Mensch und Kirche

Diskussionsforen für Themen des Alltags mit Schwerpunkt religiöse und soziale Fragestellungen
Aktuelle Zeit: 27. November 2020 16:54

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 34 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 23. Juni 2011 23:42 
Offline

Registriert: 19. April 2011 01:48
Beiträge: 568
Stefan Wedra hat geschrieben:
... Als eines der größten Freiluftfeste in Europa, ist es eine Gelegenheit, auch Menschen zu erreichen, die kirchenfern sind. ... Ich finde es eine Sauerei, aus der eigenen Engstirnigkeit heraus, solche Initiativen madig zu machen. ...


Mehr noch: Wenn ich mir die Filmchen dieser Veranstaltung aus den vergangenen Jahren so ansehe, dann gewinne ich doch den Eindruck, dass man damit ausschließlich Menschen erreicht, die kirchenfern sind (und es auch bleiben wollen). Denn wer nicht kirchenfern ist, ergreift womöglich doch lieber gleich die Flucht, bevor er womöglich zwischen all den rauchenden, wurstessenden und biertrinkenden "Mitfeiernden" vor US-Flaggen die Kommunion empfängt.

Mit was für einer Botschaft werden denn da die Menschen erreicht?

Wenn die im Netz kursierenden Filmchen auch nur annähernd die Realität wiederspiegeln (d.h. wenn sie keine Fälschungen sind), dann halte ich keineswegs Silesias "Sarkasmus", sondern im Gegenteil genau diese sogenannten Western-Messen für nichts anderes als eine (blasphemische) Sauerei -- übrigens mit kommerziellem Hintergrund.

Jetzt darfst Du mich gern auch engstirnig nennen.

kurier.at von gestern hat geschrieben:
Dompfarrer Toni Faber darf heuer nicht aufs Donauinselfest kommen, sprach Kardinal Christoph Schönborn. Zu viel Bier und zu wenig Besinnlichkeit. Also wird Robert Freihsl, Priester der Altkatholischen Kirche, kurzerhand einspringen und die Western-Messe am Sonntagvormittag in der KURIER-Area lesen. Wenige Meter daneben wird frühgeschoppt. ...

_________________
Die Brunnen, die man zur Zeit seines Vaters Abraham gegraben hatte und die die Philister nach dem Tod Abrahams zugeschüttet hatten, ließ Isaak wieder aufgraben und gab ihnen dieselben Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte. (Gen 26, 18)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 07:48 
Offline

Registriert: 16. Februar 2009 18:35
Beiträge: 304
Wohnort: Bozen
Euer E-keit,

das will ich gerne tun.

Dass Kardinal Schönborn nun seinem Dompfarrer die Teilnahme am Gottesdienst verbietet, ist eine Riesendummheit. Das Donauinselfest ist ein Fest der Sozialdemokraten. Die haben seit dem ersten Weltkrieg die Mehrheit in Wien. Der Herr Kardinal brüskiert auf diese Weise die Mehrheit seiner Bevölkerung, ohne dass von denen einer mehr zu ihm in den Gottesdienst kommt. Er hat hier ohne Not eine Brücke abgebrochen, die ihm die Altkatholiken geschlagen haben.

Sicherlich da gibt es Leute, die wissen nun einmal nicht, wie man sich in der Kirche oder bei einem Gottesdienst zu benehmen hat. Nur Euer E-keit: Sieht man mal in die ehemalige DDR, das ist das Publikum der Zukunft! Es wird immer mehr Leute geben, die wissen nicht, wie man das Kreuzzeichen macht, die kennen nicht das Glaubenbekenntnis und können nicht das Vater unser beten. Sind sie deshalb schlecht? Muss man sie deshalb meiden? Darf man sie nicht mit dem Glauben in Kontakt bringen?

Wie hat Jesus gehandelt? Ist er nicht zu den Zöllnern gegangen? Hatte er nicht Umgang mit den Huren? Wurde über ihn nicht gesagt, er wäre ein Fresser und Säufer?

