Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 5. August 2009 14:01 
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JohnGrantham hat geschrieben:

Es stimmt auch nicht, daß die Varlet-Sukzession nie angezweifelt wird. Gerade die alt-katholische Position ist hier etwas wiedersprüchig -- man sagt, es kann keine Kirche ohne Bischof und kein Bischof ohne Kirche geben, aber man hat die Weihen über einen Titularbischof bekommen (Varlet) -- und, im Gegensatz zur heutigen Praxis, der damalige Utrechter Bischof wurde nur von Varlet geweiht, nicht von einem Bischofskollegium (also ohne Mitkonsekratoren). Daß Rom ein eher magisches Weiheverständnis vertritt, ist für die Sache nicht besonders relevant -- die erkennen viele "Bischöfe" an, die weder Alt-Katholiken noch Anglikaner anerkennen. Na und?



Wann und wo ist die Varlet-Sukzession angezweifelt worden? Aus der OFFIZIELLEN römischen Sicht ist sie immer als gültig betrachtet worden. Was einige ultrakonservative Erzrömer im "Kreuzgang" sagen, ist mir nicht maßgebend...


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BeitragVerfasst: 5. August 2009 14:22 
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John Der Echte

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JohnGrantham hat geschrieben:
Apropos, mein lieber durchgeräuchter Anglo-Catholic: Habt Ihr eigentlich einen Gottesdienstplan irgendwo zu sehen? Wie sieht der Ablauf bei Euch aus? Welche Liturgie verwendet Ihr -- BCP, Common Worship, ASB, English Missal, Roman Missal...? Habt Ihr tridentinische Elemente wie das Stufengebet oder das Letzte Evangelium o.ä., oder haltet Ihr Euch eher strikt an den Rubriken des BCP?


In meinen beiden Gemeinden zelebrieren wir nach Common Worship Order I, wobei eine die traditionelle Sprache verwendet, die andere die moderne.

Meine Werktags- und Chorgemeinde hat darüberhinaus noch einige weitere Gebete zur Altarbereitung eingefügt (u.a. das Orate Fratres/Pray my brothers and sisters...) und am Ende der Messe nach dem Auszug noch ein gesunges Angelusgebet.

Eine Gemeinde, die nach Roman Missal zelebriert, würde ich nicht regelmäßig besuchen.


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BeitragVerfasst: 5. August 2009 15:18 
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Aldo1 hat geschrieben:
Mit 80 Millionen Mitgliedern und mit ihrer über 1000jährigen Geschichte als englische katholische Kirche können die Anglikaner schon etwas gelassener und selbstbewusster mit Rom umgehen als die altkatholische Kleinkirche.

Eben. Daher wundert es mich, daß Du auf die Idee kommst, die Anglikaner hätten die Kirchengemeinschaft mit der UU geschloßen, nur um an gültige Weihen in den Augen Roms zu kommen.

Es hat sicherlich einen gewissen Reiz, Rom eins auszuwischen :twisted: aber für das Selbstbild ist es irrelevant, außer als Ausdruck der Kirchengemeinschaft mit Glaubensbrüdern und -schwestern. Da es keine nennenswerten theologischen Unterschiede zwischen den beiden Kirchen gibt, ist dieser Ausdruck mehr als selbstverständlich.

Diejenigen Anglikaner, die sich tatsächlich Gedanken zur Gültigkeit der Weihen in den Augen Roms machen, sind sowieso diejenigen, die mit einem Fuß im Tiber stehen. Für uns überzeugte Anglikaner spielt es aber keine Rolle -- wie man es sich (hoffentlich) vorstellen kann.

Cheers,

John

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BeitragVerfasst: 5. August 2009 15:28 
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Péter hat geschrieben:
JohnGrantham hat geschrieben:
Es stimmt auch nicht, daß die Varlet-Sukzession nie angezweifelt wird. Gerade die alt-katholische Position ist hier etwas wiedersprüchig -- man sagt, es kann keine Kirche ohne Bischof und kein Bischof ohne Kirche geben, aber man hat die Weihen über einen Titularbischof bekommen (Varlet) -- und, im Gegensatz zur heutigen Praxis, der damalige Utrechter Bischof wurde nur von Varlet geweiht, nicht von einem Bischofskollegium (also ohne Mitkonsekratoren). Daß Rom ein eher magisches Weiheverständnis vertritt, ist für die Sache nicht besonders relevant -- die erkennen viele "Bischöfe" an, die weder Alt-Katholiken noch Anglikaner anerkennen. Na und?

