Mensch und Kirche

Diskussionsforen für Themen des Alltags mit Schwerpunkt religiöse und soziale Fragestellungen
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 Betreff des Beitrags: Webblog
BeitragVerfasst: 11. Mai 2008 02:30 
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Ich hatte an anderer Stelle bereits was zum Artikel über den thüringer Webblog geschrieben. Hat jemand den Artikel gelesen? Könnte man sowas mit der Bistumszeitung als offenen Webblog einrichten. Es würde die Zeitung besser mit dem Internet verknüpfen und so auch deutlich erweitern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 11. Mai 2008 11:51 
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Wenn man bedenkt, wie schwer sich das Bistum mit einem Forum wie diesem hier tat, in dem nicht jede Äußerung klein-klein moderiert wird, kann ich mir schwerlich vorstellen, dass es sowas wie ein offenes Weblog für "Christen heute" je geben wird.
Aber der Geist weht ja bekanntlich, wo er will, also sollte man die Hoffnung nicht aufgeben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 11. Mai 2008 16:52 
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... vielleicht weil man es nicht ausprobiert hat! Neue Wege erfordern neuen Mut; nur so kommt die Kirche aus ihrem verschlossenen Milieu heraus. Das Christentum ist nicht mehr gesellschaftstragend wie in der Vergangenheit. Stillstand bedeutet Verlust, Bedeutungslosigkeit, Perspektivlosigkeit. Bei einer so kleinen Kirche könnte das eines Tages zum existentiellen Problem werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 11. Mai 2008 21:14 
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in diesem Forum predigst Du dem Chor ("preaching to the choir"). :wink:
Probier Deinen Vorschlag doch mal hier anzubringen:
http://www.alt-katholisch.de/forum/
http://www.alt-katholisch.de/bistum/oeffentlichkeitsarbeit/

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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 11. Mai 2008 22:24 
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Ulrich Schürrer hat geschrieben:
in diesem Forum predigst Du dem Chor ("preaching to the choir"). :wink:

Oder in der weiterentwickelten Fassung, "the congregation is thataway". ;)

Cheers,

John

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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 12. Mai 2008 08:29 
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Na wenn das so ist ... :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 2. Juni 2008 21:07 
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Registriert: 2. Juni 2008 20:13
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Hallo, ich bin neu im Forum und muß doch mal loswerden, wie toll ich es finde, dass dieses Forum existiert! Ich habe heute die Zeitschrift Christen-heute erhalten und fand den Artikel über die virtuelle Gemeinde (und den Offline-Schock) "Ja und Nein" ein bißchen einseitig. Bzw. es hat einfach m. M. ein Hinweis gefehlt, dass dieses Forum hier existiert und es durchaus Leute gibt, die es gerne lesen und solche, die sich die Arbeit antun es zu moderieren.

Ich empfinde mich mit Mitte 50, weiblich, Diplom-Ökonom, noch rk auch eigentlich nicht fremd in diesem Forum hier . Jedenfalls trifft hier sicher nicht zu, dass ein Internetforum in erster Linie für Jugendliche geeignet ist, die alles, was nicht im Internet vertreten ist als nicht existent betrachten (siehe Artikel).

Es kommt mir auch seltsam vor, dass im Artikel lang und breit darüber gesprochen wird, dass ein Forum für die AK sich "nicht lohnt", weil ja keiner da sein, der die viele Arbeit der Modulation und Aktualisierung auf sich nimmt. Also, an dieser Stelle eine Dankeschön an die Moderatoren/Admins.

Sicher ist es richtig, dass ein Internetgespräch nur ein schwacher Ersatz - "wenn es überhaupt einer ist" zu einem persönlichen Gespräch ist, aber letztendlich ist es ja möglicherweise eine Hinführung zu einem persönlichen Gespräch. Es hat mich auch gestört, dass im letzten Satz des Artikels ein positiver Ausklang fehlt und vielmehr als Schluss dasteht: "Auch für die Alt-Kathlliken in der Diaspora ist in dieser Hinsicht das Internet nur ein schwacher Ersatz - wenn es überhaupt einer ist." Ich meine: lieber ein "schwacher" Ersatz (wenn es einer sein sollte) als garnichts.

