Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 24. März 2016 22:36 
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Findet ihr das Zwangsabo der Gemeinden (10 Exemplare je 50 Mitglieder) noch zeitgemäß?
Oder sollte man im Zweifelsfall konsequent die "Abstimmung durch Nichtbezug" akzeptieren und das Blatt einstellen?

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

Hic fuit


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BeitragVerfasst: 25. März 2016 00:20 
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Ach, ich halte das "Zwangsabo" für Gemeinden noch für sinnvoll: Ob nun mit 10 Ex pro 50 Mg, oder einen anderen Schlüssel. Die Gemeinden haben dann immer was da, was sie außer den üblichen Flyern Interessenten mitgeben können. Einen gewissen Einblick, was so im Bistum und in anderen Gemeinden läuft, gewähren die Hefte ja doch.


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BeitragVerfasst: 25. März 2016 00:54 
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winnie hat geschrieben:
Ach, ich halte das "Zwangsabo" für Gemeinden noch für sinnvoll: Ob nun mit 10 Ex pro 50 Mg, oder einen anderen Schlüssel. Die Gemeinden haben dann immer was da, was sie außer den üblichen Flyern Interessenten mitgeben können. Einen gewissen Einblick, was so im Bistum und in anderen Gemeinden läuft, gewähren die Hefte ja doch.



Stimmt. An den Werbeeffekt habe ich gar nicht gedacht...

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BeitragVerfasst: 25. März 2016 09:21 
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Dieser Werbeeffekt hatte übrigenes vor Jahren auch bei mir gezogen ;) Da lagen haufenweise älterer CH-Ausgaben , ca 2-14 Monate zurück, wenn ich beide Akk-Kirchen in denen ich war, zusammenzähle.

Ich weiß aber auch, dass es damals in der einen Gemeinde ziemlich knatsch gab, weil keiner der Gemeindemitglieder das Heftchen mitgenommen hat und sie sich deswegen stapelten. Das hat wohl beim Pfarrer ziemlich für Frust gesorgt.

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BeitragVerfasst: 28. März 2016 10:28 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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winnie hat geschrieben:
Ach, ich halte das "Zwangsabo" für Gemeinden noch für sinnvoll: Ob nun mit 10 Ex pro 50 Mg, oder einen anderen Schlüssel. Die Gemeinden haben dann immer was da, was sie außer den üblichen Flyern Interessenten mitgeben können. Einen gewissen Einblick, was so im Bistum und in anderen Gemeinden läuft, gewähren die Hefte ja doch.

Dem kann ich mich nur voll anschließen. Und CH ist ja nicht schlecht gemacht (im Vergleich mit rk. Bistumszeitungen), auch unter Berücksichtigung, dass alles ehrenamtlich geschieht.
Solange nicht wirklich jeder und jede leichten Zugang auf die Bistums-Homepage bzw. Facebook hat, halte ich CH für unverzichtbar, und anders dürfte die Finanzierung von Druck und Versand nicht zu stemmen sein.
Dass niemand das "Heftchen" mitnimmt, dürfte einfach nicht stimmen; leider liegt bei uns der Gottesdienstbesuch wohl auch kaum über 10%. Einzelabonnement (mit Postbezug) ist möglich, wird von mir praktiziert, aber ohne Abnahme größerer Mengen durch die Gemeinden ist das nicht praktikabel und kann die Existenz von CH nicht garantieren. Statt frustriert zu sein, sollte der Pfarrer mal zwei, drei Monate nach dem Gottesdienst jedem Besucher ein Exemplar in die Hand drücken (bei völlig freiwilliger Spende).

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BeitragVerfasst: 3. April 2016 13:50 
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Moin, moin,

jetzt mische ich mich mal mit zwei Hüten ein: Ein Hut ist der eines der Redakteure von Christen heute und Öffentlichkeitsarbeiter des Bistums. Der andere ist der Hut des Vikars der Pfarrgemeinde Hamburg.

Als Redakteur und Öffentlichkeitsarbeiter finde ich Christen heute ein wichtiges Kommunikationsmedium, nicht nur in die Kirche hinein, sondern auch gegenüber einer breiten Öffentlichkeit. Zudem versuchen wir von Seiten der Redaktion immer wieder aktuelle Themen aufzugreifen und dadurch auch den Diskurs über verschiedene Fragen in unserer Kirche wach zu halten. Ich glaube, wenn Christen heute nicht mehr erscheinen würde, würde die Alt-Katholische Kirche sehr schnell merken, dass ein ganz wichtiges Medium fehlt. - Und diese Lücke würde auch nicht aufgefüllt werden können, wenn alle Menschen Online-Zugang hätten und sich so informieren könnten. Der Wert einer gedruckten Zeitung ist viel höher als viele denken: Man kann es nämlich problemlos mitnehmen, in die Tasche stecken, schnell mal was nachschauen, ... - Gerade auch bei den Katholiken- und Kirchentagen stelle ich immer wieder fest, wie sehr viele Menschen daran interessiert sind, sich zwar am Stand zunächst zu informieren, dann aber gerne noch etwas mitnehmen, um sich dann zu Hause in Ruhe nochmal auseinanderzusetzen. Und dafür ist Christen heute eine ganz wesentliche Bereicherung, schon alleine, weil es über die Aktivitäten in Gemeinden berichtet (zumindest, wenn die Gemeinden auch darüber schreiben und den Artikel dann an die Redaktion schicken ... *hüstel*) und weil in den Schwerpunktthemen auch immer wieder deutlich wird, dass wir keine Schnarch-Kirche sind, sondern bei uns der Diskurs gepflegt wird.