Manche Menschen haben in ihrer Engstirnigkeit einfach die falsche Perspektive. Man sollte bei solchen Veranstaltungen nicht auf die achten, die sich nicht zu benehmen wissen, sondern auf die, denen es wichtig ist, diesen Gottesdienst zu feiern. Die es fertig bringen, sich auf den Gottesdienst zu konzentrieren, während am Nachbartisch Bier getrunken, Frankfurter gegessen werden und geraucht wird. Die ihre Aufmerksamkeit auf die Eucharistie lenken und sich nicht an ihrer vorauseilenden Empörung und Selbstgerechtigkeit aufgeilen, um das schöne Gefühl zu geniessen, die "Besseren" und "Frömmeren" zu sein. Die Gefahr für die Kirche sind doch nicht die, die wie Schafe unter die Wölfe gehen, sondern die ewig agressiv Tabernakelfrommen, die Kirchenfernen deren Vorurteile bestätigen und einen Dialog vermeiden.

Wer weiß, was nachher beim Bier noch so alles über den lieben Gott geredet wird? Ganz entspannt, auch von strammen Sozis. Die Welt ist nicht schwarz und nicht weiß. In Wien ist sie zu fünfzig Prozent rot. Der österreichische Altkatholizismus hat tradtionell immer eine gute Beziehung zur Sozialdemokratie gehabt. Das hat man nie so eng gesehen und einige stramme Rote sind auch stramme Altkatholiken.

Vom Bevölkerungsanteil ist die österreichische altkatholische Kirche ca. zehnmal so groß, wie die deutsche altkatholische Kirche, weil sie feste Wurzeln in der Arbeiterschaft hat. Das hindert aber einen deutschen Ex-Bischof nicht, sie als Operettenkirche zu bezeichnen. Operette der Arbeiterschaft: schöner hätte der Sieg des Sozialismus doch nicht sein können.

Wolfgang Ambros, auch ein Altkatholik, hat ein wunderschönes Lied geschrieben:



Zum Schluss allen engstirnig Tabernakelfrommen der Refrain zum Mitsingen:

Und wie der Jesus sage ich heiteren Gesichts:
das Leben ist ein Heidenspaß, für Christen ist das nichts.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.n*t
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 08:26 
Offline

Registriert: 29. November 2007 12:44
Beiträge: 6297
Wohnort: Rothenburg OL
Stefan Wedra hat geschrieben:
Silesia hat geschrieben:
Ein Altkatholik hat also die Westernmesse gerettet. Was für eine Glanztat. Man gibt sich halt für so manches hin.

Lieber Silesia,

Pfr. Freihsl ist ein qualifizierter Seelsorger. Er kennt die Mentalität der Wiener und hat das richtige Gespür, diesen Gottesdienst zu leiten. Dieser Gottesdienst wurde über 20 Jahre in ökumenischer Offenheit von einem altkatholischen Geistlichen geleitet. Als eines der größten Freiluftfeste in Europa, ist es eine Gelegenheit, auch Menschen zu erreichen, die kirchenfern sind.

Es verbietet sich daher jeder sarkastische Kommentar. Was bietest Du denn für eine Alternative? Ich finde es eine Sauerei, aus der eigenen Engstirnigkeit heraus, solche Initiativen madig zu machen.


Menatlität? Ja stimmt, Öster reich hat ja die Indigenen vertrieben. :hmm:
Diese Vearanstaltung zu übernehmen und übernommen zu ahben - das ist purer Populismus, ohne Wirkung! Oder hat es der akK in Österreich einen realen Zulauf gebracht!

_________________
Mariae vitam imitantes


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.n*t
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 08:48 
Offline

Registriert: 16. Februar 2009 18:35
Beiträge: 304
Wohnort: Bozen
Silesia hat geschrieben:
Menatlität? Ja stimmt, Öster reich hat ja die Indigenen vertrieben. :hmm:
Diese Vearanstaltung zu übernehmen und übernommen zu ahben - das ist purer Populismus, ohne Wirkung! Oder hat es der akK in Österreich einen realen Zulauf gebracht!

Beim ersten Satz weiß ich wieder einmal nicht, wie man ihn verstehen soll?

Ich denke, mein vorheriger Artikel weist nach, dass der Gottesdienst eine gemeinsame Initiative von Altkatholiken und Sozialdemokraten ist. Bevor der Gottesdienst vom Dompfarrer von St. Stephan geleitet wurde, wurde er 22 Jahre lang vom altkatholischen Wiener Pfarrer Dolezal geleitet. Jetzt leitet ihn der Kremser Pfr. Freihsl und da ist er in guten Händen.

Und wie der Jesus sage ich ...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 09:16 
Offline

Registriert: 2. Februar 2007 17:22
Beiträge: 1401
Ich kann es kaum glauben:

Da feiern Menschen aus der Stadt Wien, die für ihr Kulturleben weltberühmt ist, eine "Westernmesse" mit amerikanischer Flagge, Cowboyhüten und amerikanischer Musik??????????

