Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 1. Juli 2015 17:22 
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ich habe es -glaube ich- schonmal erwähnt: in diesem Jahr werden alle Marienfeste von der alt-katholischen Gemeinde gemeinsam mit der evangel. Citykirche gemeinsam begangen. So auch der morgige Tag, Mariae Heimsuchung, 2.7.:


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BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 13:38 
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In der Reihe gemeinsamer Eucharistiefeiern zu Marienfesten lädt die Alt-Katholische Gemeinde Köln und die ev. AntoniterCityKirche für heute abend ein:

Tag der Darstellung des Herrn – Mariä Lichtmess
Dienstag, den 2. Februar 2016, um 18 Uhr:

Einladung zum ökumenischer Abendmahls-Gottesdienst mit Pfarrer Markus Herzberg und Pfarrer Jürgen Wenige von der Alt-Katholischen Gemeinde Christi Auferstehung

"Senex puerum portabat: puer autem senem regebat." Der Greis trug das Kind, das Kind aber führte den Greis. So singt die Schola im Alleluia zur Begrüßung des Evangeliums von Jesu Darstellung im Tempel durch den frommen Simeon (Lukas 2,22-35). Am Ende des festlichen Gottesdienstes ist die Gemeinde eingeladen, zum Gesang "Lumen ad revelationem gentium" der Schola das "Licht zu erleuchten die Heiden" (Lukas 2,32) in einer Kerzenprozession aus der Kirche in die Welt hinaus zu tragen.


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 16:28 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Schön und gut, aber für mich ist das kein "Marienfest"!
Gerade unsere evangelischen Mitchristen sollten doch wissen, dass das auch für uns ein Herrenfest ist.

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Entwicklung gehört zum Wesen der Kirche. (Bischof Georg Bätzing, Limburg)

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil leben wandern heißt. (Klaus Peter Hertzsch)


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BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 17:00 
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Eilike hat geschrieben:
Schön und gut, aber für mich ist das kein "Marienfest"!
Gerade unsere evangelischen Mitchristen sollten doch wissen, dass das auch für uns ein Herrenfest ist.



Nun, da nun sind ja alle richtig verstandenen Marienfeste Herrenfeste...

Natürlich ist die "Darstellung" Jesu im Tempel das Wesentliche; mit dem Aspekt der Pugificatio der Mutter im alten Judentum, der bei den mittelalterlichen Mönchsorden auch noch im Vordergrund stand, tun wir uns heute natürlich schwer: http://www.feinschwarz.net/reinheit-und ... lichtmess/

Mir ist der orthodoxe Name des Festes ganz sympathisch: Hypapanthe "Begegnung" (mit Simeon)


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BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 17:30 
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John Der Echte

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Ich finde den Begriff 'Marienfest' nicht schlimm. Immerhin ist das Fest ja beinhart biblisch. :zwinkern2: :x)

Wir haben es am Sonntag bereits in Marburg in der Elisabethkirche gefeiert: Wortgottesdienst im Kirchenschiff, Kerzenprozession durch die Seitenschiffe, Eucharistie im Hohen Chor. Mit Schola und Weihrauch und (fast) allem katholischen Pomp. Predigt von einem Professor der Ev. theol. Fakultät.

Das Fest erlebt also auch bei den Evangelischen gerade eine gewisse Renaissance...


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BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 18:31 
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JHNewman hat geschrieben:
Ich finde den Begriff 'Marienfest' nicht schlimm. Immerhin ist das Fest ja beinhart biblisch. :zwinkern2: :x)

..


Außerdem geht damit heute abend die Weihnachtszeit zu Ende, ab morgen sind dann sieben Tage Karneval angesagt. :bunt:


(Allerdings ist der Gottesdienst für meine Wenigkeit eine Stunde zu früh angesetzt....)