Wann und wo ist die Varlet-Sukzession angezweifelt worden? Aus der OFFIZIELLEN römischen Sicht ist sie immer als gültig betrachtet worden. Was einige ultrakonservative Erzrömer im "Kreuzgang" sagen, ist mir nicht maßgebend...

Ob die Weihen angezweifelt werden und von wem, dürfte nicht besonders relevant sein. Wichtig ist vielmehr, ob wir von unseren Weihen und unserer Sukzession überzeugt sind.

Daß so mancher Katholik tatsächlich die Varlet-Linie anzweifelt, ist aber nichts neues. Meist handelt es sich zwar um Ultramontane, aber auch um Orthodoxe (wobei letzteres freilich alle nichtorthodoxe Weihelinien gerne anzweifeln) -- und nein, nicht nur im Kreuzgang.

Von daher finde ich jede Diskussion, was Rom alles gültig findet oder nicht, völlig am Thema vorbei. Wir Anglikaner (und Alt-Katholiken) stehen in der Sukzession der heiligen Kirche Gottes, punkt. Wer anders behauptet, kann mich (ahem) kreuzweise.

Cheers,

John

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 5. August 2009 15:34 

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Aldo1 hat geschrieben:
Als Altkatholiken muss man allein aufgrund der Zahlenverhältnisse (300.000 Altkatholiken gegenüber 1.2 Milliarden Rom-Katholiken) realistisch bleiben.

Natürlich müssen Alktkatholiken weiterhin nach Rom blicken.



Also, lieber Aldo, wie Du an diese Zahl kommst! Da hast Du aber einige AK-Kirchen, die nicht in der UU sind, mitgezählt, dann aber die südamerikanischen und afrikanischen Nationalkirchen, die sich auch als "altkatholisch" empfinden, nicht.

Lass mal die Kirchen in den Niederlanden, Deutschland, der Schweiz, Polen, Österreich und Tschechien mit jeweils 20 Tausend Gläubigen rechnen, dann nimmst Du noch die Mariaviten mit 25ooo+5ooo dazu, dann kommst Du vielleicht auf die Hälfte Deiner Zahl!

Ich glaube, wir können mit gutem Gewissen in alle Richtungen blicken, da sind wir nicht auf Rom beschränkt. Und welche Entwicklung von dort auf uns zu kommt, können wir mit aller Gemütsruhe abwarten, weil die Häretiker in Rom sitzen und nicht in Utrecht.

Die Besinnung darauf, dass die Utrechter Weihen - nach heutigem Selbstverständnis - nicht gültig wären, ist wichtig, um uns davor zu schützen, auf die Sukzessionslinie anderer Kleinkirchen immer herabwürdigend herunterzuschauen. Aber wir stellen ja auch die Weihelinien durch römische Titularbischöfe als nicht unseren Regeln konform dar. Im übrigen sollte allen bekannt sein, dass die reine Liniensukzession ohnehin erst ab dem 15./16. Jahrhundert vollständig nachvollziehbar ist. Traditionell aber ist der Utrechter Bischofssitz ein seit "Alters Zeiten" überlieferter einer.


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BeitragVerfasst: 5. August 2009 15:44 
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JHNewman hat geschrieben:
JohnGrantham hat geschrieben:
Apropos, mein lieber durchgeräuchter Anglo-Catholic: Habt Ihr eigentlich einen Gottesdienstplan irgendwo zu sehen? Wie sieht der Ablauf bei Euch aus? Welche Liturgie verwendet Ihr -- BCP, Common Worship, ASB, English Missal, Roman Missal...? Habt Ihr tridentinische Elemente wie das Stufengebet oder das Letzte Evangelium o.ä., oder haltet Ihr Euch eher strikt an den Rubriken des BCP?