Das ist ja ein genau so kulturelles Tschernobyl wie Disneyland in Paris.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 09:25 
Offline

Registriert: 2. Februar 2007 17:22
Beiträge: 1401
"Das hindert aber einen deutschen Ex-Bischof nicht, sie als Operettenkirche zu bezeichnen."


Irgendwo habe ich mal gelesen, dass viele Altkatholiken Österreichs ihren Glauben nicht wirklich verinnerlicht hätten. Bei vielen von ihnen sei das Altkatholischwerden eine Art Protesthandlung. Man sei aus Protest altkatholisch geworden, aber man lebe mit der Kirche kaum mit. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen.

(Der Gegensatz davon wäre dann die niederländische Altkatholische Kirche, die aufgrund ihres historischen Erbes von Port Royal (um hier bloß nicht das Wort Jansenismus zu erwähnen...) und der Tatsache, dass sie überproportional viele Zutritte aus calvinistischen Kirchen hat, eine Kirche mit einer tiefen und ernsten Spiritualität.)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 10:07 
Offline

Registriert: 16. Februar 2009 18:35
Beiträge: 304
Wohnort: Bozen
Aldo1 hat geschrieben:
Ich kann es kaum glauben:

Da feiern Menschen aus der Stadt Wien, die für ihr Kulturleben weltberühmt ist, eine "Westernmesse" mit amerikanischer Flagge, Cowboyhüten und amerikanischer Musik??????????

Das ist ja ein genau so kulturelles Tschernobyl wie Disneyland in Paris.

Dann geh doch in die Karls-Kirche zu den Römern. Die haben einen tollen Chor. Da kommst Du bestimmt auf Deine Kosten. Suum cuique!

Leute aus der Arbeiterschaft wirst Du da bloß nicht finden. Aber so wie Du hier von einem "kulturellem Tschernobyl" rumtönst und diese Menschen vielleicht nicht einmal bewußt niedermachst (deshalb melde ich es Dir auch zurück), bist Du ja sowieso etwas Besseres:

- Nimm bitte Deine rechte Hand,
- führe sie an die Nase.
- Greife an die beiden Nasenflügel,
- schließe sie mit Daumen und Zeigefinger zusammen, so dass die Nasenflügel zusammengedrückt werden und die Nase geschlossen ist.
- Ziehe die Nase ganz sanft nach oben, dass sich Dein Blick gen Himmel wendet.
- Und nun sage. "Mein Gott, bin ich vornehm!"

Hast Du gespürt, wie das Wort "Gott" in die Nasenflügel schlägt?
Na hattest Du dabei ein spirituelles Erlebnis?

I find's zum Speibm.

und wie der Jesus sage ich, heiteren Gesichts ...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 14:20 
Offline

Registriert: 21. April 2011 12:20
Beiträge: 1236
Stefan Wedra hat geschrieben:
- Nimm bitte Deine rechte Hand


Mach das bitte auch und sag mir dann, warum du so mit deinem Glaubensbruder (seid ihr doch, oder?) umgehst, okay? "Eure E-keit" u.ä. sind m.E. u.a.S.




P.S. Magst du mir noch veraten, wer der Herr mit der roten Bommel auf dem Birett bei der Weihehdl. von Longhani war?

_________________
Frieden über Israel!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 14:48 
Offline

Registriert: 29. November 2007 12:44
Beiträge: 6297
Wohnort: Rothenburg OL
Man kann dem, was man für volkstümlich hält oder, was sich als solches etabliert hat, nicht ALLES opfern. Man soll Perlen nicht vor die Säue schmeißen.

_________________
Mariae vitam imitantes


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 14:56 
Offline

Registriert: 19. April 2011 01:48
Beiträge: 568
Stefan Wedra hat geschrieben:
... Sieht man mal in die ehemalige DDR, das ist das Publikum der Zukunft! Es wird immer mehr Leute geben, die wissen nicht, wie man das Kreuzzeichen macht, die kennen nicht das Glaubenbekenntnis und können nicht das Vater unser beten. Sind sie deshalb schlecht? Muss man sie deshalb meiden? Darf man sie nicht mit dem Glauben in Kontakt bringen? ...

Es macht m.E. einen Menschen kein bisschen "schlechter", dass er das Credo nicht auswendig aufsagen kann oder nicht weiß, ob oder gar wie und wann "man" ein Kreuzzeichen macht. In diesem Punkt sind wir genau einer Meinung.

