Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 1. Juni 2015 14:46 
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Ich denke das Problem (zumindest bei den Leuten mit denen ich über die AKK gesprochen habe, inkl mit mir selbst als ich noch uninformiert war) ist, dass gedacht wird die akk wäre so eine Art "Kirche wie im Mittelalter". Man hat irgendwo mal gehört dass die ein Konzil nicht mitgetragen haben, denkt dabei Konzil=Modernisierung und glaubt man wäre rückwärtsgewandt (was ja stenggenommen auch stimmt, nur nicht so wie es in den Köpfen ist.

Eine Namensänderung halte ich dennoch für falsch. die Diskussion ist ja nicht neu. führt aber nicht weiter.
Meiner Meinung nach müsste man mal analysieren, wo die Mitglieder einer Gemeinde jeweils wohnen. Dort, wo es nur wenige sind, könnte man Präsenz zeigen. Es gibt ja in vielen Orten immer mal Gelegenheiten, auf Dorffesten, irgendwelchen Veranstaltungen etc. Auch wenn man nur Kuchen verteilt oder irgendein soziales Thema aufgreift: Allein die Anwesenheit sorgt schon fürs Bekanntwerden (kostet aber Geld, weiß nicht inwiefern das vorhanden ist).

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 1. Juni 2015 16:50 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Beiträge: 4616
Werner hat geschrieben:
Für den Durchschnittsdeutschen sind Anglikaner (wenn er mit dem Begriff überhaupt etwas anfangen kann) Protestanten in bunten Gewändern, die Heinrich der Achte aus dem Boden gestampft hat, um mehr Ehefrauen umbringen zu können. Der Begriff "katholisch" ist daher in Deutschland ziemlich wichtig als Identitätsmerkmal, glaube ich.

Genau das habe ich selbst sehr lange geglaubt. Hätte ich vor 18 Jahren, als ich es in der röm. Kirche nicht mehr aushielt, auch anglikanisch werden können? Nein, ich glaube nicht. "Katholisch" war mir schon ganz wichtig, bis in die Liturgie und das Gesangbuch hinein.
In meiner jetzigen Gemeinde wurde lange Zeit ein Sonntags-Gottesdienst in englischer Sprache gefeiert, weil auch Anglikaner regelmäßig da sind. Das war kein Problem. Was ich aber auf keine Fall mehr missen möchte, sind die Mitwirkungsmöglichkeiten, also die Synodalität. Je größer eine Kirche, desto geringen sind die fast notwendigerweise. Da müsste unsere SGO voll in Kraft bleiben, auch was die Wahl des Bischofs und die Mitwirkung bei der Bestellung des Pfarrers angeht. Und ein Pfarrer, der aus der anglikanischen Kirche kommt, müsste bei einer ak. Gemeinde sehr viel Verständnis aufbringen für unsere Mentalität, ja, z.B. auch dafür, dass ein Kollarhemd nicht nur bei uns Altkatholiken, sondern auch im der deutschen Öffentlichkeit anders wirkt als in GB. (was man vermutlich selbst in Österreich nicht versteht), und dass man beim Gottesdienst der Gemeinde nicht den schönen Rücken zeigt. Sonst stimmen die nämlich mit den Füßen ab, und es braucht keine zehn Jahre, bis die Summe Anglikaner + Alt-Katholiken in Deutschland um 10.000 geschrumpft ist.

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BeitragVerfasst: 1. Juni 2015 18:28 
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John Der Echte

Registriert: 6. Oktober 2005 15:33
Beiträge: 2964
Wohnort: Mitten in Deutschland
Manchmal bin ich doch erschüttert, wie hoch die Tellerränder mancher deutscher Alt-Katholiken sind. Herrje...

Wer Wachstum will, muss Veränderungen akzeptieren. Das ist eine Binsenweisheit. Das wird hier aber offenbar gar nicht gewollt, sondern in bemerkenswertem Dogamtismus auf Nebenfragen herumgeritten. So wird das schon mal auf jeden Fall gar nichts.


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 1. Juni 2015 21:05 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4616
Die meisten Altkatholiken in Deutschland haben schon Veränderungen nicht nur akzeptiert, sondern selbst in die Wege geleitet. Und das war in keinem Falle ganz leicht.
Ich habe hier nur "Nebenfragen" als Beispiel dafür ins Gespräch gebracht, dass es nicht unbedingt die großen dogmatischen Fragen sind, die Schwierigkeiten machen und ggf. sogar zum Austritt führen können, sondern dass es auch darauf ankommt, sich in der eigenen Kirche / Gemeinde "wohlzufühlen".
(Der Begriff ist nicht oberflächlich gemeint.) Es gibt halt Mentalitätsunterschiede, und es macht wenig Sinn, davor die Augen zu verschließen.
Übrigens haben wir im Bistum durchaus auch gute Erfahrungen mit anglikanischen Priestern gemacht. Die ak. Pfarrgemeinde Hannover hatte sogar gut sieben Jahre (1986 - 1993) der amerikanischen EC als Gemeindeleiter. Später hat er eine deuschsprachige Gemeinde in den Staaten betreut, und wenn ich nicht irre, lebt er heute als Ruheständler in der Berliner angl. Gemeinde.
Aber die Chemie muss halt stimmen.

