Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfach nur mal so
BeitragVerfasst: 9. August 2015 18:24 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4609
Da vielleicht (noch) nicht alle den Beitrag in Christen heute lesen konnten, hier soviel:
Auf die Frage nach seiner persönlichen Meinung antwortete Bischof Matthias, die Diskussion sei ja nicht neu, sei aber früher "weniger aufgeregt geführt" worden. Sie zeige allerdings, dass "de facto im Glaubensleben [...] das alte Testament eine geringere Rolle spielt als das Neue."

Die ganze Diskussion werfe vor allem eine Frage auf, "die sich bei der gesamten Heiligen Schrift stellt, nämlich ob alles die selbe Bedeutung und Verbindlichkeit wenn ich es richtig verstehe, von Adulescens ähnlich gemeint sein.

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Entwicklung gehört zum Wesen der Kirche. (Bischof Georg Bätzing, Limburg)

Vertraut den neuen Wegen,
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 Betreff des Beitrags: Re: Einfach nur mal so
BeitragVerfasst: 15. September 2015 11:54 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4609
Die September-Ausgabe unserer Bistumszeitung bringt unter "Ansichtssache" einen interessanten und m.E. diskussionswürdigen Beitrag unseres Freiburger ak. Pfarrers und Chefredakteurs Gerhard Ruisch zu einer neuen Art der Begründung von Kirchenaustritten.
Eigentlich gibt es dabei gar keinen Grund, nicht einmal einen Anlass, sondern es heißt etwa: Meine persönliche Entwicklung hat mich an einen Punkt geführt, an dem ich keine Kirche (oder gar keine Religion) mehr brauche.

Mich erinnert das an Ehescheidungen, wo die Betroffenen sagen. Wir haben uns halt auseinander gelebt. Und oft folgt dann noch der Satz: Wir wollen aber gute Freunde bleiben.

Für mich ist das - beide Sachverhalte betreffend - schwer nachzuvollziehen.
G Ruisch befürchtet, dass wir in Zukunft auch in unserem Bistum mit so "begründeten" Austritten des Öfteren zu tun haben. "Patentrezepte gibt es da nicht", schreibt er.
Mir würde nur einfallen, etwa folgendes zu sagen: Wenn dir Kirche über Jahre oder gar Jahrzehnte etwas gegeben hat, was dir damals wichtig war, solltest du jetzt, wo du - scheinbar oder wirklich - keine Kirche mehr brauchst, wenigstens einmal gründlich darüber nachdenken, ob Kirche nicht dich braucht. "Kirche" sind dann einige Tausend Menschen, die ohne unser Bistum spirituell heimatlos wären, denen wir aber nur dienen können, solange wir lebendige Gemeinden haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfach nur mal so
BeitragVerfasst: 15. September 2015 12:17 
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Registriert: 23. April 2010 21:20
Beiträge: 3363
Wohnort: Großstadt
Eilike hat geschrieben:

Für mich ist das - beide Sachverhalte betreffend - schwer nachzuvollziehen.
G Ruisch befürchtet, dass wir in Zukunft auch in unserem Bistum mit so "begründeten" Austritten des Öfteren zu tun haben. "Patentrezepte gibt es da nicht", schreibt er.


Das würde ich als eine "Entkräftung" nennen. Und es liegt auch daran, dass die Leute heute wesentlich anders bezüglich Vereine sind. Und hier sehe ich die Kirche auch als ähnlich einem "Verein".

Früher war das so, dass Menschen quasi nis zum Tode Mitglied mit passivem Mitgliedsbeitrag bei Vereinen waren, die sie nach der aktiven Zeit nicht mehr nutzen. Liederkranz, Sportverein, Schachverein, Narrenzunft.....Dorffeuerwehr.....etc.

Das hat sich geändert.

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

Hic fuit


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfach nur mal so
BeitragVerfasst: 16. September 2015 14:39 
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Registriert: 22. Januar 2011 16:02
Beiträge: 139
Eilike hat geschrieben:
interessanten und m.E. diskussionswürdigen Beitrag unseres Freiburger ak. Pfarrers und Chefredakteurs Gerhard Ruisch zu einer neuen Art der Begründung von Kirchenaustritten.

Wo das römische Lehramt die Bibel ihrer mythischen Bildsprache beraubt indem sie die mythischen Bilder als historische Tatsachen dogmatisiert, erweist sich die Kirche Roms für aufgeklärte Christen als nicht mehr zeitgemäß.

Die Kirchen der Reformation, einst angetreten die Kirche zu entdogmatisieren, haben unter dem Druck der Aufklärung die Bibel entmythologisiert und rationalisiert mit dem Ergebnis, sie vielen Menschen als Basis für einen spirituellen Glauben zu entziehen.

Wird die Bergpredigt auf ein sozialpolitisches Programm unserer Zeit reduziert oder als Begründung für ein solches hergenommen, dann ist solch eine Kirche zwar zeitgemäß aber überflüssig.

Stehe ich dieser Ideologie nahe, dann brauche ich die Kirche nicht, sie steht ja auch nicht auf dem Stimmzettel! Zähle ich mich dagegen zu denen, deren Kamel (noch) nicht durch ein Nadelöhr passt, fühle ich mich ausgegrenzt (obwohl als Sponsor hochwillkommen), dann brauche ich eine solche Kirche erst recht nicht!

Es dürfte unbestritten sein, dass unter der dargestellten Sichtweise die alt-katholische Kirche, sowohl vom äußeren Erscheinungsbild als auch von der inneren Befindlichkeit her, mehr den evangelischen Kirchen als dem römischen Lehramt nahesteht und so ist es nicht verwunderlich, wenn ein alt-katholischer Pfarrer solche Beweggründe für einen Austritt vernimmt, wie: „…immer deutlicher gespürt, dass ich nicht gläubig bin…“ „…dass der Austritt ein wichtiger und ordnender Schritt für mich ist.“

Mit Eugen Drewermann bis ich der Meinung, dass es Not tut, die mythischen Bilder der Bibel unter psychologischen bzw. psychotherapeutischen Gesichtspunkten neu zu interpretieren, als Basis für eine aufgeklärte und zeitgemäße Seelsorge. Und genau da sehe ich Ansätze in Publikationen auch von alt-katholischer Seite, die sich durchaus zu einer Vorreiterrolle entwickeln könnten wenn die alt-katholische Theologie dieses Thema aufgreifen würde.

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Alle Aussagen über Gott sind in Wirklichkeit nicht voneinander verschieden
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 Betreff des Beitrags: Re: Einfach nur mal so
BeitragVerfasst: 17. September 2015 09:37 
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Guter Beitrag, finde ich! Das kann ich alles nachvollziehen!

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