Was mich aber sehr stört -- und ich glaube, dass das genau der entscheidende Punkt ist --, ist in Deinem Wort "Publikum" ausgedrückt. Ich habe absolut nichts gegen missionarische Veranstaltungen mit entsprechendem "Publikum" im lockeren Rahmen, von mir aus im Zirkus oder im Bierzelt. In einer Eucharistiefeier allerdings versammelt sich die Gemeinde der Gläubigen. (Und das im angemessenen Rahmen: Mahnungen dazu gibt es schon im NT und in anderen frühchristlichen Schriften seitenweise.) Eine Eucharistiefeier ist etwas völlig anderes als eine Info- oder Werbeveranstaltung für ein interessiertes "Publikum". Eine Eucharistiefeier zu Reklamezwecken um des "Publikums" willen ist eine Farce.

Stefan Wedra hat geschrieben:
... Wie hat Jesus gehandelt? Ist er nicht zu den Zöllnern gegangen? Hatte er nicht Umgang mit den Huren? Wurde über ihn nicht gesagt, er wäre ein Fresser und Säufer? ...

Du scheinst verschiedene Dinge zu vermengen, denn Du beschreibst völlig andere Situationen als die, die bei einer Messe gegeben sind.

Jesus ist selbstverständlich zu allen möglichen Menschen -- das heißt im Klartext in jedem Fall: zu Sündern -- gegangen und hatte Umgang mit ihnen. Wir alle (egal wie fromm wir uns fühlen) sind Sünder und haben Umgang mit anderen Sündern. Schließt Du aus Deinen Ausführungen, dass wir die Hl. Messen deshalb heute am besten in irgendwelchen (Zoll-)Abzockstationen und Bordellen halten sollten?

Stefan Wedra hat geschrieben:
... und sich nicht an ihrer vorauseilenden Empörung und Selbstgerechtigkeit aufgeilen, um das schöne Gefühl zu geniessen, die "Besseren" und "Frömmeren" zu sein. Die Gefahr für die Kirche sind doch nicht die, die wie Schafe unter die Wölfe gehen, sondern die ewig agressiv Tabernakelfrommen, die Kirchenfernen deren Vorurteile bestätigen und einen Dialog vermeiden. ...

Woher nimmst Du Dein "Wissen" über Leute, die anderer Meinung sind als Du? Was "vorauseilende Empörung" und "Selbstgerechtigkeit" usw. angeht, scheinst Du jedenfalls ein Fachmann zu sein, wenn man Deine Postings so liest.

Und nur mal so nebenbei: Selbst wenn ich mal (zufällig oder aus Interesse, z.B. bei einer Auslandsreise) bei einer Veranstaltung oder an einem heiligen Ort einer völlig anderen Religionsgemeinschaft (Buddhisten, Taoisten ...) anwesend sein sollte, bemühe ich mich doch normalerweise, deren religiöses Empfinden nicht zu verletzen und alle möglicherweise störenden Handlungen (rauchen, essen, kaugummikauen, saufen) zu unterlassen. Gebietet mir das die Höflichkeit und der Respekt vor dem, was anderen heilig ist? Oder dient das dazu, "Vorurteile zu bestätigen" und "einen Dialog zu vermeiden", wie Deine Ausführungen nahelegen?

P.S. Zu Deinen Ausführungen über den "Sieg des Sozialismus" hätte ich gern noch etwas geschrieben, aber dazu reicht mir weder die Zeit noch der Platz hier. Und ... nein, ich bin absolut kein Schwarzer.

_________________
Die Brunnen, die man zur Zeit seines Vaters Abraham gegraben hatte und die die Philister nach dem Tod Abrahams zugeschüttet hatten, ließ Isaak wieder aufgraben und gab ihnen dieselben Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte. (Gen 26, 18)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 15:20 
Offline

Registriert: 16. Februar 2009 18:35
Beiträge: 304
Wohnort: Bozen
noe hat geschrieben:
Stefan Wedra hat geschrieben:
- Nimm bitte Deine rechte Hand


Mach das bitte auch und sag mir dann, warum du so mit deinem Glaubensbruder (seid ihr doch, oder?) umgehst, okay? "Eure E-keit" u.ä. sind m.E. u.a.S.


Er hat es so und nicht anders gewollt:
Pirx hat geschrieben:
Jetzt darfst Du mich gern auch engstirnig nennen.


