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Diskussion zum Kollar
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Autor:  Rheinmaus [ 30. Mai 2015 20:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Zitat:
Bemerkenswert sei hier Rheinmaus, die ja als evangelische Christin (als evangelischer Christ?!) dem Ganzen gelassen gegenüber steht,[...]


Bin ein Rheinmäuserich :)

Aber zum Thema: Hast es schon richtig angemerkt. Ich sehe das gelassen weil es nicht wichtig ist. Bringt mich die Beantwortung im Glauben voran? Nein. Und auch sonst: Es gibt gute Gründe dafür und dagegen. Letztlich muss das jeder Pfarrer selbst für sich entscheiden, finde ich. Er kennt seine Gemeinde und weiß wie sie darauf reagiert. Solange es wie erwähnt nicht als Uniform getragen wird (was mir zum Beispiel wohl passieren würde, wenn ich Pfarrer wäre).

Ich hab mal zurückgedacht an die Pfarrer in unserem Ort, auch die ehemaligen, ob die außerhalb kirchlicher Anlässe Kollar getragen haben. Kann mich nicht erinnern, kann es aber auch nicht sicher bestreiten. In eminer Kindheit gab es im Ort noch 6 ek und 2 ev Pfarrer, ich kannte nicht alle. Wie gesagt. Es ist ein nettes Thema über das man mal gediegen philosphieren kann, aber es ist letztlich unwichtig.

Autor:  paul-jacob [ 31. Mai 2015 11:26 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Das Thema finde eher amüsant als wichtig, da stimme ich Rheinmaus uneingeschränkt zu. Umso mehr hatte mich die heftige Reaktion auf Walter Jungbauers Beitrag in Ch überrascht. Hatte er mit der Wortwahl „Phobie“ da vielleicht doch einen wunden Punkt berührt? Hat das womöglich mit einem antirömischen Reflex zu tun der bei Anglikanern und Protestanten gar nicht so stark ausgeprägt ist wie im katholischen Lager selbst? Wenn ich einem Kollar Träger begegne ertappe ich mich selbst dabei wie ich sofort einsortiere: „Piusbruder“. Die Ansichtssache von W.J. ist da für mich ein Denkanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Um das Jahr 1968 herum legten viele Geistliche das Kollar ab. Bei den Katholischen hat das wohl primär mit dem Geist des Konzils zu tun, bei den Evangelischen wohl mehr mit dem säkularen Geist von 1968. Wurzelt nicht da der Trend, eine innere Haltung im Outfit auszudrücken? Als dann unter dem Pontifikat der polnisch-deutschen Gegenpäpste (gegen den Geist des Konzils) der römische Dresscode wieder verschärft wurde, war es nur folgerichtig, wenn im Kollar die entsprechende Gegenhaltung ausgedrückt werden konnte. Ich finde es gut, wenn im ak Bistum der Dresscode nur vage formuliert ist und die persönliche Ausgestaltung den Betroffenen überlassen bleibt. Auch nach meiner Erfahrung handelt es sich bei dieser Kontroverse um eine spezifisch deutsche Befindlichkeit und auch deshalb erscheint mir Gelassenheit bei dem Thema angezeigt.

Autor:  winnie [ 2. Juni 2015 20:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Nun würden Piusbrüder auch eher mit dem römischen Kragen und Soutane rumlaufen als mit Kollarhemd. Aber die hettigen Reaktionen in den Leserbriefen waren schon bezeichnend -für die Befindlichkeiten der Schreiber. Ich bin ganz froh, daß ich in einer Gemeinde lebe, für die diese Leserbriefe offensichtlich nicht repräsentativ sind und unseren Geistlichen, ob nun Hauptamtler oder Nebenamtler, zugestanden wird, sich so zu kleiden, wie es ihnen selbst dem jeweiligen Anlaß angemessen erscheint: mal im Kollar, mal im Zivilanzug (mit und ohne Reverskreuzchen). mal in Jeans und mal in Soutane.

Autor:  Eilike [ 3. Juni 2015 16:23 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Auf eurer Homepage gibt es fünf ganz "zivile" Köpfe! :ja:

Autor:  winnie [ 4. Juni 2015 06:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Habe gar nicht gesehen, daß die "fünf Köpfe" jetzt dort mit Bildern eingestellt sind. Aber eigentlich sollen ja auch noch alle anderen Ansprechspartner der Gemeinde mit Bildern dort erscheinen. -Aber da0 die fünf Geistlichen dort in Zivil auftauchen ist ja durchaus angemessen. Es geht dort ja darum, daß die Möglichkeit besteht schon vorher mal das Gesicht gesehen zu haben, nicht darum sie in einer bestimmten Kleidung vorzustellen. -Aber darum ging es ja in Walter Jungbauers Beitrag nicht, sondern um die Erkennbarkeit als Priester und Priesterin im Alltag für Gemeindefremde. Und da ist nun das Kollar ein deutlicheres Erkennungszeichen als ein Kreuzchen am Revers, das ein durchschnittlicher Überfünfzigjähriger meist erst erkennen kann, wenn er zwanzig Zentimeter vor der betreffenden Person steht.