Ich fand es toll, dass ich mich über viele Internetseiten (auch in der Schweiz und Österreich, sogar mit "Lehrgang") über die Besonderheiten der altkatholischen Kirche informieren konnte und das Forum hier ergänzt das ganze um einen ersten Eindruck mit welchen Kirchenmitgliedern man "es zu tun" hat. Mir ist zar schon auch klar, dass Ihr nicht von höchstoffizieller Seite seid und die verbindliche Einstellung der altkatholischen Kirche "verkündet", sondern i.e.L Eure eigene Meinung vertretet, aber ganz sicherlich bekommt man einen Eindruck. Mehr als durch das Studieren von Publikationen.

Besonders schön finde ich es unter anderem, dass hier auch Frauen ordiniert werden können. Ich war (ein ganz seltenes weibliches Exeplar) Revisorin im Außendienst in einem Erzbistum tätig und habe Kirchengemeinden u.a. geprüft. Dabei war es überraschend für mich, wie überrascht die Rendanten, die Gemeindemitglieder und der Pfarrer waren, dass da eine Frau kommt, obwohl doch alles andere wichtiger war als die Tatsache, ob ich männlich oder weiblich bin.

So war ich es auch aus dem Studium gewohnt nach Fachkompetenz beurteilt zu werden und ich meine schon, dass dies auch auf den Beruf / Berufung des Priesters/der Priesterin zutrifft.

Die Diskussion hier im Forum über die Frauenordination habe ich deshalb auch gespannt gelesen um alle Argumente, die da kamen abzuwägen.

Aber mein eigentliches Anliegen ist es heute in erster Linie nur hier zu sagen, dass es bestimmt ganz viele Leute gibt, die dem Artikel in Christen-heute nicht so ganz zustimmen und dass Ihr großartige Arbeit leistet und man da eigentlich deutliche positive Worte in Christen heute hätte finden müssen, dass eben diese anspruchsvolle Tätigkeit hier geleistet wird.

Und ganz bestimmt schaue ich noch ganz oft hier rein um mir Anregungen und Stoff zum Nachdenken zu holen (so z. B. auch die Gedanken über das Sein nach dem Tod.... und so vieles andere).

Anne


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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 2. Juni 2008 21:29 
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Hallo Anne,

Erstmal willkommen im Forum!

Ja, ich fand den Artikel auch recht einseitig, zumal viele der von ihm kritisierten Punkte auch technisch oder konzeptionell lösbar sind.

Nehmen wir eins seiner Kontra-Beispiele -- ein Gästebuch. Er sagt, viele Gemeinden hätten Gästebücher in ihren Websites integriert, und dann anschließend deaktivieren müssen, weil sie völlig zugemüllt wurden. Ja, schon richtig, ein ungeschütztes Gästebuch wird in der Tat sofort zugespammt, wenn man nicht aufpaßt. Aber es geht auch anders.

http://www.alt-katholisch-hannover.de/gaestebuch/

Unsers ist anders gestrickt, und zwar die Beiträge im Gästebuch müssen vom Admin freigeschaltet werden, bevor sie überhaupt erscheinen. Mehrere Leute in der Gemeinde werden per Mail benachrichtigt, wenn ein Beitrag eingegeben wird; einer von ihnen kann ihn freischalten oder löschen. Dieses Konzept und diese Technik verhindert, daß Spammer überhaupt Lust haben, etwas dort einzutragen, denn die merken schnell, daß dort keine Beiträge erscheinen.

Zusätzlich haben wir viele anderen Anti-Spammer-Maßnahmen, z.B. die Verwendung von s.g. Blacklisten, die automatisch prüfen, ob Besucher von bekannten Spammer-Adressen kommen und diese werden einfach ausgesperrt -- die kommen an die Site gar nicht erst daran. Und das automatisch wohlgemerkt, da muß keiner sich darum kümmern. Im Extremfall kann man die Adresse eines Verfassers in diese Liste eintragen, falls er hartknäckig ist (was auch vorkommt). Bestimmte Inhalte werden auch automatisch gefiltert und gesperrt.

