Mensch und Kirche

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R.I.P.
BeitragVerfasst: 25. Februar 2012 22:26 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Vanni145 hat geschrieben:
Nun, ich habe zwar das Heft 02/2012 von Christen heute noch nicht angeschaut. Aber im Inhaltsverzeichnis steht da ein FRAGEZEICHEN hinter dem Satz.


Da hast Du recht und sehr aufmerksam gelesen!
Aber der Inhalt bestätigt doch ziemlich die Überschrift, sodass ich mit dem "?" nicht viel anfangen konnte.

Eigentlich wollte ich heute Abend noch ein paar Zeilen dazu schreiben, aber zwei Seiten kann man schlecht in wenige Zeilen pressen. Dann ist das ja auch erst Teil 1.
Also, Christen heute ist seinen Preis wert; man nehme und lese!

Eilike

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BeitragVerfasst: 26. Februar 2012 14:06 
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Eilike hat geschrieben:
[Also, Christen heute ist seinen Preis wert; man nehme und lese!

Eilike


Tolle lege, tolle lege..........gilt also auch für "Christen heute"....

Ich habe mir die Hefte von 2011 gut durchgelesen. Und ich finde immer einige interessante Querbezüge. Wenn in 12/2011 Frau Crüwell als Schlusssatz ihres Leitartikels schreibt:
"Die Frage „für unsere Sünden gestorben?“ ist also eigentlich, mit Verlaub gesagt, ziemlich uninteressant. „Für uns geboren?“ – das wäre meines Erachtens die wirklich spannende Frage, auf die es heute ankommt"

und dann in Heft 01/2012 Klaus Mayer eine ganz eigene jesuanische Sichtweise postuliert:

" Warum preisen wir den Tod Jesu und nicht dessen Leben? Feiern wir ein Opfermahl, wie es schon unsere heidnischen Vorfahren auf den Steinaltären der Thingstätten taten?......Wir sollten vielmehr Jesu Leben preisen und feiern."

Dann finde ich die Zeitschrift wirklich sehr interessant. Vor allem, wenn Frau Crüwell im Leitartikel gleich im ersten Absatz ihres Artikels folgendes schreibt:

„Für unsere Sünden gestorben?“ so lautet der Titel des umstrittenen Buches von Burkhardt Müller, dem ehemaligen Bonner Superintendenten. Er greift damit in eine Debatte ein, die vermutlich in vielen Gemeinden gerade in den vergangenen Jahren engagiert geführt wird. Denn viele tun sich heute mit dem Gedanken des Kreuzesopfers schwer. Ich möchte die Diskussion gar nicht erst aufrollen. Denn ich habe den Verdacht, dass wir nur einen etwas anderen Blickwinkel einnehmen müssten, um diesem Streit die Schärfe zu nehmen. Denn in den Kirchen des Westens hat über die Jahrhunderte hinweg immer mehr eine Fixierung auf das Kreuz und das Sterben Jesu stattgefunden. Mit teilweise fatalen Folgen. " (Hervorhebung durch mich).

Hier würde ich mir doch etwas mehr "leichte Anleitung" zur theologischen Seite der Alt-Katholischen Kirche in dieser Zeitschrift wünschen. Frau Crüwells Hinweis auf die Sichtweise der orthodoxen Kirchen kommt dann zwar....

Nur ist mir eben nicht klar, ob dies die Sichtweise der Alt-Katholischen Kirche ist oder eben die Einzelmeinung von Frau Crüwll.

Die Zeit der Katechismen in der Form des 16. Jahrhunderts ist bekanntlich vorbei. Aber ein modernes z.B. "20 Punkteprogramm" dürfte es im heutigen Informationszeitalter doch sein....

Dann müsste Frau Crüwell in der Ausgabe 01/2012 nicht folgendes, leicht komisches schreiben:

„Haben Sie einen Katechismus, in dem drinsteht, was Alt-Katholiken glauben? Oder wenigstens eine Dogmatik, also so ein dickes theologisches Buch, in dem alles aufgeschrieben ist, was den alt-katholischen Glauben ausmacht?“ werde ich regelmäßig von Leuten gefragt, die sich für unsere Gemeinde interessieren und beitreten wollen. „Nein. Leider nicht. Zumindest nichts Aktuelles. Wir sind halt eine so kleine Kirche...“ gab ich anfangs verlegen zur Antwort. Es war mir entsetzlich peinlich, weil es mir so dilettantisch erschien

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Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes; von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt mit Gewalt hinein.

Evangelium nach Lukas 16, 16

Hic fuit


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 26. Februar 2012 19:48 
Kirchenlehrerin (in spe)
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Vanni145 hat geschrieben:
Tolle lege, tolle lege..........gilt also auch für "Christen heute"....


Das hatte ich auch im Hinterkopf, als mir einfiel, dass ich ja lateinische Ausdrücke möglichst vermeiden wollte.