Auch als Vikar kann ich Christen heute sehr gut brauchen. In fast jedem Gottesdienst haben ich Besucherinnen und Besucher, die mal reinschnuppern wollen. Diesen gebe ich die Zeitung sehr gerne mit, damit sie noch etwas mehr in der Hand haben, als unsere Selbstdarstellungsbroschüre. Und jedes neue Gemeindemitglied bekommt ein Christen heute-Abo für ein Jahr von der Gemeinde finanziert. Die allermeisten übernehmen dieses Abo dann danach, weil sie gemerkt haben, dass sie durch Christen heute einen Blick über ihren alt-katholisch gemeindlichen Tellerrand hinaus bekommen.

Herzlich

Walter


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BeitragVerfasst: 3. April 2016 18:24 
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Hmm gute SArgumente, aber keines , welches für das ZWANGS-Abo spricht, sondern nur für ein FREIWILLIGES Abo ;)

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BeitragVerfasst: 3. April 2016 19:44 
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@Rheinmaus

Wenn wir nicht eine Mindestauflage bzw. Mindestabnahme haben, können wir die Zeitung nicht mehr zu diesem günstigen Preis (21,50 € / Jahr inkl. Versand!) produzieren. Und wenn wir sie teurer machen, haben wir automatisch weniger AbonnentInnEn. Im schlimmsten Fall müssen wir die Zeitung einstellen, weil sie gar nicht mehr finanzierbar ist.

Das Bistum (und das sind die Gemeinden) muss wissen, ob es sich so ein Produkt leisten will oder nicht. - Wenn die Gemeinden sich Christen heute nicht leisten wollen fürchte ich die negativen Auswirkungen, die man aus der Argumentation meines letzten Postings rückschließen kann.


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BeitragVerfasst: 3. April 2016 19:49 
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Ich würde es nicht "Zwangs-Abo", sondern eher "Pflicht-Abo" nennen. Ich gehe mal davon aus, dass irgendwann einmal diesbzgl. ein Synodenbeschluss ergangen ist. Wenn ja, muss es eine Mehrheit gegeben haben, die sich für dieses Pflicht-Abo ausgesprochen hat. Die Gemeinden wären in dem Fall ja nicht unbeteiligt gewesen.

Und für dieses Pflicht-Abo spricht ganz einfach die Finanzierbarkeit der Zeitschrift. Ich gehe nun desweiteren davon aus, dass eine Abschaffung dieser Bestimmung die Einstellung der Zeitschrift bedeuten könnte, wenn man eben nicht genügend freiwillige Abonnennten (zu denen ich auch gehöre) findet. Wollen wir das wirklich? Wenn ja, müsste man einen entsprechenden Antrag an die Synode formulieren. Ich wäre gegen eine Abschaffung.


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BeitragVerfasst: 3. April 2016 19:50 
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Ok, dann ist das Zwangsabo also eine Solidargemeinschaft für diejenigen, die CH richtig gut nutzen können? (ggf auch als Anspoiern , es selbst zu versuchen). (ist jetzt ausdrücklich wertfrei gemeint, die Frage)

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BeitragVerfasst: 3. April 2016 21:37 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Selbstverständlich ist für jedes Gemeindemitglied (und natürlich auch für Nichtmitglieder) das Kaufen und Lesen von CH völlig freiwillig. Die Pflicht zur Abnahme einer bestimmten Stückzahl besteht für die Gemeinden, die das dann evtl. auch aus Spenden und Geld der Kollekten bezahlen müssen.
Und dieses System ist nötig, wenn wir uns eine Bistumszeitung leisten wollen.
Das einzelne Mitglied bzw. eine Familie nimmt doch in aller Regel am Anfang eines Monats ein Exemplar mit und legt sein Geld in ein Kästchen. Etwas anders läuft es beim Postbezug, praktisch für Ältere oder entfernt Wohnende; nur die haben eigentlich ein festes Abonnement, werden vom Versand der Gemeinde namentlich genannt und bezahlen einmal im Jahr einen etwas größeren Betrag.
Alle anderen sind doch vielleicht nicht moralisch, aber doch juristisch völlig frei.

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BeitragVerfasst: 3. April 2016 21:46 
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Das "Pflichtabo" lässt sich von den Gemeinden substituieren (sorry...mir fällt gerade kein richtiger deutscher Befriff ein), wenn Direktabos auf die jeweilige Gemeinde umgeleitet werden.

