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Synode 10/2018
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Autor:  Neu-Katholik [ 26. Oktober 2018 22:24 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Also keine Diskussion, weil man jemanden verärgern könnte?

Autor:  Neu-Katholik [ 26. Oktober 2018 22:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Verstehe ich Punkt 3 richtig: Es soll jede frühere Partnerschaftssegnung rückwirkend einfach per Abstimmung als sakramentale Trauung anerkannt werden?

Dagegen darf natürlich niemand etwas sagen, der sich nicht den Ruf zuziehen will, nicht zeitgemäß oder ultrakonservativ zu sein.

Autor:  Thomas Weinbrenner [ 26. Oktober 2018 22:45 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Zitat:
Also keine Diskussion, weil man jemanden verärgern könnte?

Ich denke, Diskussionen gibt es schon, siehe auch das Buch Mit dem Segen der Kirche - Die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in der Diskussion, aber eine endgültige Entscheidung ob es nun ein Sakrament ist oder nicht muss halt sehr gut überlegt sein.

Persönlich halte ich diese Frage auch nicht für wichtig - die Auswirkungen, die eine Klärung haben würden dagegen schon.

Zitat:
Verstehe ich Punkt 3 richtig: Es sollen frühere Partnerschaftssegnung rückwirkend als sakramentale Trauung per Abstimmung anerkannt werden?

Es soll geklärt werden (sofern dieser Antrag 2020 angenommen wird),
a) ob man das rückwirkend überhaupt anerkennen kann (der Bischof wies bei der Präsentation darauf hin, dass das ziemlich problematisch ist)
b) in welchen Fällen. (Also eher keine automatische Umwandlung aller Segnungen - vielleicht aber auf Antrag des Paares?)
Und ob es eine sakramentale Trauung wäre, wäre eben ungeklärt.

Autor:  JHNewman [ 26. Oktober 2018 23:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Neu-Katholik hat geschrieben:
Warum wird in diesem Form nicht darüber gesprochen? Es wird doch gerne kontrovers diskutiert.
Warum herrscht hier nun Totenstille? Vermutlich, weil es zu der Frage nur noch eine Meinung gibt, nämlich die herrschende?


Hier diskutieren nur wenige Nutzer, von denen auch nicht alle altkatholisch sind.
Wer mag, kann das Thema gerne diskutieren. Ich sehe nur nicht, dass wir hier mehrere altkatholische Nutzer zusammenbringen, denen es ein Anliegen ist...

Zur Diskussion innerhalb des Bistums kann ich nichts sagen, da ich das nicht verfolgt habe.
Am Rande habe ich wahrgenommen, dass es wohl einige Veranstaltungen in Gemeinden dazu gab (Info-Tage, Diskussionsforen o.ä.)

Autor:  Sarandanon [ 28. Oktober 2018 00:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Neu-Katholik hat geschrieben:
Nu mal Butter bei die Fische. Was waren denn die Themen?


Verstehe die Frage nicht. Ist doch alles öffentlich.

Wer googlet, der findet:

https://www.alt-katholisch.de/bistum/sy ... -2018.html

Autor:  Sarandanon [ 28. Oktober 2018 01:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Neu-Katholik hat geschrieben:
Verstehe ich Punkt 3 richtig: Es soll jede frühere Partnerschaftssegnung rückwirkend einfach per Abstimmung als sakramentale Trauung anerkannt werden?


Nein. Steht da auch nicht.

Neu-Katholik hat geschrieben:
Dagegen darf natürlich niemand etwas sagen, der sich nicht den Ruf zuziehen will, nicht zeitgemäß oder ultrakonservativ zu sein.


Mit Verlaub aber das ist gequirlter Schwachsinn. Ich konnte sehr wohl meine kritische Contrameinung loswerden, ohne dafür verurteilt zu werden.

Davon abgesehen gab es in den vergangenen 2 Jahren lebhafte Diskussionen in den Gemeinden. Es gab dazu nämlich eine Workshopreihe quer durchs Bistum. Auch auf der Synode wurde zumindest der Bischöfliche Antrag diskutiert. Ich kann also nicht erkennen, dass hier etwas totgeschwiegen wird. Aber das kannst Du ja nicht wissen, Du gehörst ja nicht dazu.

Außerhalb der Kirche scheint das aber wohl noch nicht einmal den sprichwörtlichen "toten Gasmann" zu interessieren. Und dieses Forum ist auch kein alt-katholisches, so dass man hierzu eine Erwartungshaltung in Richtung Synodendiskussion entwickeln müsste.

Autor:  Neu-Katholik [ 28. Oktober 2018 13:50 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Bei Dir liegen wohl die Nerven blank?

Autor:  Vanni145 [ 28. Oktober 2018 14:56 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Neu-Katholik hat geschrieben:
Bei Dir liegen wohl die Nerven blank?