Also würde man ein solches Gästebuch verwenden -- oder auch ein Blog mit ähnlichen Funktionen -- fällt somit diese Kritik flach.

Auch hier bei MuK haben wir diverse Anti-Spammer-Techniken eingesetzt, und wie man sieht, wir haben so gut wie nie Spammer. Die kommen gar nicht erst rein.

Was ich mir vom Artikel gewünscht hätte: Nicht nur der Technik für sich kritisch gegenüber zu stehen (schon richtig!), sondern auch mehr Neugier und Freude zu zeigen, die Möglichkeiten der Technik auszulotsen. Im Artikel empfand ich fast ausschließlich eine ablehnende, pessimistische Stimmung -- von Impulsen, das Web auszunutzen und es doch mal auszuprobieren, habe ich wenig empfunden -- und umso ärgerlicher für mich, wo ich weiß, daß es für die gebrachten Negativbeispiele doch Lösungen gibt, und das Know-How gibt es im Bistum, solche Sachen umzusetzen -- wenn man nur fragt.

Zum Beispiel im Forum. Im Web also. ;)

Cheers,

John

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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 3. Juni 2008 08:23 
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Hallo John,

danke für die Willkommengrüße - die Homepage der Gemeinde in Hannover ist schon sehr beeindruckend, nicht nur von der technischen Umsetzung, sondern auch vom Flair den sie vermittelt. Vielleicht komme ich ja mal vorbei, ich wohne nur 30 km entfernt und gehöre seit kurzem (Umzug) zur Gemeinde Hl. Engel Peine, mit der - wie ich gelesen - habe eine Art Zusammenarbeit bzw. gegenseitige Anerkennung stattfindet. Allerdings habe ich - anders als mein Mann - doch schon Probleme mit den verschiedenen Glaubenssätzen wie der Unfehlbarkeit des Papstes, dem Zölibat, dem Umgang mit Geschiedenen, der Hierarchie der Kirche, der Stellung der Frau ....

Eigentlich bin ich der Überzeugung, dass sich die Notkirchensituation (wo hab ich das gleich wieder gehört/gelesen - vielleicht im Interview mit dem Pfarrer von Nordstrand?) der altkatholischen Kirche irgendwann aufheben könnte, weil diese Entwicklungen in der rk Kirche irgendwann doch zurückgenommen werden müßten - ich nehme aber nicht an, dass ich das noch erlebe ... und ob sich die Vernunft bzw. Einsicht immer so durchsetzt?

Ich habe übrigens meine Kritik auch bei der Abbestellung der Zeitschrift (Probeexemplar) angebracht, womit ich nicht sagen will, dass diese an der Stelle Größeres bewirken (würde, könnte, sollte).

Schönen Tag noch

Anne


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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 3. Juni 2008 11:17 
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Moin Anne,

Anne hat geschrieben:
Hallo John,

danke für die Willkommengrüße - die Homepage der Gemeinde in Hannover ist schon sehr beeindruckend, nicht nur von der technischen Umsetzung, sondern auch vom Flair den sie vermittelt.


Danke für die Blumen. :)

Anne hat geschrieben:
Vielleicht komme ich ja mal vorbei, ich wohne nur 30 km entfernt und gehöre seit kurzem (Umzug) zur Gemeinde Hl. Engel Peine, mit der - wie ich gelesen - habe eine Art Zusammenarbeit bzw. gegenseitige Anerkennung stattfindet.


Du wärst natürlich sehr willkommen. Wir haben sogar einige Mitglieder in Peine. (Unsere Pfarrei erstreckt sich über ganz Niedersachsen.)

Unser Gottesdienstplan und Terminkalender ist hier:

http://www.alt-katholisch-hannover.de/kalender/

Was der Gemeinde Hl. Engel angeht: Falls Du den Charta oecumenica meinst, das war u.a. mit der benachbarten rk-Pfarrei zu den Heiligen Engeln in Hannover-Kirchrode. Die sonstigen Teilnehmer sind die drei ev.-luth.-Gemeinden in der Nachbarschaft (Jakobi, St. Johannis, St. Martin) sowie die Baptistengemeinde, die mit uns neulich den Charta unterschrieben hat.