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 18:40 
Kirchenlehrerin (in spe)
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"Begegnung" mit Simeon und Anna als Repräsentanten des Gottesvolkes - richtig.
Zum Glück kennt auch die rk. Kirche seit 1960 nur die Bezeichnung "Darstellung des Herrn"; warum in unserem liturgischen Kalender daneben noch die Bezeichnung "Mariä Lichtmeß" seht, weiß der Kuckuck. :sad3:
Biblisch steht jedenfalls nicht Maria im Mittelpunkt; sogar das Fest am 25. März ist in erster Linie ein Herrenfest und heißt ja zum Glück heute auch "Verkündigung des Herrn".
"Mariä Lichtmeß" ist aber sehr leicht irreführend für alle, die sich in katholischen Feiertagen nicht besonders gut auskennen. Ich könnte den Namen keinem evangelischen Christen erklären, und wenn auf dem Plakat dann noch der zurecht wichtigste Satz der Festliturgie Lk 2, 32. zitiert wird, liegt gerade für Evangelische doch der Irrtum sehr nahe, für Katholiken wäre Maria das "Licht zur Erleuchtung der Heiden".

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 18:46 
Kirchenlehrerin (in spe)
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winnie hat geschrieben:
ab morgen sind dann sieben Tage Karneval angesagt.

Dann also "Kölle Aalaf" (richtig?).
Jedenfalls haben wir wenigstens noch einen grünen Sonntag zwischen dem 2. Februar und Aschermittwoch; wäre Ostern noch etwas früher, würde es knapp mit dem Wegräumen der Weihnachtsbäume.
Im allgemeinen Bewusstsein ist Weihnachten doch eigentlich mit dem Sonntag nach Erscheinung des Herrn vorbei; warum wir das nicht mit den Römern mitmachen, erschließt sich mir auch nicht.
John, wie sieht das bei den Anglikanern aus?

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BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 19:07 
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Eilike hat geschrieben:
"Begegnung" mit Simeon und Anna als Repräsentanten des Gottesvolkes - richtig.
Zum Glück kennt auch die rk. Kirche seit 1960 nur die Bezeichnung "Darstellung des Herrn"; warum in unserem liturgischen Kalender daneben noch die Bezeichnung "Mariä Lichtmeß" seht, weiß der Kuckuck. :sad3:
Biblisch steht jedenfalls nicht Maria im Mittelpunkt; sogar das Fest am 25. März ist in erster Linie ein Herrenfest und heißt ja zum Glück heute auch "Verkündigung des Herrn".
"Mariä Lichtmeß" ist aber sehr leicht irreführend für alle, die sich in katholischen Feiertagen nicht besonders gut auskennen. Ich könnte den Namen keinem evangelischen Christen erklären, und wenn auf dem Plakat dann noch der zurecht wichtigste Satz der Festliturgie Lk 2, 32. zitiert wird, liegt gerade für Evangelische doch der Irrtum sehr nahe, für Katholiken wäre Maria das "Licht zur Erleuchtung der Heiden".


Wobei der Begriff "Lichtmeß" durchaus auch der lutherischen Tradition entspricht.


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BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 19:42 
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Eilike hat geschrieben:
winnie hat geschrieben:
ab morgen sind dann sieben Tage Karneval angesagt.

Dann also "Kölle Aalaf" (richtig?).
Jedenfalls haben wir wenigstens noch einen grünen Sonntag zwischen dem 2. Februar und Aschermittwoch; wäre Ostern noch etwas früher, würde es knapp mit dem Wegräumen der Weihnachtsbäume.
Im allgemeinen Bewusstsein ist Weihnachten doch eigentlich mit dem Sonntag nach Erscheinung des Herrn vorbei; warum wir das nicht mit den Römern mitmachen, erschließt sich mir auch nicht.
John, wie sieht das bei den Anglikanern aus?


In der Kölner ak Gemeinde ist auch schon seit vierzehn Tagen der Weihnachtsschmuck abgeräumt (seit dem Sonntag der PfarrKarnevalssitzung)und grünliturgisch gewandet. Da richtet sich die Gemeinde ganz nach den Gepflogenheiten ihrer römischen Umgebung. :f

Wobei die Verkürzung des Weihnachtsfestkreises in Gefolge des Vat.II auch in der "römischen Umgebung" nicht so einheitlich ist, zumindest im privaten Bereich nicht. Wenn auch der Weihnachtsbaum sich in den beheizten Wohnungen nicht so lange hält; die Krippe wird in vielen Familien erst heute abgeräumt.
Hinzukommt, daß auch viele -meines Erachtens zu Recht- das Gefühl haben, daß sonst etwas aus dem Lot kommt im Verhältnis von Weihnachten und Karnevalszeit. In meiner Familie z. B. wurde über Generationen Karneval gefeiert, und zwar durchaus "heftig", aber eben erst nach dem 2. Februar und nicht vorher. Wenn dann nur noch eine Woche bleibt für den Karneval -dann ist das halt so. In anderen Jahren ist erst Ende Februar Aschermittoch, dann dauert die Karnvalszeit halt lang.