Da liegen nicht die Nerven blank. Vielmehr hat er die Situation doch sehr anschaulich geschildert.
Ein Kirche, die immer mehr homosexuelle Pfarrer (auch und gerade verpartnerte/verheiratete) hat, taugt nicht für große Auseinandersetzungen beim Thema "Homosexualität"
Vielen ist das auch nicht besonders wichtig.
Klar, dass erzkonservativen Zeitgeistern da der Geifer heruntertropft. Wo man sich doch so gerne mit Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt.....
Persönlich sehe ich aber viele Dinge für viel wichtiger an. Z.B. Fragen zur Bausubstanz von kirchlichen Gebäuden und die zugehörigen Finanzierungsfragen, die zu geringe Anzahl von Pfarrerinnen und der rasante demographische Wandel.

Autor:  Rheinmaus [ 28. Oktober 2018 16:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Zitat:
Persönlich sehe ich aber viele Dinge für viel wichtiger an. Z.B. Fragen zur Bausubstanz von kirchlichen Gebäuden und die zugehörigen Finanzierungsfragen, die zu geringe Anzahl von Pfarrerinnen und der rasante demographische Wandel.


Themen, die inzwischen alle Konfessionen mit einer gewissen Historie massivst beschäftigt. die AKK steht da nicht alleine
Welche Antworten liefert sie eigentlich?

Autor:  Neu-Katholik [ 28. Oktober 2018 17:55 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Durchaus nicht wenige, die etwas Ahnung von der Materie haben, sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der theologischen Substanz einer Kirche und den "Nebenschauplätzen" der Bausubstanz ihrer Gebäude und der Quantitativen wie theologischen Substanz des Presbyteriums (Klerus).

Manche behaupten sogar, dass von dem erstgenannten Aspekt alle anderen Abhängen.

Diese als erzkonservative, geifernde Geister zu titulieren, spricht für sich - und hoffentlich nicht für eine AKD-Synode.
Im Übrigen bestätigt ein solche Bezeichnung genau meine Befürchtungen. Das schließt natürlich nicht aus, dass auch das eine oder andere konservative Feigenblatt das Mikro ergreifen darf. Schließlich gibt man sich pluralistisch.

Autor:  Sarandanon [ 29. Oktober 2018 17:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Neu-Katholik hat geschrieben:
Bei Dir liegen wohl die Nerven blank?

Ganz im Gegenteil. Nach der Synode und einem Gespräch mit Bischof Matthias über seinen Antrag, konnte ich meine nach dem besagten WS unseres Dekanats durchaus blankliegenden Nerven baW beruhigen.

Ich bin wahrlich nicht mit allem einverstanden, was meine Kirche angeht. Auch geht mir eine grundsätzliche Diskussion über Sakramente und Sakramentalität prinzipiell und emotaional nahe (die allerdings auf der Synode nicht stattfand, das wird noch folgen). Wenn aber ein Außenstehender irgend etwas von "totschweigen" schwadroniert, werde ich eben ein wenig deutlicher.

Autor:  Neu-Katholik [ 29. Oktober 2018 17:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Prima! So soll es doch sein, immer raus damit! Ich kann's vertragen.

Autor:  Lothar1962 [ 30. Oktober 2018 14:56 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Erst einmal zum Thema "Frieden": Das war widersprüchlich, weil die Leute sehr widersprüchliche Vorstellungen von Friedenspolitik haben. Es war - z.B. was Banken anbelangt - die Extremmeinung vertreten, dass jeder, der ein Konto bei der Deutschen Bank hat, gleichzeitig den Waffenexport gutheißt. Dass eine solche Auffassung bei anderen zu Widerspruch anregt, ist nachvollziehbar.

Dann noch zum am Rande angesprochenen Thema "Nahostkonflikt": Es wird die Meinung vertreten, dass Israel durch seine Militärpolitik hauptverantwortlich für die miese Lebenssituation der Palästinenser und den fehlenden Frieden ist. Eine andere Gruppe - mich hier eingeschlossen - sieht die Verantwortlichkeit praktisch ausschließlich bei den Palästinensern, die jegliche Zusammenarbeit mit Israel boykottieren (Schlagwort: "Wenn Israel die Waffen niederlegt, geht Israel unter. Wenn die Palästinenser die Waffen niederlegen, ist Frieden). Auch diese Problematik (über die ich hier in diesem Thread nicht diskutieren werde) lässt sich nicht so kanalisieren, dass die Kirche eine Empfehlung geben könnte, die über eine Plattitüde hinausgeht.

Bezüglich der "nachhaltigen Geldanlage": Es wurde - unter anderem auch von mir - vehement abgelehnt, dass Organe der Kirchenleitung die Nachhaltigkeit der Geldanlagen der Gemeinden überwachen sollen. Ich stellte auch - in Einzeldiskussionen bei der Synode - klar, dass ich persönlich keine Probleme mit Kernkraft hätte und deswegen diesen Bereich nicht pauschal ausschließen würde. Auch wies ich darauf hin, dass ich es für sehr wichtig halte, dass dieses Thema in den Kirchenvorständen - die ja die eigentlich verantwortlichen Organe für die Finanzverwaltung der Gemeinden sind - das Thema "Nachhaltigkeit bei Geldanlagen" diskutiert wird. In "meiner" Gemeinde haben wir beschlossen, unsere Geldanlagen bei einer kirchlichen Bank zu konzentrieren, die die EKD-Richtlinien zur Nachhaltigkeit von Geldanlagen vollinhaltlich einhält, und gleichzeitig auch die Sicherheit der Anlagen gewährleistet.