Anne hat geschrieben:
Eigentlich bin ich der Überzeugung, dass sich die Notkirchensituation (wo hab ich das gleich wieder gehört/gelesen - vielleicht im Interview mit dem Pfarrer von Nordstrand?) der altkatholischen Kirche irgendwann aufheben könnte, weil diese Entwicklungen in der rk Kirche irgendwann doch zurückgenommen werden müßten - ich nehme aber nicht an, dass ich das noch erlebe ... und ob sich die Vernunft bzw. Einsicht immer so durchsetzt?


Die Situation als s.g. 'Notkirche' wird m.E. von den allermeisten Mitgliedern sowieso nicht wirklich wahrgenommen bzw. eine gewisse Eigenständigkeit setzt sich langsam durch. Zwar sind rkK und akK weiterhin im Kontakt und Dialog -- auf der jüngsten Synode wurde von einem Angebot seitens rkK berichtet, die akK als unierte Westkirche anzuerkennen, mit "Duldung der Frauenordination", was ich allerdings schwer glauben kann -- aber ich habe auch kaum Hoffnung, daß der Graben zwischen beiden Seiten schnell überwunden wird. (Erst recht nicht mit dem jetzigen Papst und Kardinalskollegium.)

Anne hat geschrieben:
Ich habe übrigens meine Kritik auch bei der Abbestellung der Zeitschrift (Probeexemplar) angebracht, womit ich nicht sagen will, dass diese an der Stelle Größeres bewirken (würde, könnte, sollte).


Ach nee, "Christen heute" ist mehr als nur ein Artikel. ;) Wohlgemerkt war der besagte Artikel selbst eine Reaktion auf eine andere in der vorigen Ausgabe, die fast ebenfalls etwas einseitig war, nur eben einseitig für die Internet-Fans. ;)

Cheers,

John

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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 3. Juni 2008 11:42 
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Registriert: 30. September 2005 18:55
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Hallo Anne, erstmal herzlich willkommen im Forum. Und danke für die Ermutigung unseres privaten Engagements in diesem Forum.

Den Artikel im "Christen heute" habe ich heute während eines nächtlichen Gewitters auch gelesen. Ich fand ihn auch einseitig, aber dies sollen Artikel in der CH-Rubrik "Ansichtssachen" durchaus auch sein.
Ich habe allerdings auch Verständnis für die Skepsis von Pfr. Ring. Auch ich halte die Kapazitäten der Hauptamtlichen in unserem Bistum für so ausgelastet, daß von ihnen die Betreuung eines Bistumsforums oder eines Bistumsblogs nicht geleistet werden kann. Auch wenn man sämtliche technischen Finessen nutzt, müßte das Bistum für ein interessantes offenes, aber eben auch offizielles und inhaltlich verantwortetes Medium Personal zur Verfügung stellen, das einfach nicht da ist.

(Wobei -nach meinem unmaßgeblichen Eindruck- ein großes Problem unseres kleinen, aber flächenmäßig weiten Bistums ist, vorhandene Kapazitäten und Ressourcen überhaupt zu eruieren und zu aktivieren.)

Die Skepsis hängt ja nicht im luftleeren Raum, sondern bestätigt sich ja an der Entwicklung und den Merkwürdigkeiten eines anderen ak Forums, das sich offizös gibt.


