Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 16:46 
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Meine lieben Geschwister, erstmal vielen Dank für Eure Gedanken zu meiner Frage. Freut mich, dass diese doch ein wenig lebhafter diskutiert wird.

@Eilike:
Es ist mir bewusst, dass dies hier kein altkatholisches Forum ist. Aber es ist eben ein Forum, in dem man solche Themen durchaus vernünftig diskutieren kann. In einem anderen Forum, in dem ich (wie Du weißt) aktiv bin, könnte ich diese Frage nicht ansatzweise konstruktiv erörtern. Ich hoffe, dass wir das hier tun können. Welche Schlüsse Dritte daraus ziehen in Bezug auf die AKK, ist aus meiner Sicht nicht entscheidend. Wäre das so, könnten wir uns hier in Zukunft auf ein virtuelles Kaffeekränzchen beschränken. ich hoffe, dass das nicht gewollt ist.

@Teresa:
Selbstbewusst zu seiner Sexualität zu stehen ist ja heutzutage ein eher einseitiger Gedanke, den man sogleich auf homosexuelle oder transsexuelle Menschen projeziert. Gleichzeitig wird damit die Sexualität viel zu wichtig genommen. Das gilt allerdings für beide "Seiten". Die Segnung homosexueller Paare mag für Dich vielleicht inkonsequent erscheinen, ist aber letztendlich ein wichtiges Zeichen der offenen Arme Gottes und unserer Kirche. Mehr kann ich zu dieser Segnung eigentlich gar nicht sagen, da ich deren Inhalte nicht kenne. Dieser Segen ist allerdings kein Selbstzweck sondern er macht nur Sinn, wenn sich die zwei leibenden Menschen in ihrem Glauben an Gott sicher und bewusst sind. Das gilt selbstverständlich auch für zukünftige Eheleute im sakramentalen Sinn.

@ Lothar
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich eine Annäherung oder gar Übernahme evangelischer oder gar evengelikaler Kernauffassungen, auch im Hinblick auf die Sakramente (und das schreibe ich als wiederverheirateter Geschiedener), absolut ablehnen würde. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich da der einzige bin. Ich bin konvertiert, weil ich als gläubiger Katholik nicht mit dieser abloluten Jurisdiktionsgewalt des Papstes und seiner unseligen Kurie einhergehe. Klar nutznieße ich auch, weil ich nun wieder an der Kommunion teilhaben kann - und das tue ich aus Überzeugung und aus Vertrauen in SEINE Gnade. Ich stehe auch der Frauenordination offen gegenüber und dass es keinen Zölibatzwang mehr gibt. Letztere beiden Sachverhalte sind aber zB mMn Beiwerk und Nebensächlichkeiten - für andere, dass kann ich auch nachvollziehen, sind das wichtige Kriterien für ihre kirchliche Zugehörigkeit. Für mich ist und bleibt die AKK eine Notkirche, auch wenn sie sich schon sehr weit von der RKK entfernt hat. Und deswegen ist das Sakramentsverständnis für mich sehr wichtig und ein Kernpunkt meiner Auffassung von Katholizität.

@Ulrich
Freut mich, dass auch ein "Betroffener" ( :zwinkern2: ) an dieser Diskussion beteiligt ist. Dann kann man das ganze Thema zumindest vollständig "aus erster Hand" beleuchten. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob die Ehe oder das Sakrament der Ehe wirklich so theologisch überhöht ist. Sie ist mMn tatsächlich eine wichtige Institution, die auch schützenswert ist. Da ich ja auch ein "Betroffener" im Sinne des Ehesakramentes bin, stelle ich allerdings die Frage, warum die Sünde der Wiederverheiratung einen dermaßen großen Stellenwert in vielen gläubigen Köpfen einnimmt und ob das nicht die tatsächliche Überhöhung ist? Hierbei wäre die Erörterung des orthodoxen Ehesakramentsverständnis und wie der altkirchliche Bezug sich darstellt sehr interessant. Vielleicht mache ich da mal einen Faden auf, wenn ich mich ein wenig eingelsen habe. Die zeitgemäße Bewertung eines paulinischen Keuschheitsbegriffs wäre auch noch erörternswert, da hiervon insbesondere auch Homosexuelle und Wiederverheiratete betroffen sind.

