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Diskussion zum Kollar
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Seite 5 von 14

Autor:  Liberaler [ 27. Mai 2015 17:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Vanni145 hat geschrieben:
Liberaler hat geschrieben:
Dann solltest du dich nicht in die Hörsäle theologischer Fakultäten begeben, ansonsten bekommst du einen Schock: die Mehrheit der heutigen Studenten ist konservativer als die Generation V2, egal ob evangelisch oder katholisch. :shock:

Der Zeitgeist ist schon lange wieder konservativ(er), nicht nur in der Kirche.



Konservativ für welche Nutzergruppe denn? Für sich selbst und dann ein paar stramm-konservative in der Gemeinde, die es wütend an einen Bischof melden, wenn der arme konservative Tropf beim falschen Glöckchenklang anders reagiert, wie es eine Anordnung aus grauer, toter Zeit vorschreibt?


Ich ignoriere einfach mal getrost deine Polemik:

Also an sich ist mit "konservativ" nicht "wertekonservativ" gemeint: speziell beim evangelischen Nachwuchs sieht man, dass meine Kommilitonen weiterhin liberal sind was Frauen und Homosexuelle anbelangt, sie jedoch in den meisten restlichen Belangen eher evangelikaler denken. Elementare Glaubensgrundlagen wie die Jungfrauengeburt, die ja gerne mal geleugnet wird bei der jetzigen Pfarrschaft, oder der Sühnetod Christi, den Altpräses Schneider in Zweifel gezogen hat, wird mit verschnupfter Nase gesehen.

Im katholischen Bereich, und das finde ich persönlich auch weniger schön, besinnt man sich zB wieder auf ein "auserwähltes" Priestertum, tridentinische Messe a la Piusbruderschaft ist en vogue und chick. Kollarhemd aus voreiligem Gehorsam tragen wird ebenso wieder gängig.

Autor:  Vanni145 [ 27. Mai 2015 17:58 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Ach....du meintest diese evangelikalen Studenten im Studiengang "Evangelische Theologie", die dann später gar nicht als Pfarrer bei einer Landeskirche tätig sein wollen?

Autor:  Liberaler [ 27. Mai 2015 17:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Vanni145 hat geschrieben:
Ach....du meintest diese evangelikalen Studenten im Studiengang "Evangelische Theologie", die dann später gar nicht als Pfarrer bei einer Landeskirche tätig sein wollen?


Ach, sag bloß du studierst etwa auch Theologie und kennst dich aus? Wo studierst du denn?

Autor:  Eilike [ 27. Mai 2015 18:00 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

JHNewman hat geschrieben:
Als Analogie ist mir noch eingefallen: Viele Juden tragen im Alltag eine Kippa, muslimische Frauen oft ein Kopftuch, Mönche und Nonnen häufig einen Habit. Alles das hat auch nichts mit Autorität oder Macht zu tun, sondern ist ein äußeres Zeichen ihrer inneren Zugehörigkeit und ihrer Bindung an ihren Glauben. So ähnlich würde ich ein Kollar auch bewerten.


Die Analogie passt insofern nicht, als du sicher was dagegen hättest, würde ich ab morgen mit Kollar rumlaufen. Dabei bin ich nicht weniger Christ(in) als du.
Kollar ist eben ein Zeichen besonderer "Würde" und "Macht". Das sind die von dir genannten Beispiele nicht.

Autor:  Eilike [ 27. Mai 2015 18:02 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Liberaler hat geschrieben:
Der Zeitgeist ist schon lange wieder konservativ(er), nicht nur in der Kirche.


Sieht man zur Zeit gerade in Irland! :x)
Aber lassen wir den "Zeitgeist" mal weg; auf den habe ich mich noch nie berufen.

Autor:  Liberaler [ 27. Mai 2015 18:15 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
Liberaler hat geschrieben:
Der Zeitgeist ist schon lange wieder konservativ(er), nicht nur in der Kirche.


Sieht man zur Zeit gerade in Irland! :x)
Aber lassen wir den "Zeitgeist" mal weg; auf den habe ich mich noch nie berufen.


Oder Grönland! :klatsch4:

http://www.queer.de/detail.php?article_id=23855

Dass rechtspopulistische Parteien aber im Aufwind sind, ist leider nicht zu bestreiten.

Interessant ist aber, dass Homosexuelle in einigen rechten Parteien mittlerweile inkludiert werden. Geert Wilders ist zB super homofreundlich. FN in Frankreich schmust auch manchmal mit den LGBTQ (ABCDEFG)

Autor:  JHNewman [ 27. Mai 2015 18:21 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
JHNewman hat geschrieben:
Als Analogie ist mir noch eingefallen: Viele Juden tragen im Alltag eine Kippa, muslimische Frauen oft ein Kopftuch, Mönche und Nonnen häufig einen Habit. Alles das hat auch nichts mit Autorität oder Macht zu tun, sondern ist ein äußeres Zeichen ihrer inneren Zugehörigkeit und ihrer Bindung an ihren Glauben. So ähnlich würde ich ein Kollar auch bewerten.


Die Analogie passt insofern nicht, als du sicher was dagegen hättest, würde ich ab morgen mit Kollar rumlaufen. Dabei bin ich nicht weniger Christ(in) als du.
Kollar ist eben ein Zeichen besonderer "Würde" und "Macht".


Und weil es das für Dich ist muss es für alle anderen auch gelten?

Die Analogie war für mich: Das Kollar zeigt eine Identität an. Wie bei Verheirateten ein Ehering. Wie bei manchen Christen ein sichtbar getragenes Kreuz.

Aber ich sehe schon, dass wir in dieser Diskussion nicht weiterkommen.

