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Dortmund und Diskussion zur NAK
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Autor:  JHNewman [ 7. März 2017 18:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Dortmund

Ich habe noch keine ökumenische Veranstaltung erlebt, wo die NAK dabei gewesen wäre. Bisher halten die sich bei uns von allem fern, weil sie keinen Kontakt mit den 'Nichtkirchen' haben wollen. Selbst die Teilnahme einzelner NAK-Gemeindeglieder an Veranstaltungen anderer Gemeinden wird dort nur mit Argusaugen beobachtet - so mein Eindruck. Insofern stellt die die Frage nach einer 'offiziellen' Teilnahme der NAK an ökumenischen Veranstaltungen gar nicht. Aber das ist andernorts auch anders, wie ich schon gehört habe. Besonders in Ostdeutschland gibt es aufgrund der Geschichte unter dem SED-Regime auch eine größere Nähe. Und in manchen Regionen möchte die NAK auch engeren Kontakt zur Vereinigung der Ev. Freikirchen haben. Es ist durchaus im Fluss.

Mir wird es schon im Halse eng, wenn ich nur Bilder von NAK-Gottesdiensten ansehe, bei denen diese ganzen mehr oder weniger älteren Amtsträger in ihren schwarezen Anzügen vorne sitzen sehe. Das wirkt auf mich ultimativ bedrückend.

Autor:  Vanni145 [ 7. März 2017 23:58 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Dortmund

Ich muss JHNewman in dieser Sache voll zustimmen. Klare Kante zeigen und auch ausdrücken, was Sache ist.
Daran fehlt es oftmals in allen Bereichen, wie wir aktuell auch erleben.
Wenn ich immer "softer" und "weichgespülter" werde, habe ich zum Schluss nur noch Beliebigkeit und keinen Respekt mehr.
Neuapostolen, Zeugen J., Adventisten, Mormonen. Wie schön war doch die Zeit, als man die als Sekten einstufen durfte und das auch so war.

Autor:  Rheinmaus [ 8. März 2017 00:02 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Dortmund

Als Sekten i.e.S. bezeichne ich nur die Zeuger Jehovas. Man darf auch nicht vergessen dass das Christeum in seinen Anfängen selbst als Sekte betrachtet wurde.

Bezeichnen finde ich, wenn ein Freikirchler über meine Gemeinde schimpft und motzt "bei euch ist alles so lutherisch". Dann weiß ich dass wir noch ein ausreichend scharfes Profil haben.

Autor:  Vanni145 [ 8. März 2017 00:32 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Dortmund

Rheinmaus hat geschrieben:

Bezeichnen finde ich, wenn ein Freikirchler über meine Gemeinde schimpft und motzt "bei euch ist alles so lutherisch". Dann weiß ich dass wir noch ein ausreichend scharfes Profil haben.


Nicht schlecht. Da muss man zufrieden sein. Bin momentan etwas "Pfingstlergeschädigt".

Autor:  Lothar1962 [ 8. März 2017 10:43 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Dortmund

JHNewman hat geschrieben:
Und in manchen Regionen möchte die NAK auch engeren Kontakt zur Vereinigung der Ev. Freikirchen haben.


Es gibt auch nicht selten über die Kirchenmusik Kontakte zwischen NAK-Gemeinden und landeskirchlichen Gemeinden, in den NAK-Gemeinden, die ich kenne, ist die Kirchenmusik auf sehr hohem Niveau.

Zitat:
Mir wird es schon im Halse eng, wenn ich nur Bilder von NAK-Gottesdiensten ansehe, bei denen diese ganzen mehr oder weniger älteren Amtsträger in ihren schwarezen Anzügen vorne sitzen sehe. Das wirkt auf mich ultimativ bedrückend.