In meinen beiden Gemeinden zelebrieren wir nach Common Worship Order I, wobei eine die traditionelle Sprache verwendet, die andere die moderne.

Meine Werktags- und Chorgemeinde hat darüberhinaus noch einige weitere Gebete zur Altarbereitung eingefügt (u.a. das Orate Fratres/Pray my brothers and sisters...) und am Ende der Messe nach dem Auszug noch ein gesunges Angelusgebet.

Eine Gemeinde, die nach Roman Missal zelebriert, würde ich nicht regelmäßig besuchen.

Ahja. Interessant. Danke für die Darstellung!

Unsere Gottesdienste sind noch am entwickeln. Als Grundgerüst des Ablaufs haben wir Rite One der Episcopal Church (was Order One weitgehend entspricht, allerdings mit der Confession vor den Fürbitten und nicht anstelle des Kyrie), aber in letzter Zeit verwenden wir das eucharistische Gebet der Schotten von 1970, Fürbitten von Common Worship, sowie andere Elemente aus anderen anglikanischen Kirchen (wir mischen also gerne). Eine Zeit lang haben wir teilweise Elemente vom Anglican Use Gradual verwendet, aber irgendwann habe ich den Geschmack dafür verloren.

Unser Gesangbuch ist das Hymnal 1982 der Episcopal Church, aber ehrlich gesagt bin ich davon wenig begeistert. Ein englischer Besucher empfahl ein neues Gesangbuch aus England ("Complete Anglican Hymns Old and New"), und ich denke langfristig werden wir das anschaffen...

Ich würde auch keine Gemeinde besuchen wollen, die das römische Meßbuch verwendet. Irgendwie war es mir schon immer schräg, wenn "Anglikaner" die römische Liturgie verwenden...

Cheers,

John

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BeitragVerfasst: 5. August 2009 16:21 
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John Der Echte

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JohnGrantham hat geschrieben:
Ich würde auch keine Gemeinde besuchen wollen, die das römische Meßbuch verwendet. Irgendwie war es mir schon immer schräg, wenn "Anglikaner" die römische Liturgie verwenden...


Ja. Erstens ist es nicht authentisch, zweitens theologisch mitunter fragwürdig (der Semipelagianismus der neuen römischen collects, dazu die falschen Einsetzungsworte!!) und drittens sprachlich schlecht. Vielleicht wird es ja im zweiten Anlauf besser, die neuen Texte sind ja m. W. jetzt beschlossen.


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BeitragVerfasst: 6. August 2009 09:00 
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Péter hat geschrieben:
JohnGrantham hat geschrieben:

Es stimmt auch nicht, daß die Varlet-Sukzession nie angezweifelt wird. Gerade die alt-katholische Position ist hier etwas wiedersprüchig -- man sagt, es kann keine Kirche ohne Bischof und kein Bischof ohne Kirche geben, aber man hat die Weihen über einen Titularbischof bekommen (Varlet) -- und, im Gegensatz zur heutigen Praxis, der damalige Utrechter Bischof wurde nur von Varlet geweiht, nicht von einem Bischofskollegium (also ohne Mitkonsekratoren). Daß Rom ein eher magisches Weiheverständnis vertritt, ist für die Sache nicht besonders relevant -- die erkennen viele "Bischöfe" an, die weder Alt-Katholiken noch Anglikaner anerkennen. Na und?



Wann und wo ist die Varlet-Sukzession angezweifelt worden? Aus der OFFIZIELLEN römischen Sicht ist sie immer als gültig betrachtet worden. Was einige ultrakonservative Erzrömer im "Kreuzgang" sagen, ist mir nicht maßgebend...