Frau Crüwells Beitrag hat mir eigentlich ausgesprochen gut gefallen, denn sie bringt für mich gut zum Ausdruck, dass die lebendige Gemeinde vor Ort viel mehr sagt über unseren Glauben als jedes gedruckte Buch, also nicht nur NIMM UND LIES, sondern vor allem KOMM, HÖR' ZU, SCHAU UND FRAG!

Aber neu und sehr ansprechend in ihrem Beitrag war für mich der Gedanke "Der Geist steht für die Erfahrungsseite des Glaubens [...], der Sohn als Wort Gottes steht für die Erkenntnisseite
des Glaubens [...]"

Eilike

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BeitragVerfasst: 26. Februar 2012 20:31 
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Eilike hat geschrieben:

Frau Crüwells Beitrag hat mir eigentlich ausgesprochen gut gefallen, denn sie bringt für mich gut zum Ausdruck, dass die lebendige Gemeinde vor Ort viel mehr sagt über unseren Glauben als jedes gedruckte Buch, also nicht nur NIMM UND LIES, sondern vor allem KOMM, HÖR' ZU, SCHAU UND FRAG!

Aber neu und sehr ansprechend in ihrem Beitrag war für mich der Gedanke "Der Geist steht für die Erfahrungsseite des Glaubens [...], der Sohn als Wort Gottes steht für die Erkenntnisseite
des Glaubens [...]"

Eilike


Um das mit dem Heiligen Geist und dem Filioque zu verstehen arbeite ich mich durch ein kleines Büchlein durch..

http://www.v-r.de/de/Oberdorfer-Filioque/t/352556207/

Fakt ist auf jeden Fall, das die Reformatoren nichts mit diesem Geist "am Hut" hatten. Da liegt Frau Crüwell richtig.

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BeitragVerfasst: 27. Februar 2012 10:54 
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Vanni145 hat geschrieben:
Eilike hat geschrieben:

Frau Crüwells Beitrag hat mir eigentlich ausgesprochen gut gefallen, denn sie bringt für mich gut zum Ausdruck, dass die lebendige Gemeinde vor Ort viel mehr sagt über unseren Glauben als jedes gedruckte Buch, also nicht nur NIMM UND LIES, sondern vor allem KOMM, HÖR' ZU, SCHAU UND FRAG!

Aber neu und sehr ansprechend in ihrem Beitrag war für mich der Gedanke "Der Geist steht für die Erfahrungsseite des Glaubens [...], der Sohn als Wort Gottes steht für die Erkenntnisseite
des Glaubens [...]"

Eilike


Um das mit dem Heiligen Geist und dem Filioque zu verstehen arbeite ich mich durch ein kleines Büchlein durch..

http://www.v-r.de/de/Oberdorfer-Filioque/t/352556207/

Fakt ist auf jeden Fall, das die Reformatoren nichts mit diesem Geist "am Hut" hatten. Da liegt Frau Crüwell richtig.






wir sind hier zwar OT, aber:

Zum "Filioque"-Streit und gibt es seit letztem Jahr auch einen aktuellen Diskussionsband bei der "quaestiones disputatae" im Herder-Verlag, den ich empfehlen kann:

http://www.buecher-jederzeit.de/webapp/ ... Btn=Suchen


winnie


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BeitragVerfasst: 27. Februar 2012 13:45 
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Danke Winnie........das nette Buch habe ich mir vor Stunden bei der Unibibliothek Tübingen ausgeliehen. Und OT sind wir eigentlich nicht. Das Filioque-Thema ist doch für die Theologie der Alt-Katholischen Kirche schon bedeutend.

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BeitragVerfasst: 27. Februar 2012 15:38 
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Vanni145 hat geschrieben:
... Und OT sind wir eigentlich nicht. Das Filioque-Thema ist doch für die Theologie der Alt-Katholischen Kirche schon bedeutend.


Für die Theologie sicherlich, aber für die die real gelebte Religiosität , geschweige denn für die Fragestellung und die "Tiefe" der Studie -da habe ich dann schon meine Zweifel.

winnie


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R.I.P.
BeitragVerfasst: 27. Februar 2012 15:41 
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Auch wenn ich jetzt "Eulen nach Athen" trage, weil alle kluge Bücher lesen, hier nur für die, die nicht lesen können oder wollen, zwei Anmerkungen:
1.) Schon die erste der Bonner Unionskonferenzen stellte 1874 fest, "dass die Art und Weise, in welcher das Filioque in das nicäische Glaubensbekenntnis eingeschoben wurde, ungesetzlich war [...].
2.) Aus dem Jahr 1969 stammt eine Erklärung der IBK, in der der oben zitierte Satz bekräftigt wird und es dann weiter heißt: "Ferner halten wir daran fest, dass es in der allerheiligsten Dreifaltigkeit nur ein Prinzip und eine Quelle gibt, nämlich den Vater. Wir bejahen die ostkirchliche Formulierung, dass der Heilige Geist ,aus dem Vater allein' ausgeht, wenn hinzugefügt wird, sofern der Vater Grund und Quelle der Gottheit ist."
Ich zitiere hier nach "alt-katholisch - zeitgemäß. Die Geschichte einer anderen katholischen Kirche. Nordstrand 2009. ISBN 978-3-8370-9212-7. Soweit das auf 124 Seiten möglich ist, gibt das Büchlein einen guten Einblick in die Geschichte und Lehre unserer Kirche mit zahlreichen Auszügen aus Dokumenten.