Autor:  Sarandanon [ 27. Mai 2015 18:42 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
Aber viele in unserem Bistum haben nun mal den größten Respekt vor Priester oder gar Bischöfen, die kein Stück Stoff brauchen, um Autorität zu demonstrieren, und deshalb freut mich so sehr das Bischofsfoto. :ja:
Sollten diese Bischöfe nicht in ihren Ländern Vorbilder für ihr Presbyterium sein? :x)

In vielen Fällen wage ich einfach mal zu bezweifeln, dass diese dann wirklich Autorität demonstrieren. Respekt sollte man in jedem Fall allen Geistlichen entgegenbringen, ob nun mit oder ohne Kollar. Und dass es nun besonders anerkennenswert und vorbildhaft sein soll, dass man als Geistlicher nicht äußerlich erkennbar (vielleicht sogar demonstrativ) auftritt, halte ich für außerordentlich fragwürdig. Damit möchte ich allerdings natürlich nicht Deine Freude über das Foto schmälern.

Autor:  Sarandanon [ 27. Mai 2015 18:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

JHNewman hat geschrieben:
Da folge ich nicht.
Ich halte den Begriff 'Respektsperson' für anachronistisch. Geistliche sind zu einem besonderen Dienst berufen und sollten in besonderer Weise verfügbar sein - und dafür ist in meinen Augen der Kollar ein Signal.

Gerade aus dem katholischen Amtsverständnis heraus sehe ich das anders, gleichwohl Dein Aspekt sicherlich dazu gehört aber nicht für sich allein steht.

Autor:  Rheinmaus [ 27. Mai 2015 18:50 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Zitat:
Respekt sollte man in jedem Fall allen Geistlichen entgegenbringen


Esetze Geistliuche durch Menschen und ich bin dabei.

Autor:  Sarandanon [ 27. Mai 2015 18:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Rheinmaus hat geschrieben:
Zitat:
Respekt sollte man in jedem Fall allen Geistlichen entgegenbringen


Esetze Geistliuche durch Menschen und ich bin dabei.

Du wirst entschuldigen, dass ich das in diesem Falle nicht tun möchte, da es in diesem Faden um die Geistlichen inkl. ihrer Bewertung bzgl. des Tragens des weißen Kragenstückes geht. Ansonsten bin ich aber absolut bei Dir :nicken: .

Autor:  Rheinmaus [ 27. Mai 2015 19:15 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Ich versteh was Du meinst, in dem viiiel weiter vorne in diesem Thread erwähnten Fall kommt das was Du meinst auch bei mir durch. Mir ist allerdings auch eingefallen dass ich konkret 2 Geistliche kenne (einer aktiv, einer schon lange pensioniert) denen ich zwar Respekt als Mensch zolle, aber nicht als Geistlicher, dazu haben besagte Personen sich zu viele Fehltritte erlaubt. Denen würde auch kein Kollar mehr helfen. Im Falle "Ich kenne diese Person nicht, aber sie trägt einen Kollar" besteht aber für mich auch ein gewisser Vertrauensvorschuss.

Autor:  Eilike [ 27. Mai 2015 20:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

JHNewman hat geschrieben:
Die Analogie war für mich: Das Kollar zeigt eine Identität an. Wie bei Verheirateten ein Ehering. Wie bei manchen Christen ein sichtbar getragenes Kreuz.


Ein Kreuzchen am Halskettchen wird man mir zugestehen (trage ich aber nicht), am Revers meines Hosenanzugs hätte ich damit im katholischen Milieu schon Schwierigkeiten.
Das Kollar ist eben nicht Zeichen christlicher Identität, sondern weist auf ein Zwei-Klassen-System hin.
Das kann man befürworten oder ablehnen, aber unabhängig davon ist es nun mal ganz objektiv so.
Warum ist es so schwer, das zuzugeben?

Autor:  Péter [ 27. Mai 2015 22:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:
JHNewman hat geschrieben:
Die Analogie war für mich: Das Kollar zeigt eine Identität an. Wie bei Verheirateten ein Ehering. Wie bei manchen Christen ein sichtbar getragenes Kreuz.


Ein Kreuzchen am Halskettchen wird man mir zugestehen (trage ich aber nicht), am Revers meines Hosenanzugs hätte ich damit im katholischen Milieu schon Schwierigkeiten.
Das Kollar ist eben nicht Zeichen christlicher Identität, sondern weist auf ein Zwei-Klassen-System hin.
Das kann man befürworten oder ablehnen, aber unabhängig davon ist es nun mal ganz objektiv so.


Dann könnte man aber auch das sagen, dass die liturgischen Gewänder des Priesters oder der Priesterstand selbst auf ein Zwei-Klassen-System hinweisen (ich nehme an, dass Du weder die Gewänder noch die Priesterweihe abschaffen möchtest). Aus der Kirchengeschichte (und der kirchlichen Gegenwart) kennen wir zwar diese hochklerikale "Klasseneinstellung", es ist aber nicht richtig, zu verallgemeinern. Das Kollar (zumindest in seiner modernen Form) ist übrigens keine katholische Erfindung, es ist einem Pastor der presbyterianischen Church of Scotland (kein Priesterstand im kath. Sinne) zu verdanken.

Eilike hat geschrieben:
Warum ist es so schwer, das zuzugeben?


Weil das nicht wahr ist.

Autor:  Péter [ 27. Mai 2015 22:18 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Diskussion zum Kollar

Eilike hat geschrieben:

Trotzdem hat es mich gefreut, dieses Bischofsfoto zu sehen


Derartige Bischofsfotos kannst Du jedoch viel häufiger sehen:

http://www.utrechter-union.org/cache/803.jpg

http://www.utrechter-union.org/cache/132.jpg

Alles hat seine Zeit, das Kollarhemd ebenso wie das T-Shirt.

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