Das sei unterstrichen. Interessant, wie die altkatholische Ekklesiologie hier immer nur zur Hälfte angewandt wird. Varlet war für eine Ortskirche geweiht worden, der Spruch «Nulla ecclesia sine episcopo, nullus episcopus sine ecclesia» gilt auch hier - auch wenn + Varlet in seinem Bistum aufgrund der damaligen Zuständie nie Jurisdiktion ausüben konnte. Die von ihm gespendeten Bischofsweihen geschahen ebenfalls im Auftrag einer Ortskirche - nämlich der von Utrecht - so dass Melanies unten stehende Aussage, dass diese Weihen gemäss heutigem Verständnis ungültig seien, gegestandlos ist.

Überhaupt, was hat dergleichen und die Diskussion über die Anglikaner mit der Christkatholischen Kirche zu tun? Nichts! Es stimmt aber, dass die CKK seit jeher mehr die Nähe zur Orthodoxie als zu den Anglikanern betont hat.

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BeitragVerfasst: 6. August 2009 09:06 
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Aldo1 hat geschrieben:
Ich will ja auch gar nicht einen Unterschied herbei reden, der -theologisch- nicht besteht.

Aber auch in der AKK gibt es ein "Kirchenvolk". Dieses kommt von der RKK und bringt von dort Formen katholischer Volkfrömmigkeit mit. Diese Menschen suchen den katholischen "Stallgeruch", deswegen kommen sie ja zur AKK und gehen nicht zu den Protestanten (die Anglikanern und die Orthodoxen kommen deutschen Rom-Katholiken, die ihre Kirche wechseln worden, erstmal nicht in den Sinn).

Die AKK muss einsehen, dass sie innerhalb der Ökumene nicht allen alles bieten kann - sie kann nicht für die ehemaligen Romkatholiken eine Heimat sein und gleichzeitig hochkirchliche Neo-Protestanten oder mitteleuropäische Orthodoxen oder deutschsprachige Anglikaner sein - alles zusammen geht nicht!

Nüchtern gesprochen liegt ihre "Marktlücke" bei den unzufriedenen Romkatholiken - so wie die Marktlücke der SELK bei den unzufriedenen evangelischen Landeskirchlern liegt.

Warum eigentlich macht man nicht einmal eine Umfrage unter allen Mitgliedern der AKK?


Und nochmals: die Kirche kennt keine "Marktlücken" sowie sie kein "Dienstleistungsbetrieb" ist. Und es sei nochmals angemerkt - auch wenn ihr das nicht wahrhaben wollt - dass es auch ein Kirchenvolk gibt, dass eben nicht von der RKK kommt, sondern schon immer (seit Geburt/Taufe) in der AKK war (zumindest ist das in der CKK so, bei euch scheinen die letzten gebürtigen Altkatholiken die Flucht ergriffen zu haben).

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BeitragVerfasst: 6. August 2009 09:15 
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Aldo1 hat geschrieben:
Lothar1962 hat geschrieben:
Verstehen kann man das nur aus der Situation heraus, dass "das Kirchenvolk" der Christkatholischen Kirche der RKK deutlich näher steht als den weithin unbekannten Anglikanern.



So ist es! Die große Mehrheit der Altkatholiken lebt ein bürgerliches Leben und jettet (Gott-sei-Dank) nicht ständig um die Welt. Deswegen nützt es diesen Menschen auch nichts, dass es prächtige anglo-katholische Gottesdienste in London und New York gibt. Wenn überhaupt trauen sie sich ab und zu in eine anglikanische Gemeinde in einer deutschen oder Schweizer Großstadt. Weil sie aber in der Regel nur Schulenglisch sprechen, verstehen sie nur ein Drittel und nach dem Gottesdienst gehen sie schnell wieder aus der Kirche heraus, weil sie Hemmungen haben, sich in Englisch unterhalten zu müssen. Das war's dann. Wer durch seinen Beruf bedingt, fließend Englisch spricht oder viel im Ausland ist, wird von sich aus sowieso zur Anglikanischen Kirche gehen, wobei die Gemeinden in Deutschland und der Schweiz natürlich wie alle Ausländergemeinde eben nicht nur Gottesdienste anbieten, sondern auch für Engländer und Amerikaner ein Stück Heimat sein wollen und deshalb Dinge veranstalten, die den Deutschen fremd sind (Baby-Beauty-Competition usw).

