Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 9. September 2017 10:14 
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Was denn für ein Privatkrieg?
Du bist doch gar nicht betroffen.

Meine Meinung zu den errodierenden evangelischen Landeskirchen muss dich doch nicht so austicken lassen nur weil du zufällig der urnierten Landeskirche in Baden angehörst.

Ich erlebe das hier in Württemberg so und nicht anders.
Wenn du zufällig eine Gemeinde gezogen hast, die eine der ganz seltenen Ausnahmen ist...Glückwunsch.

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Hic fuit


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BeitragVerfasst: 9. September 2017 10:31 
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ich kenne Liturgien und teilweise auch Gemeinden in Württemberg, im schwäbischen Bayern (oder bayrischen Schwaben, je nach Sichtweise) und in der Westpfalz. Auf sie alle trifft Deine Beschreibung nicht zu.
Im badischen kenne ich ein paar mehr Gemeinden (manche mehr, machen weniger gut) Jede hat so ihre eigenen Probleme, die mit anderen Gemeinden nicht vergleichbar sind. Die Probleme und deren Lösungen für meine Gemeinde taugen schon im Nachbarort nichts mehr, insofern ist schon im Regionalen kein Patentrezept möglich.

Und da fängt es dann schon an mit Deinem Post. Er verurteilt pauschal, trifft aber den Kern nicht. Das EKD-Problem ist das selbe wie das rk-Problem. Sie sind historisch bedingt "Volkskirchen", die auch noch lange weiter schrumpfen werden, das wird sich nicht aufhalten lassen. Bis irgendwann der Bodensatz erreicht ist, der am Ende die beiden Kirchen wird tragen müssen. Die LOKALEN Ansätze bei der Problemlösung sind aber unterschiedlich.

Das hat aber nichts mit einer verstaubten Liturgie zu tun, die wird oft genug entstaubt. Die Angebote gibt es reichlich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen (aber leider nicht so dass man sie sofort entdecken könnte als Außenstehender)

Das hat auch nichts mit der lutherschen Sprache zu tun. Trotz Luther17 (84 war da etwas zeitgeistiger) Dadafür sprechen auch die ev. Popen in der Predigt oft genug tacheles ohne sich hinter geschwurbelten Worten zu verstecken. Deswegen greift auch das Argument nicht.

Warum ich mich angegriffen fühle ergibt sich aus dem Zusammenhang: Kaum schreibe ich etwas zum Thema "Die Leute abholen wo sie sind" kommt eine inhaltlich belegbar falsche Tirade auf die EKD von Dir, wissend dass ich Landeskirchler bin.

Das EG mit seinem Mix aus alten und sehr modernen Liedern gilt übrigens Bundesweit, da brauche ich ga rnicht auf die Landesteile zu schauen

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Zeig Dich, nur ein bisschen, dass ich gehen kann....


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 9. September 2017 11:44 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Meine Antwort auf die Frage: Wie macht man das, die Menschen vom eigenen Standort abholen?
Es gibt keine allgemeingültige Antwort, denn jeder Mensch ist ein Unikat.

Nebenbei:
Vanni145 hat geschrieben:
Ich halte den Mann zwar auch in erster Linie für einen unendlich(begabt)en Schwätzer und eitlen Selbstdarsteller, aber als aktiver Teilnehmer an den religiös-philosophisch-politischen Diskursen dieser Republik an ihm vorbeizukommen war in den letzten Jahrzehnten unmöglich.

Dann rechne ich es mir zur Ehre an, dass ich wirklich an ihm vorbeigekommen bin.
Allerdings war ich von den letzten 35 Jahren 21 im Ruhestand; außerdem habe ich die Lehrbefähigung für drei Unterrichtsfächer, musste schon deshalb auswählen und mich konzentrieren.

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 9. September 2017 11:50 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Beiträge: 4616
Die führenden Kirchenrepräsentanten waren wohl immer schon in Versuchung, über die Köpfe der Menschen hinweg zu schwafeln. Und bei wachsender Medienbedeutung wird da natürlich immer schlimmer.
Als 1958 Pius XII. gestorben war, kamen Kritiker aus ihren Löchern und sagten, der Mann habe unablässig Antworten auf Fragen gegeben, die niemand gestellt hatte.
Das schafft natürlich auch jeder Pfarrer (und ja, Lehrer auch).
Das halte ich für das Gegenteil von "Menschen da abholen, wo sie stehen".