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BeitragVerfasst: 27. Februar 2012 15:49 
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Wichtig ist doch aber, wie es in der Wirklichkeit ist - und nicht, wie es in irgendeiner Schrift steht, und wie es darin zu stehen kam. Kann man sich bitteschön mal selbst Gedanken machen. Ansonsten legt man sich auch auf eine sehr fossile Art der Streiterei fest, die nun wirklich gar keinen mehr wirkich interessiert, nur Prinzipienreiter.

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BeitragVerfasst: 27. Februar 2012 16:13 
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Silesia hat geschrieben:
Wichtig ist doch aber, wie es in der Wirklichkeit ist - und nicht, wie es in irgendeiner Schrift steht, und wie es darin zu stehen kam. Kann man sich bitteschön mal selbst Gedanken machen. Ansonsten legt man sich auch auf eine sehr fossile Art der Streiterei fest, die nun wirklich gar keinen mehr wirkich interessiert, nur Prinzipienreiter.


Stimmt.

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BeitragVerfasst: 27. Februar 2012 21:14 
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so, wie ist es nun in "Wirklichkeit"??


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BeitragVerfasst: 27. Februar 2012 22:16 
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Was denkst Du?

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BeitragVerfasst: 28. Februar 2012 13:20 
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ja, das ist gut, Silesia schreibt: "Wichtig ist doch aber, wie es in der Wirklichkeit ist - und nicht, wie es in irgendeiner Schrift steht, und wie es darin zu stehen kam. Kann man sich bitteschön mal selbst Gedanken machen."

Leider schreibt sie nicht, was sie damit meint. Auf die Frage, was sie damit meint, kommt ein Pingpong.


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BeitragVerfasst: 28. Februar 2012 14:38 
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Eduard hat geschrieben:
ja, das ist gut, Silesia schreibt: "Wichtig ist doch aber, wie es in der Wirklichkeit ist - und nicht, wie es in irgendeiner Schrift steht, und wie es darin zu stehen kam. Kann man sich bitteschön mal selbst Gedanken machen."

Leider schreibt sie nicht, was sie damit meint. Auf die Frage, was sie damit meint, kommt ein Pingpong.


Lieber Eduard,

kannst du bitte mal zur Kenntnis nehmen, dass SILESIA keine Frau ist sondern ein Mann ? Wenn ich mich richtig erinnere, hat er dir das schon mal gesagt. Nicht immer ist weiblich, wo hinten ein A dran ist...:-))

Im Lateinischen enden eben viele Länder und Gegenden mit A: Hibernia, Hispania, Dacia.....

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BeitragVerfasst: 28. Februar 2012 15:02 
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Eilike hat geschrieben:
Auch wenn ich jetzt "Eulen nach Athen" trage, weil alle kluge Bücher lesen, hier nur für die, die nicht lesen können oder wollen, zwei Anmerkungen:
1.) Schon die erste der Bonner Unionskonferenzen stellte 1874 fest, "dass die Art und Weise, in welcher das Filioque in das nicäische Glaubensbekenntnis eingeschoben wurde, ungesetzlich war [...].
2.) Aus dem Jahr 1969 stammt eine Erklärung der IBK, in der der oben zitierte Satz bekräftigt wird und es dann weiter heißt: "Ferner halten wir daran fest, dass es in der allerheiligsten Dreifaltigkeit nur ein Prinzip und eine Quelle gibt, nämlich den Vater. Wir bejahen die ostkirchliche Formulierung, dass der Heilige Geist ,aus dem Vater allein' ausgeht, wenn hinzugefügt wird, sofern der Vater Grund und Quelle der Gottheit ist."
Ich zitiere hier nach "alt-katholisch - zeitgemäß. Die Geschichte einer anderen katholischen Kirche. Nordstrand 2009. ISBN 978-3-8370-9212-7. Soweit das auf 124 Seiten möglich ist, gibt das Büchlein einen guten Einblick in die Geschichte und Lehre unserer Kirche mit zahlreichen Auszügen aus Dokumenten.

Eilike


Bei aller Divergenz zwischen mir und prof. Oeyen, möchte ich daran erinnern, daß er in den Verhandlungen (DIalog) mit den Orthodoxen gegen ein pauschales Verurteilen des filioque und eine vereinnahmung der Altkatholiken zugunsten des orth. Standpunktes die legitimität der westlichen Ausdrucksweise verteidigt hat (was Bf. Leon zur Weißglut brachte).

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Frieden über Israel!


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