Jetzt einmal allein für mich gesprochen:
Aus meiner bescheidenen Sicht ist der Begriff der "Ehe im Sinne des NT und der Tradtion" (ich spreche hier nicht von dem zivilrechtlichen Begriff) festgeschrieben für eine Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau. Diese Ehe soll ja, wenn möglich, fruchtbar sein. Ehe also nicht nur zum Selbstzweck sondern auch zum Wohle und Vermehrung der Gemeinschaft. Das findet man im NT und im Traditionsbegriff der einen und ganzen Kirche. Darauf ist das Sakrament aufgebaut. Wenn sich also nun gläubige homosexuelle Menschen dafür entscheiden in einer Lebensgemeinschaft in Liebe zusammen zu leben, welches ich für absolut respektabel halte, warum muss aber dann unbedingt das Sakrament vollzogen werden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 17:20 
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Eilike, ich weiß nicht warum, aber irgendwie scheinst Du Dich durch mich immer irgendwie provoziert zu fühlen und antwortest auf meine Beiträge wie eine alte Schulmeisterin, die der Jugend mal so richtig sagen muss wo es lang geht. oder besser wo es nicht hingehen sollte. Merkwürdig.

Eilike hat geschrieben:
Das macht uns nicht zu einer "Homokirche", sondern zu einer Kirche, die Eigenständigkeit und Selbstverantwortung respektiert.


Ich habe nicht von einer "Homokirche" gesprochen, sondern von dem Bedürfnis des Altbischofs diesen, von ihm offensichtlich bei einigen Menschen wahrgenommenen Eindruck, abzuwehren.

Eilike hat geschrieben:
Und wenn unser Eheverständnis grundsätzlich geklärt ist (wozu noch viel theologischer Sachverstand gehört), muss sicher auch noch über die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen der "klassischen" Ehe und der Segensfeier für Homosexuelle weiter diskutiert werden, wie Lothar schon sagte, und zwar in aller Offenheit, die bei uns üblich ist.Dazu scheint es mir im Augenblick noch zu früh zu sein.


Warum? Auf welche Zeitenwende, oder welchen Erkenntnisfortschritt wartest Du noch? Die Beiträge hier zeigen doch, dass eine ganz offene und unverkrampfte Diskussion über das altkatholische Sakramentenverständnis und die Ökumene respektvoll möglich ist. Und alle Nutzer eines solchen Forums wissen doch, dass hier keine amtlichen kirchlichen Verlautbarungen, sondern lediglich persönliche Meinungen, Ansichten und Fragen mitgeteilt werden. Was sollte sonst der Sinn des Forums sein? Sprachregelungen bis hin zur gefilterten Einheitsmeinung? Langweilig und Unfruchtbar.

Warum hast Du Bedenken wenn Sarandanon sich hier eine Meinung zum Ehesakrament bilden möchte offen mit ihm und anderen darüber zu sprechen?
Ich verstehe Deine Vorsicht und Bremserfunktion hier nicht so ganz.

@Sarandanon: Sprachlich Inkonsequent wäre für mich, wenn die Kirche dauerhaft darauf verzichten würde den homosexuellen Paaren zu sagen, ob sie nun aus kirchlicher Sicht verheiratet sind oder nicht. Als Zwischenschritt, welchen ich in der Segnung erkenne keineswegs.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 18:11 
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teresa hat geschrieben:
@Sarandanon: Sprachlich Inkonsequent wäre für mich, wenn die Kirche dauerhaft darauf verzichten würde den homosexuellen Paaren zu sagen, ob sie nun aus kirchlicher Sicht verheiratet sind oder nicht. Als Zwischenschritt, welchen ich in der Segnung erkenne keineswegs.