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BeitragVerfasst: 2. Juni 2015 09:36 
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John Der Echte

Registriert: 6. Oktober 2005 15:33
Beiträge: 2964
Wohnort: Mitten in Deutschland
Eilike hat geschrieben:
Die meisten Altkatholiken in Deutschland haben schon Veränderungen nicht nur akzeptiert, sondern selbst in die Wege geleitet. Und das war in keinem Falle ganz leicht.


Das ist ja ein Problem: Eine Gruppe, die Veränderungen erreicht und 'durchsetzt', verteidigt dann den status quo als neues Gesetz. Genau an diesem Punkt scheinen mir einige im Bistum der Alt-Katholiken zu stehen. Man hat sich eben seine Nische ordentlich eingerichtet und so möbliert, wie man sie haben will. Da will man jetzt keine Unruhe mehr reinbringen, indem man sich mit einer Weltkirche mit 70 Millionen Menschen und unterschiedlichen Traditionen verbindet. Das kann man nüchtern so entscheiden. Allerdings wird man dann klein bleiben. Und vor allem darf man dann auch nicht die Frage stellen, wohin die Menschen gegangen sind, die nicht mit allen diesen Änderungen einverstanden waren.

Zitat:
Ich habe hier nur "Nebenfragen" als Beispiel dafür ins Gespräch gebracht, dass es nicht unbedingt die großen dogmatischen Fragen sind, die Schwierigkeiten machen und ggf. sogar zum Austritt führen können, sondern dass es auch darauf ankommt, sich in der eigenen Kirche / Gemeinde "wohlzufühlen".
(Der Begriff ist nicht oberflächlich gemeint.) Es gibt halt Mentalitätsunterschiede, und es macht wenig Sinn, davor die Augen zu verschließen.


Die Diskussionen zu diesen 'Nebenfragen' hier im Forum hat für mich deutlich gemacht, dass mit einer Verbissenheit an einem (angeblichen) Konsens festgehalten wird, der wenig Hoffnung darauf macht, dass man überhaupt bereit ist, Mentalitäts- und Generationsunterschiede zu akzeptieren. Vor allem dann nicht, wenn ein Konsens eingeklagt wird, der offenbar gar keiner ist. In der Kollarhemdfrage offenbart sich auch ein Generationenkonflikt. Die Position der Siebzigerjahre, die noch immer in ihrem Befreiuungsbedürfnis lebt, ist gar nicht bereit zu sehen, dass die Welt sich verändert hat. Und wenn dann ein jüngerer Priester eine neue Sicht vertritt und entspannt mit dem Thema umgeht, begegnet man ihm mit den Vorbehalten von damals.

Auf mich wirkt das alles extrem klaustrophobisch.


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BeitragVerfasst: 2. Juni 2015 10:02 
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Registriert: 30. Dezember 2012 14:31
Beiträge: 513
JHNewman hat geschrieben:
[...]Und wenn dann ein jüngerer Priester eine neue Sicht vertritt und entspannt mit dem Thema umgeht, begegnet man ihm mit den Vorbehalten von damals.

Auf mich wirkt das alles extrem klaustrophobisch.


Ich freue mich schon auf die gutbürgerlichen Gemeindemitglieder, die mir deswegen die Hölle heiß machen werden.


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 2. Juni 2015 10:07 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4616
Du mißverstehst mich in sehr vieler Hinsicht.
Mit Veränderungen "in die Wege geleitet" meinte ich natürlich einen Wechsel von der rk. zur ak. Kirche. Gar nichts habe ich vor 18 Jahren "durchgesetzt".
Da unsere Diskussion nicht mehr zum Thema des Unterforums passt, werde ich in einem anderen Strang weitermachen, allerdings nicht sofort.

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BeitragVerfasst: 7. Juni 2015 17:18 
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Registriert: 29. November 2007 12:44
Beiträge: 6292
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JHNewman hat geschrieben:
Liberaler hat geschrieben:
Masterplan wäre: Vereinigung mit den kontinentaleuropäischen Anglikanern ("Vereinigte Episkopalkirche in Europa (Diözese von Deutschland)", zahlenmäßig würd's auch bissl besser ausschauen) und dann mit dem Motto: "Evangelisch und Katholisch!" evangelische Liturgiker und liberale/moderate Römer anziehen.


Tja, das wäre echt mal was... :ja:


Und die können sich dann fetzen!?

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Mariae vitam imitantes


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BeitragVerfasst: 7. Juni 2015 17:27 
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Der Vorbehalt in die anglikanischen Mühlen zu geraten, ist berechtigt. Allerdings ist Eilikes Wohlfühl-Nische abschreckend.

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