Das alles ist nicht ausdiskutiert, da wird es auch weiterhin Widersprüche geben. Damit muss die Kirche leben.

Und abschließend noch zum Thema "Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften": Es gab wirklich nicht viele Diskussionen darüber - wohl auch deswegen, weil man derzeit in einem Vorklärungsprozess mit der Utrechter Union ist und derzeit noch überhaupt keine Regelungen hat. Es ist nicht geklärt, wie man mit den bisherigen Segnungen umgeht und ob diese überhaupt zu einer Ehe aufgestuft werden können, es ist nicht geklärt, was dann wie sakramental sein soll, es ist noch nicht mal geklärt, was die UU dazu sagen wird. Bevor hier weitere Überlegungen angestellt werden, muss der Antrag 43 - vor seiner Diskussion in der Synode 2020 - noch in den Abstimmungsprozess mit der UU gehen. Dann sehen wir mal weiter.

Das Thema "Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften" wird schon lange diskutiert. Das hatten wir hier auch schon mal im Forum. Bei der letzten oder vorletzten Synode war ich in einer Arbeitsgruppe, in der man sich Gedanken über ein "Sakrament der Lebensgemeinschaft" machte. Kann ich nachvollziehen, wird aber sicherlich sehr umstritten sein, weil es letztlich eine völlige Neuinterpretation des Ehesakramentes ist und zumindest mit der hermeneutischen Tradition ganz und gar nicht übereinstimmt.

Natürlich kann (und sollte) man - wenn gewünscht - in den Gemeinden darüber reden, zumindest deswegen, dass der Synodale ahnt, wie die Gemeinde denkt. Das ist auch ohne imperativem Mandat wichtig. Das Thema hat in unserer Gemeinde seit ca. 1998 immer mal wieder aufgeschlagen.
Aber zum einen wünscht das nicht jede Gemeinde und zum anderen wird man irgendwann zum Schluss kommen, dass sich kein Kompromiss finden lässt. Die theologischen Ansätze sind dazu einfach zu unterschiedlich.

Was theologische Expertisen anbelangt: Da dürfte es schon einiges geben. Nicht unbedingt zum Antrag 43 (der ja erst in der nächsten Synode angegangen wird - oder auch nicht), aber zum Thema ganz allgemein.

Und - alles andere würde mich wundern: Bei der nächsten Synode wird es mit Sicherheit Diskussionen über die Sakramentalität von Lebensgemeinschaften geben. Das ist nämlich nach meiner Erkenntnis gar nicht so eindeutig, wie man uns Synodalen immer "vorwirft".

Autor:  Neu-Katholik [ 30. Oktober 2018 15:15 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Danke, Lothar, für die Mühe dieser Darstellung, die ich sehr gerne gelesen habe (alles ohne jede Ironie).
So eine knappe doch umfassende Äußerung hatte ich mir erhofft.
Inhaltlich habe ich das nicht weiter zu kommentieren.

Autor:  Werner [ 28. November 2018 17:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Synode 10/2018

Es wird heutzutage meist so getan, als wäre "Sakrament" etwas fixes, durch Gott selber so Bezeichnetes. Das ist ja nicht der Fall. Zahl und Inhalt dessen, was man "Sakrament" nannte, hat sich im Laufe der Zeit immer wieder geändert (das Sakrament der Kaiserkrönung gibt es schon lange nicht mehr, gab es aber mal), und orientalische Kirchen haben z. T. ganz andere Sakramente, ohne dass das irgendwelche Auswirkungen auf ihre Anerkennung bezüglich Rechtgläubigkeit usw. hätte.
Wenn man also alle staatlich geschlossenen Ehen künftig als sakrament bezeichnen wollte, wäre das nichts weiter als eine Bezeichnung, die allerdings auch eine Wertschätzung ausdrückt. Vergleichbar wäre das etwa einer Heiligsprechung in der römischen Kirche. Die bedeutet auch nicht, dass derjenige fehlerfrei war, sie bedeutet nicht, dass er erst durch diesen Akt in den Himmel kommt, und sie bedeutet ebenfalls nicht, dann man nur durch diesen Akt in den Himmel kommt.
Und die Ehe zweier Homosexueller wird nicht erst dadurch gottgefällig, dass man sie "Sakrament" nennt, und sie muss auch nicht "Sakrament" genannt werde, um gottgefällig zu sein. Und wenn sie nicht gottgefällig ist, hilft es auch nichts, sie "Sakrament" zu nennen. Genau wie bei der Kaiserkrönung.
Das Wort "Sakrament" zeigt nur an, wie wichtig etwas aus Sicht der Kirche ist.

Werner

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