OK ( :zwinkern2: ), verstanden. Aus meiner Sicht sind sie kirchlich nicht verheiratet und können sie auch nicht sein. Deswegen ist für mich die Segnung auch kein Zwischenschritt, sondern eine oder vielleicht sogar einzige Möglichkeit, sich vor Gott in dieser Lebensgemeinschaft zu bekennen und dafür um seinen Segen zu bitten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 18:19 
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teresa hat geschrieben:
Eilike, ich weiß nicht warum, aber irgendwie scheinst Du Dich durch mich immer irgendwie provoziert zu fühlen und antwortest auf meine Beiträge wie eine alte Schulmeisterin, die der Jugend mal so richtig sagen muss wo es lang geht. oder besser wo es nicht hingehen sollte. Merkwürdig.

Dass du das so empfindest, empfinde ich nun wieder merkwürdig.
Ich vertrete hier meine persönliche Meinung, von der ich überzeugt bin, dass sie im Großen und Ganzen dem Glauben meiner Kirche entspricht. Dass ich kein kirchliches Amt bekleide, ist hier allgemein bekannt. Du vertrittst deine Meinung, die meiner manchmal nicht entspricht. Wo ist das Problem? Tut mir leid, aber ich werde auch in Zukunft hier schreiben, was ich denke und was mir des Schreibens wert ist.
Den Begriff "Homokirche" habe ich in Anlehnung an dein Zitat übernommen. Auch da sehe ich dein Problem nicht.
teresa hat geschrieben:
Eilike hat geschrieben:Und wenn unser Eheverständnis grundsätzlich geklärt ist (wozu noch viel theologischer Sachverstand gehört), muss sicher auch noch über die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen der "klassischen" Ehe und der Segensfeier für Homosexuelle weiter diskutiert werden, wie Lothar schon sagte, und zwar in aller Offenheit, die bei uns üblich ist.Dazu scheint es mir im Augenblick noch zu früh zu sein.

teresa hat geschrieben:
Warum? Auf welche Zeitenwende, oder welchen Erkenntnisfortschritt wartest Du noch? Die Beiträge hier zeigen doch, dass eine ganz offene und unverkrampfte Diskussion über das altkatholische Sakramentenverständnis und die Ökumene respektvoll möglich ist. Und alle Nutzer eines solchen Forums wissen doch, dass hier keine amtlichen kirchlichen Verlautbarungen, sondern lediglich persönliche Meinungen, Ansichten und Fragen mitgeteilt werden. Was sollte sonst der Sinn des Forums sein? Sprachregelungen bis hin zur gefilterten Einheitsmeinung? Langweilig und Unfruchtbar.

Es geht mir einfach um die Reihenfolge: erst sollte das Grundsätzliche geklärt werden, und dazu braucht es noch Zeit. Dann kann man darüber reden, was die Segnung homosexueller Paare ist, was sie sein kann und was nicht.
Bis zur Frauenordination haben wir etwa 20 Jahre diskutiert; das letzte Wort hat am Ende die Synode.
Unsere Diskussionen hier können, aber müssen keineswegs repräsentativ für das Bistum sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 18:27 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Sarandanon hat geschrieben:
@Eilike:Es ist mir bewusst, dass dies hier kein altkatholisches Forum ist. Aber es ist eben ein Forum, in dem man solche Themen durchaus vernünftig diskutieren kann. In einem anderen Forum, in dem ich (wie Du weißt) aktiv bin, könnte ich diese Frage nicht ansatzweise konstruktiv erörtern. Ich hoffe, dass wir das hier tun können. Welche Schlüsse Dritte daraus ziehen in Bezug auf die AKK, ist aus meiner Sicht nicht entscheidend. Wäre das so, könnten wir uns hier in Zukunft auf ein virtuelles Kaffeekränzchen beschränken


Saradanon, ich werde nicht die Einzige hier sein, die mitbekommen hat, dass in dem anderen Forum, wo man uns sicher nicht besonders wohlgesinnt ist, du einen Hinweis auf die Agenda unserer Synode bekommen hast, und aus meiner Sicht hat man versucht, dich unter Rechtfertigungsdruck zu setzen.
Ich meine aber, wir müssen nicht über jedes Stöckchen springen, das man uns hinhält.
Ich habe meine Gründe genannt, weshalb ich es nicht für opportun halte, diesen emotionsgeladenen Punkt jetzt vor der Synode hier "auf der Straße" zu diskutieren und warum ich mich deshalb an dieser Diskussion nicht beteiligen werde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 18:42 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Teresa, deinen Vergleich mit den Soldaten in Afghanistan habe ich wirklich nicht verstanden.