Auch ging es nicht darum, die Geistlichen zu uniformieren. Die angemessene Kleidung von der unsere Kirchenordnung spricht, kann sich situations- und personenbedingt unterschiedlich ausgestalten. Bei winterlichen Beerdigungen bevorzugen einige Geistliche halt auch die Soutane (schon allein aus wärmetechnischen Gründen), andere werden nur Anzug mit Kollar tragen. Auch beim Krankenbesuch im Krankenhaus empfiehlt es sich für die meisten Geistlichen ein Kollar zu tragen, schon allein damit das Krankenhauspersonal diesen Besuch "einordnen" kann usw. usw.

Auf dem Gemeindeausflug, beim Grillabend oder bei der baj-Bootsfahrt dürften priesterliche Erkennungszeichen ziemlich überflüssig sein.

Was anderes wiederum ist es, wenn man -wie zum Beispiel wie Walter Jungbauer- als Priester lange (Bahnf)ahrten quer durch die Republik zu machen hat: da kann ein Kollar durchaus fremden Menschen priesterliche Ansprechbarkeit signalisieren. Und um solche Situationen ging es Walter Jungbauer in seinem Beitrag wohl.

Autor:  Eilike [ 4. Juni 2015 15:08 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Na ja, über den letzten Absatz könnte man noch lange diskutieren, aber dem, was du sonst schreibst,
würden sehr weitgehend auch die Leserbriefschreiber/innen zustimmen.
Selbst hatte ich übrigens in dieser Hinsicht noch nie Probleme mit einem mir bekannten alt-kath. Seelsorger, weshalb man uns ja wohl auch eine "Phobie" einreden wollte.
Aber jetzt reicht mir das Thema wirklich!

Autor:  Silesia [ 7. Juni 2015 17:36 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

winnie hat geschrieben:
Habe gar nicht gesehen, daß die "fünf Köpfe" jetzt dort mit Bildern eingestellt sind. Aber eigentlich sollen ja auch noch alle anderen Ansprechspartner der Gemeinde mit Bildern dort erscheinen. -Aber da0 die fünf Geistlichen dort in Zivil auftauchen ist ja durchaus angemessen. Es geht dort ja darum, daß die Möglichkeit besteht schon vorher mal das Gesicht gesehen zu haben, nicht darum sie in einer bestimmten Kleidung vorzustellen. -Aber darum ging es ja in Walter Jungbauers Beitrag nicht, sondern um die Erkennbarkeit als Priester und Priesterin im Alltag für Gemeindefremde. Und da ist nun das Kollar ein deutlicheres Erkennungszeichen als ein Kreuzchen am Revers, das ein durchschnittlicher Überfünfzigjähriger meist erst erkennen kann, wenn er zwanzig Zentimeter vor der betreffenden Person steht.

Auch ging es nicht darum, die Geistlichen zu uniformieren. Die angemessene Kleidung von der unsere Kirchenordnung spricht, kann sich situations- und personenbedingt unterschiedlich ausgestalten. Bei winterlichen Beerdigungen bevorzugen einige Geistliche halt auch die Soutane (schon allein aus wärmetechnischen Gründen), andere werden nur Anzug mit Kollar tragen. Auch beim Krankenbesuch im Krankenhaus empfiehlt es sich für die meisten Geistlichen ein Kollar zu tragen, schon allein damit das Krankenhauspersonal diesen Besuch "einordnen" kann usw. usw.

Auf dem Gemeindeausflug, beim Grillabend oder bei der baj-Bootsfahrt dürften priesterliche Erkennungszeichen ziemlich überflüssig sein.

Was anderes wiederum ist es, wenn man -wie zum Beispiel wie Walter Jungbauer- als Priester lange (Bahnf)ahrten quer durch die Republik zu machen hat: da kann ein Kollar durchaus fremden Menschen priesterliche Ansprechbarkeit signalisieren. Und um solche Situationen ging es Walter Jungbauer in seinem Beitrag wohl.


Das ist nachvollziehbar. Das passiert an der noch viel mehr auffälligen Soutane in Polen aber auch längs der Grenzen, z.B. von Berlin nach Görlitz immer wieder (betr. dort Institut Philipp Neri).

Autor:  Silesia [ 7. Juni 2015 17:50 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

JHNewman hat geschrieben:
Vanni145 hat geschrieben:
Das war nur die Schlussfolgerung der Silesianischen Überlegungen. Der Mann oder die Frau, die diese Funktion hat, würde demnach nur die Rolle spielen und es selbst nicht sein, weil letzteres von der gläubigen Gemeinde abgelehnt würde.


Ich hatte es eher so verstanden, als stünde denen das Tragen eines Kollarhemdes nicht zu, da ihr theologisches Verständnis des Priesteramtes Silesia nicht 'katholisch' genug ist.