Oh ja. Die "grauen Herren", die erinnern mich an die Auditors of Reality von Terry Pratchett. Das hat mich damals auch abgeschreckt, und die furchtbar trivialen Predigten ohne jeglichen Tiefgang, ohne vernünftige Exegese, ohne alles. Dafür aber lang, länger, am Längsten. Wie gesagt - das wäre / ist nicht meine Welt. Und die NAK ist keine wirkliche Beitrittskirche mehr, nicht nur die Mittwochsgottesdienste, sondern auch die Sonntagsgottesdienste sind nicht mehr ganz so gut besucht wie bisher, und immer mehr Leute heiraten aus der Kirche raus (üblicherweise in die evangelische / freikirchliche Welt). Die haben ähnliche Probleme und stehen dazu noch vor einer inneren Spannung, auf der einen Seite die altvorderen "grauen Herren", auf der anderen Seite die bunten jungen Leute, die man z.B. beim NAK-Kirchentag in München sehen konnte oder bei Veranstaltungen der Regenbogen-NAK.

Die sind im Fluss, auch wenn man theologisch sicherlich auf absehbare Zeit nicht zusammenkommen wird. Muss man auch nicht.

Autor:  JHNewman [ 8. März 2017 11:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Dortmund

Rheinmaus hat geschrieben:
Als Sekten i.e.S. bezeichne ich nur die Zeuger Jehovas. Man darf auch nicht vergessen dass das Christeum in seinen Anfängen selbst als Sekte betrachtet wurde.

Bezeichnen finde ich, wenn ein Freikirchler über meine Gemeinde schimpft und motzt "bei euch ist alles so lutherisch". Dann weiß ich dass wir noch ein ausreichend scharfes Profil haben.


Meiner Meinung nach muss man sich klar darüber sein, was man meint, wenn man von 'Sekte' spricht. Im Originalsinn bedeutet es wohl eine kleine Abspaltung, bezeichnet also eine Gruppe, die sich von einer größeren Gruppe getrennt hat. Das sagt dann ja inhaltlich noch nichts aus.

Wenn ich heute einen Sektenbegriff verwende, dann nicht in diesem formalen Sinn, sondern eher in einem inhaltlich-theologischen. Und es gibt ja recht klare theologische Kriterien, die man an eine Gruppe anlegen kann, um zu entscheiden, ob es sich um eine christliche Kirche bzw. Gemeinde handelt oder eben um eine Gemeinschaft, die man als 'Sekte' bezeichnen kann.

Neben der grundsätzlichen Geltung der altkirchlichen Bekenntnisse ist das die Frage nach den 'taufergänzenden Sakramenten'. Da trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Bei der NAK steht im Glaubensbekenntnis, dass nur diejenigen die Gotteskindschaft erlangen können, die nach der Taufe von einem 'Apostel' (also einem Amtsträger, den es nur bei der NAK gibt) 'versiegelt' worden sind. Und damit stellt sich die NAK außerhalb der Gemeinschaft aller christlichen Kirchen, die ein solchermaßen notwendiges 'Zusatzsakrament' nicht kennen.

Und bei den Pfingstlern gibt es die 'Geisttaufe', die möglicherweise eine gleiche Stellung und Funktion hat.

Bei den Mormonen und ZJ gelten ja nicht einmal die altkirchlichen Bekenntnisse, zudem gibt es Schriften, die gleichbedeutend neben der Bibel stehen, was ja auch ein Kriterium dafür ist, dass es sich nicht um eine christliche Kirche handelt.

Autor:  Vanni145 [ 8. März 2017 11:26 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Dortmund

Lothar1962 hat geschrieben:
[ Das hat mich damals auch abgeschreckt, und die furchtbar trivialen Predigten ohne jeglichen Tiefgang, ohne vernünftige Exegese, ohne alles. Dafür aber lang, länger, am Längsten.


Das steht so sinngemäß auch im Wikipedia-Artikel.

Man muss den Threadtitel umbenennen:

Dortmund und die NAK-Debatte

Autor:  Silesia [ 8. März 2017 11:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Dortmund und Diskussion zur NAK

Im Osten ist das gerade sehr in Bewegung. Ganz alt-backene Konservative sind im aufgeschlossenen Disput mit ganz und gar Progressiven.

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