Zahlenbeispiel der Stuttgarter Gemeinde:

Pflichtabnahme beträgt derzeit 90 Exemplare

Gemeindemitglieder mit Abo 32 (!)

Somit zahlt die Gemeinde 58

Quelle: Gemeindebrief April/Mai

Hintergrund ist die hohe Ausgabenposition 2015.

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BeitragVerfasst: 3. April 2016 22:05 
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Kirchenlehrerin (in spe)
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Wie kommt man auf die Zahl 32?
Ich vermute, dass die meisten Gemeinden das viel weniger bürokratisch handhaben, jedenfalls kenne ich das so nicht, dass da eine Liste geführt wird. Es dürfte auf die Zahl der Gottesdienstbesucher ankommen, wieviele der 58 Exemplare auch noch beiläufig mitgenommen (und hoffentlich im Kästchen bezahlt) werden.
Bringt man denn den 32 Familien CH ins Haus, oder welchen Vorteil haben die für ihre Registrierung?

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BeitragVerfasst: 3. April 2016 22:35 
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Eilike hat geschrieben:
Wie kommt man auf die Zahl 32?
Ich vermute, dass die meisten Gemeinden das viel weniger bürokratisch handhaben, jedenfalls kenne ich das so nicht, dass da eine Liste geführt wird. Es dürfte auf die Zahl der Gottesdienstbesucher ankommen, wieviele der 58 Exemplare auch noch beiläufig mitgenommen (und hoffentlich im Kästchen bezahlt) werden.
Bringt man denn den 32 Familien CH ins Haus, oder welchen Vorteil haben die für ihre Registrierung?


Dann zitiere ich mal aus dem Gemeindebrief (die Zitierfunktion habe ich schon wieder vergessen...vielleicht kann es mir einer mal erklären...Danke). So funktioniert offenbare deutsche Verwaltung. Hervorhebung durch mich.

"Im Rechnungsabschluss 2015 hat sich gezeigt, dass ein weiterer hoher Ausgabeposten die Kirchenzeitung »Christen heute« ist. Die Gemeinde ist verpflichtet, pro angefangene 50 Mitglieder 10 Exemplare abzunehmen; das sind zurzeit 90 Exemplare. Davon beziehen 32 Gemeindemitglieder die Bistumszeitung. 58 Exemplare bleiben also übrig, die im Schriftenstand der Kirche und des Ökumenesaals ausliegen und vielfach zum Probelesen mit nach Hause genommen werden. Das ist auch richtig so. Trotzdem würde
es der Gemeinde helfen, wenn sich noch mehr Mitglieder für das monatlich erscheinende Blatt interessierten. Das Abo kostet im Jahr 21,50 Euro; die Versandkosten sind darin schon berücksichtigt. Bestellt werden kann es beim Pfarramt der Gemeinde in Stuttgart; von dort werden auch die Abo-Kosten abgerechnet. Eine weitere Hilfe wäre es, wenn sich Abonnenten aus der Gemeinde, die »Christen heute« direkt vom Vertrieb beziehen und dort auch bezahlen, beim Pfarramt Stuttgart melden würden, um das Abo auf unsere Gemeinde umleiten zu lassen."

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BeitragVerfasst: 4. April 2016 10:12 
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Danke Vanni für die ausführliche Information! Nun frage ich mich, ob in der Gemeinde nicht auch einige Probleme hausgemacht sind.
Vor einigen Jahren - vielleicht vor zehn? - wurden das Verfahren umgestellt von Einzelabonnements auf Abnahmepflicht durch die Gemeinden; anders wäre die Bistumszeitung nicht mehr finanzierbar gewesen.
Seither kenne ich es nur noch so (habe aus praktischen Gründen zweimal die Gemeinde gewechselt und war schon in einigen Gemeinden mal zu Gast), dass keine Abonnentenliste geführt wird, sondern die Exemplare zum Einzelverkauf ausliegen; (Einzelabonnements mit Postbezug sind Ausnahme).
Nach unserer Jahresschlussabrechnung, die ja der GV immer vorgelegt wird, hatten wir 2015 bei etwa 130 Mitgliedern 403 € für CH an das Bistum abgeführt. (Nur zum Vergleich: unser Gemeindebrief kostete einschl. Versand 460,17 €). Die Einnahmen für die Bistumszeitung betrugen 280,50 €, und die Differenz von € 122,50 scheint mir im Rahmen des Normalen zu liegen und für die Gemeinde zumutbar. Nochmal zum Vergleich. Wir hatten auch im Laufe des Jahres 1.611,64 € aus Kollekten an das Bistum abzuführen!
Also meine Empfehlung: Auf unnötige Bürokratisierung verzichten! Alle Zahlen offenlegen (geschieht bestimmt mit der Jahresschlussabrechnung)! Den Leuten die positiven Seiten von CH nahelegen!
Ihnen sagen: Wir zahlen als Gemeinde dem Bistum den Selbstkostenpreis; die Exemplare liegen zum Mitnehmen aus, und alle, denen es nicht besonders schwer fällt, werden gebeten, pro Exemplar € 2,00 ins Kästchen zu werfen.

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