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BeitragVerfasst: 9. September 2017 12:52 
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John Der Echte

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Eilike hat geschrieben:
Das ist die billigste Ausrede, die ich mir vorstellen kann.
Nur zur Erinnerung:
1.) Ich forderte, wir, die Kirchen, die Christen müssten die Menschen dort abholen, wo sie stehen.
Begründung: Das habe Jesus auch getan. (Belegstellen gibt es im NT; die habe ich mir gespart, weil ich dachte, du kennst das NT mindestens so gut wie ich).
2.) Du widersprichst. Nein, das hat Jesus nicht getan, das tut der Teufel.
Begründung. Hinweis auf ein Buch bzw. einen Verfasser, der mir nichts sagt, und ich habe weder Zeit noch Lust, mich mit einem Teufelsprediger zu beschäftigen.
3.) Der Teufel ist auf einmal eine Kunstfigur, (aber in der Lage, auf das Leben der Menschen Einfluss zu nehmen ???).
Das ist mir offen gestanden zu hoch.
4.) Du versuchst, mich lächerlich zu machen und hast keine Lust mehr.


Leider gibst Du den Verlauf zitierten Diskussion nicht richtig wieder und unterstellst mir daher Aussagen, die ich nicht gemacht habe. Ich kann mich nur über Dich wundern, Eilike. Du versuchst die ganze Zeit, diese Diskussion auf eine persönliche Ebene zu ziehen. Ich frage mich, warum das so ist. Ich habe Dich in dieser Diskussion persönlich überhaupt nicht angegriffen, aber Du tust das seit einiger Zeit permanent.
Zitat:
1.) Ich forderte, wir, die Kirchen, die Christen müssten die Menschen dort abholen, wo sie stehen.
Begründung: Das habe Jesus auch getan. (Belegstellen gibt es im NT; die habe ich mir gespart, weil ich dachte, du kennst das NT mindestens so gut wie ich).


Nein. Mein Einwurf mit dem Sloterdijk-Zitat kam, nachdem nur von den Kirchen bzw. 'wir' die Rede war. Jesus als Begründung hast Du erst danach ins Spiel gebracht. Ich habe also gar nicht gesagt, Jesus tue das nicht, sondern der Teufel. Jesus war da noch gar nicht erwähnt. Mir eine solche Aussage zu unterstellen, finde ich schon wirklich ein starkes Stück.

Nachlesen kann man das alles hier: viewtopic.php?p=52499#p52499

Zitat:
Begründung. Hinweis auf ein Buch bzw. einen Verfasser, der mir nichts sagt, und ich habe weder Zeit noch Lust, mich mit einem Teufelsprediger zu beschäftigen.


Ich habe Sloterdijk zitiert, weil er eine pointierte Aussage gemacht hat, die gegen den Ansatz gerichtet ist, man müsse sozusagen das tun, was die Menschen erwarten oder haben wollen, um seine eigenen Anliegen anzubringen. Das war der Punkt, auf den es mir ankam. Ich bin natürlich davon ausgegangen, dass Dir Sloterdijk ein Begriff ist. Der Mann ist gegenwärtig einer der populärsten Philosophen in Deutschland.

Zitat:
3.) Der Teufel ist auf einmal eine Kunstfigur, (aber in der Lage, auf das Leben der Menschen Einfluss zu nehmen ???).
Das ist mir offen gestanden zu hoch.


Wie gesagt, wer Sloterdijk kennt, weiß, dass er hier figurative Rede gebraucht.

Ich versuche nicht, Dich lächerlich zu machen, sondern Humor ist die einzige Reaktion, die mir noch auf Deine zunehmend persönlich werdenden Beiträge einfällt. Die andere Option wären Zorn und sehr unfreundliche Beiträge.

Die verkneife ich mir jetzt. Und verlasse diese Diskussion endgültig.


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BeitragVerfasst: 9. September 2017 13:03 
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Sloterdijk ist besonders in rechten Kreisen sehr populär. Dass er hier mit einem seiner typischen, polarisierenden Zitate gebracht wurde, war nicht gut.

Sloterdijk strahlt diese Zwietracht geradezu aus.
Sogar in diesem Thread wirkt er negativ.

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Hic fuit


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BeitragVerfasst: 9. September 2017 13:29 
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Vanni145 hat geschrieben:
Sloterdijk strahlt diese Zwietracht geradezu aus.
Sogar in diesem Thread wirkt er negativ.


Naja, zum leibhaftigen Diabolus würde ich Sloterdijk nun auch nicht erklären wollen. :biggrin:
Auch bemüht er sich, sich gegen AFD und NPD abzugrenzen: http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 03103.html


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BeitragVerfasst: 9. September 2017 13:43 
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Ja....inzwischen will er sich schon abgrenzen.

Das ist aber auch eine Methode, die bekannt ist.

Ich habe einen alten Freund, der tief in Burschenschaftskreisen versumpft ist.
Dort hängt man geradezu an seinen Äußerungen.
Öde, wenn ich mir diese Geschichten in Kombination mit Pro-Donald und Hass-auf-Merkel anhören muss.

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BeitragVerfasst: 9. September 2017 14:32 
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Vanni145 hat geschrieben:
Ja....inzwischen will er sich schon abgrenzen.