Halte ich für eine wesentlich bessere und in vieler Hinsicht gesündere Einstellung als ab 11. 11. in karnevalistischen Aktivitäten zu versinken -kurz unterbrochen von einem besinnlich-weihnachtlichen Intermezzo.


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 2. Februar 2016 23:27 
Kirchenlehrerin (in spe)
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winnie hat geschrieben:
Nun, da nun sind ja alle richtig verstandenen Marienfeste Herrenfeste...

Genau! Nur wurde - vor allem in der Vergangenheit - das viel zu oft vergessen.
Ich habe etwas allergisch auf deine erste diesbezügliche Mitteilung reagiert, weil mir den ganzen Tag etwas nicht aus dem Kopf ging, was scheinbar damit nichts zu tun hat, in Wirklichkeit aber doch wohl.
In einem anderen Forum, einem "gut katholischen", fragt jemand, worauf sich das bezieht, wenn man beim Rosenkranz betet: "...den du o Jungfrau im Tempel aufgeopfert hast", auf die Beschneidung Jesu oder die Darstellung.
Nun könnte man eigentlich wissen, dass die Beschneidung sicher nicht im Tempel vollzogen wurde, aber das ist es nicht, was mich aufregt, sondern dass da jemand - ein Leben lang? - mit der Vorstellung rumläuft, Maria habe Jesus im Tempel "aufgeopfert" und dass dieser jemand das auch noch für gut katholisch hält. Wir sollten den Einfluss von Gebets- und Liedtexten und auch von solchen volkstümlichen Benennungen nicht unterschätzen.
Wie Luther das Fest am 2. Febr. genannt hat, weiß ich nicht, ist wohl auch unerheblich für ev. Christen heute. Ich halte die Bezeichnung "Mariä Lichtmeß" in jeder Hinsicht für sehr problematisch und war etwas enttäuscht, dass die - zusätzlich - noch in unserem liturgischen Kalender steht.

Das Ende der Weihnachtszeit - das sehe ich gelassener. Ich habe gerade gegoogelt, das Aschermittwoch frühestens am 04. Februar liegt; na, eine Narrenpredigt vor der Krippe - das hätte ja auch was! :zwinkern2: :zwinkern2: :zwinkern2:
Mein Pfarrer trug schon am Sonntag vor einer Woche grün, aber das war vielleicht ein Versehen.
Vorgestern brannten noch einmal alle Kerzen am Weihnachtsbaum, die Krippe stand natürlich auch noch und die Liturgie war vom Fest der Darstellung des Herrn. Und am kommenden Sonntag erwarte ich einen "normalen" Gottesdienst; ohne karnevalistische Mätzchen. Na, bin halt keine Rheinländerin.

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BeitragVerfasst: 3. Februar 2016 00:24 
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John Der Echte

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Eilike hat geschrieben:
winnie hat geschrieben:
ab morgen sind dann sieben Tage Karneval angesagt.

Dann also "Kölle Aalaf" (richtig?).
Jedenfalls haben wir wenigstens noch einen grünen Sonntag zwischen dem 2. Februar und Aschermittwoch; wäre Ostern noch etwas früher, würde es knapp mit dem Wegräumen der Weihnachtsbäume.
Im allgemeinen Bewusstsein ist Weihnachten doch eigentlich mit dem Sonntag nach Erscheinung des Herrn vorbei; warum wir das nicht mit den Römern mitmachen, erschließt sich mir auch nicht.
John, wie sieht das bei den Anglikanern aus?


In der Church of England ist Candlemas (Presentation of Christ in the Temple) ein ziemlich wichtiges Fest, die Sonntage zwischen Epiphanie und Candlemas werden als 'Sundays after Epiphany' gezählt, erst mit Candlemas beginnt die 'Ordinary Time', sodass die Weihnachtszeit bei den Anglikanern wirklich bis zu Lichtmess reicht.