Natürlich muss das Bonn Agreement eingehalten werden. Aber das ist Sache der Theologen, Fachleute und Kommissionen. Die Anglikaner haben durch dieses Agreement ja auch das bekommen, was sie wollten, nämlich die "gültige" Sukzession, die von Rom anerkannt wird. Und die Altkatholiken haben dadurch eine stärkere Position in der Ökuemen bekommen. So weit, so gut. Jetzt kommt es aber darauf an, dass unzufriedene Rom-Katholiken die AKK weiterhin als eine wirkliche ALTernative zur RKK wahrnehmen.

Es wäre deshalb auch sinnvoll, die Verbindungen zur niederländischen AKK zu stärken, denn die ist 100 Jahre älter als die anderen AKKn und hat deshalb ein entspannteres Verhältnis zur RKK. Jetzt, nach Wiederaufnahme des Dialogs zwischen AKK und RKK ist der Zeitpunkt, sich wieder auf seine Wurzeln zu konzentrieren.


Zum ersten Zitat (Lothar): Reins Aussagen sind neue Töne in der CKK. Bisher war vielmehr eine gewisse Abneigung gegen alles Römische zu spüren. Die Orthodoxen und die Anglikaner wurden als viel näher empfunden. Seine Aussage ist auch als Aussage eines Ex-Römers zu verstehen.

Zum zweiten Zitat: Da sage ich nichts dazu, es strotz dermassen von Unwissen, Halb- oder Viertelwissen, dass man es schlicht ignorieren muss.

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BeitragVerfasst: 6. August 2009 11:10 
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John Der Echte

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Raphi hat geschrieben:
Zum ersten Zitat (Lothar): Reins Aussagen sind neue Töne in der CKK. Bisher war vielmehr eine gewisse Abneigung gegen alles Römische zu spüren. Die Orthodoxen und die Anglikaner wurden als viel näher empfunden. Seine Aussage ist auch als Aussage eines Ex-Römers zu verstehen.


Das finde ich interessant. Bisher habe ich es häufig so wahrgenommen, daß die Ex-Römer sich gerne deutlicher abgrenzen. Mir sind hingegen vor allem Konvertiten sympathisch, die sich nicht negativ von ihrer Herkunftskirche abgrenzen, sondern weiterhin die positiven Dinge sehen.


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BeitragVerfasst: 6. August 2009 11:18 
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John Der Echte

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Raphi hat geschrieben:
Und nochmals: die Kirche kennt keine "Marktlücken" sowie sie kein "Dienstleistungsbetrieb" ist.


:bravo:

Richtig, Raphi.

Allerdings bleibt die Frage in meinen Augen berechtigt: Wenn es Wachstumspotenzial gibt ("Marktlücke") und Menschen, die an einer bestimmten kirchlichen Tradition Interesse haben und in ihr geistlichen wachsen können: Ist es dann nicht geboten, im Sinne der Kirche und des Reiches Gottes diese Möglichkeiten zu nutzen?


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BeitragVerfasst: 6. August 2009 11:34 
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JHNewman hat geschrieben:
Raphi hat geschrieben:
Zum ersten Zitat (Lothar): Reins Aussagen sind neue Töne in der CKK. Bisher war vielmehr eine gewisse Abneigung gegen alles Römische zu spüren. Die Orthodoxen und die Anglikaner wurden als viel näher empfunden. Seine Aussage ist auch als Aussage eines Ex-Römers zu verstehen.


Das finde ich interessant. Bisher habe ich es häufig so wahrgenommen, daß die Ex-Römer sich gerne deutlicher abgrenzen. Mir sind hingegen vor allem Konvertiten sympathisch, die sich nicht negativ von ihrer Herkunftskirche abgrenzen, sondern weiterhin die positiven Dinge sehen.


Nun, bei uns gibt es diverse Arten von Konvertiten. Die einen ex-römischen meinen sogar sich beim Pfarramt beschweren zu müssen, wenn im Glaubensbekenntniss "katholische" Kirche vorkommt, die anderen meinen, ihre "katholische Sicht" wie sie V2 erklärte, sei schlicht altkatholisch, was natürlich nicht in geringster Weise stimmt. V2 - und somit die sogenannten "Konzilskatholiken" - vertreten eben nicht christkatholische Ansicht sondern römische. Ich kenne Konvertiten aus der reformierten Kirche, denen es nicht katholisch genug sein kann sowie solche, die gegen sonntägliche Eucharistie protestieren.