Und jetzt noch mal ein Beispiel von Überheblichkeit gegenüber anderen Mitmenschen, die mich rasend macht:

Silesia hat geschrieben:
Man kann dem, was man für volkstümlich hält oder, was sich als solches etabliert hat, nicht ALLES opfern. Man soll Perlen nicht vor die Säue schmeißen.

Wer sind denn hier die Säue?
Die, die ein Volksfest besuchen?
Die, die kirchenfern sind und in einen Freiluftgottesdienst geraten?

Womit haben es diese ganz normalen Menschen verdient, mit Säuen verglichen zu werden?

"Euer E-keit" ist da doch noch richtig nett, zumal es so gewünscht wurde.

Und wie der Jesus sage ich, heiteren Gesichts:
das Leben ist ein Heidenspaß, ...


noe hat geschrieben:
P.S. Magst du mir noch veraten, wer der Herr mit der roten Bommel auf dem Birett bei der Weihehdl. von Longhitano war?
Du ich weiß nicht, wer das ist. Ich frage bei der nächsten Gelegenheit Maria-Vittoria Longhitano.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 15:37 
Offline

Registriert: 29. November 2007 12:44
Beiträge: 6297
Wohnort: Rothenburg OL
Dass das biolgogisch keine Säue sind, ist mir klar. Jedoch verhalten sie sich ohne diesen Bezug, den eines Gottesdiesntes, schon oft sehr fragwürdig, in Bezug auf die heilige Messe jedoch - gewollt oder ungewollt - saumäßig.

_________________
Mariae vitam imitantes


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 15:51 
Offline

Registriert: 29. November 2007 12:44
Beiträge: 6297
Wohnort: Rothenburg OL
"Operette der Arbeiterschaft: schöner hätte der Sieg des Sozialismus doch nicht sein können."

Wir sind wieder beim Unsinn angekommen. Als müsste man Arbeiterschaft immer mit billigem, ordinären usw. Vergnügen und Massenveranstaltungen verbinden. Und was das wohl mit Sozialismus zu tun hat?! Es ist evtl. seine mutwillige Verunstaltung.
Im übrigen war die Verwurzelung der schlesischen und sudetendeutschen Altkatholiken auch in der Arbeiterschaft, was dann gereadewegs beim Nationalismus und schlimmer landete. Diese Verwurzelung allein sagt noch gar nichts.
Die Mariaviten leiden unter der einseitigen Verwurzelung bei den einfachen Menschen. Ehemals den römischen Pfarrern an Bildung und Ausbildung weit überlegen, bekamen die Marivitenpriester, als sie noch zu den Römern gehörten, die absolut schwierigsten und sogar primitivsten Pfarreien zugeordent. Das Wunder war, dass sie es schafften, daraus in kürzester Zeit blühende, vor allem sozial, caritativ und in der Schulbildung enorm aktive Gemeinden zu machen. Das alles wurde durch die Nazis und im Nachgang durch die Kommunisten brutal kaputt gemacht. Heute ist es nun schwer unter den Gläubigen Priesterkandidaten zu finden und unter den Priestern Bischofskandiaten. Meist sind Mariaviten eben sehr einfache Leute. Nichts dagegen zu sagen, jedoch wenn es ausschließlich so ist, wirft es spezielle Probleme auf.

_________________
Mariae vitam imitantes


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 16:09 
Offline

Registriert: 16. Februar 2009 18:35
Beiträge: 304
Wohnort: Bozen
Pirx hat geschrieben:
Eine Eucharistiefeier zu Reklamezwecken um des "Publikums" willen ist eine Farce.

Publikum bedeutet nichts weiter als Öffentlichkeit. Und wir müssen als Christen in dieser Öffentlichkeit Präsenz zeigen, zumal sie hier seit Jahren gewünscht wird.

Pirx hat geschrieben:
Jesus ist selbstverständlich zu allen möglichen Menschen -- das heißt im Klartext in jedem Fall: zu Sündern -- gegangen und hatte Umgang mit ihnen. Wir alle (egal wie fromm wir uns fühlen) sind Sünder und haben Umgang mit anderen Sündern.

Dann wäre doch Demut gegenüber kirchenfernen Menschen, die es nicht mehr wissen, wie man sich im Gottesdienst benimmt, die richtige Haltung.

Pirx hat geschrieben:
Schließt Du aus Deinen Ausführungen, dass wir die Hl. Messen deshalb heute am besten in irgendwelchen (Zoll-)Abzockstationen und Bordellen halten sollten?

