Mensch und Kirche

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BeitragVerfasst: 19. Juli 2011 12:39 
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Registriert: 7. Juli 2009 09:31
Beiträge: 87
Wohnort: Ellerbek
Wie gestern per Rundschreiben bekannt wurde, ist am letzten Freitag, 15. Juli 2011, der stellvertretende Synodalratsvorsitzende unserer tschechischen Schwesterkirche, Josef König, verstorben. Da Josef König häufiger Deutschland besuchte, ist er auch zahlreichen Alt-Katholikinnen und Alt-Katholiken hierzulande bekannt.

Die tschechische alt-katholische Kirche verliert damit nach eigenen Angaben eine der wichtigsten Persönlichkeiten, welche die tschechische Kirche bislang in der Öffentlichkeit repräsentierten. Josef König habe zusammen mit Bischof Dusan Hejbal nach den Jahren des Totalitarismus viel Arbeit in die Wiederherstellung der alt-katholischen Kirche in Tschechien investiert.

Für viele sei er zu einem wesentlichen Teil der Kirche geworden, den man nun schmerzlich vermisse.

Schließen wir ihn und seine Angehörigen in unser Gebet ein.


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 19. Juli 2011 14:00 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 4616
Hier darf man zu Recht sagen:
Er hat sich um die alt-katholische Kirche in Tschechien verdient gemacht.
Wer 2000 beim Laienforum in Prag war oder 2002 beim Internationalen Altkatholiken-Kongress hat Josef König kennen gelernt.
Möge er ruhen in Gottes Frieden.

Eilike

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Entwicklung gehört zum Wesen der Kirche. (Bischof Georg Bätzing, Limburg)

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil leben wandern heißt. (Klaus Peter Hertzsch)


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BeitragVerfasst: 19. Juli 2011 14:14 
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techAdmin

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Beiträge: 2152
Wohnort: Weidenberg
Walter Jungbauer hat geschrieben:
Wie gestern per Rundschreiben bekannt wurde, ist am letzten Freitag, 15. Juli 2011, der stellvertretende Synodalratsvorsitzende unserer tschechischen Schwesterkirche, Josef König, verstorben.


Ach je, das tut mir leid. Er war sehr engagiert und hat sich auch oft als Vermittler zwischen der deutschen und der tschechischen Welt engagiert (für die, die es nicht wissen: Jozef König ist in Brno, Südmähren, als Deutschstämmiger geboren, dann in den 1960ern mit den Eltern nach Deutschland, Offenbach, übersiedelt und nach einer Frühberentung nach schwerer Krankheit in den frühen 1990ern nach Prag gezogen. Dort hat er die tschechische Staatsangehörigkeit wiederbekommen (die er dann neben der deutschen besaß).

Immer engagiert, immer aufgedreht, immer mit neuen Ideen.

Das tut mir nicht nur für ihn, sondern auch für die Kirche leid.


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BeitragVerfasst: 19. Juli 2011 14:31 
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Registriert: 19. April 2011 01:48
Beiträge: 568
Das ist ein herber Verlust, nicht nur zwischenmenschlich, sondern auch für die Altkatholische Kirche. Ich habe Josef König in den 90ern kennengelernt und viel mit ihm zusammengearbeitet, bis er nach Prag gegangen ist. Ununterbrochen am Schaffen, dauernd auf Achse ...
Möge er in Frieden ruhen.

_________________
Die Brunnen, die man zur Zeit seines Vaters Abraham gegraben hatte und die die Philister nach dem Tod Abrahams zugeschüttet hatten, ließ Isaak wieder aufgraben und gab ihnen dieselben Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte. (Gen 26, 18)


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BeitragVerfasst: 19. Juli 2011 17:42 
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Registriert: 4. Dezember 2007 11:25
Beiträge: 2035
Der Verlust Josef Königs ist wohl noch gar nicht richtig erfassbar. Er hat auf Laienebene die - auch sprachlichen - Kontakte für die tschechischen Altkatholiken zur Utrechter Union und besonders nach Deutschland gehalten. Mit seinem Tod verliert die tschechische Schwesterkirche einer der wichtigsten Personen, die sie eigentlich nicht mal ansatzweise ersetzen kann. Ich bin zutiefst erschüttert.
Mein herzliches Beileid für seine Angehörigen und Freunde.

Der HERR schenke ihm die ewige Ruhe!



Tarec

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Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht, was er sich selber wünscht.

Goldene Regel


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BeitragVerfasst: 19. Juli 2011 22:26 
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Registriert: 29. November 2007 12:44
Beiträge: 6297
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Offenbar ein großer Verlust, dieser Heimgang. Warum hängt so etwas - wie so oft - an einer Person? Ich fürchte mich vor etlichen solcher Situationen. Ich frage mich dann: Was wird, wenn der und der nicht mehr lebt?

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Mariae vitam imitantes


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BeitragVerfasst: 20. Juli 2011 10:19 
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techAdmin

Registriert: 10. Dezember 2005 23:20
Beiträge: 2152
Wohnort: Weidenberg
Silesia hat geschrieben:
Warum hängt so etwas - wie so oft - an einer Person?


Im Falle J. Königs ist es eindeutig: Der Mann war Rentner, sehr kirchlich engagiert, ein Workoholic und durch seine hervorragende Zweisprachigkeit und seine engen Beziehungen zu den Vertriebenen bzw. Aussiedlern (seine eigene Herkunft) und durch seine gleichzeitig starke Loyalität zur Tschechischen Republik geradezu prädestiniert für den Job. Der hat das so gut gemacht - da hätte sich sicherlich niemand anderes gemeldet, um diese Arbeit zu machen - keiner hätte das auch nur annähernd so gut gemacht wie er.

Letztlich muss man eine Zäsur setzen: Josef König hat eine Ära geprägt mit einer Arbeit, die nur er machen konnte, sowohl durch seine Kontakte als auch durch die Tatsache, dass der Bischof ihn als Berater, gerade was die Kirchengeschichte der tschechischen AKK anbelangt - hoch geschätzt hat. Diese Arbeit ist nun beendet. Zumindest kann sie nicht mehr so fortgesetzt werden, wie das bisher war. Andererseits ist der Transformationsprozess der dortigen Kirche von einer Kirche des verbliebenen Restes (vor 1989) zu einer Kirche, die nun auch von herkunftsmäßigen Tschechen voll akzeptiert wird, weitgehend abgeschlossen.

Was die Arbeitsintensität anbelangt: Man muss dankbar darüber sein, dass in der großen Zeit der Umstrukturierung der Kirche jemand da war, der zum einen rangeklotzt hat wie ein Wilder und zum anderen Verständnis für "vorher" und "nachher" aufgebracht hat. Die Tschechische Kirche wäre nicht da, wo sie jetzt ist, ohne J. König. Jetzt wird wieder "altkatholische Normalität" einkehren. Man darf nie vergessen, was "normal" und was "außergewöhnlich" ist. Ein "ehrenamtlicher Vollzeitangestellter" ist niemals der Normalfall, sondern eine Gnade Gottes.


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