Das ist aber auch eine Methode, die bekannt ist.

Ich habe einen alten Freund, der tief in Burschenschaftskreisen versumpft ist.
Dort hängt man geradezu an seinen Äußerungen.
Öde, wenn ich mir diese Geschichten in Kombination mit Pro-Donald und Hass-auf-Merkel anhören muss.



Immer wenn ich in Gefahr gerate, Sloterdijk ernst zu nehmen, stelle ich mir, vor wie unser Großphilosophendarsteller damals als junger Mann zwei Jahre lang im Ashram um "Seine Heiligkeit Bagwan" herumgehopst ist. Das hilft ungemein.


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 9. September 2017 15:46 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Das Vorbild Jesu hatte ich bei meinem Disput mit JHNewman wohl von Anfang an im Hinterkopf, ohne es gleich ausdrücklich zu benennen.

Gern wollte ich auf die Frage von Rheinmaus, wie man denn die Leute abholt, noch einmal eingehen.
In der Apostelgeschichte Kapitel 4 gibt es die wunderschöne Geschichte vom Diakon Philippus, der irgendwo zwischen Jerusalem und dem Gazastreifen auf den Wagen des Äthiopiers trifft.
Er steigt in dessen Wagen, fährt ein Stück mit des Weges, den dieser ohnehin nehmen wollte, und zwar bis zu der Stelle, wo er soweit ist, dass er getauft werden kann.
Und der letzte Vers (4,39) lautet: "...und er [der Kämmerer] zog voll Freude auf seinem Weg weiter."
Das ist der Beweis, dass alles ideal lief.
Unser Bischof hat mal irgendwann sinngemäß gesagt, es sei egal, wie die Leute kämen, wichtig sei aber, wie sie wieder gingen.
Ich denke: Wer irgendwie an der Gestaltung eines Gottesdienstes beteiligt ist, sollte öfter darauf achten, wie sich die Menschen fühlen, wenn sie wieder gehen.

Nebenbei: Mit der "Volxsbibel" (oder wie man die schreibt) könntest du mich jagen; ich weiß, dass es die gibt, hatte aber noch nie eine in der Hand, besitze sie nicht, brauche sie nicht.
Das schließt aber nicht aus, dass es Menschen gibt, für die sie hilfreich ist.

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 9. September 2017 15:51 
Kirchenlehrerin (in spe)
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JHNewman,

ich habe dich nirgends persönlich beleidigt und auch mich selbst nicht persönlich angegriffen gefühlt.
Sachliche Kritik bin ich schon von Berufs wegen gewöhnt.
Erst dein letzter Beitrag (gestern 18.52 Uhr) war für mich beleidigend.

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BeitragVerfasst: 9. September 2017 19:21 
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Eilike hat geschrieben:
Gern wollte ich auf die Frage von Rheinmaus, wie man denn die Leute abholt, noch einmal eingehen.
In der Apostelgeschichte Kapitel 4 gibt es die wunderschöne Geschichte vom Diakon Philippus, der irgendwo zwischen Jerusalem und dem Gazastreifen auf den Wagen des Äthiopiers trifft.


Nebenbei: Mit der "Volxsbibel" (oder wie man die schreibt) könntest du mich jagen; ich weiß, dass es die gibt, hatte aber noch nie eine in der Hand, besitze sie nicht, brauche sie nicht.
Das schließt aber nicht aus, dass es Menschen gibt, für die sie hilfreich ist.


Das ist Kapitel 8.
Kannst du hier nachlesen:

http://wiki.volxbibel.com/Apostelgeschichte_8


36 Irgendwann kamen sie an einer Wasserstelle vorbei. „Da ist Wasser! Warum können Sie mich nicht gleich auch taufen?“, fragte ihn der Typ.

37 "Wenn du voll und ganz überzeugt bist, dann lass rocken", lachte Phillipus. "Ich glaube jetzt hunderprozentig, dass Jesus Christus der Sohn von Gott ist!", antwortete der Finanzminister.

38 Jetzt sagte er zum Chauffeur, er sollte mal ’ne Pause machen. Beide stiegen aus und gingen ins Wasser. Und dann taufte Philippus den Typen.

39 Nachdem sie aus dem Wasser raus waren, wurde Philippus plötzlich durch Gottes Geist weggebeamt. Der Äthiopier konnte ihn nicht mehr sehen, aber er war jetzt total happy und reiste vergnügt weiter.


Also...ich gestehe: das war das erste Mal, dass ich etwas aus dieser Bibel gelesen habe...

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 9. September 2017 20:29 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Vanni145 hat geschrieben:
Das ist Kapitel 8.

Ja natürlich, Kapitel 8, nicht 4; das war ein Schreibfehler.
Für mich war es auch das erste Mal.

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