(Zoll-)Abzockstationen ist zu gefährlich, da ist in Sterzing kürzlich einer vom LKW überrollt worden.

Bordell ist kein Ort für einen Gottesdienst, da ein Ort der Ausbeutung. Es gibt doch wohl Unterschiede zwischen einem Volksfest und einem Bordell. Ich weiß das aber nicht so genau. Ich bin noch nie dort gewesen. Also Volksfest schon, Bordell nein.

Aber es ist schon interessant, dass die Phantasie mancher gleich ins Bordell führt, wenn man mal einen Gottesdienst auf einem Volksfest durchführen möchte. Bist Du denn schon mal auf einem Volksfest gewesen?

Pirx hat geschrieben:
Und nur mal so nebenbei: Selbst wenn ich mal (zufällig oder aus Interesse, z.B. bei einer Auslandsreise) bei einer Veranstaltung oder an einem heiligen Ort einer völlig anderen Religionsgemeinschaft (Buddhisten, Taoisten ...) anwesend sein sollte, bemühe ich mich doch normalerweise, deren religiöses Empfinden nicht zu verletzen und alle möglicherweise störenden Handlungen (rauchen, essen, kaugummikauen, saufen) zu unterlassen. Gebietet mir das die Höflichkeit und der Respekt vor dem, was anderen heilig ist?


Wir können natürlich den Spieß mal rumdrehen: was berechtigt uns, ein so schönes Volksfest wie das Donauinselfest mit einem Gottesdienst zu stören?

- Weil es dort Menschen gibt, denen es wichtig ist.
- Die sich dafür einsetzen, dass sie ihren Gottesdienst dort haben.
- Die darüber enttäuscht sind, weil ihnen abgesagt wurde.
- Die dafür Verantwortung übernehmen und viel dafür gearbeitet haben.
- Die sich darauf gefreut haben.

Es ist eine Frage der Perspektive?
- Auf wen konzentriere ich mich: Auf die, denen es wichtig ist, diesen Gottesdienst zu feiern?
- Auf den, der sowieso nicht kommt, weil er in der Karlskirche lieber die Krönungsmesse hört?
- Auf den, der sowieso keinen Kontakt mehr zur Kirche hat?
- Oder auf die in unsäglichem Forum, die sich sowieso an allem aufgeilen und sich skandalisieren, was ihrer Ansicht nach nicht rechtgläubig ist?

Ich konzentriere mich auf die Menschen, die diesen Gottesdienst wollen. Wenn dann ein paar am Platz sind, die schon um 10 Uhr ihre Backhändel essen müssen ... Mein Herrgott läßt auch über die seine Sonne scheinen. (Aber ich frage mich, dass es auf diesem Platz schon während der Messe Backhändel gibt. Bei jeder Zeltmesse am Dorf, gibt es das Bier auch erst nach der Messe. - Ich frag mal den Robert Freihsl, warum das so ist?)

Mein Jesus würde auch aufs Donauinselfest gehen. - Ihr könnt ruhig zuhause bleiben.

Und nun noch einmal alle zum Mitsingen:
Und wie der Jesus sage ich, heiteren Gesichts.
Das Leben ist ein Heidenspaß, für Christen ist das nichts.

Von mir aus ist jetzt hier Ende der Diskussion.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Altkatholiken auf +.not
BeitragVerfasst: 24. Juni 2011 16:13 
Offline

Registriert: 19. April 2011 01:48
Beiträge: 568
Silesia hat geschrieben:
... Als müsste man Arbeiterschaft immer mit billigem, ordinären usw. Vergnügen und Massenveranstaltungen verbinden. ...

Danke, etwas ähnliches wollte ich eigentlich auch schreiben, konnte es aber in dieser Kürze und Prägnanz nicht.

Gerade aus dieser von Dir kritisierten Taktik (sozusagen "Brot und Spiele für die dummen Proleten") spricht eine tödliche Arroganz, mit der die Kirche nichts gewinnen wird. Auf Dauer merken die Leute, wenn sie vera****t werden, damit sich andere einen "Heidenspaß" daraus machen können.

_________________
Die Brunnen, die man zur Zeit seines Vaters Abraham gegraben hatte und die die Philister nach dem Tod Abrahams zugeschüttet hatten, ließ Isaak wieder aufgraben und gab ihnen dieselben Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte. (Gen 26, 18)


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 34 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron
Impressum

Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Hosted by Uberspace