Insgesamt sehe ich unseren Weg des privaten Engagements als Forum und Treffen von Altkatholiken, Anglikanern u. a. im Web eher bestätigt. Machen wir also weiter...

winnie


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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 3. Juni 2008 12:24 
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Moin winnie,

winnie hat geschrieben:
Den Artikel im "Christen heute" habe ich heute während eines nächtlichen Gewitters auch gelesen. Ich fand ihn auch einseitig, aber dies sollen Artikel in der CH-Rubrik "Ansichtssachen" durchaus auch sein.
Ich habe allerdings auch Verständnis für die Skepsis von Pfr. Ring. Auch ich halte die Kapazitäten der Hauptamtlichen in unserem Bistum für so ausgelastet, daß von ihnen die Betreuung eines Bistumsforums oder eines Bistumsblogs nicht geleistet werden kann. Auch wenn man sämtliche technischen Finessen nutzt, müßte das Bistum für ein interessantes offenes, aber eben auch offizielles und inhaltlich verantwortetes Medium Personal zur Verfügung stellen, das einfach nicht da ist.

(Wobei -nach meinem unmaßgeblichen Eindruck- ein großes Problem unseres kleinen, aber flächenmäßig weiten Bistums ist, vorhandene Kapazitäten und Ressourcen überhaupt zu eruieren und zu aktivieren.)

Das ist aber genau der Punkt. Ich kann mir auf keinem Fall vorstellen, daß wir die Kapazitäten nicht haben. Im Gegenteil, die Kapazitäten sind da -- nur die Kommunikation ist so schlecht, daß man keine Übersicht hat, was für Kapazitäten überhaupt da sind.

Wenn man nicht mal einschätzen kann, was für Ressourcen zur Verfügung stehen, kann man auch kein vernünftiges Konzept entwickeln, um die notwendigen Arbeiten machen zu lassen. Oder noch schlimmer, einer meldet sich freiwillig, und kriegt kein grünes Licht, weil die Skepsis immer so groß ist.

Es hilft m.E. nicht viel weiter, auf die überlasteten Hauptamtlichen hinzuweisen. Darauf habe ich zwei Antworten:

1. Entlaste sie doch. Wieso schlingen Pfarrer die ganze Pfarrarbeiten alleine, wenn Gemeindemitglieder ebenso dafür verantwortlich sind? Oder warum können nur Hauptamtlicher sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern?

2. Wir haben doch diesen tollen theologischen Fernkurs. Es muß doch möglich sein, jemanden im Rahmen dessen für den Zweck auszubilden. Es gibt sicherlich Freiwillige. Man muß es nur wagen und versuchen. Auch hier ist bessere Kommunikation und Verwaltung von Information notwendig.

Was ich nicht nachvollziehen kann: Immer wieder auf frühere oder aktuelle Probleme hinzuweisen und daraus den Schluß zu ziehen, daß man lieber nichts tut oder daß man wartet, bis eine Ideallösung erscheint. Es ist einfacher, zu kritisieren, als neue Ideen zu entwickeln.

winnie hat geschrieben:
Die Skepsis hängt ja nicht im luftleeren Raum, sondern bestätigt sich ja an der Entwicklung und den Merkwürdigkeiten eines anderen ak Forums, das sich offizös gibt.

Skepsis ist einerseits gesund, aber wenn sie so groß wird, daß sie jegliche Handlung blockiert, muß man sich fragen, ab wann die Skepsis nicht mehr angebracht ist.

winnie hat geschrieben:
Insgesamt sehe ich unseren Weg des privaten Engagements als Forum und Treffen von Altkatholiken, Anglikanern u. a. im Web eher bestätigt. Machen wir also weiter...

Sehe ich eigentlich auch so: Ein bißchen mehr Impuls von der Basis ist notwendig, damit überhaupt etwas passiert. Wir haben dieses tolle synodal-demokratische Prinzip. Wie wärs, wenn es zum Einsatz kommt. :P

Cheers,

John

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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 3. Juni 2008 12:57 
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Hallo Anne,