Die eigene Herkunft verleugnen ist natürlich ein Unding - wie es ein Unding ist, der AKK fremde Ansichten aufzuwingen. Wenn jemand kommt, dann ist er willkommen, solange er sich mit der AKK auseinandergesetzt hat und wirklich altkatholisch denkt. Aber altkatholisch - das ist nicht einfach liberaler als Rom oder die Verwirklichung von V2 (das irrelevant in unserer Theologie ist!!), sondern vielmehr eine eigene Kirche, die die ursprüngliche katholische Kirche ist. Man muss sich nicht negativ abgrenzen, aber man muss altkatholische Lehre -wie sie definiert ist, und eben nicht wie sie gerade in den Kram passt - annehmen. Und da sehe ich das Problem, von überall her kommt man zu uns und jedwede Lehre sollen wir unterbringen, auch wenn sie nichts mehr mit der altkatholischen Lehre - welche definiert ist - zu tun hat. Das ist der Untergang unserer Kirche.

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BeitragVerfasst: 6. August 2009 11:49 
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JHNewman hat geschrieben:
Raphi hat geschrieben:
Und nochmals: die Kirche kennt keine "Marktlücken" sowie sie kein "Dienstleistungsbetrieb" ist.


:bravo:

Richtig, Raphi.

Allerdings bleibt die Frage in meinen Augen berechtigt: Wenn es Wachstumspotenzial gibt ("Marktlücke") und Menschen, die an einer bestimmten kirchlichen Tradition Interesse haben und in ihr geistlichen wachsen können: Ist es dann nicht geboten, im Sinne der Kirche und des Reiches Gottes diese Möglichkeiten zu nutzen?


Es geht meiner Ansicht nach eben nicht um Wachstum aufgrund eines bestimmten kirchlichen Interesses sondern um die Wahrheit, die allein aus Gott ist. Von daher kann es keine Marktlücken geben noch kann die Kirche ein Dienstleistungsbetrieb sein. Die Wahrheit liegt im katholischen Glauben und dieser muss festgehalten werden. Denn wenn etwas, dass sich zur Zeit als Marktlücke erweist, wahrhaftig sein könnte, dann gäbe es keine katholische Kirche und dann gäbe es uns - die Altkatholiken - sowieso nicht, denn die Dogmen von V1 waren eben zeitbedingt. Der katholische Glauben aber kennt keine Zeit sondern ist in Ewigkeit wahr.

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 6. August 2009 11:52 

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Raphi hat geschrieben:
Péter hat geschrieben:

Wann und wo ist die Varlet-Sukzession angezweifelt worden? Aus der OFFIZIELLEN römischen Sicht ist sie immer als gültig betrachtet worden. Was einige ultrakonservative Erzrömer im "Kreuzgang" sagen, ist mir nicht maßgebend...


Das sei unterstrichen. Interessant, wie die altkatholische Ekklesiologie hier immer nur zur Hälfte angewandt wird. Varlet war für eine Ortskirche geweiht worden, der Spruch «Nulla ecclesia sine episcopo, nullus episcopus sine ecclesia» gilt auch hier - auch wenn + Varlet in seinem Bistum aufgrund der damaligen Zuständie nie Jurisdiktion ausüben konnte. Die von ihm gespendeten Bischofsweihen geschahen ebenfalls im Auftrag einer Ortskirche - nämlich der von Utrecht - so dass Melanies unten stehende Aussage, dass diese Weihen gemäss heutigem Verständnis ungültig seien, gegestandlos ist.

Überhaupt, was hat dergleichen und die Diskussion über die Anglikaner mit der Christkatholischen Kirche zu tun? Nichts! Es stimmt aber, dass die CKK seit jeher mehr die Nähe zur Orthodoxie als zu den Anglikanern betont hat.