1.) Man sagte, sie bauen nur Schulen und Brunnen,
2.) in Wirklichkeit wurden wehrlose Frauen und Kinder getötet.
(Soweit sind wir uns sicher einig.)
3.) Homosexuelle sagen, sie möchten als Paare so normal wie Heterosexuelle miteinander leben.
4.) ???

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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 18:45 
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@ Eilike: Ok, ich gehe mal davon aus, dass ich hier was gespürt habe, was nicht auf Dich zutrifft. Sorry. :-f Keineswegs will ich auf Deine Meinung verzichten, schon gar nicht, in den Punkten, wo wir zu möglicherweise unterschiedlichen Einschätzungen gelangen. In diesem Sinne freue ich mich auf ein weiteres gutes, fruchtbares, kontroverses und spannendes Gespräch mit Dir, durchaus hier "auf der Straße".

Grundsätzlich müsste man ( eine dazu möglicherweise von der Synode eingesetzte Kommission) zunächst fragen:
- was ist ein Sakrament in alt-katholischem Verständnis?
- was ist die Ehe?
- ist die Ehe ein Sakrament? Kann es Ehen geben, die keine Sakramente sind?
- was ist die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften?
- könnte man sich auch eine entsprechende Segnung heterosexueller Partnerschaften vorstellen, und wenn ja in welchem Kontext?
- kann es eine homosexuelle Ehe geben? Wäre diese dann ein Sakrament?
- welche Auswirkungen hätten diese Fragen innerhalb der Kirche und der Ökumene?

Sind das die Grundsatzfragen, oder siehst Du andere?


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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 18:47 
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Eilike hat geschrieben:
Teresa, deinen Vergleich mit den Soldaten in Afghanistan habe ich wirklich nicht verstanden.

1.) Man sagte, sie bauen nur Schulen und Brunnen,
2.) in Wirklichkeit wurden wehrlose Frauen und Kinder getötet.
(Soweit sind wir uns sicher einig.)
3.) Homosexuelle sagen, sie möchten als Paare so normal wie Heterosexuelle miteinander leben.
4.) ???


Sie meint doch, dass sich die alt-katholische Kirche durch ihre jahrelange Praxis schon so verhält, als sei die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften quasi der Ehe gleichgestellt.

@Teresa
Korrigiere mich bitte, so ich etwas falsch verstanden habe.

Im Endeffekt geht es doch nur darum, ob die Kirche der Entwicklung in der mittel/westeuropäischen Welt in Bezug auf homosexuelle Menschen folgt (siehe Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur steuerlichen Gleichbehandlung etc., Eingetragene Lebenspartnerschaft, Erbrecht etc.) und Ehe im Gegensatz zu früher "umdefiniert".

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

Hic fuit


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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 18:53 
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Eilike hat geschrieben:
Teresa, deinen Vergleich mit den Soldaten in Afghanistan habe ich wirklich nicht verstanden.

1.) Man sagte, sie bauen nur Schulen und Brunnen,
2.) in Wirklichkeit wurden wehrlose Frauen und Kinder getötet.
(Soweit sind wir uns sicher einig.)
3.) Homosexuelle sagen, sie möchten als Paare so normal wie Heterosexuelle miteinander leben.
4.) ???


Nein, Punkt vier kannst Du zurecht nicht beantworten, da Du mich in Punkt drei missverstanden hast.

3.) Die Kirche segnet homosexuelle Paare, nennt das aber nicht Ehe.
4.) Praktisch werden die Paare getraut, dies darf aus theologischen Gründen jedoch nicht so genannt werden.

In einem Fall wird aus politischen Gründen die Wahrheit verschleiert und im anderen aus theologischen Gründen. Das ist der Vergleich.


Wie gut oder schlecht die dahinterstehenden Gründe sind ist damit jedoch keinesfalls bewertet.