auch ich möchte einen etwas verspäteten Willkommensgruß loswerden :D

Die Einseitigkeit in diesem Artikel siehst Du vielleicht zu deutlich. wie bereits angedeutet, sollte hier mit einer gewissen Überzeichnung deutlich gemacht werden, das eine Kirche vom persönlichen Kontakt lebt, von der Gemeinschaft, ja, auch von der Geselligkeit. Bitte verstehe mich nicht falsch: ich halte gerade das Internet mit seinen Möglichkeiten als einen sehr guten Weg, Diaspora und Nur-Gemeinde-Denken etwas zu entschärfen - eine Ortsgemeinde kann sie wohl nicht ersetzen (allerdings muss sie das auch nicht!). Leider könnte man nach diesem Artikel den Eindruck bekommen, man wollte damit Skeptiker schlicht in ihrer Meinung bestätigen und den Ortspfarrern/-innen nicht noch eine weitere Baustelle aufhalsen. Und das greift einfach zu kurz! Gerade das Internet ist DAS Fenster zur Öffentlichkeit geworden, ganze Bevölkerungsgruppen sind, wenn überhaupt, nur so zu erreichen, und ich denke, wir sollten uns von dem Bild verabschieden, im Internet nur eine oberflächliche Spielerei ohne Sinn, Tiefe und Perspektive für unsere Kirche zu sehen. Gerade da uns die Möglichkeiten fehlen, eigene Bildungswerke, Akademien oder auch Nachrichtenagenturen im öffentlichen Raum zu halten, ist das Internet noch am ehesten für uns progressiv nutzbar und somit auch ein recht großer Teil der Gesellschaft erreichbar.

Viele Grüße,

Tarec

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Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht, was er sich selber wünscht.

Goldene Regel


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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 3. Juni 2008 13:16 
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tmansor hat geschrieben:
Die Einseitigkeit in diesem Artikel siehst Du vielleicht zu deutlich. wie bereits angedeutet, sollte hier mit einer gewissen Überzeichnung deutlich gemacht werden, das eine Kirche vom persönlichen Kontakt lebt, von der Gemeinschaft, ja, auch von der Geselligkeit. Bitte verstehe mich nicht falsch: ich halte gerade das Internet mit seinen Möglichkeiten als einen sehr guten Weg, Diaspora und Nur-Gemeinde-Denken etwas zu entschärfen - eine Ortsgemeinde kann sie wohl nicht ersetzen (allerdings muss sie das auch nicht!). Leider könnte man nach diesem Artikel den Eindruck bekommen, man wollte damit Skeptiker schlicht in ihrer Meinung bestätigen und den Ortspfarrern/-innen nicht noch eine weitere Baustelle aufhalsen. Und das greift einfach zu kurz! Gerade das Internet ist DAS Fenster zur Öffentlichkeit geworden, ganze Bevölkerungsgruppen sind, wenn überhaupt, nur so zu erreichen, und ich denke, wir sollten uns von dem Bild verabschieden, im Internet nur eine oberflächliche Spielerei ohne Sinn, Tiefe und Perspektive für unsere Kirche zu sehen. Gerade da uns die Möglichkeiten fehlen, eigene Bildungswerke, Akademien oder auch Nachrichtenagenturen im öffentlichen Raum zu halten, ist das Internet noch am ehesten für uns progressiv nutzbar und somit auch ein recht großer Teil der Gesellschaft erreichbar.

Das war auch eine Dimension des Artikels, die mich gestört hat. Es ist auch anderswo "zwischen den Zeilen" aufgetaucht -- der Vorwurf, Befürworter einer kirchlichen Internet-Strategie der Meinung seien, das Internet sei da, um alles zu ersetzen.

Humbug.

Oder daß das Internet nur noch für die Freaks da sei. Von diesen erbärmlichen einsamen Internet-Heinies ist mal wieder die Rede, die keine echten Freunde haben, weil sie vor der Glotze hocken.

Auch Humbug.

Von einem Ersatz ist nicht die Rede, und war es auch nicht. Das Web ist bloß eine sinnvolle Ergänzung und keiner hat m.W. je etwas anderes behauptet. Es ist auch ein Medium, daß heutzutage von der Masse benutzt wird -- auch Gelegenheitsnutzer des Internet freuen sich über Informationsangebote online.

Als einfaches Beispiel bei uns in der Gemeinde: Dank E-Mail können wir in Kontakt mit Menschen in der Diaspora bleiben, und zwar sehr schnell und zuverlässig, per Mausklick. Mit einer Website, Forum oder E-Mail erreicht man viele Leute auf einmal -- mit Telefon oder Post ginge das wohl kaum.

