Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 08:13 
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techAdmin

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Silesia hat geschrieben:
Heute spielt intern der Konflikt Laien/Priester/Synodalität versus Bischöfe/Priester eine Rolle


Wie sieht der Konflikt aus? Ist die Kirche zu wenig synodal, haben die Geistlichen zu viel Macht?

Es ist ja anscheinend so, dass die Mariaviten in die UU hineinwollen. Ist das nur ein Wunsch einer der beiden Seiten, also der Kleriker oder des "Kirchenvolks"? Besteht das Bewusstsein, dass man auch selber Kompromisse eingehen muss, wenn man sich einer Gemeinschaft anschließt?

Ich kenne mich jetzt bei den Mitgliedskirchen der UU nicht sonderlich aus - zumindest was über DE, AT und CH hinausgeht. Aber ich habe hier schon eher den Eindruck, dass der Grad der Synodalität hier zumindest ähnlich hoch ist. Ein gewisses Verständnis dafür, eine Mitgliedschaft nicht nur von theologischen Grundlagen (die zweifellos sehr wichtig sind), sondern auch von einer passenden Kirchenstruktur abhängig zu machen, habe ich durchaus.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Frauenordination eine bedeutsame Rolle spielt - in der UU sind mit der tschechischen und der polnischen altkatholischen Kirche Mitglieder, die keine FO (CZ - ausgenommen Diakonat) gestatten.

Ich würde das Problem auch nicht so sehr als "Kampf" zwischen liberal und konservativ verorten - auch wenn die Gottesdienste der Mariaviten wohl eher tridentinisch sind. Sind sie es halt. Außerdem bin ich mir wirklich nicht sicher, ob Mariaviten wirklich in allen Fragen (vor allem in Fragen der Moral) so sonderlich "konservativ" sind...


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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 10:44 
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Ja zu wenig synodal, obwohl die Strukturen schon immer da sind, zu viel Eigenbrötelei der Bischöfe.

Nein, nur die Bischöfe wollten in die UU. Wobei, das "Volk" wegen der Union mit der Niederländischen AK schon sehr auf den Utrechter Erzbischof hört, wenn er es anspricht.

Ausschließlich tridentinisch, aber in Landesprache.

Mariaviten sind pluralistisch, viele in ethischen und politischen Fragen kritisch progressiv, jedoch nicht gegenüber allem tolerant (Intoleranz und moralische Ausschweifungen werden kritisiert).

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Mariae vitam imitantes


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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 15:17 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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An Rheinmaus:
Die Geschichte der Mariaviten in den 20er Jahren ist sehr viel komplizierter, als es hier zum Ausdruck kam. Vanni hat schon das Buch genannt, in dem man das alles gut nachlesen kann:
Christian Flügel, Die Utrechter Union und die Geschichte ihrer Kirchen. 2. Aufl. 2014 (vollständig überarbeitet).
Und zur Zeit müssen die Mariaviten erst einmal innerkirchlich klarkommen. Ob zwei oder mehrere Kirchen so zueinander passen, dass sie sich in eine Gemeinschaft wie die UU einbinden können, ist nicht nur eine Frage der Dogmatik. Und es geht auch nicht um Schuld oder Unschuld, sondern einfach um Andersartigkeit.
Von "Blöcken" innerhalb der IBK zu reden, scheint mir wenig sinnvoll zu sein, denn diese hat keinerlei Weisungsbefugnis, die UU ist ist keine "Oberkirche". Die IBK ist ein Organ der Beratung, des Gedankenaustausches; sicher sucht sie auch Möglichkeiten der Angleichung, aber nur bei einstimmigen Voten hat sich jeder Bischof verpflichtet, seinen Möglichkeiten entsprechend den Beschluss in seinem Bistum durchzusetzen.
Dass zwei konkurrierende Kirchen / Bistümer nicht gleichzeitig zur UU gehören können, liegt im Wesen dieser Union.

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Alles, was nicht aus Überzeugung getan wird, ist Sünde. (Röm 14, 23.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 15:38 
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Natürlich ist die Geschichte differnzierter, aber es geht um das Wesentliche der Trennung und des Zusammengehens und nicht um die Ausflucht in relativ Nebenächliches oder Legendenhaftes.

"Dass zwei konkurrierende Kirchen / Bistümer nicht gleichzeitig zur UU gehören können, liegt im Wesen dieser Union." Märchenstunde!

Die Mariaviten müssen - nach außen - gar nichts! Intern ist es notwendig und ein Bedürfnis, sich zu erneuern. Das nimmt auf die UU als soclher keinerlei fromale Rücksicht, sondern nur über den von mit genannten Pfad.

Ich bin gegen eine direkte Einheit mit der UU und werde mich auch in dieser Weise verwenden. Käme die indirekt doch, z.B. durch eine größere Einheit, wie das Poorvo-Abkommen, ist das eine andere, eine neue Sache.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 15:45 
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techAdmin

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Silesia hat geschrieben:
Die Mariaviten müssen - nach außen - gar nichts!


Natürlich nicht. Nur sollten sie dann - ehrlicherweise - nicht erwarten, dass ihrem Wunsch, in die UU aufgenommen zu werden, entsprochen wird. Insofern - gerade vor Deiner Aussage, dass das Kirchenvolk ja vielleicht gar nicht die Mitgliedschaft in der UU will - müssten die Mariaviten ja geradezu denen danken, die nun weitere Diskussionen fordern, bevor eine Aufnahme erfolgen kann.

Mich stört eigentlich nur unstimmiges Handeln. Es besteht ja kein Problem damit, dass eine Gemeinschaft nicht in die UU geht. Dann ist sie halt nicht drin - vielleicht ist das ja auch besser so. Weiß ich nicht. Wenn aber ein offizieller Antrag gestellt wird - dann sollte das auch schon ernst gemeint sein. Oder die Mariaviten haben ein internes Problem. Dann kann man sie aber IMO auch nicht aufnehmen (wenn nur der Klerus will), denn dann führt so etwas zu weiterer Spaltung zwischen "denen da oben" und "denen da unten".


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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 15:55 
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Niemand erwartet das! Das haben ein paar Bischöfe auf eigene Faust betrieben. Die werden sich hüten, das so weiter zu verfolgen. Diskussionen außen sind völlig unnötig. Zusätzliche anregende Hilfe kam auf Wunsch hin von Erzbischof Vercammen, sonst niemandem.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 16:15 
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techAdmin

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Und wo liegt dann das Problem?


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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 16:26 
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Na das frage ich mich auch.

Das Problem ist inzwischen längst ein rein internes.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 17:42 
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Lothar1962 hat geschrieben:
Und wo liegt dann das Problem?


Offenkundig gibt es jetzt kein Problem mehr.

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

Hic fuit


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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 9. Juni 2015 21:23 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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"Bilaterale Dialoge... unter Beschuss"
Ich muss noch den Kopf schütteln bei dieser Überschrift auf der Bistumsseite.
Wird hier nicht ein ganz selbstverständliches Recht wahrgenommen, zumal Ep. em. Gerny und Prof.' Angela Berlis ja schon früher Bedenken angemeldet hatten.
Die IBK hätte sicher gut daran getan, bei diesem über fünf Jahre währenden Prozess sich frühzeitig Hilfe bei der theologischen Kompetenz der Ortskirchen zu holen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jahrestagung der IBK
BeitragVerfasst: 10. Juli 2017 18:30 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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