@) vanni: ja, so sieht es für mich aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 19:50 
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Eilike hat geschrieben:
Saradanon, ich werde nicht die Einzige hier sein, die mitbekommen hat, dass in dem anderen Forum, wo man uns sicher nicht besonders wohlgesinnt ist, du einen Hinweis auf die Agenda unserer Synode bekommen hast, und aus meiner Sicht hat man versucht, dich unter Rechtfertigungsdruck zu setzen.
Ich meine aber, wir müssen nicht über jedes Stöckchen springen, das man uns hinhält.

Richtig ist, dass ich aus protestantischer Ecke diesen Hinweis bekommen habe. Und das hat mich daran erinnert, dass ich diesen Antrag zum Diskurs auch gern einmal hier diskutieren wollte, da mir jeder Ansatz in diese Richtung der Sakramentsverzerrung (aus meiner bescheidenen persönlichen Sicht) Bauchschmerzen bereitet und ich einfach mal die Meinungen anderer in genau diesem Forum lesen möchte. Und dass Du Dich nicht daran beteiligen magst, finde ich persönlich natürlich schade aber ich akzeptiere selbstverständlich Deine Entscheidung. Wäre ja auch schlimm wenn nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 20:17 
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Bei der ganzen Debatte verstehe ich persönlich nicht, weshalb Menschen sich davor sträuben Homosexuelle ins (katholische) Eheverständnis zu inkludieren, zu mal das Argument "die Ehe kann/darf/soll man nicht ändern" nicht zieht, die heutige Ehe unterscheidet sich in einigen Punkten von der Ehe der frühen Christenheit/des Mittelalters. Wieso also gibt es so einen großen Widerstand? Die Ehe wurde schon damals geändert, wieso ausgerechnet jetzt nicht mehr? Ich vermute es sind andere Ängste, die (innerhalb der Kirche) im Verborgenen lauern, und die hoffentlich bald ans Tageslicht kommen; die neokonservative Entourage geht mir nämlich mittlerweile gehörig auf den Sender.

"ça fait chic d'être conservatrice"


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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 21:07 
Kirchenlehrerin (in spe)
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teresa hat geschrieben:
@ Eilike: Ok, ich gehe mal davon aus, dass ich hier was gespürt habe, was nicht auf Dich zutrifft. Sorry. Keineswegs will ich auf Deine Meinung verzichten, schon gar nicht, in den Punkten, wo wir zu möglicherweise unterschiedlichen Einschätzungen gelangen. In diesem Sinne freue ich mich auf ein weiteres gutes, fruchtbares, kontroverses und spannendes Gespräch mit Dir, durchaus hier "auf der Straße".


Danke!
Und danke auch für die Erklärung des Vergleichs, den ich tatsächlich erst jetzt verstehe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 21:22 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Sarandanon hat geschrieben:
Richtig ist, dass ich aus protestantischer Ecke diesen Hinweis bekommen habe. Und das hat mich daran erinnert, dass ich diesen Antrag zum Diskurs auch gern einmal hier diskutieren wollte, da mir jeder Ansatz in diese Richtung der Sakramentsverzerrung (aus meiner bescheidenen persönlichen Sicht) Bauchschmerzen bereitet und ich einfach mal die Meinungen anderer in genau diesem Forum lesen möchte. Und dass Du Dich nicht daran beteiligen magst, finde ich persönlich natürlich schade aber ich akzeptiere selbstverständlich Deine Entscheidung. Wäre ja auch schlimm wenn nicht.


Ja, ich denke, es wird kein Vierteljahr mehr dauern, bis wir etwas mehr und vor allem Authentisches wissen, sicher nicht in der Weise: "Rom hat gesprochen, die Sache ist erledigt", aber in welche Richtung es weitergehen könnte.
Leben weiterzugeben ist ein Zweck der Ehe, nicht unbedingt der wichtigste und sicher nicht der einzige. Für einander Verantwortung übernehmen, "in guten und in schlechten Tagen" einander Fürsorge schenken, das kann für in eine Paarbeziehung auch dann Sinnerfüllung sein, wenn biologisch kein Nachwuchs mehr zu erwarten ist, egal ob m/m, m/f oder f/f.