Aber sei dem, wie dem sei. Ich finde es schon gewissermaßen erheiternd, dass die einen das Kollar ablehnen, weil es ein zu viel an Priesterlichkeit darstellt, während die anderen den Trägern das Kollar absprechen wollen, weil sie ein zu wenig an Priesterlichkeit diagnostizieren. :hoho:


Ja und wenn sie es dennoch tun, schauspielern sie nur ... und dürfen sich über Widerstand aus den eigenen Reihen nicht wundern.

Bei den Mariaviten ist es übrigens so, dass sie außerhalb der Gemeinde kein großes Erkennunsgmerkmal herumtragen (schade), in den Gemeinden aber immer. Beim ökumenischen Orden ist es genauso.

Autor:  Silesia [ 7. Juni 2015 17:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Liberaler hat geschrieben:
JHNewman hat geschrieben:
Zitat:
Die meisten Beiträge kamen von "außen"; da sage ich, jeder möge im eigenen Bistum, in der eigenen Kirche das halten , wie er will. Ich wäre mit einer Kritik an anderen Gemeinschaften zurückhaltender.


Diese Bemerkung ist regelrecht untergriffig. :stop:
Das Kollarhemd ist kein Spezifikum des alt-katholischen Bistums. Und die Kritik, die geäußert wrude, bezog ja so gut wie ausschließlich sich auf Deine persönlichen Ansichten, nicht auf eine spezifische Praxis im alt-katholischen Bistum - da wird das Thema ja auch nicht einheitlich geregelt oder bewertet.


Zumal Sarandanon und ich altkatholisch sind, Petur dem Scrantoner Zweig angehört und John als Anglikaner eigentlich auch in diese Kategorie fällt, er hat sich aber entschieden bei einer ev. Landeskirche mitzumischen. Somit haben wir 2 1/2 Befürworter aus den eigenen Reihen und mit Eilike und Vannie 2 Gegner. Silesia als Mariavit, der sich bei Altlutheranern und auch sonst woanders gerne mal tummelt (was ja in Ordnung ist) zählt nicht zur Kategorie "aus den eigenen Reihen".

Bemerkenswert sei hier Rheinmaus, die ja als evangelische Christin (als evangelischer Christ?!) dem Ganzen gelassen gegenüber steht, obwohl sie aus einer Kirche kommt, deren Amtsverständnis eine Gegnerschaft zum Kollarhemd stärker untermauern könnte als unseres.

Und dass Eilike gerne reformierte Verhältnisse bei uns haben würde kann man stark herauslesen, Gott behüte! Das hat selbst mit dem typisch altkatholischem Amtsverständnis nichts am Hut, erinnert mich ein bisschen an die heutigen Lutheraner und deren Frömmigkeit im Hinblick auf das, was Luther eigentlich wollte/dachte. Solch ein Spagat würde einem im Sportunterricht richtig weh tun!



Und ob. Autsch!

Autor:  Péter [ 23. Juni 2015 15:46 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Die jetzige Sitzung der IBK in Prag:

http://www.starokatolici.cz/2015/06/20/ ... htske-unie

Bischof Matthias und Bischof Dirk wurden anscheinend von Eilike beeinflusst. :zwinkern2: Sie waren aber in der Minderheit.

Autor:  Eilike [ 23. Juni 2015 15:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Ja, mein Bischof - ein Hirt, der auf seine Schafe hört! Ich bin ganz stolz auf ihn.

Es gibt irgendwo ein schönes Foto, das ich leider nicht verlinken kann, zeigt Bischof Matthias mit dem Bischof der Unabhängigen Kirche der Philippinen und zwei alt-katholischen deutschen Priestern:
Bischof Matthias als "Krawattenbischof", gefällt mir sehr gut! (Die drei anderen Herren mit offenen Hemden).

Autor:  Péter [ 23. Juni 2015 16:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

http://www.alt-katholisch.de/meldungen/ ... 00d0cdda53

Dieses Foto?

Autor:  Ulrich Schürrer [ 23. Juni 2015 16:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
Es gibt irgendwo ein schönes Foto, das ich leider nicht verlinken kann, zeigt Bischof Matthias mit dem Bischof der Unabhängigen Kirche der Philippinen und zwei alt-katholischen deutschen Priestern:
Bischof Matthias als "Krawattenbischof", gefällt mir sehr gut! (Die drei anderen Herren mit offenen Hemden).

Bitteschön:
http://www.alt-katholisch.de/uploads/pics/EBEphraimbeiBischofMatthias.JPG
Quelle: http://www.alt-katholisch.de/meldungen/ ... 00d0cdda53

Autor:  Ulrich Schürrer [ 23. Juni 2015 16:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Péter war einen Tick schneller...

Autor:  Eilike [ 23. Juni 2015 16:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

JA! Das ist doch schön! Bei Pfarrer Potts habe ich allerdings schon öfter überlegt, ob ich ihm mal eine Krawatte schenke. (Er liest hoffentlich hier nicht mit!)

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