Die Aussage über Varlet stimmt so nicht, da er zum Zeitpunkt, als er die Bischofsweihen in Holland tätigte, bereits vom Dienst suspendiert, er hatte also KEINE Ortskirche mehr. Genau diese Dinge nehmen wir AK ansonsten auch immer ganz ernst und ganz genau, z.B. bei den südamerikanischen und anglo-amerikanischen Weihelinien (Duarte Costa und Matthews).

Dazu Wikipedia:

Bischofsamt

Varlet wurde nach Paris zurückgerufen, weil man ihn in Persien brauchte. Papst Clemens XI. ernannte ihn 1718 zum Koadjutor des Bischofs vom Babylon. Am 19. Februar 1719 wurde er zum Bischof mit dem Titularbistum Askalon geweiht. Am anderen Tag traf in Paris die Meldung ein, dass der bisherige Bischof von Babylon schon Ende 1717 verstorben war.

Varlet machte sich sofort auf den Weg in sein Bistum. Mit einem französischen Konsul reiste er nach Holland, wo er bei Cornelius Steenoven, dem späteren Erzbischof von Utrecht, einkehrte. Der bischöfliche Sitz von Utrecht war zu jener Zeit vakant, daher nahm Varlet dort auch einige Firmungen vor, was in Rom allgemeine Bestürzung hervorrief. Die Nuntiaturen in Polen und Deutschland wurden angewiesen, Varlet sofort zu verhaften.

Nichts ahnend nahm Varlet ein Schiff nach St. Petersburg. Nach siebeneinhalb Monaten kam er endlich in Schamake (heute Aserbaidschan) an, konnte aber wegen eines Bürgerkrieges nicht in seine Bischofsstadt Hamadan weiterreisen. Am 26. März 1720 überreichte ihm ein Vertreter der Kurie die Suspension, welche der Papst ein Jahr vorher ausgesprochen hatte, weil er in Holland gefirmt und die Bulle "Unigenitus" nicht unterzeichnet hätte.

Varlet in Holland


Nach seiner Rückkehr nach Paris wehrte sich Varlet gegen seine Verurteilung, was in Rom sehr übel aufgenommen wurde. Der Aufenthalt in Paris wurde ihm zu unsicher, Varlet floh nach Holland ins Exil. Der Druck aus Rom wurde noch stärker, als das Domkapitel von Utrecht zur Wahl eines Erzbischofs schritt. Am 27. April 1723 wählte es dennoch Cornelius Steenhoven, welcher am 15. Oktober 1724 von Varlet zum Bischof geweiht wurde. Dies trug allen Beteiligten die Exkommunikation ein. Nach dem frühen Tod von Steenhoven wählte das Domkapitel Barchman Wuytiers zum Erzbischof, der 1725 wiederum von Varlet geweiht wurde. Wuytiers starb bereits 1733, noch nicht vierzig Jahre alt. Das Domkapitel wählte Theodorus van der Croon zum Nachfolger. Varlet weigerte sich nun zuerst, die Weihe vorzunehmen. In den Fragen von Wucher ("Ist es erlaubt, Zins zu nehmen?" von Varlet abgelehnt) und Wundern (wunderhafte Heilungen in Holland, von Varlet verteidigt) hatte sich Varlet in eine Außenseiterposition manövriert, in die ihm das Domkapitel jedoch folgen musste, um für den neugewählten Erzbischof die Bischofsweihe zu erhalten. Diese erfolgte 1734, nach eineinhalb Jahren. Schon vier Jahre später starb auch dieser Erzbischof. Das Domkapitel wählte Petrus Johannes Meindaerts zum Nachfolger, welcher im Oktober 1739 von Varlet geweiht wurde.
----------------------

Das wir in der Diskussion im Eifer des Gefechts immer wieder mal vom eigentlichen Thema abkommen, stimmt leider, ich bitte um Vergebung, mea maxima culpa ...


ich verschiebe daher den Betrag zum Thread "Apostolische Sukzession". Bitte ggfs dort weiterzuschreiben -winnie als Mod.


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