dem Mandanten Möglichkeiten zu Einsparungen zu zeigen. Deswegen muss ja nun niemand austreten - das ist nämlich nicht verpflichtend.

Autor:  Rheinmaus [ 28. März 2015 13:51 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Da müsste man Juristen fragen ob es wirklich eine Steuer im Sinne der Juristerei ist oder eben doch ein "verkappter Mitgliedsbeitrag" (das soll nicht respektlos klingen)

Autor:  Lothar1962 [ 28. März 2015 14:09 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Rheinmaus hat geschrieben:
Da müsste man Juristen fragen ob es wirklich eine Steuer im Sinne der Juristerei ist oder eben doch ein "verkappter Mitgliedsbeitrag" (das soll nicht respektlos klingen)


Das Problem ist, dass es in der Vergangenheit tatsächlich eine Steuer war - bzw. als solche definiert werden konnte. Derzeit sind Kirchen eher wenig daran interessiert, an diesen - aus meiner Sicht heute eher zweifelhaften Einschätzung - traditionellen Grundlagen zu rütteln. Vermutlich gibt es da nur zwei Möglichkeiten - das KiSt-System so zu akzeptieren, mit allen Nachteilen - oder das System analog Österreich in ein Beitragssystem umwandeln. Alles weitere ist eine Frage von Mehrheiten...

Autor:  Rheinmaus [ 28. März 2015 14:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Ich überlege nur grade. Es gibt ja einige wenige Freikirchen, die KiSt-berechtogt wären, diese aber nicht erheben. Ob sich daraus die Negierung der Steuereigenschaft herleiten lässt?

Und Back topic. Vermutlich gibt es keine Wanderung von akk, ek und rkk zu den Freikirchen sondern eine "echte" Auswanderung?

Autor:  Lothar1962 [ 28. März 2015 14:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

Rheinmaus hat geschrieben:
Ich überlege nur grade. Es gibt ja einige wenige Freikirchen, die KiSt-berechtogt wären, diese aber nicht erheben. Ob sich daraus die Negierung der Steuereigenschaft herleiten lässt?


Wohl eher nicht. Diese Kirchen erheben natürlich keine Steuern, sondern entweder Mitgliedsbeiträge oder Spenden. Sie nehmen ja an dem System nicht teil, prägen es daher auch nicht mit. Außerdem: Man argumentiert nicht mit dem "jetzt", sondern mit dem "früher".

Zitat:
Und Back topic. Vermutlich gibt es keine Wanderung von akk, ek und rkk zu den Freikirchen sondern eine "echte" Auswanderung?


Es gibt deutliche Wanderungen von der EKD bzw. der RKK zu Freikirchen. Allerdings spielen diese zahlenmäßig gegenüber den "echten Auswanderern" kaum eine Rolle.

Autor:  Eilike [ 28. März 2015 16:47 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Steigende Mitgliederzahlen

winnie hat geschrieben:
Nun, es sind mir Fälle bekannt, in denen Berater der Banken ihren Kunden nahegelegt haben, ihre Kirche zu verlassen, um dieses Geld zu sparen. Bei Menschen, die ohnehin nur noch eine papierne Anbindung an ihre Kirche haben, verfängt dies offensichtlich.



Lothar1962 hat geschrieben:
Steuerberater sind verpflichtet, ihre Mandanten regelmäßig darauf hinzuweisen, dass sie die Kirchensteuer nicht zahlen müssen, wenn sie aus der Kirche austreten. So zumindest äußerten sich mir gegenüber drei Steuerberater aus zwei verschiedenen Bundesländern


Aber zwischen Bankangestellten und Steuerberatern gibt es doch wohl einen Unterschied? Von Mitarbeitern meiner Bank erwarte ich eine gute Beratung, wie ich mein Geld gewinnbringend anlegen kann, aber keine Ratschläge, für wen oder was ich es (nicht) ausgebe. :hmm:

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