Es ist auch überlegenswert, ob der Gemeindebrief zum Teil online verteilt werden könnte, auf freiwilliger Basis -- das spart Versandkosten und einige Bäume, geschweige von dem nicht zu vernachlässigen Aufwand, 600 Gemeindebriefe eintüten zu müssen (was einige Stunden in Anspruch nimmt).

Natürlich gibt's Leute, die die gedruckte Fassung noch wollen, und sie sollen sie auch kriegen, aber der Online-Versand dürfte auch machbar sein, für die, die es wollen.

Schließlich ist der Protestantismus damals gewaltig gewachsen, weil man von den "neuen Medien" der Zeit profitiert hat -- Gutenberg läßt grüssen. Ohne den Einsatz modernster Kommunikationsmittel wären Luther und seine Ideen völlig unbekannt geblieben. Stellt Euch vor, Melanchthon hätte Luther von der Verwendung von diesen neumodischen Flyern und gedruckten Büchern abgeraten, und Luther hätte zugehört. Die Reformation wäre im Keim erstickt.

Falls wir es wollen, daß die akK ebenfalls wächst, macht es nur Sinn, die neuen Medien unserer Zeit einzusetzen, wo es nur geht. Infostände auf Katholikentagen sind eine schöne Sache, aber das kann doch nicht das Ende sein.

Cheers,

John

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 Betreff des Beitrags: Re: Webblog
BeitragVerfasst: 3. Juni 2008 15:58 
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Moderator

Registriert: 30. September 2005 18:55
Beiträge: 3682
Wohnort: Köln
JohnGrantham hat geschrieben:
Das ist aber genau der Punkt. Ich kann mir auf keinem Fall vorstellen, daß wir die Kapazitäten nicht haben. Im Gegenteil, die Kapazitäten sind da -- nur die Kommunikation ist so schlecht, daß man keine Übersicht hat, was für Kapazitäten überhaupt da sind.

Wenn man nicht mal einschätzen kann, was für Ressourcen zur Verfügung stehen, kann man auch kein vernünftiges Konzept entwickeln, um die notwendigen Arbeiten machen zu lassen. Oder noch schlimmer, einer meldet sich freiwillig, und kriegt kein grünes Licht, weil die Skepsis immer so groß ist.

Es hilft m.E. nicht viel weiter, auf die überlasteten Hauptamtlichen hinzuweisen. Darauf habe ich zwei Antworten:

1. Entlaste sie doch. Wieso schlingen Pfarrer die ganze Pfarrarbeiten alleine, wenn Gemeindemitglieder ebenso dafür verantwortlich sind? Oder warum können nur Hauptamtlicher sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern?

2. Wir haben doch diesen tollen theologischen Fernkurs. Es muß doch möglich sein, jemanden im Rahmen dessen für den Zweck auszubilden. Es gibt sicherlich Freiwillige. Man muß es nur wagen und versuchen. Auch hier ist bessere Kommunikation und Verwaltung von Information notwendig.

Was ich nicht nachvollziehen kann: Immer wieder auf frühere oder aktuelle Probleme hinzuweisen und daraus den Schluß zu ziehen, daß man lieber nichts tut oder daß man wartet, bis eine Ideallösung erscheint. Es ist einfacher, zu kritisieren, als neue Ideen zu entwickeln.



Na, die Schwierigkeit ist für das Bistum schon in einem offiziellen Forum gewisse inhaltliche Standards zu garantieren: z. B. bezüglich der Qualität der fundamentaltheologischen, dogmengeschichtlichen, dogmatischen, liturgiegeschichtlichen, moraltheologischen und pastoraltheologischen Einlassungen.
Sonst reiben sich Bischof und Synode immer wieder die entzündeten Augen, welche Meinungen, Ratschläge und Weisheiten da in ihrem Namen zum Besten gegeben werden.
-Um nur eine Schwierigkeit zu nennen. :mrgreen:

Daß man aufgrund schlechter Erfahrungen da als Bistum nicht recht dran will, kann ich schon nachvollziehen.

winnie


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