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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 22:18 
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Wohnort: Halle an der Saale
Eilike hat geschrieben:
Leben weiterzugeben ist ein Zweck der Ehe, nicht unbedingt der wichtigste und sicher nicht der einzige. Für einander Verantwortung übernehmen, "in guten und in schlechten Tagen" einander Fürsorge schenken, das kann für in eine Paarbeziehung auch dann Sinnerfüllung sein, wenn biologisch kein Nachwuchs mehr zu erwarten ist, egal ob m/m, m/f oder f/f.


Das sehe ich genauso. Wenn es nur um Fruchtbarkeit usw. ginge, wäre die Einehe sogar eher eine schlechte Lösung und die in der ganzen biblischen Zeit völlig übliche Vielehe (eines Mannes natürlich) definitiv vorzuziehen.

Vielmehr geht es doch wirklich um die Abbildung Gottes, der den Menschen "zu seinem Bilde, als Mann und Frau" schuf. Von dieser "Ganzheit" kann jedes Paar einen Abglanz erfahren und ausstrahlen. Kein irdisches Paar aber kann sie völlig abbilden. Jedes Paar ist unvollkommen. Ist es da so ein himmelweiter Unterschied zwischen einem Paar, das aus Mann und Frau besteht und einem aus Mann und Mann oder Frau und Frau? Hat nicht jedes Paar Anteil an diesem großen Entwurf, durch die Liebe, die es verbindet?


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 Betreff des Beitrags: Re: Anträge für die Synode 2014
BeitragVerfasst: 22. Juli 2014 22:18 
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Liberaler hat geschrieben:
Bei der ganzen Debatte verstehe ich persönlich nicht, weshalb Menschen sich davor sträuben Homosexuelle ins (katholische) Eheverständnis zu inkludieren,

Das ist ja nicht schlimm, gerade deshalb, hab ich ja diese Frage gestellt. Hier sollen sich ja die verschiedenen Meinungen wiederfinden.

Liberaler hat geschrieben:
zu mal das Argument "die Ehe kann/darf/soll man nicht ändern" nicht zieht,

Naja, ganz nüchtern betrachtet geht es um das grundsätzliche Verständnis des neutestamentalischen Ehebegriffes. Und dieser beinhaltet nunmal nur eine - wenn möglich - fruchtbare Partnerschaft zwischen Mann und Frau, welche durch das Sakrament geheiligt wird. Für mich heißt das im Umkehrschluss allerdings nicht, dass Homosexuelle nicht in anerkannten Lebensgemeinschaften leben sollen. Es stellt sich nur die Frage, warum dafür unbedingt das Sakrament gespendet werden muss?

Liberaler hat geschrieben:
die heutige Ehe unterscheidet sich in einigen Punkten von der Ehe der frühen Christenheit/des Mittelalters. Wieso also gibt es so einen großen Widerstand?

Meinst Du damit unser heutiges Rechtsverständnis? Damit hättest Du recht, die unterscheidet sich zur sakramentalen. ZB dürfen auch homosexuelle Paare sich rechtlich trauen lassen. Oder man darf nach der Scheidung wieder heiraten. Und gegen all das ist mMn natürlich auch nichts einzuwenden.

Liberaler hat geschrieben:
Die Ehe wurde schon damals geändert, wieso ausgerechnet jetzt nicht mehr?

Welche Änderung meinst Du konkret?

Liberaler hat geschrieben:
Ich vermute es sind andere Ängste, die (innerhalb der Kirche) im Verborgenen lauern, und die hoffentlich bald ans Tageslicht kommen; die neokonservative Entourage geht mir nämlich mittlerweile gehörig auf den Sender.

Tja, einige hegen bestimmt diverse Ängste, allerdings ist die Ausweitung des Ehesakraments nur ein kleiner Teil vom Ganzen. Bzgl. meiner Person geht es zB aber nicht um Ängste sondern um meine Überzeugung das gem. der apostolischen Tradition der dazugehörige christlich-religiöse Ehebegriff nicht die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften umschließt.


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