Noch zur Frage des Marienfestes: Maria ist insofern eine Hauptfigur, als der Anlass zum Besuch im Tempel ja ihr Reinigungsopfer war, so hieß das Fest ja auch ursprünglich: Mariae purificatio.


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BeitragVerfasst: 3. Februar 2016 01:33 
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JHNewman hat geschrieben:
Noch zur Frage des Marienfestes: Maria ist insofern eine Hauptfigur, als der Anlass zum Besuch im Tempel ja ihr Reinigungsopfer war, so hieß das Fest ja auch ursprünglich: Mariae purificatio.


Und wir dürfen zufrieden sein, dass die Jungfrau damals kein Mädchen zur Welt brachte. Sonst wäre sie statt 40 Tage nach der Geburt "unrein" sogar 80 (!) Tage "unrein" gewesen.

Nachzulesen bei Leviticus 12,5......

Nachdem ich vorhin zur Feier des Tages zwei Gläschen Madeirawein gekippt (ausnahmsweise) und das nette Elektro-LED-Bäumchen in den Keller gebracht habe, stoße ich im Geiste auf die weibliche Seite der Menschheit an, die die Mutter nach jüdischem Gesetz doppelt so "unrein" macht, wie ein Sohn.

Fazit: Wir können uns glücklich schätzen, dass Jesus Christus uns von diesem Blödsinn befreit hat. Warum den Juden diese Regelung gegeben wurde? Na....ein Gott steckte ganz bestimmt nicht hinter diesen Ideen.
Kapitel 20,13 und 18,22 sind ebenfalls nicht mehr aktuell. Zumindest bei uns....

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

Hic fuit


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BeitragVerfasst: 3. Februar 2016 09:20 
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John Der Echte

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Ja, ja... Wir heutigen sind so viel klüger als die Generationen vor uns. 8-) 8-)

Wir haben unsere anderen blinden Flecken. Klar - es gibt eine Hierarchie in den alten orientalischen Gesellschaften der Männer über die Frauen. Und es gibt Vorstellungen von Unreinheit, vor allem in Verbindung mit Blut, die wir heute so nicht mehr nachvollziehen können.

Aber dass die Geburt eines Kindes eine Extremsituation für die Frau ist, in der ihr ein besonderer Schutz gewährt werden muss, ist ja nicht falsch. Dass eine Geburt mit viel Gefahr für Leib und Leben von Mutter und Kind verbunden ist, haben wir in unserer medizinisch-technischen Welt heute irgendwie vergessen. Der Gedanke der nachgeburtlichen Unreinheit verhinderte ja auch, dass ein Mann seine Frau gleich nach der Geburt wieder sexuell bedrängte, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Die Frau hatte erstmal Ruhe vor ihm. In Kulturen, in denen sonst ein 'Nein' der Frau nicht galt, ist das vielleicht gar keine so schlechte Idee...


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 3. Februar 2016 10:49 
Kirchenlehrerin (in spe)
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JHNewman hat geschrieben:
Noch zur Frage des Marienfestes: Maria ist insofern eine Hauptfigur, als der Anlass zum Besuch im Tempel ja ihr Reinigungsopfer war, so hieß das Fest ja auch ursprünglich: Mariae purificatio.


Der Hauptgrund des Festes für die heutige Theologie ist die Darstellung Jesu im Tempel; auch das ist zwar Mosaisches Gesetz, aber das lässt sich wenigstens auch von heutigen Christen mit Sinn und Inhalt füllen.
Die purificatio Mariae sollten wir mal ganz schnell vergessen, aus Gründen, die Vanni schon nannte.
Wenn das auch in den katholischen Kirchen bis ins 20. Jh. hinein anders gesehen wurde, war das eine Fehlentwicklung, und so etwas gehört zu den vielen "Kleinigkeiten", die Kirche für viele unserer Zeitgenossen fremd, unverständlich oder sogar abstoßend macht.
Dass wir heute andere "blinde Flecken" haben, ist bestimmt richtig, berechtigt uns aber nicht, wider besseres Wissen an den alten Flecken festzuhalten.

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